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Judy Garland gilt als Gay-Ikone. Jane Monheit tritt mit "Over The Rainbow" in deren Fußstapfen. Mehr tolle Songs auf ihrem Album "Taking a Chance On Love".

Von Jan Gebauer

Perfekt reiht sich Jane Monheit in die Garde junger Jazz-Sängerinnen ein, deren Namen mittlerweile auch Leute kennen, die mit Jazz wenig am Hut haben: Norah Jones, Katie Melua, Diana Krall, usw. Optisch erinnert sie dagegen mehr an 50er-Jahre-Ikonen wie Julie London oder June Christy, die ihren Sex-Appeal gerne auf Cover-Artworks zur Show stellten. So räkelt sich Jane Monheit lasziv auf dem Cover ihres neuen CD "Taking a Chance On Love". Musikalisch swingt auf ähnlichem Paket wie London oder Christy. So ist sie sicher keine Jazz-Puristin, sondern bewegt sich geschmeidig zwischen Vocal-Jazz, Easy-Listening, Standards und Traditional-Pop, einer Natalie Cole oder Diana Krall nicht unähnlich. Auf ihrem vierten Album "Taking a Chance On Love" wagt sie sich an eine Reihe von Klassikern, aus denen insbesondere "Over The Rainbow" heraussticht, weltbekannt in der Version von Schwulenikone Judy Garland.

An diese Vorlage kommt sie natürlich nicht heran, dafür entwickelt sie einen eigenen Reiz bei den meisten anderen Aufnahmen. Sie swingt cool und abgebrüht auf "Honeysuckle Rose", haucht charmant in Bossa-Nova-Nähe mit "In The Still of The Night" oder lädt zum Mitschnippen ein bei "Why Can’t I Behave". Auch das Duett mit Newcomer Michael Bublé klingt vergnüglich. Ihre Stimme hat Jane Monheit stets unter Kontrolle, auch wenn das Arrangement mächtig erscheint und fette Streicher zum Tragen kommen, die Jazz-Liebhaber ja nicht unbedingt schätzen. Wer allerdings seine Fühler gerne in den Crossover ausstreckt und eine feminine zärtliche Stimme im Jazz mag, der wird mit ihr sicher eine Entdeckung machen, denn hierzulande ist Jane Monheit sicher noch zu den Newcomerrinnen zu rechnen. CD in den Player, mit Decke und Rotwein auf die Couch und genießen – "Taking a Chance On Love".

Portrait:

Jane Monheit wurde am 3. November 1977 in Oakdale, Long Island, geboren. Sie kommt aus einer musikalischen Familie und ihre Schule förderte Monheits musikalische Erziehung mit einem speziellen Ausbildungsprogramm. Sie hörte Klassik, Jazz, Bluegrass und Folk und studierte Klarinette sowie Musiktheorie. Noch während ihrer High-School-Zeit begann sie, in Clubs auf Long Island aufzutreten und orientierte sich an Jazzgrößen wie Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Carmen McRae. Mit 20 belegte sie den zweiten Platz beim renommierten Thelonious-Monk-Wettbewerb in New York. Die illustre Jury setzte sich aus Künstlern wie Dee Dee Bridgewater, Diana Krall und Dianne Reeves zusammen. Die Juroren lobten Monheits erfrischende Natürlichkeit, die Wärme ihrer Stimme und die swingende Phrasierung ihres Gesangs. Ihr vielgerühmtes Debüt nahm die Künstlerin zusammen mit Musikern wie Kenny Baron, Ron Carter und Lewis Nash auf: "Never Never Land" (2000). Für ihre dritte CD "In The Sun" (2002) fand Monheit schließlich eine feste Quartettbesetzung, mit der sie auch den Abschlussabend des Jazz-Baltica-Festivals 2003 eröffnete. Live soll die Künstlerin eine Offenbarung sein. Ihr aktuelles Album "Taking a Chance on Love" kletterte bis auf Platz eins der amerikanischen Jazz-Charts und knackte erstmals für die Sängerin, die Top-100 der Pop-Charts.

25. Oktober 2004