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Zu Besuch bei Momo und Alice im Wunderland

Märchen und Melancholie: Rosalie und Wanda

  • 16. März 2013, noch kein Kommentar

Hinter dem Künstlernamen "Rosalie und Wanda" verbirgt sich die Münchner Singer-Songwriterin Rosalie Eberle (Bild: Ahoi Records)

Gelungenes Debütalbum "Meister Hora" der Münchner Singer-Songwriterin Rosalie Eberle.

"Oh Meister Hora. Schenk uns Zeit, schenk uns Zeit", singt Rosalie Eberle. Das erste Album "Meister Hora" von "Rosalie und Wanda" handelt vom Gestern, vom Heute und vom Jetzt.

Hinter dem Namen "Rosalie und Wanda" verbirgt sich nicht etwa ein Duo, sondern die Singer-Songwriterin Rosalie Eberle, die momentan zusammen mit Manfred Mildenberger (Schlagzeug und Klavier) und Sascha Biebergeil (Gitarre) musiziert. Ihre Musik hat nichts Dekoratives, sie klingt schön und ist ehrlich und stark zugleich.

"Das Album ist so wie es ist. Es ist wenig konstruiert. Es ist das was ich denke und fühle." Mit einem aufgemotzten Popsternchen hat die Münchnerin, die eigentlich im ländlichen Chiemgau aufgewachsen ist, kaum etwas gemeinsam, im Gegenteil: Wenn Rosalie spricht, dann macht sie längere Pausen, sie schmunzelt, sinniert und wählt ihre Worte mit Bedacht. Wenn sie singt, verzückt und wärmt sie uns, mal ganz zart und dann wieder mit ganzer Kraft.

Zu Besuch bei Momo und Alice im Wunderland


Gefühle pur und unverfälscht: "Meister Hora"

Ihre Songs erzählen Anekdoten über tanzende Apfelbäume, über Wundersames, Verlorenes oder über die Liebe. Im Titel des Albums spiegelt sich der Hang zur surrealistischen Märchenwelt wider. Der weise "Meister Hora" ist der Stundenzähler aus Michael Endes Roman "Momo". Der Song "Cheshire Cat" ist ein Abgesang auf die Grinsekatze, eine Figur aus dem Roman "Alice im Wunderland".

Die Musikstücke auf diesem Erstlingswerk unterstreichen den bisherigen Stil der Songwriterin Rosalie Eberle: Zum einen ist zu hören, dass sie Jazz-Gesang studiert hat und zum anderen, dass sie auch in Kompositionsfragen – für zwei Filme hat sie bereits die Musik geschrieben – weiß, was sie tut. Mit ihren Arrangements aus Gesang, Keyboard, Percussion, Geige und zwei Gitarren geht es bei "Rosalie und Wanda" immer darum, Gefühle pur und unverfälscht zu zeigen. Die vorhandene Komplexität entfaltet sich beim mehrfachen Hören.

Norah Jones, Kurt Weill, Edith Piaf, PJ Harvey – das Album oszilliert zwischen Folk, Country, Chanson und Jazz. Wunderbar zum Träumen, zum Sinnieren, voller Ehrlichkeit und echter Emotion!

Youtube | "Rosalie und Wanda" live: "Lulu" ist der erste Song des Albums