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Die Türkische Gemeinde vertritt in Deutschland lebende Türken und Deutsche mit türkischem Hintergrund. (Bild: Dominik / flickr / by 2.0)

In der Debatte um die Gleichbehandlung von Homo-Paaren hat sich die Türkische Gemeinde zu Wort gemeldet – und sich auf die Seite von Schwulen und Lesben gestellt.

Kenan Kolat, der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, hat in der Dienstagsausgabe der "Bild"-Zeitung die Haltung der CDU kritisiert, verpartnerte Paare nicht gleich zu behandeln wie heterosexuelle Ehepaare: "Wir sind für volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben", sagte Kenat.

Seine Organisation, die etwa drei Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland vertritt, sei "solidarisch mit homosexuellen Paaren. Man muss aber auch sehen, wie der besondere Schutz von Ehe und Familie im Grundgesetz gewahrt werden kann." Das CDU-Präsidium hatte am Montag auf Druck von konservativen Abgeordneten beschlossen, eingetragene Lebenspartner weiterhin gegenüber heterosexuellen Eheleuten zu benachteiligen (queer.de berichtete).

Die 1995 gegründete Türkische Gemeinde ist eine Lobbygruppe, die sich für die Gleichstellung von türkischstämmigen Einwohnern in Deutschland einsetzt. Sie hat sich bislang nicht zu Homo-Fragen geäußert.

Türkische Gemeinde "verfassungstreuer als die CSU"


Diplomingenieur Kenan Kolat ist seit 2005 Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland (Bild: Heinrich-Boell-Stiftung / flickr / by-sa 2.0)

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck begrüßte die Äußerungen Kolats mit einem Seitenhieb auf die Union: "Die Türkische Gemeinde in Deutschland zeigt, dass sie besser integriert und verfassungstreuer ist als die CSU. Das sollten die CSU-Hardliner auf dem Schirm haben, bevor sie das nächste Mal von Migranten Bekenntnisse zum Grundgesetz einfordern, welches sie selbst in Teilen bekämpfen", so Beck.

Umfragen zufolge liegt die Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen unter türkischen und muslimischen Migranten höher als in der Durchschnittsbevölkerung (queer.de berichtete). In den letzten Jahren versuchte zudem eine türkische Migrantenpartei BIG mit homophoben Sprüchen Stimmen zu sammeln (queer.de berichtete). Sie konnte aber nicht mehr als ein halbes Prozent bei Landtagswahlen erreichen. Es gibt auch neue Organisationen, die gezielt Homo-Rechte unterstützen. So setzt sich der Liberal-Islamische Bund seit 2010 für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 LorenProfil
  • 05.03.2013, 15:35hGreifswald
  • "Wir sind für volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben" (K. Kolat)

    Sehr erfreulich, dass sich die Türkische Gemeinde so klar positioniert und auch ein Signal an die mit der Türkei verbundenen Mitbürger auf diese Weise aussendet.
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#2 Thorsten1Profil
#3 Timm JohannesAnonym
  • 05.03.2013, 15:44h
  • Das ist sehr erfreulich.

    Noch besser wäre es, wenn die türkische Gemeinde dafür stimmt, die nördlichen Teile Zyperns endlich zu räumen und die Gebäude, Häuser und Grundstücke den ehemaligen Eigentümer zurückzugeben. Immer noch besetzt die Türkei volkerrechtswidrig den Norden der Insel Zypern.

    Achso und nebebei könntet Ihr Euch auch für den Völkermord an den Armeniern entschuldigen.
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#4 Thorsten1Profil
#5 Lich KingAnonym
#6 Lich KingAnonym
#7 goddamn liberalAnonym
  • 05.03.2013, 15:53h
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • Herr Kolat ist Kemalist.

    Das heißt er ist ein Nationalliberaler alten Schlages - mit sozialdemokratischen Einschlag.

    1. Der wird sicherlich nicht den ebenso nationalistischen, aber tendenziell frömmeren Zypern-Griechen irgendwelche Zugeständnisse machen.

    Warum sollte er?

    2. Die Hauptverantwortlichen für die Armenier-Morde wurden 1919 von einem TÜRKISCHEN Gericht zum Tode verurteilt. Bei Göring u. Co. war das anders.

    de.wikipedia.org/wiki/Enver_Pascha

    Sicher kann man sich für die Armeniermorde entschuldigen, Deutschland kann sich dann auch dafür entschuldigen, dass es die Mörder gedeckt hat.

    Aber: Ist das das Thema?
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#8 provinzAnonym
  • 05.03.2013, 15:57h
  • Das ist nach meinen konkreten Erfahrungen nach keine Einzelmeinung einer prominenteren Person in Berlin. Diese Position kenne ich von mir gut bekannten und befreundeten Türken und Kurden, ob religiös oder nicht. Gemeinsam ist diesen meist aber auch, dass viele Enkelkinder in Gymnasien und Universitäten sind.
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#9 seb1983
  • 05.03.2013, 16:03h
  • Nette Geste, die praktischen Auswirkungen dürften aber auf dem Niveau des päpstlichen Kondomverbotes liegen.

    Amüsant der Vertretungsanspruch für 3 Millionen Türken.
    Der LSVD vertritt somit mindestens 8 Millionen Schwule und Lesben bei 10% Anteil
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#10 provinzAnonym
  • 05.03.2013, 16:22h
  • Antwort auf #8 von provinz
  • Der schwule und lesbische Anteil dieser Enkelkinder zieht allerdings nach Möglichkeit, auch mit Unterstützung der Eltern, in den mir bekannten Fällen, -rechts und links des Rheins- gerne mit Partner/in in die nächste Kleinmetropole. Hier konkret: Mannheim. Das machen hier die meisten Deutschen mit kurpfälzer Kulturhintergrund und entsprechendem familiärem Euro-Hintergrund (Anschubsfinanzierung) aber auch.
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