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Kommentare zu:
Gebt Rocco Buttiglione eine Chance!


#1 neugierigAnonym
#2 DeeJayAnonym
  • 25.10.2004, 18:36h
  • Ich fände es gar nicht sooo schlecht, wenn der italienische Minister den Europajob bekäme. Erstens hätte Italien die Chance, einen neunen Minister zu bekommen - ich wünsche ihnen das so sehr (abgesehen von einer komplett anderen Regierung). Zweitens würde ganz Europa die Arbeit des Ministers sehr stark kontrollieren, was letztlich auch uns Schwulen zu Gute kommen KÖNNTE.
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#3 HannahAnonym
  • 25.10.2004, 18:56h
  • @ Micha Schulze:

    Ich wäre die letzte, die dagegen ist, anderen Menschen eine zweite Chance zu geben. Es ist aber nicht so, dass Buttiglione seine Meinung relativiert hat, sondern er hat nur halbseidene Erklärungen vorgebracht, die seine Position retten sollen, aber keine wirkliche Läuterung darstellen.

    Jetzt kann man natürlich noch fragen, inwiefern das Äußern seiner Meinung unter die freie Meinungsäußerung fällt, aber auch da vergisst Ihre Argumentation zwei wichtige Aspekte:
    1. Persönliche Freiheit findet ihre Grenzen immer da, wo die Freiheit anderer tangiert wird. Ansonsten hätten wir keine demokratischen Freiheiten mehr, sondern das Recht des Stärkeren, das diese Freiheiten gerade zu verhindern suchen. Das was Buttiglione gesagt hat war nicht, dass er selbst nicht schwul sein möchte, sondern er hat ganz massiv gegen Schwule und Lesben gewettert und zwar in einer Form und Schärfe, die all den homofeindlichen Schlägern neue Rechtfertigung geben.

    2. Gerade Politiker dürfen nicht vergessen, dass sie eine gewisse Vorbildfunktion erfüllen sollten (auch wenn das immer seltener der Fall ist). Buttiglione hat sich hier nicht privat im Kreis seiner Bekannten geäußert (selbst dies würde schon gegen seine Vorbildfunktion sprechen), sondern hat sich offiziell als Politiker geäußert. Und da sind diese Äußerungen untragbar. Auch wenn er nicht direkt zu Gewalt aufgerufen hat, sind es solche Äußerungen, die bestimmten gewaltbereiten Kreisen die Rechtfertigung für ihre Taten liefern. (Von weiterer Diskriminierung ohne physische Gewalt nicht zu sprechen.)

    Mal eine Gegenfrage: würde sich ein Politiker (egal ob privat oder offiziell) abfällig über Schwarze oder über Juden äußern, würden Sie dann auch argumentieren, dass das zur "europäischen Vielfalt" gehört und dass man sich nur daran messen lassen muss, ob man diese Meinung nur privat hat oder auch seine Politik daran ausrichtet? Inwiefern kann ein Politiker solche Gesinnungen überhaupt im Amt außen vorhalten?

    Selbst wenn Herr Buttiglione die rechtlichen Regelungen nicht wieder zurücknimmt, ist es damit nicht getan - wir brauchen weitere Verbesserungen. Und kann jemand, der zutiefst davon überzeugt ist, dass Homosexualiträt abartig ist, dies wirklich leisten? Und mal angenommen, er würde dies wirklich gegen seine Überzeugung tun, wie zuverlässig ist so ein Politiker, der Machterhalt über seine tiefsten Überzeugungen stellt? Ja, er darf ruhig seine Meinung behalten, aber damit ist er nunmal für das Amt ungeeignet.

    Sind wir Homosexuellen schon so weichgekocht und frustriert, dass wir uns schon mit weniger als völliger Gleichstellung zufrieden stellen. Wenn Dinge, die man über andere Minderheiten nicht sagen dürfte von uns toleriert werden, wie können wir dann ernsthaft erwarten, dass sich noch irgendjemand für unsere Belange einsetzt und dass sich wirklich mal etwas ändert?

    Und Herr Schulze, unabhängig von diesen sachlichen Aspekten finde ich es schon fast unverschämt, dass sie Herrn Buttigliones Äußerungen zwar als "freie Meinungsäußerung"b (erfolglos) zu rechtfertigen versuchen, aber bei SPD, Grünen und Liberalen von "gespielter Empörung" und "an Heuchelei nicht zu überbieten" sprechen. Mal angesehen davon, dass man überlegen kann, wessen Meinung in dieser Frage wirklich christlicher und humaner ist und eher mit freier Meinung zu tun hat - fällt die Empörung dieser Gruppen nicht auch unter die "freie Meinungsäußerung", selbst wenn sie übertreiben WÄRE (was sie meiner Meinung nach keinesfalls ist).

    Ich finde es schon verwunderlich, dass ausgerechnet ein queer.de-Redakteur schwulenfeindliche Äußerungen (noch dazu von Politikern in entsprechenden Positionen, die für weitere Diskriminierung und Gewalt mit verantwortlich zu machen sind) unter die freie Meinungsäußerung fassen, aber andere Gegenpositionen als heuchlerisch und gespielt runterspielen. Ahnen sie wirklich die Tragkraft ihrer Äußerungen?
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#4 AndreasAnonym
  • 25.10.2004, 19:07h
  • Dennis hat vollkommen recht. Agitationen gegen Homosexuelle und andere muss man nur in ein religiöses (natürlich staatsreligiöses) Gewand kleiden, und schon soll die "Toleranzkeule" greifen. Unter diesem Mantel wurden in der Geschichte fast alle Verfolgungen von Minderheiten begründet .
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#5 HalloAnonym
  • 25.10.2004, 19:10h
  • Für diesen Beitrag hat Micha Schulze die Homogurken für das nächste Jahrzehnt verdient. Machen wir Europa doch zu einem christlichen Fundamentalistenstaat unter strenger Aufsicht des Vatikan. Herr Schulze wird schon sehen, was er davon hat...
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#6 wolfAnonym
  • 25.10.2004, 19:21h
  • bei allem pro für buttiglione :
    ich fühle mich seit 53 jahren diskriminiert !
    seit jahren zahle ich in diesem zusammenhang zuviel steuern, habe vermehrte pflichten aber keine rechte.
    meine altersversorgung ist nicht abgesichert, obwohl ich seit 35 jahren verpartnert bin.
    wo bleibt da die demokratie und die gleichbehandlung ?
    die homophobie nimmt auf den strassen wieder zu, daran sind solche herren nicht unschuldig, denn sie erteilen im prinzip einen freibrief für schwulenhasser.
    das lässt sich noch endlos fortsetzen,

    wenn man sich sich diese endlos- diskussion ansieht, müssten wir schwule jetzt gegen die ehe kämpfen, denn sie wird für uns zum feindbild aufgebaut, warum eigentlich ?

    wir brauchen dringend politiker die voraus denken und sich nicht vom bereits bestehenden klüngel manipulieren und festnageln lassen, siehe herr wowereit in berlin.
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#7 TobiAnonym
  • 25.10.2004, 19:31h
  • Ich bin wirklich tief schockiert, dass ausgerechnet ein queer.de-Redakteur schwulenfeindliche Äußerungen als freie Meinungsäußerung zu rechtfertigen versucht (obwohl Diskriminierung nichts mit freier Meinung zu tun hat), aber gleichzeitig Politiker, die die Diskriminierung Homosexueller verurteilen als heuchlerisch bezeichnet; für diese gilt offenbar keine freie Meinungsäußerung.

    Bei solchen Äußerungen darf man sich nicht wundern, wenn sich keiner mehr für uns einsetzt!
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#8 StefAnonym
  • 25.10.2004, 19:49h
  • Ich kann (und möchte) keine Seiten besuchen, wo Redakteuer schwulenfeindliche, diskriminierende Äußerungen zu rechtfertigen und verteidigen versuchen, während Politiker, die solche menschenverachtenden Äußerungen aufs schärfste verurteilen, als heuchlerisch bezeichnet werden.

    Sorry, aber das ertrage ich nicht und solche Seiten kann ich nicht besuchen. Ich wurde schon so oft diskrimniert, dass ich die Äußerungen von Herrn Buttiglione nicht akzeptieren kann, da diese die Diskriminierung weiter forcieren, statt sie zu mindern, wie es Politiker eigentlich tun sollten. Und wenn ein Schwulenmagazin dies dann auch noch durch solche Kommentare fördert, kann ich es nicht mehr lesen.

    Sorry, aber es geht nicht!
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#9 FelixAnonym
  • 25.10.2004, 19:59h
  • Falls die Diskriminierungs-Rechtfertigungen vom queer.de-Redakteur Schulze ein Witz sein sollen, ist es ein verdammt schlechter.

    Und falls nicht: genau wie bei Ausländerfeindlichkeit gilt: wer schwulenfeindliche Äußerungen zu rechtfertigen versucht, stellt sich auf ein Niveau damit.

    Aber wie der Redakteuer denkt, zeigt sich ja auch, wenn Politiker, die Schwule nicht diskriminieren wollen plötzlich "Heuchler" sind, für die Meinungsfreiheit plötzlich nicht mehr gilt.

    Sowas auf queer.de zu lesen macht mich traurig und wütend zugleich!
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#10 RalfAnonym
  • 25.10.2004, 20:15h
  • Wir sollen wohl froh und dankbar sein, dass wir nicht mehr vergast werden, und uns nicht auch noch erdreisten, gleiche Rechte zu verlangen, wie sie jedem und jeder Anderen auch zustehen.

    Sehr richtig - hätte Buttiglione seine Hetze gegen Juden oder Türken gerichtet, wäre er sofort im Orkus verschwunden. Aber es gibt nun mal Schwule und Lesben, und die darf man "aus Glaubensgründen" niedermachen.

    Buttiglione hatte seine Chance, und er hat sie genutzt, um sich im Konvent für ein "Recht" auf Homosexuellendiskriminierung und die Einschränkung der Grundrechte von Schwulen und Lesben stark zu machen. Ihm jetzt eine zweite Chance geben hieße ihm Tür und Tor zu öffnen, seine vatikanische Ideologie auch tatsächlich durchzupeitschen.

    Beinahe wöchentlich dringt katholische Hetze aus Rom in die Welt, werden Tiraden wiedergekäut von Unmoral, Sünde, Widernatürlichkeit, werden Politiker(innen) aufgefordert, ihr Amt oder Mandat zur Durchsetzung des vatikanischen Homosexuellenhasses zu missbrauchen, Gleichstellungspolitik zu sabotieren und Erreichtes zurückzunehmen. Die katholische Kirche hat unsere Vorfahren auf den Scheiterhaufen geschickt und ihren braunen Geistesverwandten die Inbetriebnahme der Gaskammern erleichtert. Was glauben die blauäugigen Dummschwätzer, die sich jetzt dafür einsetzen, vatikanische Agenten in die EU-Kommission zu berufen, eigentlich, wohin deren mit den selben Parolen wie seit 2000 Jahren geschmückter Zug heute fährt, wenn nicht wieder zum Massenmord?
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#11 KetzerAnonym
#12 queer.de sucksAnonym
  • 25.10.2004, 21:14h
  • Nun ja, bisher haben die Schwulen ja immer ihre Gegner gehabt, aber daß sich jetzt schon die Schwulen ihren Henker selbst aussuchen, ist schon bemerkenswert. Sollte da ein Spitzel vom Vatikan am Werke sein? Und wenn demnächst einer Euthanasie an schwulen Embryonen fordert, dann unterstützt queer.de das auch bzw. fordert zu einem Pro & Contra auf? Diese Seite führt sich selbst ad absurdum.
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#13 aufgesetztAnonym
#14 GerdAnonym
  • 26.10.2004, 02:04h
  • Diese Diskussion halte ich für vollkommen daneben...wenn wir auch in Deutschland schon ein gutes Stück vorangekommen sind und in unserem Bewusstsein Länder wie die Niederlande, Schweden, Frankreich oder jetzt Spanien drängen so sieht es in anderen EU-Ländern wie Malta, Zypern oder Slowakei noch absolut finster für die Rechte von homosexuellen Paaren aus.

    Und dann will man ernsthaft einen solchen Kommisar für diesen wichtigen Posten der Justiz befürworten, der gelebte Homosexualität als Sünde ansieht...wer dies dann auch noch ausgerechnet als homosexueller Mensche befürwortet, der hat nicht mehr alle "beisammen", um es milde zu formulieren.

    Wir brauchen auf diesen Posten keine Leute, die am liebsten Europa in die Adenauer-Zeit der 50er gesellschaftspolitisch zurückdrehen wollen, sondern wir brauchen zumindest einen Menschen, der halbwegs im 21 Jahrhundert gesellschaftspolitisch angekommen ist.

    Daher auf keinen Fall einen Vertrauten von Berlusconi und dem Vatikan auf diesen Posten (soll er doch meinetwegen das Handels-/Landwirtschafts oder Fischereiministerium erhalten aber nicht die Justiz)
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#15 Markus CzajaAnonym
  • 26.10.2004, 11:34h
  • Micha Schulze hat völlig recht mit seiner Meinung: Buttiglione ist sicher kein Homosexuellenfreund, aber auch kein Hetzer. Als Justizminister in Deutschland würde ich ihn ablehnen, aber In einer pluralistisch zusammengesetzten EU-Kommission sollte er eine Chance bekommen, zumal er sich zur Gleichberechtigung bekannt und entschuldigt hat. Ich finde es erschreckend, wie wenig ausgeprägt das politische Bewusstsein vieler Diskutanten hier ist.und wieviele Meinungsbeiträge von Intoleranz nur strotzen.
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#16 HannahAnonym
  • 26.10.2004, 15:32h
  • @Markus Czaja:

    "Buttiglione ist sicher kein Homosexuellenfreund, aber auch kein Hetzer."

    Entweder kennst Du nicht alle Äußerungen von Herrn Buttiglione oder Dir ist nicht bewusst, was solche Äußerungen bewirken. Gewalt und Diskriminierung gegen Minderheiten werden dadurch gefördert, dass sich "Vorbilder" negativ über sie äußern. Wenn Äußerungen, die Gewalt fördern nicht hetzerisch sind, was ist es dann Deiner Meinung?

    "Als Justizminister in Deutschland würde ich ihn ablehnen, aber In einer pluralistisch zusammengesetzten EU-Kommission sollte er eine Chance bekommen(...)"

    Aha, die EU ist also pluralistisch und Deutschland nicht? Erzähl das mal einem Verfassungsrechtler oder Politologen. Im übrigen, wundert es mich, dass Du Leute, die Du in Deutschland nicht als Politiker akzeptieren würdest, in Europa sehr wohl akzeptierst. Und das obwohl Europa (gerade in der Menschenrechtspolitik) immer mehr Gewicht gegenüber den Nationalstaaten bekommt.

    Ich weiß nicht, wieso Du mit zweierlei Maß misst und warum diskriminierende Äußerungen in Deutschland nicht okay sind, aber in Europa sehr wohl.

    "(...) zumal er sich zur Gleichberechtigung bekannt und entschuldigt hat. "

    Er hat nicht seine Meinung revidiert, sondern nur eine Pseudoentschuldigung vorgebracht, die gerade ausreichend war, um seinen Posten zu retten. Zu Gleichberechtigung hat er sich nie bekannt.

    "Ich finde es erschreckend, wie wenig ausgeprägt das politische Bewusstsein vieler Diskutanten hier ist.und wieviele Meinungsbeiträge von Intoleranz nur strotzen."

    Und ich finde es erschreckend, dass ausgerechnet Schwule sich für einen Mann einsetzen, den man als geistigen Brandstifter bezeichnen muss. Diejenigen, die andere Menschen aufjetzen und gegen andere Menschen wettern, sind genauso schlimm, wie die, die dann später zuschlagen. Aber Du hast schon recht, unser beschränktes "politisches Bewusstsein" ist es, dass "von Intoleranz nur so strotzt". Buttiglione ist nicht intolerant, aber seine Kritiker schon (wie es auch schon M. Schulze geschrieben hat). Für Buttiglione gilt (falsch verstandene)Meinungsfreiheit, für seine Kritiker nicht.

    Ist das Dein tolerantes politisches Bewusstsein? Falls ja, kann man nur froh sein, dass andere Betroffene kein pseudodemokratisches Verständnis haben, sondern kapieren, dass Diskriminierungen nicht unter die freie Meinungsäußerung fallen.

    Die Politik hat schon Recht, sich nicht um schwul-lesbische Belange zu kümmern. Wir wollen es ja nicht anders. Würde jemand so wie Herr Buttiglione gegen Juden, Schwarze oder andere Menschen wettern, wäre es weg vom Fenster, aber manche Schwulen stehen offenbar auf Selbstkasteiung.

    Ich hoffe nur, dass wir Lesben voraussschauender sind als manche Schwulen!
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#17 SebiAnonym
  • 26.10.2004, 16:27h
  • Wie drollig: da versucht queer.de ernsthaften Journalismus zu bieten, vergisst dabei aber, dass ein "Pro & Contra" sachlich richtig und logisch schlüssig ist.

    Dies ist hier nicht der Fall:
    1. Herr Schulzes Kommentar ist sachlich falsch, da Diskriminierungen nicht unter die freie Meinungsäußerung fallen. Bürgerliche Freiheiten enden da, wo die Freiheiten anderer eingeschränkt werden.

    2. Auch ist Herr Schulzes Kommentar nicht logisch schlüssig! Diskriminierende Meinungen von Herrn Buttiglione fallen unter freie Meinungsäußerung, aber die Politiker, die dies kritisieren, dürfen das nicht, da dieses Recht für sie wohl nicht gilt und sie angeblich heuchlerisch sind. Herr Schulzes Meinung wäre nur dann glaubwürdig, wenn er gleiche Maßstäbe anlegt.

    Jeder Politiker, der diese EU-Kommission nicht mittragen kann und will, handelt nach seinem Gewissen. Diese Politiker als heuchlersich zu diffamieren zeugt von einem sehr gefährlichen Demokratieverständnis. Wenn die Kommission abgelehnt wird (was ich - zum Wohle Europas und der EU - hoffe), ist das eine demokratische Entscheidung und keineswegs heuchlerisch.
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#18 ChristophAnonym
  • 26.10.2004, 16:41h
  • Alle Homogurken, die jemals verliehen werden können, hat queer.de verdient. Dafür, dass man in einem Homomagazin lesen muss, wie diskriminierende Äußerungen über Schwule (noch dazu von einem Politiker, der in seinem Ressort über die Gesetzgebung zu Homo-Themen zu entscheiden hat) mit den absurdesten Begründungen gerechtfertigt werden, während Politiker, die sich gegen solche bigotten, antiquierten Politiker stellen, plötzlich heuchlerisch sind.

    Diese einseitigen Rechtfertigungsversuche sind genauso bigott, wie die menschenverachtenden Äußerungen von Herrn Butiglione.

    Shame on you queer.de!!!!!
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#19 TobiAnonym
  • 26.10.2004, 17:22h
  • Ich hatte eigentlich gehofft, dass Herr Schulze auf die zahlreichen Kommentare reagiert, die sich fragen, warum ein Politiker, der in Zukunft ganz maßgeblich die Gesetzgebung zu schwulen Themen bestimmen wird, schwulenfeindliche, diskriminierende Äußerungen als "Privatmeinung" deklarieren darf, während Politiker, die das krtisieren heuchlerisch sein sollen.

    Diesen Widerspruch, für wen das Recht auf Meinungsäußerung gelten soll und für wen nicht, kann wohl selbst Herr Schulze mit seinem Einfallsreichtum und seiner Phantasie nicht erklären.
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#20 Marina L.Anonym
  • 26.10.2004, 17:35h
  • Herr Schulze kann offenbar Gedanken lesen oder woher nimmt er die Erkenntnis, dass die Empörung von Grünen, Liberalen, Sozialdemokraten und jedem außer den Konservativen nur "gespielt" ist.

    Herr Schulze, können sie sich vielleicht auch vorstellen, dass es selbst unter Politikern noch Leute mit Rückgrat gibt?
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#21 TobvMAnonym
  • 26.10.2004, 18:03h
  • Ich werde im täglichen Leben schon genug diskriminiert, da muss ich nicht auch noch auf gay-Seiten lesen, dass wir das gefälligst hinzunehmen haben. Andere Leute lassen sich auch nicht diskriminieren, aber solange wir uns diskriminieren lassen, wird sich nie was ändern.

    Ich werde queer.de jedenfalls nicht mehr besuchen. Gerade von gay-Seiten erwarte ich etwas mehr Aufmerksamkeit für Diskriminierungen. Wenn Herr Schulze die Folgen solcher Demagogen wie Herrn Buttiglione nicht absehen kann, okay, aber ich kann es und werde deshalb Seiten, die Hass rechtfertigen wollen nicht mehr besuchen.

    Leb wohl queer.de!
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#22 rainerAnonym
  • 26.10.2004, 18:11h
  • ich halte die aufregung um den italienischen katholiken für übertrieben und kann die queer-debatte nachvollziehen. es gibt meiner meinung nach schlimmere hetzer in europa. ebenso finde ich die merkwürdige rot-grün-gelbe front im europaparlament, wie der autor es beschrieben hat, nicht aufrichtig. steckt hinter der heftigien kritik nicht in wahrheit eu-interner machtkampf? soll sie nicht auch von den versäumissen in den eigenen ländern ablenken? gerade die westerwelle-fdp, welche in deutschland die homoehe torpediert hat, kennt plötzlich kein anderes thema mehr als buttiglione. und was hat die spd in dieser legislaturperiode für homosexuelle unternommen?
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#23 HannahAnonym
  • 26.10.2004, 20:04h
  • @Rainer:

    "es gibt meiner meinung nach schlimmere hetzer in europa. "

    Ja, aber die werden auch nicht EU-Kommissar für Justiz und Inneres.

    Und zu den Parteien: ist es nicht ein Unterschied, ob man Dinge wie Buttiglione sagt, oder über Details der Homo-Ehe streitet?

    Im übrigen ist es doch löblich, wenn die EU-Parlamentarier sensibler mit diesem Thema umgehen als Bundespolitiker.
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#24 seltsamAnonym
  • 26.10.2004, 21:40h
  • Herr Buttiglione hat wirklich sehr dumme Äußerungen gemacht;
    aber warum macht die schwule Community immer so ein Theater, wenn mal jemand nicht pro-gay ist?

    es kann doch nun wirklich nicht jeder schwul cool finden; wenn man für sich selber Respekt und Akzeptanz fordert, kann man sie jemand anderes nicht verwehren.

    wenn er eine solch altmodische Meinung hat - sei\'s drum, er hat ja nicht gefordert Schwule zu diskriminieren;
    dabei sollte man noch zusätzlich bedenken:
    er ist relativ alt, er ist Italiener und er ist gläubiger Katholik;
    diese Kriterien passen zu vielen Bürgern der EU und es sollen doch alle vertreten sein, denn dies ist Demokratie oder???
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#25 Yasmine de TunisieAnonym
  • 27.10.2004, 00:16h
  • Höchste Anerkennung für Hannah , Marina L. und Jebi!
    Halte ein Eintreten für die demokratischen Menschenrechte in der BRD und in Brüssel für überlebensnotwendig!
    Vielleicht ist Mischa so ein deutscher Dummkopf. der auf seiner eigenen Hinrichtung ins Gas der Blasmusik zugehört hätte, in der Meinung es geht zum Maskenball!
    In Europa hat die Französische Revolution stattgefunden.die Rechte der Kirche sind seitdem auf Steuereintreiberei ( z.B. durch die Behörden in der BRD ) und Propaganda für überholte Lehren beschränkt worden!
    Doch Vorsicht ist geboten: Herr Buttiglione sollte nicht durch Rom marschieren. ohne an die vielen Opfer der römischen Gott-Kaiser zu denken ( Auch Katholen-Jopi fühlt sich als Stellvertreter)
    Meine Meinung: wenn jemand als Papst-!!!!! Berater bezeichnet wird sollte er sich im Vatikan engagieren,er hat im EUROPA 2004/2005 nichts zu suchen!
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#26 G.H.Anonym
  • 28.10.2004, 08:04h
  • Ich bin schwul und Pfarrer. Professor Buttiglione wäre meiner Meinung nach eine Zierde für die EU-Kommission gewesen. Mit seiner Haltung stimme ich zu 80 % überein, mit seiner Auffassung zu Homosexualtiät natürlich nicht.

    Die Kommentare hier bestätigen meinen Eindruck,daß in "unserer" "gay community" gläubige Homosexuelle immer mehr ausgegrenzt werden.
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#27 DavidAnonym
  • 30.10.2004, 13:48h
  • Wenn sich Buttiglone meint als Moralapostel aufspielen zu müssen, warum äussert er sich verdammt nochmal nicht zur Korruption in seinem Lande?
    Komisch, da fühlt er sich als Katholik wohl nicht "missionarisch" geung verpflichtet, oder wie? Wo gibt es denn sowas, das ein Krimineller regiert und durch Gesetzesänderungen auch noch starffreiheit garantiert wird?!?
    Fazit:
    Kehre erst vor deiner eigener Tür, bevor du über andere herziehst!
    Wwarum kandidiert Buttiglone nicht gleich für den Vatikan? Da ist er besser aufgehoben.
    Und was ist dabei, wenn er nicht gewählt wird? Das ist doch das gute recht der anderen - dafür wurden die kandidaten doch geprüft - oder?
    Wie wäre es denn, wenn ein offener Schwuler sich im Vatikan vorstellt? Er würde doch ebenfalls abgelehnt.
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