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  • 03.03.2013               Teilen:   |

Internationale Tourismus-Börse in Berlin

Gay-Reiseziele: "Südamerika wird boomen"

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Unter welche Palmen legt sich der homosexuelle Reisende derzeit besonders gern? Tipps von Jürgen Bieniek von gaysontour.de (Bild: Kerala Tourism / flickr / cc by-sa 2.0 | privat, Montage: queer)

Am 6. März beginnt in Berlin die Internationale Tourismus-Börse (ITB). Wir haben Reiseprofi Jürgen Bieniek vorab zu den schwul-lesbischen Urlaubstrends befragt.

Seit 2008 ist der Berliner Journalist Jürgen Bieniek mit seinem eigenen Reiseportal gaysontour.de online, auf dem er neben Serviceinformationen für schwule und lesbische Reisende auch diverse Urlaubsziele vorstellt und vermittelt. Er ist Experte in diesem Segment und weiß genau, was die Besucher seiner Webseite suchen. Kurz vor dem Start der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) hat ihn Christian Scheuß nach den neuen Trends befragt.

Jürgen, deine Webseite ist keine, die alle homorelevanten Reiseziele dieser Welt listet, du hast dir stattdessen ein paar Schwerpunkte herausgepickt. Welche sind das?

Natürlich sind die Klassiker dabei wie Spanien und die USA, beides Ziele, die seit langem gern bereist werden. Und das ungebrochen. Deshalb bemühe ich mich seit einer Weile, auch die Ziele zu erschließen und vorzustellen, die man bereits als gayfriendly bezeichnen kann, die aber noch nicht im Mainstream angekommen sind. Die Szenekneipen auf Gran Canaria brauchen sich selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise wohl wenig Sorgen darum zu machen, dass sie keine Besucher mehr bekommen.

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Schwuler Stolz in Brasilien beim Gay Pride. Südamerika, der kommende Kontinent für Gay-Travel? - Quelle: Gustavo Facci / flickr / cc by-sa 2.0
Schwuler Stolz in Brasilien beim Gay Pride. Südamerika, der kommende Kontinent für Gay-Travel? (Bild: Gustavo Facci / flickr / cc by-sa 2.0)

Nun ist Gran Canaria beim schwul-lesbischen Gemeinschaftsstand der ITB dabei. Spanien ist neben Griechenland besonders betroffen von der europäischen Finanzkrise. Müssten die nicht deshalb noch stärker als bisher für sich werben?

Naja, die Krise hat ja in Spanien auch zur Folge, dass die Tourismusbüros weniger Geld als sonst zur Verfügung haben. Sie können damit gar nicht ihre Marketingmaßnahmen verstärken. Sie müssen erst mal eine Weile von ihrem in den vergangenen 20 Jahren aufgebauten Ruf zehren, aber der ist gut. Die dortige Wirtschaftskrise ist eher schlecht für Deutschland als Tourismusziel. Der "Bear Pride Cologne" hat es im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen, die Bären aus Barcelona sind daheim geblieben. Die Spanier kommen nicht mehr hierher, um Urlaub zu machen, die kommen, um hier Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Das Bemühen der Länder um schwul-lesbische Kunden ist immer dort besonders hoch, wo es gilt, sein Image aufzubauen – wie zum Beispiel Italien. Oder es nach längerer Zeit mal wieder gründlich aufzupolieren – wie Amsterdam. Dort lud man die Szenepresse zuletzt zur Teilnahme am Canal Pride ein.

Welche Ziele hast du denn jenseits des Mainstreams neu in deine Liste aufgenommen?

Curaçao ist zwar kein völlig unerforschtes Gebiet für den Gay-Traveller, aber es wird eine zunehmend interessante Destination. Derzeit fliegen im Jahr weniger als 10.000 Deutsche dort hin. Es ist ein sicheres Land mit hohem Wohlstand und Komfort. Die Sonne scheint immer, die Hurrikans bleiben fern und nach allem, was man von Reisenden so hört, sind die Bewohner extrem schwulenfreundlich. Ein anderes Ziel ist die niederländisch-französische Insel St. Maarten, ebenfalls in der Karibik. Worauf ich mich in der Zukunft mehr konzentrieren möchte, das ist Südamerika. Ich glaube, dieser Kontinent wird – auch im schwul-lesbischen Segment – in den nächsten zehn bis 15 Jahren richtig boomen. Den europäischen wie amerikanischen Reisenden ist die dortige Kultur wegen der gemeinsamen christlich-abendländlichen Wurzeln weniger fremd als beispielsweise China. Und die Fortschritte bei der Akzeptanz für Schwule und Lesben sind deutlich sichtbar. Nebenbei: Die Chinesen wiederum werden im kommenden Jahrzehnt wohl zur größten Gruppe der Reisenden heranwachsen, die dann unter anderem auch Europa besucht.

Neu zu erschließen: Kurorte für Schwule und Lesben wie etwa Bad Wörishofen
Neu zu erschließen: Kurorte für Schwule und Lesben wie etwa Bad Wörishofen (Bild: Postkarte (Scan))

Na, dann können sich die Szenemagazine schon mal darauf einstellen, demnächst ihren Gay-Guide auf Deutsch, Englisch und Mandarin zu veröffentlichen. Du hast jetzt lauter Fernziele genannt. Gibt es denn eventuell auch neue überraschende Gay-Destinationen hierzulande? Wie wäre es beispielsweise mit Bad Wörishofen?

Ist gar nicht so abwegig, wie es zunächst klingen mag. Bestes Beispiel: Bodenmais. Der kleine Ort im Bayerischen Wald mit gerade mal 3.500 Einwohnern hat viel Marketing als weltoffenes Reiseziel gemacht und damit überzeugt. Es gibt keine klassische Szene dort, es ist aber einer der am meisten besuchten bayerischen Ferienorte geworden. Die Bedürfnisse der schwul-lesbischen Urlauber ändern sich, werden breiter und vielfältiger. Als 30-Jähriger möchte ich die Städte, die Partyszene und die Fernziele kennenlernen, als 50- oder 60-jähriger Schwuler wird mir vielleicht das Wandern, Wellness oder die Kur wichtiger. Da gibt es für viele Urlaubsorte in Deutschland Potential, wenn sie sich auf die Bedürfnisse dieser Besucher einstellen und ihnen mit Respekt und Akzeptanz begegnen.

Mit Dertour ist im vergangenen Jahr ein großer Anbieter von Pauschalreisen angetreten, die Homo-Zielgruppe zu versorgen. Es ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Das ist ein neuer Ansatz, der offensichtlich nicht nur die gut verdienenden Homosexuellen im Blick hat.

Ja, genau. Es stimmt zwar, dass man als Single ohne Familie und Kind oder als Paar mit zwei Verdienern in der Regel mehr Geld für Freizeitaktivitäten zur Verfügung hat. Aber das bedeutet nun nicht, dass das Schwulsein an sich schon den Reichtum mit sich bringt. Das ist ein gern kolportierter Mythos. Es gibt eben auch sehr viele Homosexuelle, die genauer auf ihr Geld schauen müssen und für die mehr als zwei Wochen Mallorca im Jahr nicht drin ist. Dafür ist das Pauschalreise-Angebot genau das Passende.

Wirst du selbst auch auf der ITB anzutreffen sein, falls jemand weitere Tipps von dir über lohnenswerte Gay-Destinationen erfahren möchte?

Es gibt zwar keinen eigenen Stand beim Pink Pavillon von mir, aber antreffen kann man mich dort auf jeden Fall. Ich bin der, der mit schwarzem T-Shirt und großen "gays on tour"-Logo auf der Brust durch die Hallen läuft.

  Infos zur Messe
Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) öffnet am 6. März 2013 ihre Pforten in den Berliner Messehallen, zunächst nur für das Fachpublikum. Am 9. und 10. März sind die Stände dann für alle geöffnet. Der Bereich "Gay & Lesbian Travel" mit 36 Ausstellern ist auch in diesem Jahr in Halle 2.1a zu finden. Neben klassischen Urlaubszielen wie Fort Lauderdale in den USA oder Gran Canaria in Spanien präsentieren sich beispielsweise Prag (mit dem Gay Pride), Japan, Curacao, Bulgarien, Bhutan, Argentinien oder Griechenland.
Links zum Thema:
» Homepage von "gays on tour"
» Homepage der ITB
Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Tags: itb, gay-tourismus, jürgen bieniek, gays on tour, gay travel, schwule reiseziele, gay destinations
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