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Deutscher Kinostart "Paulista"

Wie lange dauert die Liebe?


Nur eines von vielen Geheimnissen im Film: Scheidungsanwältin Suzana verheimlicht ihre männliche Vergangenheit (Bild: Bildkraft)

Ob hetero, lesbisch oder trans – im brasilianischen Spielfilm "Paulista" vereint drei Hochhaus-Nachbarn aus São Paulo die Sehnsucht nach Liebe.

Von Peter Fuchs

Der Beginn ist lustig. Vorhang auf in einem Kindertheater in der brasilianischen Provinz: Der böse Wolf, natürlich als Drag im Oma-Look, droht das Rotkäppchen zu verschlingen. Eine laut kreischende Kinderschar will das verhindern. Das Märchen geht dann doch gut aus, die Kids hüpfen fröhlich nach Hause. Aus dem Kostüm der Großmutter schält sich ein ansehnlicher Wolf, der sich aber traurig von der Schauspielerin des Rotkäppchens verabschiedet. Marina (Silvia Lourenço) zieht nach São Paulo, bewirbt sich dort für eine Rolle in einem Stück von Tschechow und will in der Mega-Metropole Karriere machen.

Sie wohnt dort in einem Appartement-Hochhaus an der Avenida Paulista zur Untermiete bei der attraktiven, aber zugeknöpften Anwältin Suzana (Maria Clara Spinelli). Ein paar Stockwerke höher lebt der Dichter Jay (Fábio Herford), der nach dem Sinn des Lebens sucht, sein eigenes Buch im Laden kauft, um von der Buchhändlerin erkannt zu werden und sich vor Sehnsucht nach einer Prostituierten verzehrt. Diese Liebe findet nur Widerhall, wenn Geld im Spiel ist.

Suzanes Geliebter ahnt nicht, dass sie als Mann geboren wurde


Liebe in der Großstadt: "Paulista" startet am 14. März in ausgewählten Programmkinos

Suzana wiederum hat sich in einen Anwaltskollegen verliebt, der diese Gefühle auch erwidert, aber nicht ahnt, dass Suzana als Mann geboren wurde. Und Marina überrascht sich selbst, als sie sich in eine Affäre mit der coolen Sängerin Justine (Danni Carlos) stürzt. Die hat jedoch mehr als ein Geheimnis vor Marina.

Die drei Paar-Konstellationen führen episodisch durch den Film, der im Original den treffenderen Titel "Quanto dura o Amor" (Wie lange dauert die Liebe) trägt. Geplant scheint eine melancholische Sicht auf nach Liebe suchende Menschen in der Metropole gewesen zu sein. Heraus kam leider: Langeweile.

Die Lesbenaffäre setzt ganz auf den faden Kontrast zwischen Landei und Großstadt-Hippness. Jays unglückliche Liebe bleibt eine Petitesse und Suzanas Lovestory endet mit der Handlung dort, wo sie eigentlich spannend beginnen könnte. Das hohe Level des charmanten und witzigen Prologs im Kindertheater erreicht der Hauptteil des Films nicht mehr. Allein die transsexuelle Schauspielerin Maria Clara Spinelli versteht zu berühren.

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
Infos zum Film

Paulista – Geschichten aus São Paulo. Spielfilm. Brasilien 2009. Regie: Roberto Moreira. Darsteller: Silvia Lourenço, Danni Carlos, Paulo Vilhena, Maria Clara Spinelli, Gustavo Machado. Laufzeit: 82 Minuten. Portugiesische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: Bildkraft. Kinostart: 14. März 2013
Galerie:
Paulista
10 Bilder


#1 Leo GAnonym
  • 13.03.2013, 20:57h
  • Wie lange die Liebe dauert? Unterschiedlich. Mal bis zu 10 Minuten, mal ne halbe oder 3/4 Stunde, hin und wieder auch mal bis zu 60 Minuten.
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#2 Kim SchicklangAnonym
  • 15.03.2013, 10:08h
  • "Suzana als Mann geboren wurde". Ein Meter und 70? Spannend. Scherz beiseite. Es nervt trotzdem immer und immer wieder so einen Unsinn lesen zu müssen. Auch ein homosexueller Mensch wird nicht hetero geboren. Wenn Filmemacher so ein transphobes Klischee verbreiten, dann ist das auch nicht anders, wie die Hetereofilme mit Schwulengarnierung, in denen immer die Kostümbildner- oder Friseusenschwuppe mit rosa Brille durch die Gegend watscheln durfte.

    Der einzige Unterschied besteht darin, dass Transphobie eine Ecke mehr um die Ecke abläuft. Zu behaupten, eine transsexuelle Frau sei "als Mann geboren" gehört da dazu. Eigentlich sollte man queer.de, die diese Transphobie einfach mal so mittragen, die Gurke des Jahres verleihen. Denn so ganz verstanden habt irh es wohl nicht...
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#3 HansAnonym
  • 15.03.2013, 12:28h
  • Antwort auf #2 von Kim Schicklang
  • Du hast ein falsches Verständnis. Niemand wird als hetero- homo- oder transsexuell geboren. Die sexuelle Identität entwickelt sich in den ersten Lebensjahren.
    Verabschiede dich mal vom biologistischen Mumpitz bzw. jeder, der ein wenig introspektiv ist, weiß sowas. "born that way" war nur eine Notlösung, damit man der Diskriminierung entgegenwirkt. Selbst das hat nicht geholfen. Schwul ist das beliebteste Schimpfwort weltweit.
    Oder bist du Sarrazinianer?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Born This wayAnonym
  • 15.03.2013, 12:57h
  • Antwort auf #3 von Hans

  • Einspruch! Ich war mit Sicherheit schon immer schwul, mein Lieber.

    Wenn du behauptest, die sexuelle Identität entwickele sich in den ersten Lebensjahren, werden viele Eltern wieder glauben, sie hätten da was falsch gemacht. Das haben sie aber nicht.

    Jeden Tag werden schwule, bisexuelle und heterosexuelle Babys geboren. Sowas bekommt man eben mit. Daran kann man zum Glück nichts ändern und könnte man es, dürfte man es nicht!
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#6 GerhardAnonym