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Nach Urteil aus Karlsruhe

Michael Adam und Partner erwägen Adoption


Michael Adam (rechts) und sein eingetragener Lebenspartner Tobias Adam können sich vorstellen, ein Kind zu adoptieren (Bild: Langer/Archiv Landratsamt Regen)

Der schwule SPD-Landrat aus Regen denkt öffentlich darüber nach, ein Kind zu adoptieren – und erntet homophobe Reaktionen.

Die anhaltende Diskussion über die rechtliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften hat den Regener Landrat Michael Adam (SPD) auch zu einer privaten Äußerung veranlasst: "Ich lebe in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Wir haben uns grundsätzlich mit der Adoption eines Kindes immer schon beschäftigt", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

In der Vergangenheit sei es "rechtlich sehr schwierig" gewesen, wenn ein Partner des gleichen Geschlechts ein Kind adoptiert habe. Denn der andere hatte dann "überhaupt kein Recht", zum Beispiel im Todesfall des Adoptivvaters. Doch das habe das Bundesverfassungsgericht jetzt "kassiert", so Michael Adam. Damit spielte er auf das jüngste Urteil aus Karlsruhe an, das eingetragenen Lebenspartnern die Sukzessivadoption erlaubte (queer.de berichtete).

Für ihn sei Familie dort, wo Kinder seien, wo Verantwortung übernommen oder Pflege geleistet werde, erklärte der schwule Landrat. Gesellschaft und Politik sollten deshalb den Familienbegriff nicht an starren Begriffen oder am Grundgesetz ausrichten. Vielleicht müsse man auch wegkommen vom klassischen Begriff der Ehe, meinte Adam. Nicht alle Menschen wollten schließlich vor den Altar treten, aber trotzdem Verantwortung füreinander übernehmen.

Online-Kommentar: "Wo führt uns diese kranke Welt noch hin?"

Ein Bericht über Adams Kinderwunsch in der Heimatzeitung "Passauer Neue Presse" löste zum Teil sehr heftige, homophobe Reaktionen aus. "Kinder haben in diesen Personenkreisen nichts zu suchen. Ich hoffe, der Gesetzgeber verbietet das", wurde der Artikel in der Onlineausgabe u.a. kommentiert. Weitere Reaktionen waren: "Wo führt uns diese kranke Welt noch hin?", "Da bekomm ich Gänsehaut wenn ich mir vorstelle das ein Kind in solche Verhältnisse gegeben wird" oder "Dann haben wir in ein paar Jahren Sodom & Gomorrha pur". Nachdem anfangs homophobe Kommentare überwogen, halten sich mittlerweille negative und positive Stimme in etwa die Waage.

Michael Adam selbst möchte zu dem Thema keine weitere Stellungnahme abgeben, zahlreiche Medienanfragen wies er zurück. "Es ist alles gesagt, das Interview spricht für sich", erklärte der Sprecher des Landratsamts Heiko Langer.

Der SPD-Politiker machte 2008 bundesweit Schlagzeilen, als er sich mit 23 Jahren als schwuler, evangelischer und "roter" Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bodenmais in der Stichwahl gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister durchgesetzt hatte (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren im Amt wurde Adam im vergangenen Jahr zum Landrat des Landkreises Regen gewählt (queer.de berichtete). Im vergangenen Herbst ging er mit seinem langjährigen Freund Tobias Eckert eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein (queer.de berichtete). (cw)



#1 Thorsten1Profil
  • 09.03.2013, 18:05hBerlin
  • Im Bayrischen Wald gibt es immer noch Grenzen für offen lebende Schwule. Und diese Grenze hat er mit seiner Äußerung über Adoption überschritten.
    Jetzt weiss er wenigsten, was auf seinem Dorf möglich ist und was nicht.
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#2 PelziAnonym
  • 09.03.2013, 18:53h
  • Ey Queer.de.

    Original: "Michael Adam (rechts) und sein eingetragener Lebenspartner Tobias Adam können sich vorstellen, ein Kind zu adoptieren."

    Wäre - trotz der ganzen Diskussion - das nicht schöner gewesen?:

    "Michael Adam (rechts) und sein Mann Tobias Adam können sich vorstellen, ein Kind zu adoptieren."
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#3 KMBonnProfil
  • 09.03.2013, 19:50hBonn
  • Es ist schon teilweise lustig, die Kommentare zu lesen. Alte Volksweisheiten werden zitiert, wie z.B., dass aus Kindern, die die Mutterbrust nicht bekommen, nix werden kann. Sodom und Gomorrha steht sowieso zu befürchten. Und schwule Partnerschaften sind nur sexuell orientierte Zweckgemeinschaften. Beim Führer war ja auch nicht alles schlecht, das klingt da gelegentlich durch. Hui!

    Aber was erwartet man(n) denn? Hosianna-Rufe und ein allgemeines Wohlbefinden?

    Dem Landrat ist hoch anzurechnen, daß er ein Interview zum Thema gegeben hat und sich auf die Position begibt, damit alles gesagt zu haben, was zu sagen ist. Das ist genau das richtige Maß eines in der Öffentlichkeit stehenden Politikers, der auch einen gewissen Anspruch auf Privatleben haben will.
    Glücklicherweise zieht er nicht ins Dschungelcamp, um für sein und seines Partners Recht auf Kinder zu kämpfen.
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#4 MarcelBruckmannProfil
  • 09.03.2013, 20:34hErkrath
  • erwägen sich ein Kind zu zulegen, hört sich irgendwie an wie Haustier........

    aber egal......jetzt kann 'man' bald erwägen ein kind sich zu zulegen....und das auch noch öffentlich..... da wundern die sich, dass da 'homophobe' reaktionen kommen.....

    haben die schon überlegt wo die das herkriegen? kleiner junge kleines Mädchen?
    es werden dann wohl bald die ersten online shops für kinder eingerichtet werden, die nachfrage wird ja gross sein......oder aus Russland oder aus Rumänien

    wo gibt man die wieder ab, wenn es hat doch nicht hatte sein sollen....

    ich habe meine Tochter gefragt, ob die in der schule gerne gesagt hätte: meine beiden Papas.....
    hätte die nicht.....erstaunlich? nein.....
    2 Papas zu haben für ein kind ist wie z.b. Pumuckel oder Pipilotta von seinen Eltern als Namen bekommen zu haben....

    nachtigall ich hör dir trapsen......

    obwohl ich schwul bin, fasse ich mir manchmal echt an den kopf......

    Dies ist eine Glosse, bevor jetzt wieder ein Gekreische anfängt.
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#5 daVinci6667
  • 09.03.2013, 20:56h
  • Antwort auf #2 von Pelzi

  • "Wäre - trotz der ganzen Diskussion - das nicht schöner gewesen?:
    "Michael Adam (rechts) und sein Mann Tobias Adam können sich vorstellen, ein Kind zu adoptieren.""

    Ja Pelzi, zweifellos. Keiner spricht im Alltag von seinem eingetragenen Partner. (in der Schweiz wurde das Lebens- weggelassen)

    Heteros denken dann manchmal sogar an einen Teilhaber einer gemeinsamen Firma oder ähnliches!

    Auch sollten wir uns nicht selbst der uns zur Verfügung gestellten neu- diskriminierenden Begriffen bedienen.

    NUR ist der von queer.de verwendete "Lebenspartner" leider die einzig richtige offizielle Bezeichnung.

    Es ist eben nicht falsch diese Begriffe im richtigen Moment zu benutzen um nicht so informierten Menschen unsere immer noch sehr gegenwärtige Diskriminierung aufzuzeigen.

    Ich wünsche den zweien von Herzen ein Kind adoptieren zu können und es möglich ist, dass dieses in diesem Dorf bei diesem sehr symphatisch und gut aussehendem Paar von Homohassern unbehelligt seine glückliche Kindheit erleben darf!
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#6 FelixAnonym
  • 09.03.2013, 21:21h
  • Hoffentlich lassen sie sich nicht von solchen faschistischen Schwachmaten abhalten und werden eine große, glückliche Familie.
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#7 daVinci6667
  • 09.03.2013, 21:24h
  • Antwort auf #4 von MarcelBruckmann

  • "2 Papas zu haben für ein kind ist wie z.b. Pumuckel oder Pipilotta von seinen Eltern als Namen bekommen zu haben...."

    Kannst du dir eigentlich vorstellen, dass genau solche Kommentare, und noch ausgerechnet von einem Schwulen selbst geschrieben, verletzen können?

    Warum unterstützt du das schwule Paar nicht? Ist das nun Selbsthass oder einfach Neid?

    Wer wäre denn an homophoben Sprüchen gegenüber dem adoptierten Kind Schuld?

    Etwa auch noch das Paar selbst?

    Schäme dich!
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#8 TheDad
  • 09.03.2013, 22:15h
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • Einen Moment innehalten und nachdenken , mein Lieber..

    MarcelBruckmann hat ja nicht unrecht..

    Die formulierte Ankündigung liest sich wie der Entschluß eine Katze aus dem Tierheim zu holen, oder ein Meeschweinchen aus dem Schaufenster eines Kaufhauses zu befreien..

    Und Eltern die ihren Kindern Namen bescheren wie "Pipilotta", "Pumuckel" oder gar "Reiner", wenn der Nachmame "Zufall" lautet (eine deutsch Spedition !) legen damit oft den Grundstein für eine frühzeitige Einweisung in´s Altersheim..

    Natürlich sind die beiden zu unterstützen, ohne Frage..
    Und die homophoben Äußerungen in Zeitungen wie der Heimatzeitung "Passauer Neue Presse" gehören vom Presserat gerügt, wenn es sich nicht eindeutig um Leserpostings handelt..

    Sicher hat jeder so seine eigene Lebensplanung, und bei manchen gehört dazu eine Form von Ehe und Familie mit Kindern..

    Nun scheint Macel`s Tochter bei seinem Coming Out schon älter gewesen zu sein, oder er hatte zu ihrer Schulzeit keinen festen Partner..
    Ansonsten hätte er mit Sicherheit irgendwann einmal ähnliche Antworten vom nachwuchs geerntet..

    Wie dem auch sei..

    Es zeigt sich aber vor allem hier wieder daß das Lederhosenbergvolk weitaus hinterwäldlerischer ist, als sie nach außen hin vorgeben..

    Natürlich haben sie Hrn.Adam als SPD´ler gewählt, um der CSU eins auszuwischen..
    Das Adam schwul ist ?
    A bissl wos is ollewei mit an jeden..
    So lang der mi net olangt..

    So langsam sollte Herr Adam und sein Mann wieder auf den Boden der bayrischen Tatsachen zurückkehren..

    Es is halt so wie´s is..
    Mir san mir..

    Da ist noch sehr viel Arbeit zu leisten..
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#9 alexander
  • 09.03.2013, 22:53h
  • Antwort auf #3 von KMBonn
  • [Dem Landrat ist hoch anzurechnen, daß er ein Interview zum Thema gegeben hat und sich auf die Position begibt, damit alles gesagt zu haben, was zu sagen ist. Das ist genau das richtige Maß eines in der Öffentlichkeit stehenden Politikers, der auch einen gewissen Anspruch auf Privatleben haben will.]
    du hast absolut recht !
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#10 HugoAnonym
  • 09.03.2013, 23:22h
  • "Wo führt uns diese kranke Welt noch hin?"
    Es ist wahr, die welt ist krank, aber nicht durch uns Homosexuellen sondern die welt ist krank wegen den ewiggestrigen.

    Die Kinder sollten dort aufwachsen, wo es wirkliche Liebe gibt, egal was für eine Richtung, verpartnert oder nicht.
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