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  • 15.03.2013           9      Teilen:   |

Besuch in St. Petersburg

Russland: Stephen Fry warnt vor homofeindlichen Gesetzen

Artikelbild
Stephen Fry engagiert sich auch in Russland für Homo-Rechte

In St. Petersburg warnte Stephen Fry davor, dass homofeindliche Gesetze junge Schwule und Lesben in den Selbstmord treiben würden.

Der britische Schauspieler Stephen Fry hat am Donnerstag St. Petersburg für eine Dokumentation über Homo-Rechte in aller Welt ("Out There: About Being Gay Globally") besucht. Dabei hat er sowohl LGBT-Aktivisten als auch den Autoren des "Homo-Propaganda"-Gesetzes getroffen, das im vergangenen Jahr beschlossen worden war (queer.de berichtete).

"Ich weigere mich, zu verstehen, wie es in einer solch wunderbaren europäischen Stadt (…) ein derart unzivilisiertes, mittelalterliches Gesetz geben kann", empörte sich Fry nach Angaben der Nachrichtenagentur Ria Novosti. "Wie konnte man das annehmen in dem Land, wo Tschaikowski lebte, wo man besser als sonstwo die Musik von Wagner aufführt und versteht, wo die Menschen den Faschismus nicht nur überleben, sondern sogar besiegen konnten." Das Gesetz führe zu einem Anstieg der Selbstmordrate unter lesbischen, schwulen und transsexuellen Jugendlichen, beklagte der 55-jährige offen schwule Schauspieler.

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Treffen mit Milonow

Vitali Milonow (links) veröffentlichte dieses Foto vom Treffen mit Fry auf seiner Website
Vitali Milonow (links) veröffentlichte dieses Foto vom Treffen mit Fry auf seiner Website

Fry traf den Stadtrat Vitali Milonow, der das Propaganda-Gesetz im vergangenen Jahr durch das Parlament boxte. Milonow war von Fry nicht beeindruckt: "Vielleicht ist er ein guter Schauspieler, ich weiß das nicht. Aber die Propaganda von Homosexualität ist hier nicht zulässig. Das ist unser Land und unsere Gesetze, es gibt keinen Grund für ihn, diese zu diskutieren". Dann setzte er zu einer Tirade gegen Großbritannien an: "In England, wo Homosexuelle willkommen sind, wächst die Bevölkerung seit langem nur mehr durch Migration, nicht durch Demographie".

Unterdessen bereiten sich russische LGBT-Aktivisten auf neue Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht vor. In Moskau haben die CSD-Organisatoren bekannt gegeben, dass der diesjährige Gay Pride am 25. Mai stattfinden wird. Hier kam es in den letzten Jahren zu Festnahmen, weil die Behörden die Veranstaltung stets verboten hatten, sowie zu Gewalt durch Gegendemonstranten. (dk)

Mehr zum Thema:
» Stephen Fry: "Bin zu 90 Prozent schwul" (21.09.10)
» Stephen Fry will keinen Hetero spielen (09.01.08)
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Tags: st. petersburg, russland, stephen fry
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Reaktionen zu "Russland: Stephen Fry warnt vor homofeindlichen Gesetzen"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
15.03.2013
16:26:32


(+7, 7 Votes)

Von Luca


Toll, dass Stephen Fry sich auch in solchen Diktaturen nicht den Mund verbieten lässt.

Viel bringen wird es zwar nicht, aber immerhin hat er nicht geschwiegen und weggesehen wie so viele andere...


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#2
15.03.2013
16:59:04


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Chapeau, Stephen Fry!


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#3
15.03.2013
17:55:58


(+4, 6 Votes)

Von Robin


Damit hat Stephen Fry, der eigentlich gar nicht dafür zuständig wäre, mehr Anstand und Rückgrat gezeigt als unser FDP-Außenminister Guido Westerwelle, dessen Aufgabe es eigentlich wäre, da aktiv zu werden.


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#4
15.03.2013
19:23:30


(+5, 5 Votes)

Von Bono


Und da über Selbstmorde nicht in den Medien berichtet wird (Werther-Effekt), wird niemand steigende Selbstmordraten wahrnehmen. Folglich werden die entsprechenden Gesetze auch niemals abgeschafft.


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#5
15.03.2013
22:06:15


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User paren57


"Das Gesetz führe zu einem Anstieg der Selbstmordrate unter lesbischen, schwulen und transsexuellen Jugendlichen, beklagte der 55-jährige offen schwule Schauspieler."

Sorry, man muss es so offen sagen: Für diejenigen, bei denen Mr. Fry da zu intervenieren versucht, ist just das kein Verlust, sondern eher eine feine saubere Lösung des Problems.


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#6
16.03.2013
09:48:29


(+2, 4 Votes)

Von Spaßkanzler
Antwort zu Kommentar #3 von Robin


Westerwelle macht doch eh nichts mehr und hält sich komplett aus allem raus um nicht in noch mehr Fettnäpfchen zu treten...

Guido Westerwelle sitzt nur noch seine persönliche Restlaufzeit ab, um noch möglichst lange Rentenansprüche zu sammeln und dann ist der weg in seiner Millionenvilla auf Mallorca.

So ist das in der FDP: da zählt nur der persönliche Vorteil.


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#7
16.03.2013
13:37:09


(+4, 4 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


all meinen respekt vor stehen fry !!!
wie hat denn unserer ex-kanzler schröder das gesetz gegen die "homo-propaganda" in rußland kommentiert. weiß das jemand???
oder versucht schröder lieber die demokraten rußlands unter den tisch zu trinken, um sie von den anti-homo-gesetzen abzubringen?


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#8
18.03.2013
10:02:45


(+3, 3 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Ein großes Dankeschön an Stephen Fry.

Künstler beweisen in solchen Situationen viel Menschlichkeit und Mut, der den führenden Politikern oft fehlt.

Die homophoben Gesetze in Russland sind unerträglich.


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#9
18.03.2013
20:19:42


(+1, 3 Votes)

Von Fiete_Jansen
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von kuesschen11


DKP queer Kontra Homophobie in der KPRF

Am 25. Januar hat die russische Duma in erster Lesung einem umstrittenen Gesetz gegen so genannte Homo-Propaganda zugestimmt. Die endgültige Beschlussfassung soll noch in der laufenden Sitzungsperiode bis zum 14. Juni 2013 erfolgen.

Dem Gesetz stimmten 388 der 450 Abgeordneten zu, einer enthielt sich und einer stimmte dagegen. 52 anwesende Deputierte verweigerten die Teilnahme an der Abstimmung. Diese dürften vor allem der Rechtspopulistischen Liberaldemokratischen Partei Russlands von Wladimir Schirinowski angehören. Dieser hatte bereits im Voraus die Nichtbeteiligung angekündigt. Daraus ist zu schließen, dass die Abgeordneten der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, deren Fraktion 92 Abgeordnete angehören, bei der Abstimmung zugestimmt haben.

Die KPRF Zeitung Sowjetskaja Rossija stellte unterdessen die unhaltbare Behauptung auf, dass sexuelle Minderheiten das Milieu bilden, in dem Pädophile und sexuelle Triebtäter herangezogen werden. Nicht nur in der BRD, sondern weltweit zeigt die Wirklichkeit dagegen auf, dass es vielmehr das Zölibat und andere krude kirchliche Dogmen sind, die ein Milieu prägen, in dem nicht Wenige zu Triebtätern werden.

Durch Gott und die Natur sind Männer und Frauen vorbestimmt. Die Sodomiten handeln den von Gott aufgestellten Regeln zuwider. So ist es nicht verwunderlich dass die russische Orthodoxe Kirche sexuelle Minderheiten zu den Satanisten zählt. Und eben diese russisch-orthodoxe Kirche hat seit Jahren wieder erheblichen Einfluss, sogar in die Kommunistische Partei hinein.

(...)

Was würde die Genossin Volkskommissarin Aleksandra Michailowna Kollontai zur KPRF und ihrer homophoben Politik sagen? Durch die Initiative der Kollontai wurde direkt nach der großen sozialistischen Oktoberrevolution das Eherecht gelockert und der Mutterschutz verbessert, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und die legalisierung der Homosexualität in Sowjetrussland durchgesetzt. Leider wurden die herausragenden Leistungen der Kollontai 1934 wieder gekippt.

Es ist für uns ein unerträglicher Zustand, wie sich eine Kommunistische Partei gegenüber queer lebenden und liebenden Menschen verhält! Für uns ist Homophobie dem Rassismus und Sexismus wesensgleich und wird von uns bekämpft.

(...)

Zurück zu den Positionen der Kollontai!

(...)

Auszug aus dem Leitartikel in der red&queer Nummer 26 Schwerpunkt "Kommunistische queer Politik"


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