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Debatte um Gesetze gegen "Homo-Propaganda" zeigen Auswirkungen

Dima Bilan gegen "Propaganda" von Homosexuellen


Nicht für Homos gedacht: Dima Bilan in einer von vielen Halbnackt-Posen

Ausgerechnet der russische Eurovision-Star befürwortet die Maulkorbgesetze der Regierung. Eine schockierende neue Umfrage zeigt: Er steht damit nicht allein.

Der russische Pop-Sänger Dima Bilan, der 2008 den Eurovision Song Contest in Belgrad gewonnen hat, steht in der Frage von Homosexuellenrechten fest auf Seiten der Regierung. In einem Interview sagte der 31-Jährige, er sei für ein landesweites Gesetz, das "Propaganda" für Homosexualität unter Strafe stellen soll.

"Ich denke, es ist falsch, für solche Dinge zu werben", so Bilan. Zugleich solle man Propaganda aber nicht mit künstlerischen Auftritten verwechseln. Im Interview mit der Zeitung "Novye Izvestia" dachte er dabei wohl auch an eigene Auftritte: "Ich bin gerade im Kopf meine Videos durchgegangen und kann sagen: Da war keine Propaganda. Ich trete immer nur für das Gute ein."

Bilan betonte, dass es falsch sei, wenn "ausländische Künstler sich von der Bühne an unsere Minderheiten wenden". Damit spielte er auf Madonna und Lady Gaga an, die sich bei Konzerten in Russland gegen die Gesetze gegen Homo-Propaganda richteten. "Unsere Künstler kommen bei Konzerten im Westen ohne Predigten aus."

Bilan hatte den Grand Prix nach Moskau geholt, wo der russische Staatssender 2009 die damals teuerste Show in der Eurovision-Geschichte veranstaltete. Die Inszenierung als moderne Gesellschaft ging freilich daneben: Ein "CSD" am gleichen Tag war vorab verboten worden, Aktivisten wurden vor laufender Kamera verhaftet und über Nacht inhaftiert.

Youtube | Keine Werbung für Homosexualität: Dima Bilan beim Grand Prix 2008

87 Prozent der Bevölkerung gegen Homo-Demos

Bilan steht mit seiner Ablehnung von "Homosexuellen-Propaganda" einer neuen Umfrage zufolge nicht allein: 67 Prozent der Bevölkerung befürworten ein entsprechendes Verbot, wie es inzwischen in einigen Regionen in Kraft ist und in Kürze auch landesweit verabschiedet werden soll – ein Gesetzentwurf fand im Januar in erster Lesung in der Staatsduma bereits eine große Mehrheit (queer.de berichtete).

Nach der Umfrage der Meinungsforscher vom Lewada-Zentrum sind 85 Prozent der Bevölkerung gegen die Einführung einer Homo-Ehe und 87 Prozent gegen "CSD"s und Homosexuellen-Demos – die Zustimmung zu den Protesten fiel innerhalb von drei Jahren von 14 auf fünf Prozent.

27 Prozent der Russen glauben, Homosexuelle bräuchten psychologische Hilfe. 22 Prozent würden sie gar zwangsbehandeln lassen, 16 Prozent würden sie von der Bevölkerung isolieren und fünf Prozent wären sogar für eine "Liquidierung". Lediglich 23 Prozent sprechen sich dafür aus, Schwule und Lesben in Ruhe zu lassen.

Von den über 1.600 Befragten gaben nur sechs Prozent an, sie würden Homosexuelle in ihrem Freundes- oder Familienkreis kennen. Das macht die "Propaganda" um so wichtiger. Vor wenigen Wochen hatte das Magazin "Afisha" in einem Massen-Coming-out 30 Schwule und Lesben vorgestellt, um die Einstellung in der Bevölkerung zu verbessern (queer.de berichtete).

Homophobe Sprechgesänge bei Fußballspiel


Alexander Kokorin nahm die Anfeindungen erneut gelassen

Die Homophobie in der russischen Bevölkerung hat sich am Samstag auch bei einem Fußballspiel zwischen den Moskauer Teams Lokomotive und Dynamo gezeigt: Von den Rängen gab es andauernde Sprechgesänge gegen den "schwulen" Dynamo-Spieler Alexander Kokorin.

Hintergrund waren die aufgrund von gemeinsamen Urlaubsfotos zum Jahreswechsel aufgekommenen Gerüchte, Kokorin und der Spieler Pavel Mamaev vom ZSKA Moskau seien ein Paar (queer.de berichtete). Erst Wochen später hatten die Fußballprofis die Gerüchte dementiert (queer.de berichtete).

"Lasst sie singen, was sie wollen", sagte Kokorin nach dem Spiel. "Warum sollte ich mich aufregen? Ich habe auf dem Platz durch mein Spiel alles gesagt, was nötig ist." Der russische Fußballverband hat auf den Vorfall bislang nicht reagiert. (nb)



#1 Thorsten1Profil
  • 12.03.2013, 14:19hBerlin
  • Die russischen Schwulen müssen sich zunächst einmal selbst emanzipieren. Es wäre absolut kontraproduktiv, wenn Schwulenaktivisten aus Berlin in Lederchaps und Pumps anreisen würden, um "den Russen mal zu zeigen, was Emanzipation bedeutet".
    Die russischen Schwulen müssen selbst entscheiden, mit welchen Methoden sie sich emanzipieren wollen.
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#2 PatrickAnonym
#3 ZkgftujAnonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.03.2013, 14:29h
  • Für solche Aussagen sollte man Dima Bilan den Sieg beim ESC 2008 aberkennen! Es würde mich jedoch nicht wundern, wenn dieser Knallkopp selbst einer der vielen russischen Schrankschwestern wäre, die mit ihrer Sexualität nicht im Reinen sind!
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#5 TinoAnonym
#6 MarekAnonym
#7 *empterAnonym
#8 Xq28
  • 12.03.2013, 15:02h
  • Antwort auf #4 von FoXXXyness
  • Wieso sollte man das?
    Er hat einen Preis für sein (äußerst mittelmäßiges) Gesinge bekommen, keinen Preis für seine Verdienste um des Menschen Wohlsein.
    [Beim Gaddafi-Preis für Menschenrechte hätte ich selbstredend ebenfalls meine Wutbürgerfaust erhoben und hätte aus vollem Halse dem Chorus der Protestler zugestimmt.]
    Natürlich ist das Statement als solches verurteilenswert, allerdings halte ich nichts von solchen Brandschatzreden wie du sie hier anstimmst.
    Außerdem verstehe ich auch nicht was das "ausgerechnet" im Titel soll? Als wäre es verwunderlich, dass nicht alle Teilnehmer bei dieser geradezu lächerlich anti-europäischen Veranstaltung absolute Menschenfreunde sind. Spätestens seit dem Sieg von Weißrussland muss man sich doch an den Kopf fassen und denken: "Wie viel von den europäischen Gemeindaschaftsidealen und "Ein bisschen Frieden" steckt da wirklich noch drin?"
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#9 *undes*igaAnonym
#10 lifestyleAnonym