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  • 28.02.2013           8      Teilen:   |

Schwule an die Macht

Morrissey will Frieden stiften durch Homos



Es war einmal vor langer, sehr langer Zeit – also so in den frühen 1980er Jahren – da gab es einen jungen, wunderhübschen Mann, der konnte so wunderbar traurige Lieder singen, dass man sich als Jugendlicher, gefangen in seiner eigenen Traurigkeit, verursacht durch die Erkenntnis, dass man irgendwie so anders als die anderen war und außerdem auch noch ausschaut wie ein hässliches Entlein, so richtig schön im Weltschmerz suhlen konnte. Nein, es ist nicht Jimmy Somerville gemeint. Zu dessen "Smalltown Boy"-Weltschmerz ließ sich ja zumindest ausgelassen tanzen: "Renn weg, dreh um, dreh um, renn weg…. Weine, Junge, Weine". Als offen lebender Schwuler war der einem natürlich meilenweit voraus. Er war ja schon aus seinem Dorf in die große freie Stadt entflohen.

Ich meine Morrissey, die kleine, geile Schnitte mit dem wirren Haar, der Frontmann der "Smiths", der Band, die den späteren Britpop-Größen wie "Radiohead" oder "Placebo" vormachten, wie man so richtig dolle wehklagt über den Zustand der bösen Welt. Der konnte einen runterziehen, meine Güte!

Dass Morrissey damals mindestens so traurig wie ich war, lag aber offensichtlich nicht an seiner versteckten Homosexualität, zumindest sagt er es nicht. Auf die jüngst gestellte Frage des Online-Magazins "Rookiemag", was denn für ihn damals wie heute das politisch wichtigste Thema gewesen sei, antwortet er: "Krieg." Und bringt dies dann gleich in einen sexuellen Zusammenhang. "Ich denke, dies ist der negativste Aspekt der männlichen Heterosexualität. Wären mehr Männer schwul, gäbe es keine Kriege, weil sich schwule Männer nie töten würden, wo hingegen heterosexuelle Männer es lieben, andere Männer zu töten. Sie bekommen sogar Medaillen dafür. Frauen ziehen nicht in den Krieg, um andere Frauen zu töten. Kriege, Armeen und Nuklearwaffen sind hauptsächlich heterosexuelle Hobbys."

Hmpff… Lieber Morrissey, damals in den frühen 1980er Jahren habe ich diesen Unsinn ja auch noch geglaubt, da fühlt man sich nämlich gleich viel besser mit. Tatsache ist, dass schwule Partys in der Regel ohne Schlägereien ablaufen. Und dass das sexuelle Begehren zumindest tendenziell verhindert, dass man sich lieber an den Eiern packt statt die Köpfe einzuschlagen, leuchtet ebenso ein. Aber die Frage der Friedfertigkeit von Männern ist doch wohl ausschließlich eine der kulturellen Prägung und der Bildung, nicht eine der sexuellen Orientierung. (cs)

Links zum Thema:
» Das komplette Interview auf Rookiemag
» "The Very Best Of Morissey" bei Amazon
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Tags: morrissey, the smiths, weltfrieden
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Reaktionen zu "Morrissey will Frieden stiften durch Homos"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
28.02.2013
00:46:03


(0, 2 Votes)

Von FoXXXy Love


Seine Worte in Gottes Ohr



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#2
28.02.2013
00:48:12


(+2, 2 Votes)

Von Frikadell


", weil sich schwule Männer nie töten würden.."

Doch tun sie. Lesen wir doch hier regelmäßig von Morden unter Schwestern.

Ungeoutete sind halt naiv..


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#3
28.02.2013
08:55:32


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Christian Scheuß hat es auf den Punkt gebracht und ich stimme seinem Kommentar zu!


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#4
28.02.2013
10:25:33


(+2, 2 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Schön wärs....
.... man denke nur an Ralf Königs schwule Version von Lysistrata.


... aber in der Geschichte gabs auch genug schwule Kriegstreiber,
.... wie z.B. Friedrich den Großen.


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#5
01.03.2013
00:32:56


(+2, 2 Votes)

Von giliatt


Sehr treffend formuliert: "...die Frage der Friedfertigkeit von Männern ist doch wohl ausschließlich eine der kulturellen Prägung und der Bildung..."

Was aber nicht heißt, dass das Gegenteil - Kriegslust und Aggression - ausschließlich durch kulturelle Prägung und Bildung ausgeschlossen oder aber besimmt wird. Doch das wissen wir bereits aus der Historie.

Mit sexueller Orientierung hat das nix zu tun.

Schwullesbische Veranstaltungen verliefen aber keineswegs so friedfertig, wie im Artikel apostrophiert:
"Anrechtsdisco" lautete die Tarnbezeichnung für unsere allmonatlichen Tanzereien vor 25 Jahren in der DDR. Mein Mann und ich wurden dort Zeuge einer wüsten Schlägerei. Zwei Damen - sorry: Wir nannten sie Kampflesben - waren aus Eifersucht in hitzigen Disput geraten. Es war wie in dem Film "Destry Rides Again" (Der große Bluff), in dem sich Marlene Dietrich und Kollegin Merkel kloppten: Erst rissen sie sich an den Haaren, dann fetzten sie sich gegenseitig die Klamotten vom Leibe unter trommelnden Fausthieben. Stühle flogen durch die Luft. Sie rissen die Wandlampen ab und hauten sie sich kreischend um die Ohren. Die Polizei musste gerufen werden, um sie zu bändigen, was schließlich nach einigen Kämpfen gelang. Ein junger Volkspolizist blutete nach diesem Einsatz an der Lippe.
Vielleicht laufen ja "in der Regel" (Zitat) schwullesbische Partys gewaltloser ab. Nun gut: Über den Zyklus der beiden Damen wurde nichts bekannt....


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#6
01.03.2013
16:09:10


(-2, 2 Votes)

Von Gerhard
Antwort zu Kommentar #5 von giliatt


Eine infame Lüge: Wie sollen sich Kampflesben denn an den Haaren reißen?? :D


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#7
01.03.2013
19:33:17


(-1, 1 Vote)

Von maaaartin


in einem land, in dem man das träumen noch nicht verlernt hat... er sollte mal wiedern gescheites lied aufnehmen

morrissey hat anscheinend noch nie was von der heiligen schar gehört.


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#8
05.03.2013
00:34:00


(+1, 1 Vote)

Von giliatt
Antwort zu Kommentar #6 von Gerhard


Wohl kaum entspricht jede gleichgeschlechtlich empfindende Frau dem Klischee der kahlgeschorenen oder mit Igelschnitt versehenen aggressiven Weibsperson. Auch Lesben haben längere Haare. Auf den Zähnen (wie fast alle Frauen) und auf dem Kopf, wie sich uns bei den Kampfhandlungen zeigte....

Weder infam, noch Lüge.


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