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Verpartnerte Paare haben eine niedrigere Sterblichkeitsrate als Singles (Bild: laura dye / flickr / by 2.0)

Hängt der Gang zum Standesamt mit einem längeren Leben zusammen? Dänische Forscher behaupten in einer Studie, dass vermählte Schwule profitieren, nicht aber lesbische Paare.

Es gibt einen Rückgang der Sterblichkeitsrate unter schwulen Männern, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung von Daten des dänischen Einwohnermeldeamtes, die vom Epidemiologen Morten Frisch und dem Statistiker Jacob Simonsen vom Kopenhagener Statens Serum Institut durchgeführt wurde. Die Forscher haben die Daten von 6,5 Millionen Dänen zwischen 1982 und 2011 untersucht und nach Familienstand und Geschlecht unterschieden. Dabei haben sie die 1989 eingeführten eingetragenen Partnerschaften berücksichtigt. Dänemark war das erste Land der Welt, das die Partnerschaft von gleichgeschlechtlichen Paaren anerkannt hat. 2012 wurde schließlich die Ehe geöffnet.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die niedrigste Sterblichkeitsrate unter heterosexuell verheirateten Paaren besteht. Heterosexuelle Witwer haben dagegen bezogen auf das Jahr 2011 eine 1,4 Mal höhere Sterberate, bei Geschiedenen lag der Faktor sogar bei 1,7.

Bei verpartnerten Schwulen ist das die Sterblichkeitsrate seit der Einführung von Lebenspartnerschaften kontinuiertlich gesunken. 2011 wurde Faktor 1,4 erreicht – die Sterblichkeit liegt damit unter der von heterosexuellen Singles oder Geschiedenen.

Paradoxes Ergebnis für weibliche Paare

Unter Lesben konnten die Forscher aber keinen derartigen Effekt feststellen: "Seit dem Jahr 2000 ist die Sterblichkeitsrate unter verpartnerten Lesben aus Dänemark fast 90 Prozent höher als unter verschiedengeschlechtlich liebenden Frauen", erklärte Epidemiologe Frisch. In den letzten Jahren habe die Rate sogar leicht zugenommen.

Die Forscher führen das Ergebnis auf verschiedene Faktoren zurück: So würden sich Lesben wegen gesellschaftlicher Ausgrenzung mit sechs Mal höherer Wahrscheinlichkeit das Leben nehmen als heterosexuelle Frauen. Außerdem gebe es einen um 60 Prozent erhöhte Krebsgefahr, die bislang nicht erklärt werden konnte.

Unter Schwulen habe in den 1990er Jahren die antiretroviralen Therapien einen sehr positiven Einfluss gehabt, da in dieser Gruppe HIV verbreiteter war. Insbesondere die staatliche Anerkennung der Beziehung hätte Schwulen aber mehr in die Mitte der Gesellschaft gebracht und viele Risikofaktoren ausgeschaltet, so die Wissenschaftler.

Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "International Journal of Epidemiology" veröffentlicht. (dk)

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#1 AGENDA 2020Anonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 EnyyoAnonym
  • 13.03.2013, 18:11h
  • ABBA wussten das schon vor gut 30 Jahren: "Lovers live a little bit longer" heißt der Song dazu...
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#4 daVinci6667
  • 13.03.2013, 18:37h

  • Dass die Statistiken stimmen und schlüssig sind, daran zweifle ich nicht.

    Es ist logisch, dass jemand der weiss, dass er geliebt wird und sein Partner immer da sein wird was auch geschehen mag, länger lebt und im Krankheitsfall schneller wieder gesund wird. Ich denke das kann auch "nur" der feste Partner sein, nicht unbedingt der Ehepartner. Das dies bei Lesben anders sein soll ist jedoch rätselhaft.

    Leider hat die Medaille zwei Seiten. Einer stirbt nun mal früher als der andere. Ich habe bei Mensch und Tier mehrmals erlebt, dass der Überlebende Partner dann plötzlich schwer depressiv oder körperlich krank wird.

    Nur 2 Monate nach dem plötzlichen Herzinfarkt ihres Mannes erkannte z.B. eine ehemalige Arbeitskollegin an Krebs, ein paar Monate später weilte sie bereits nicht mehr unter uns. Sie war sonst immer kerngesund gewesen. Meiner Schwester erging es leider ähnlich. Ich könnte noch mehr aufzählen.

    Wellensittiche verhungern manchmal elendiglich weil sie aus lauter Trauer das fressen verweigern...
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#5 marc33ffm
  • 13.03.2013, 20:07h
  • Eine schöne Nachricht. Ein Grund mehr sich festbzu binden.

    Ich hoffe, das ich mit meinem Schatz, noch ganz, ganz viel Zeit haben werde.
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#6 seb1983
  • 13.03.2013, 23:09h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Sowas lernt man auch in der Bevölkerungsgeographie. Das bezog sich zwar auf Heteros, aber lässt sich grade auf Schwule übertragen.

    Männer leben ja grundsätzlich gefährlicher und ungesünder als Frauen. Egal ob am Steuer, beim Alkohol, rauchen oder Extremsport lassen sich Männer eher gehen. Samstag abends saufen und dann Sonntag morgens im strömenden Regen auf dem Fußballplatz, Männersache.
    Daher die im Schnitt weltweit deutlich geringere Lebenserwartung von Männern gegenüber Frauen. Genetische Ursachen sind höchstwahrscheinlich weniger bedeutend.

    Pakt man einen Mann nun in eine Ehe wird er ruhiger da Frauchen ja meist braver ist oder zumindest mal jemand zweites mitdenkt (wir machen heute mal DVD abend.... muss noch ein Bier wirklich sein... ich will nicht dass du Fallschirmspringen gehst...)
    Kommen dann noch Kinder dazu trägt man plötzlich Verantwortung für 3. Die Schwerpunkte im Leben verschieben sich. Eine Beziehung stabilisiert.

    Zumindest im statistischen Mittel steigt damit die Lebenserwartung um einige Jahre an. Das scheint für Schwule also auch zu gelten.
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