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  • 11.03.2013           16      Teilen:   |

Dank Brüsten: "Bild" kämpft gegen "Schwulenhass"



Erinnert sich noch jemand an die Diskussion um den Christina Street Day in München, der zu mehr lesbischer Sichtbarkeit führen sollte? Nun, Mädels: Vergesst es. Die "Bild" schafft es sogar, einen Protest, an dem nur Frauen beteiligt waren, als Kampf gegen "Schwulenhass" zu verkaufen.

In der heutigen "Bild"-Druckausgabe berichtet das Boulevardblatt in einem natürlich rosa Kasten, am Samstag hätten in Rio de Janeiro drei Femen-Demonstrantinnen vor der Candelaria-Kirche "mit nackten Brüsten" gegen "Schwulenhass in der brasilianischen Gesellschaft" demonstriert – mit "Charme und Frauenpower".

Grund dafür gibt es: Die Grupo Gay da Bahia hatte am Wochenende bekannt gegeben, dass allein im letzten Jahr 338 Schwule, Lesben (!) und Transsexuelle (!!) in dem Land aufgrund von Homophobie ermordet wurden – das ist ein Mord alle 26 Stunden. Davon und von anderen Formen des "Schwulen"-Hasses liest man in "Bild" freilich nichts, stattdessen erfährt man, wo der letzte Femen-Protest stattgefunden hat (an der Copacabana gegen Sextourismus).

Die "Bild"-Redaktion schaffte es zudem, ein Foto auszuwählen, auf dem von den Slogans nach all dem Planschen im Brunnen nichts mehr zu lesen und dafür die Brüste besser zu erkennen waren. Zum Vergleich ein Ausschnitt aus der Galerie der "Berliner Zeitung":



Und vom Facebook-Profil von "Femen Brazil":



"Frau, schwarz, lesbisch und stolz", "No more fake human rights"? Schnell erfährt man, dass es nur am Rande um "Schwulenhass" ging. Vielmehr protestierten die Frauen konkret gegen die Ernennung des evangelikalen Pastors Marco Feliciano zum Chef der Menschenrechtskomission des Landes. Der habe sich durch "Sexismus, Homophobie, Rassismus, und Intoleranz" hervorgetan und sei daher für den Posten völlig ungeeignet, kritisieren die Frauen.

Das alles erfährt man nach ein wenig Googlen und könnte Anlass für einige Berichte sein. Doch "Bild" geht es, von wegen Kampf gegen Sexismus, letztlich nur um die nackten Brüste – sogar ein Protest im Vatikan wie vor einigen Wochen wird da plötzlich für das vermeintlich überfromme "Wir-sind-Papst"-Blatt interessant.

Das ist nicht ganz neu: Auch CSDs müssen in der Regel ja nur als Grund für eine "schrille" Bebilderung herhalten. Never mind the politics, die es bei den CSDs tatsächlich auch gibt. Die Blattlinie, im Zweifel gegen die Gleichstellung zu kämpfen, hebt das nicht aus.

Trotzdem: Wenn drei nackte Frauen in Brasilien mehr redaktionelles Gewicht erhalten als so manche Demo für LGBT-Rechte hier in Deutschland, muss man schon fragen, ob man von Femen nicht lernen kann. Ob man damit den Kampf gegen Homophobie – und Sexismus – wirklich gewinnen kann, sei allerdings dahingestellt. (nb)

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Tags: bild, femen, brasilien, homophobie, journalismus
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Reaktionen zu "Dank Brüsten: "Bild" kämpft gegen "Schwulenhass""


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.03.2013
18:46:59
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Nick


Ich bezweifel das durch so etwas "gelernt" wird.
Im Endeffekt achten die meisten leser der Bild und co gar nicht mehr darauf wofür oder gegen was demonstriert wird, Hauptsache die Kamera hat die halbnackten Frauen im Fokus.
Daher dient es auch nicht unserem Anliegen gegen Homophobie.

Mit nackten Brüsten für Schwulenrechte ohne die Lesben zu erwähnen.,.welch schlechte Ironie...
Die Lesben werden nicht erwähnt und Männerkörper werden medial unsichtbar gemacht.

Man merkt, Heterosexismus und Homophobie sind zwei Seiten einer Medaille


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#2
11.03.2013
19:28:32


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Nach schwammigen Formulierungen in Sachen Homophobie, teils sogar wohlwollenden Pro-Homo-Kommentaren, einer Kolumnistinnen wie Alice Schwarzer und vor allem nach der Einführung einer Frauenquote innerhalb der BILD-Redaktion gilt es das Profil als Tittenblatt und damit den Markenkern mit allen Mitteln zu verteidigen. Weiter so...


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#3
11.03.2013
19:33:43


(+3, 7 Votes)

Von Schwammig
Antwort zu Kommentar #2 von reiserobby


Schwarzer nackt?


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#4
11.03.2013
19:42:52


(+4, 6 Votes)

Von Liz Mohn
Antwort zu Kommentar #3 von Schwammig


"Shades of Grey": Softporno rettet Bertelsmann-Bilanz


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#5
11.03.2013
20:25:41


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #3 von Schwammig


Nein, das ist doch der Skandal, die durfte Meinung kundtun, die Zeiten als (reife) Frauen (Uschi Glas) sich noch ganz normal nackt ausgezogen haben, um in die Bild zu kommen, sind ebenfalls längst vorbei.


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#6
11.03.2013
20:30:23


(+2, 4 Votes)

Von Luca


Wie scheinheilig die Springer-Presse ist...


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#7
11.03.2013
20:51:31
Via Handy


(-8, 8 Votes)

Von Darth Vader


w i e b i t t e ? !
in seinem professoralen übereifer bringt es dieser kerl fertig sich in endlosen abhandlungen über die political incorrectness einer bild-zeitung zu ergehen indem er den mord an 338 schwulen und lesben mit dem lapidaren hinweis 'grund dafür gibt es' zur ausstaffierung seiner abrechnung degradiert als ginge es um 338 abgebrochene fingernägel
gehts noch?
obwohl diese zahlen ohnehin weit jenseits jeglichen vorstellungsvermögens liegen wird so getan als ginge es dabei um irgendwelche schaufensterpuppen
diese unglücklichen verbrechensopfer sind menschen die wirklich gelebt haben

HERR BLECH ICH KLAGE SIE AN DAS ANDENKEN AN 338 SCHWULEN UND LESBEN BESCHÄDIGT ZU HABEN UND FORDERE SIE AUF SICH BEI DEN ANGEHÖRIGEN ZU ENTSCHULDIGEN


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#8
11.03.2013
21:11:28


(0, 4 Votes)

Von bleib mir wech
Antwort zu Kommentar #4 von Liz Mohn


wetten dass, in dem buch alles nach der norm geht und bei den sm spielen der mann der fesselnde ist und die frau die gefesselte?
die zweigeschlechtliche liebe muss fürchterlich langweilig sein, wenn bei denen alles nach der biologie geht und der körperlich schwächere partner ( meist die frau) automatisch der zu sein scheint der den gefesselten partner spielt
ich finde es als spiel ja gerade spannend wenn der sonst körperlich stärkere beim sex mal der gefesselte, unterlegene ist. aber die heteros haben eh kaum sinn für variationen im sexleben. kein wunder das deren sexbeziehungen schnell langweilig werden
sonst würden die nicht heimlich in den puff/ zur domina gehen und die ehefrau heimlich mit dem sexy gärtner oder nachbar rummachen.


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#9
11.03.2013
21:47:13


(-2, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


BILD lesen - dabei gewesen!


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#10
11.03.2013
23:17:50


(+2, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Luca


Die Scheinheiligkeit versucht sich gerade zu überbieten..

Heute Morgen, 5 Uhr, Familie im Brennpunkt :
Vater, Selbständig, 44, entdeckt seine Homosexulaität, zieht zum Freund..
Tenor der Sendung :
Vorurteile pur, die Kinder "leiden" unter DER TRENNUNG der Eltern, Mutter will alleiniges Sorgerecht, weil das ja alles "so pervers" ist..

Heute Mittag, Richter Hold :
Zeuge in einem Mordprozess ist schwul..
Die Frage warum er mit einer Frau zusammenlebt wird beantwortet :
Das ein Schlachtermeister schwul ist, nimmt einen doch keiner ab, schon gar nicht die Kunden..

Vorurteile PUR rund um die UHR..

Und SAT ist da ja nicht die Ausnahme in diesen Tagen..

Allüberall werden Wiederholungen aus dem Fundus der "Reality" Soaps herausgekramt in denen LGBT´s negativ wegkommen..

Gipfel des ganzen Heute Morgen im Frühstücksfernsehen die "Behauptung" in der Anmoderation :
"Das gab´s noch nie, eine Sendung hat von selbst den Sender gewechselt"..

Die 18 Uhr Family-Reality-Pseudo-Doku-Soap um eine Patschwork-Familie mit schwulen Mitgliedern hat sich angeblich autonom für einen Weggang zum Spartensender Sixx entschieden..

Ja, nee, is klar..


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