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Die britische Königin hat viele schwule Diener und ist Staatsoberhaupt für unzählige Schwule, Lesben und Transgender auf der ganzen Welt. Erwähnt hat sie sie bislang allerdings nie (Bild: NASA)

Die britische Monarchin Elizabeth II. wird am Montag ein unverbindliches Dokument unterzeichnen, das zumindest in der Theorie auch LGBT-Rechte umfasst.

"Queen kämpft für Homo-Rechte: Die Monarchin setzt ein historisches Zeichen gegen Diskriminierung" – so titelte die "Daily Mail" am Wochenende und zahlreiche Medien im In- und Ausland griffen die Berichterstattung auf.

Selbst die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti sprach davon, die Commonwealth-Staaten hätten "betont, von harten Gesetzen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen abzusehen". Doch weder die Charta noch die Queen erwähnen LGBT direkt.

Die Diskriminierung der Anderen


Voreilige Medienberichte vom Wochenende ließen die Königin als Aktivistin erscheinen

So heißt es in der Charta unter dem Punkt "Menschenrechte" lediglich: "Wir lehnen unnachgiebig alle Formen der Diskriminierung ab, egal, ob sie auf Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, Glaube, politischer Überzeugung oder anderen Gründen basieren." An anderen Stellen werden allgemein "Toleranz, Respekt und Verständnis" eingefordert und die Wichtigkeit der Menschenwürde betont.

Medienberichten zufolge hatten sich viele Staaten geweigert, Homo- und Transsexuelle explizit zu erwähnen. Sie sind nun unter "andere Gründe" zusammengefasst. Auch die Queen erwähnte in ihrer Rede zum Commonwealth Day LGBT nicht wörtlich: "Unsere gemeinsamen Werte von Frieden, Demokratie, Entwicklung, Gerechtigkeit und Menschenrechte, wie sie in unserer neuen Charta zu finden sind, bedeuten, dass wir einen besonderen Wert darauf legen, jeden in diesem Ziel einzuschließen, besonders die, die schutzbedürftig sind."

Über 40 Commonwealth-Staaten kriminalisieren Homosexualität


Der Aktivist Peter Tatchell wünscht sich seit Jahren ein Machtwort der Königin

Elizabeth II. wird das Dokument voraussichtlich am Abend unterzeichnen und dazu eine weitere Rede halten – eine Messe zum Commonwealth Day am Nachmittag sagte sie allerdings aus Gesundheitsgründen ab.

Der britische LGBT-Aktivist Peter Tatchell kritisierte in einer Pressemitteilung, die Queen habe noch nie Worte wie "schwul" oder "lesbisch" in den Mund genommen. Auch unterstütze sie Hunderte Wohltätigkeits-Organisationen- und -Veranstaltungen, aber keine einzige aus dem LGBT-Bereich. Sie jetzt zur Aktivistin zu erklären, führe in die falsche Richtung. Tatchell lobte zwar, dass sich das Sekretariat des Commonwealth inzwischen zaghaft gegen Homophobie engagiere, kritisierte aber, dass es in der Praxis machtlos gegen homophobe Regierungen und Gesetze sei.

In mehr als 40 der 54 Commonwealth-Länder wird Homosexualität noch kriminalisiert, zumeist aufgrund einer Gesetzgebung aus der britischen Kolonialzeit. In sechs Ländern können homosexuelle Handlungen mit lebenslanger Haft belegt werden, in Uganda und Nigeria gibt es zudem Initiativen, bestehende Paragrafen zu verschärfen. (nb)



#1 Aus Bad HomburgAnonym
  • 11.03.2013, 13:55h
  • Und da wagt noch jemand zu behaupten, Monarchie sei etwas schrecklich anachronistisches und erzkonservatives. Ich bin mir sicher: sollten wir auch eine konstitutionelle Monarchie sein, lebten wir schon seit langem in einem Staat, wo Schwule gleiche Rechte haben (so wie in Schweden, Spanien, Belgien oder den Niederlanden - alles Monarchien).
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#2 DavidJacobEhemaliges Profil
#3 Thorsten1Profil
  • 11.03.2013, 14:58hBerlin
  • Bevor die Briten die halbe Welt zu ihrem Kolonialreich machten, blühte die Homosexualität in vielen Ländern Afrikas und Asiens. Dann kamen die Engländer mit ihrer viktorianisch-protestantischen Moral und regten sich darüber auf, verboten und verfolgten alles. Die kolonialisierten Völker wollten 150%ige Briten sein und übertrafen bald die Engländer in Sachen Moral. Während sich aber Großbritannien inzwischen öffnete, sind viele Länder des Commonwealth im Denken der Kolonialzeit stecken geblieben.
    Den Satz "...oder anderen Gründen" hätte man sich genau so gut sparen können, denn daraus werden sich keine Rechte für Schwule ableiten lassen, sonst könnten auch Menschen mit roten Haaren daraus Forderungen ableiten. Für Schwule ist diese Charta also das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Heide-LindeAnonym
  • 11.03.2013, 15:25h
  • Wann geht diese alte Frau endlich in den Ruhestand? Sind 60 Jahre Herrschaft noch nicht genug? Muss Prinz Charles erst 80 Jahre werden, um ihre Nachfolge antreten zu können?
    Ich stelle mir gerade vor, wir hätten unseren Bundespräsidenten Wulf noch 58 Jahre Jahre länger jeden Tag in den Nachrichten ansehen müssen....
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 11.03.2013, 16:01hBremen
  • Na ja, im Prinzip sagt die Charta auch nicht viel mehr als Art. 3 unseres GG. "Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich", und weniger als unser AGG. "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität sind unzulässig..." Von daher bringt es in Bezug auf LGBT Rechte erst mal überhaupt nichts. Von einem "Kampf für Homo-Rechte" der Monarchin kann man da schon gar nicht reden.
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#7 finkAnonym
  • 11.03.2013, 17:55h
  • Antwort auf #1 von Aus Bad Homburg
  • "Und da wagt noch jemand zu behaupten, Monarchie sei etwas schrecklich anachronistisches und erzkonservatives."

    ich wage es: monarchie ist etwas schrecklich anachronistisches und erzkonservatives, denn es ist irrwitzig, das demokratische ideal der gleichheit aller menschen glaubhaft vertreten zu wollen und dann dem staat eine erbherrschaft an die spitze zu stellen.

    ob da nun der eine oder die andere dieser operettenfiguren, deren vorfahren der revolution entwischt sind, mal was sinnvolles tun oder rein charakterlich einigermaßen sympathisch sind, ändert daran überhaupt nichts.

    du hast meines wissens noch kein überzeugendes argument vorgebracht, weshalb irgendein staat diesen unsinn brauchen sollte.
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#8 seb1983
  • 11.03.2013, 18:37h
  • Antwort auf #3 von Thorsten1
  • Die Bewertung von Homosexualität in afrikanischen, arabischen und asiatischen Staaten ist doch immer sehr von Romantik geprägt.

    Nur kannst du das nicht mit dem heutigen "westlichen" Konzept von Homosexualität vergleichen bei der du (im Bestfall) offen mit deinem Ehemann Hand in Hand durch die Straßen läufst, ihr zusammen wohnt, evtl. Kinder dazu etc... und das offen zeigst.

    Damals war es war eher ein Privileg das sich Männer herausgenommen haben, eine allgemeine Bisexualität.
    Wer seine 3 Stammhalter gezeugt hat und die bei seiner Frau daheim abgeladen hat durfte im Hamam auch die Sau rauslassen oder bei den Spartanern im Militärdienst rumnudeln.
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#9 Aus Bad HomburgAnonym
  • 11.03.2013, 18:54h
  • Antwort auf #7 von fink
  • Vielleicht: da Monarchie die konservativen Kreise perfekt beruhigt ? Sonst suchen sie alle nach Ersatz oder verfallen einer anderen starken konservativen Institution, also der Kirche.
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#10 finkAnonym