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  • 16.03.2013           60      Teilen:   |

"Sex und die Zitadelle"

Schwul-lesbische Strategien in der arabischen Welt

Artikelbild
Ein schwules Paar mit Kufiya. Shereen El Feki glaubt daran, dass sich die arabischen Gesellschaften ändern und Sex und Homosexualität nicht mehr tabuisiert werden - auch wenn dies wohl Generationen dauern wird

Die britische Journalistin Shereen El Feki hat sich an das Tabuthema Sex im Islam herangewagt und lässt in ihrem Buch "Sex und die Zitadelle" auch Homosexuelle und Transgender zu Wort kommen.

Von Angelo Algieri

"Sex und die Zitadelle" – der Buchtitel erinnert unwillkürlich an die Kult-Serie "Sex and the City". Und das kommt nicht von ungefähr. Denn die ägyptisch-britische Journalistin und Autorin Shereen El Feki hat sich an das Tabu in der arabischen Welt herangewagt: Sex. Ein schwieriges Unterfangen, weil es sehr wenige bis gar keine Statistiken über Sexualverhalten gibt. Daran hat der Arabische Frühling kaum etwas geändert. Und doch ist es El Feki gelungen, von Marokko bis Saudi-Arabien Experten wie Männer und Frauen von nebenan zu verschiedenen Themen des Sex- und Liebeslebens zu befragen.

So traf die Autorin die zwei schwulen Männer Nasim und Munir, die in Kairo leben. Nasim gehört der Oberschicht an, Munir ist einfacher Arbeiter. Das hat Auswirkungen. So wäre Nasim bei einer Festnahme durch die Polizei in kürzester Zeit wieder frei, weil er einflussreiche Personen kennt. Munir hingegen habe bereits mehrere Monate Gefängnis, Folter als auch Vergewaltigung durch Polizisten erlebt, wie er selbst erzählt. Kurios: Homosexualität sei in Ägypten offiziell nicht verboten, erklärt El Feki, angewendet werde der Gummi-Paragraf gegen "gewohnheitsmäßige Ausschweifung". Diesen nutze die Polizei aus – auch um etwa gegen unverheiratete Frauen vorzugehen. Den Beamten gehe es nur um die Ausübung von Macht, konstatiert El Feki.

Diese willkürliche Machtausübung haben Schwule in Kairo mit dem "Queen-Boat"-Vorfall noch böse in Erinnerung. 52 Männer wurden im jahr 2001 festgenommen, widersinnigen Analuntersuchungen unterzogen, medial an den Pranger gestellt und von einem Gericht verurteilt. Darum sind bis heute Schwule aus Kairo sehr vorsichtig. Nasim schaut zu, dass er sich nicht an Orten aufhält, die "zu schwul" seien. Einzig an den Tagen während der Revolution, so schildert Munir stolz, sei es egal gewesen, ob man schwul oder hetero ist. Man war einfach Ägypter. Diese Revolutionserfahrung, Teil des Landes zu sein, taucht als Motiv im ganzen Buch immer wieder auf.

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Die Strategie der "subtilen Infiltration"

Für ihr Buch hat Shereen El Feki fünf Jahre lang Frauen und Männer in arabischen Ländern befragt, was sie über Sex denken und welche Rolle er in ihrem Leben spielt
Für ihr Buch hat Shereen El Feki fünf Jahre lang Frauen und Männer in arabischen Ländern befragt, was sie über Sex denken und welche Rolle er in ihrem Leben spielt

Auch Lesben hat die Journalistin befragt, die allgemein als Frauen in der arabischen Welt schlechter gestellt sind. Darunter etwa Lamia, die von Saudi-Arabien nach Beirut zum Studieren kam. Sie habe geglaubt, im toleranten Beirut einfacher andere Frauen kennenzulernen. Doch niemand spricht sie im Hijab an. Das wäre in Saudi-Arabien einfacher, meint Lamia.

Interessant auch die Begegnung mit der Transfrau Randa. Sie siedelte von Algerien ebenfalls nach Beirut. Da eine Geschlechtsanpassung in Algerien unmöglich sei. Das Geschlecht zu wechseln, ist in der islamischen Welt umstritten. Während viele sunnitische Gelehrte dies verbieten, befürwortet die schiitische Schule anpassende Operationen – selbst im Gottesstaat Iran.

Spannend ist nun, wie Schwule und Lesben die Zukunft bewerten – vor allem nach der Arabellion. Kurzfristig werde sich nichts ändern – darin sind sich alle Interviewpartner überraschenderweise einig. Auch weil viele Homo-Gruppen – zum Leidwesen der westlichen LGBT-Verbände – eine Strategie der "subtilen Infiltration" verfolgen. Das heißt, dass sich Schwule und Lesben für andere gesellschaftliche Probleme oder Menschenrechte engagieren, um auch in diesen Aspekten auf Homo-Belange aufmerksam zu machen. Das Kalkül dabei: Erhöhte Tolerierung, Abbau von Stigmatisierung gegenüber Schwulen und Lesben und vor allem, dass sich vermehrt Heteros für LGBT-Rechte einsetzen. Kleine, mühsame Schritte von "unten".

Der mühsame Weg zur Akzeptanz im Islam

Eine Akzeptanz soll auch im Islam erreicht werden. Aufschlussreich: El Fekis Gespräch mit dem einflussreichen Scheich Ahmad, Imam einer großen Moschee in Damaskus. Er differenziert zwischen homosexueller Handlung, die haram (vom Islam verboten), und homosexueller Orientierung, die dagegen in Ordnung sei. Widersinnig? Aus westlicher Perspektive ganz bestimmt. Doch in der Auslegung von Koran und Hadithe das "Beste, was er unter den gegebenen Umständen tun kann", konstatiert El Feki. Man muss es als kleinen Fortschritt gegenüber anderen Gelehrten festhalten, die Schwule und Lesben gänzlich verurteilen und mit ihnen nicht in Kontakt kommen wollen.

Doch auch mit einfachen Imamen können Vorurteile abgebaut werden: So schilderte Munir einem Geistlichen, welche Folter und Schikane er durchmachen musste. Der Imam war daraufhin schockiert. Denn er ging davon aus, dass Schwule ständig feiern und ficken… Sensibilisierung und Empathie für Homosexuelle, schon dies wären für Munir, Nasim und viele anderen ein großer Erfolg. Doch sollten sich die Muslimbrüder oder andere gemäßigte Islamisten der Region die Regierungsmehrheiten beibehalten, wird das schwieriger…

Staatliche Bordelle in Tunesien und andere Schlupflöcher

Shereen El Feki wuchs als Tochter einer Waliserin und eines Ägypters in Kanada auf, heute lebt sie in London und Kairo. Sie arbeitet u.a. für "Al-Dschasira" und den "Economist"
Shereen El Feki wuchs als Tochter einer Waliserin und eines Ägypters in Kanada auf, heute lebt sie in London und Kairo. Sie arbeitet u.a. für "Al-Dschasira" und den "Economist"

In den weiteren Kapiteln widmet sich El Feki der Ehe, den unverheirateten und geschiedenen Frauen und Männern. Sowie der Prostitution. Hier gibt es unterschiedliche Arten des Umgangs: In Tunesien etwa existieren seit Jahrzehnten staatliche Bordelle, in denen die Sexworkerinnen alle zwei Wochen ärztlich untersucht werden. Eine große Ausnahme in der Region. Fragt sich, wie lange es sie in Tunesien noch geben wird – den gemäßigten Islamisten sind die Bordelle ein Dorn im Auge. El Feki macht außerdem darauf aufmerksam, dass 80 Prozent der 15 bis 17 Jahre alten ägyptischen Mädchen beschnitten seien. Eine Praktik, die in Ägypten verboten und seit Mitte der 1990er auch durch staatliche Werbekampagnen bekämpft wird. Leider ohne großen Erfolg.

In ihrem Buch beschreibt die Journalistin El Feki einerseits eine zutiefst heuchlerische Gesellschaft. Andererseits sensibilisiert sie den Leser, dass die arabische Region unterschiedlich tickt. Sie ist kein hermetischer Block. Denn es werden Schlupflöcher genutzt. Darin liegt El Fekis Hoffnung, dass sich die arabischen Gesellschaften ändern und Sex nicht mehr tabuisiert wird. Auch wenn es wohl Generationen dauern wird. Und sie verweist mantraähnlich in jedem ihrer Kapitel, dass der Islam im goldenen Zeitalter der Abbasiden vom 9. bis 13. Jahrhundert ein viel sinnlicheres und offeneres Verständnis zu Sex hatte. El Feki informiert zudem, dass es im Bagdad am Hofe des Sultans Harun al-Rashid selbst Drag-Queens und -Kings gegeben habe.

Die queere arabischen Welt ist vielfältiger als im Buch beschrieben

Schade, dass El Feki – vor allem im LGBT-Kapitel – niemanden interviewt hat, der der Strategie der Infiltration kritisch gegenüber steht. Oder einen anderen, radikaleren Weg einschlägt. Etwa wie der Schriftsteller Abdellah Taïa, der bereits 2006 ein öffentliches Coming-out – das erste überhaupt – in Marokko hatte und so eine breitangelegte und langjährige Debatte anstieß. Es irritiert, dass die Autorin dieses Ereignis nicht aufnahm. Die "Rezepte" für mehr Homo-Rechte sind selbst in der arabischen Welt vielfältiger als das Buch uns weismachen will!

Zudem muss man kritisch betrachten, dass El Feki zwar lobenderweise auf die Literatur der Abbasiden Bezug nimmt und so eine traditionelle Brücke baut. Allerdings hätte sie ruhig auch auf die Gegenwartsliteratur verweisen können. Etwa der schon angesprochene Autor Taïa, aber auch die ebenfalls aus Marokko stammenden Rachid O. und Saphia Azzeddine oder den Bahrainer und im deutschen Exil lebenden Ali Al-Jallawi. Davon leider keine Spur…

Dennoch: El Feki bietet mit "Sex und die Zitadelle" einen Rundumschlag über das Sexleben von Arabern an. Ein wichtiges und zugleich hoffnungsvolles Kompendium, das einem die widersprüchliche arabische Welt samt Islam näher bringt – zumal gerade der Westen nach 9/11 vergessen hat, differenziert darauf zu schauen. Eine veritable Sex-Vermittlerin zwischen den Welten, bei der das Private stets politisch ist!

  Infos zum Buch
Shereen El Feki: Sex und die Zitadelle. Liebesleben in der sich wandelnden arabischen Welt. Aus dem Englischen von Thorsten Schmidt. Hanser-Berlin, Berlin 2013. 415 Seiten. 24,90 €. ISBN: 978-3-446-24152-5.
Links zum Thema:
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» Homepage zum Buch (auf Englisch)
» Das Buch auf Facebook
» Die Autorin auf Twitter
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Tags: shereen el feki, homosexualität in der arabischen welt, homosexualität und islam
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Reaktionen zu "Schwul-lesbische Strategien in der arabischen Welt"


 60 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.03.2013
16:52:05


(+4, 12 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Aus dem sogenannten "arabischen Frühling" ist ein arabischer Winter geworden, ganz sicher für Schwule!
Es läuft überall gleich ab: Der Westen unterstützt die "Revolutionäre" und hinterher stellt es sich -natürlich völlig unerwartet- heraus, dass man jetzt die islamischen Fundamentalisten an der Macht hat. Es begann alles mit dem weltoffenen Schah von Persien, wo Frauen ganz selbstverständlich gleichberechtigt waren und Homosexualität toleriert wurde (damals galt der Iran als Geheimtipp auch für westliche Schwule). Dann kam die "Revolution" und aus dem Iran wurde das Mullahregime unter Chomeini.
Weiter ging es mit Tunesien, Ägypten, Libyen und jetzt ist Syrien dran. Wenn die "Revolutionäre" in Syrien das halb-liberale Assad-Regime gestürzt haben werden, werden Schiiten und Christen in einem Blutrausch umgebracht werden! Schwule werden an Baukränen baumeln und Millionen von Flüchtlinge werden nach Europa kommen.
Ich frage mich, warum der Westen diese Regime unterstützt. Man weiss es doch, was kommen wird - islamische Fundamentalisten - nichts anderes!
Meine persönliche Vermutung: Man will bewusst die Region destabilisieren, so dass dort Schiiten gegen Sunniten und Wahabiten kämpfen und der Westen der lachende Dritte ist und damit auf Jahrzehnte hinaus Zugang zu den Ölquellen hat.
Anders kann ich es mir diesen Wahnsinn nicht erklären.


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#2
16.03.2013
17:17:07


(+5, 11 Votes)

Von Jens


Interessant, aber 2 Kritikpunkte:

1. Sie geht anscheinend nur auf heterosexuelle Prostitution ein, dabei gibt es bekanntlich auch dort Stricher, welche aufgrund der homosexuellen Handlungen dort ein doppeltes Stigmata erleben.

2. Sie benennt anscheind nur die Beschneidung von Mädchen?
Ist die Beschneidung von Jungen nicht genauso eine Verletzung in das Selbstbestimmungsrecht?


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#3
16.03.2013
19:54:12


(-3, 7 Votes)

Von calle dolfin
Antwort zu Kommentar #2 von Jens


Frauen Frauen Frauen Frauen... was anderes gibt es wohl nicht bzw. es interessiert nicht.


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#4
17.03.2013
03:12:03


(+2, 6 Votes)

Von giliatt


Völliger Nonsens:
Jens,
die männliche Beschneidung hat absolut nix zu tun mit der Akzeptanz schwuler Menschen in islamischen Ländern.

Thorsten1:
Es stimmt, was Du da schreibst. Es hat mich auch geekelt, mitansehen zu müssen, wie die EU Libyen hat ausbluten lassen und nun bei Syrien abwartet, bis sich das Land selbst zerfleischt, damit man abräumen kann. Das war schon immer so. Vergleiche: Bagdadbahn mit Deutscher Bank und Siemens vor 99 Jahren ...
Mit der gesellschaftlichen Akzeptanz schwuler Menschen hat dies allerdings nur sehr wenig zu tun.

Die im Buch - siehe oben - genannte "subtile Infiltration" hat zwei Seiten:

Erstens wird, wie beschrieben, sich nahezu staatstreu im Feld von Menschenrechten usw. engagiet, um zu zeigen, dass Schwule gleichwertige Menschen sind und Gutes tun.

Zweitens: Der gläubige Moslem, dem sein unabänderliches Schwulsein bewusst ist und er es in der Zwisprache mit Allah bekennt, weiss, dass Homosexualität nix Schlimmes ist. Das praktizierende Ausleben der Homosexualität hingegen soll es sein. Ergo wird er seine sexuellen Aktivitäten minimieren und im Gegenzug mehr Gutes tun, um ins Paradies zu gelangen.

Ich bin kein Religionswissenschaftler, kenne aber die Befindlichkeiten aus eigenem Befragen meines nordafrikanischen muslimischen Bekanntenkreises seit 1994.

Soviel in gebotener Kürze.


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#5
17.03.2013
09:48:50


(+4, 10 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


thorsten, es ist richtig zu loben, dass während des schah-regimes frauen studieren, sich unverschleiert zeigen und schwule eine erträglichere umgebung vorfanden.
Es aber in unmittelbaren vergleich stellen zu wollen mit dem religionsfaschisten, verdeckt eine andere ebenfalls vorhandene wahrheit:
es wurde verfolgt wer gegen den schah, es wurde gefoltert, es wurde auch gemordet durch die staatliche geheimpolizei.
Familien zerrissen, schwule, die ins ausland flüchteten sind ebenfalls teil dieser erfolgstory reza pahlawi.
Das heißt, die demonstrationen, der wiederstand auch hier in deutschland gegen sein regime waren berechtigt!

Und hören wir doch auf, ständig so nebenbei geschichtsklitterung zu betreiben, indem behauptet/unterstellt wird, der kampf gegen die schah-diktatur habe seitens der demonstranten zur installation der "islamischen revolution" geführt.
Dies ist teil dessen, was der westen nach verlusst seiner monarchischen marionettenpuppe im machtvakuum hinterlassen hat.
Und: es war der gewollte vom westen agitierte und finanzierte antikommunismus durch die mullahs, der die eigentlich treibenden kräfte des umbruches im iran in die zersplitterung der bürgerlich-progressiv-liberalen kräfte führte! Eben weil man auf keinen fall ein an dieser geopolitischen schnittstelle ( grenze zur udssr!) eine von kommunisten mitgetragene regierung haben wollte. So finanzierten die freiheitlich demokratischen demokratien letztlich die faschistische theokratie !

Da solltest du deine eigenen vergleiche von libyen und syrien mutig zur richtschnur nehmen: wir westlichen stellvertretungsimperialisten wählen halt immer die falschen verbündeten!
Nicht freiheit ist das ziel, sondern die politische verfügungsgewalt über die landesfürsten und jene, die sich dann hierzu aufschwingen.
Unser drang es mit "stabilen" systemen haben zu wollen, deren vorausschaubarkeit auch am grad ihrer korruption absehbar ist, ist eines der fundamentalen missverständnisse in diesem machtpoker.
Was hat uns deutsche-amerikaner-engländer-europäer denn freriheit und menschenwürde je in solchen, uns weit entfernten ländern interessiert?
Was wir wollen ist die berechenbarkeit der landesruhe für tourismus und ölförderung etc.!

Erst wenn in mali, deutsch-französiche "touristen" von islamistischen "terroristen" ( wie auch immer sie terror ausüben, zuallererst sind es auch leute, die ihr land da von eindringlingen "säubern" ..) entführt werden, erst dann entdecken wir , dass da es ja sowas wie armut, hunger, landflucht gibt, und dies nicht erst, weil gerade mal die islamisten das oberwasser haben.
Auch hier verschlafen wir reale lebenssituationen ( die wir dann gerne den missionierenden christenvereinen in geheuchelter armutsbekämpfung überlassen..) um uns in lobender selbstgerechtigkeit dann vor die menschenrechtskonventionsbrüste zu schlagen..; seht her , wir bringen euch das heil mitteleuropäisch- angelsächsischen demokrativerständnisses!

Es ist beschämend hier von einem "halb-liberale Assad-Regime " gefasselt zu lesen.. ein schlag ins gesicht all der gefangenen , gefolterten , ermordeten regimegegner des nunmehr seit 1971 das land terroisierenden assad-regimes.

Hier mal auch einen blick auf dein und vieler anderer verständnis von "stabilitäten"..; stabile verhältnisse haben wollen , wohl auch um fast jeden preis.. nimmt man dein wort vom quasi liberalen regime in damaskus als bare münze..

Das mit gewalt eine "stabile" situation hergestellt wird durch ein regime , und dass wir (!) diese politik der "stabililen " verhältnisse fordern&fördern ist der eigentliche skandal.
Das wir daher schwätzen von halb-liberalität, um unser eigenes schmieriges verhältnis um klärung von grundrechten zu kaschieren, ist ein ebenso widerlicher skandal.

Auch wenn wir dann tränenreich, die an baukränen baumelnden als unsere zeugenschaft anrufen..Wir sind mit die ursachen für ihr baumeln, weil wir diese mordregime fördern und decken indem wir sie mit weniger offen agierenden, halbliberal-stabilen systemen vergleichen.
Hinzukommend empören wir uns drüber, wie offen und ungehemmt die leute an baukräne aufhängen, besonders dann, wenn es sich bei den tätern um islamische täter handelt, da aber schweigen wir, wenn die leute einfach verschwanden.. , dass lieber thorsten ist dann der letzte skandal beim veredrängen der realitäten!

Reg du dich auch über die aus flugzeugen geworfenen auf, über die in stadien totgeschlagenen , über die in folterkellern verschwunden dank christlich/antikomministischer eiferer..
Dann wird der kreis deiner erkenntnis von der gewollten destabilität geschlossen.
Dann wissen wir: in allen fällen waren es unsere (!) interessen, die mittelbar es möglich machte.
Wir gaben/geben das geld für die umstürze gegen UNS unliebbare regime, nicht aus christlicher nächstenliebe. Und die wir unterstützen , neu instalieren, werden zum erhalt ihrer von uns geliehenen macht ebenfalls wieder foltern, morden und bürgerkriege anzetteln!
Btw..natürlich werden in ein paar jahre die heute bestehnden staat so nicht mehr existieren!
Türkei wird sein kurdisches grenzgebiet zugunsten teile irakischer und syrischer gebiete mit türkischer bevölkerungsmehrheit einfordern und bekommen. Die kurden werden ihren eigenen staat auf territorium der heutigen gebiete von irak und syrien erhalten. Der iran wird in falle eines konfliktes unter umständen teile seines territorium verlieren ..
das öl wird verteilt, so noch vorhanden ...
Und thyssen-krupp wird neben rüstungsgütern neue baukräne an hochtief liefern, die dort im zuge der wiederaufbauprojekte dann als richtplätze für ungeeignete bürger zweckentfremdet werden.
Gut nur, dass unsere aussenhandels-bilanz hiervon nicht getrübt wird!


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#6
17.03.2013
13:51:47


(+5, 9 Votes)

Von real
Antwort zu Kommentar #5 von stromboli


Man kann Ahmadinedschad auch mit dem Lob der Dialektik bekämpfen.

Man kann und muss das Mullahregime wegen dieser schlichten Fakten perspektivisch besser bekämpfen. Besser als je zuvor.

"Flankiert von umfangreichen staatlichen Investitionen entwickelte Teheran in der Folgezeit eine der modernsten Bildungs- und Gesundheitspolitiken in der ganzen Islamischen Welt.

Link zu www.heise.de

"Dieser demografische Wandel wurde von einer Bildungsexplosion begleitet, die besonders den jungen Frauen zu Gute kam. Gemäß einer Studie von iranischen und australischen Demografen waren 2002 62% der angenommen Bewerber für einen Studienplatz weiblich. Hierbei handelt es sich um einen Wert, der manche Feministinnen im Westen entzücken würde."


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#7
17.03.2013
15:41:30


(-2, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Interessantes Buch!


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#8
17.03.2013
15:46:59


(0, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von real


Dem muß Mann entgegenhalten daß das angeblich moderne Bildungssystem des Iran auf den modernen Ideen des Schah-Regimes fußt, der in vielen Gebieten erst Allgemeinbildende Schulen geschaffen, und ein Schulpflicht für ALLE Kinder eingeführt hat..

Diese moderne Bildungpolitik wurde vom Chomeini-Regime von Anfang an bekämpft, indem Schulen zerstört, den Mädchen der Zugang zu Bildung verwehrt und ALLE Universitäten auf Anweisung Chomeini´s durch den Revolutionsrat am 4.Juni.1980 geschloßen wurden..

Die erste Universität öffnete erst im Herbst 1984 die Pforten, nachdem eine "islamisierung des Lehrkörpers und der Studenten" seit 1982 stattgefunden hatte..

Natürlich hat in der Folge das jetzige iranische Regime dieses Bildungssystem ausgebaut, und letztlich ist es erfreulich das die Mehrzahl der Studenten inzwischen Frauen sind..
Aber das Erbe Chomeini´s wirkt weiter in der konsequenten islamisierung des Landes..

Als zweiten Punkt möchte ich anmerken, das es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Geburtenrate und dem Lebensstandard gibt, der in allen Ländern in gleichem Maße stattfindet, nicht nur im Iran..

Darüberhinaus wird in dem von Dir verlinktem Artikel völlig ignoriert das die Geburtenrate in einem Land mit einem Ragime IMMER absinkt..
Und zwar viel stärker, als durch die Zunahme des Lebensstandard´s zu erwarten gewesen wäre, denn der größte Anteil der iranischen Bevölkerung, die sich einen anderen demokratischeren Staat wünscht, "vermeidet" Nachwuchs, weil sie ihren Kindern nicht zumuten wollen in einer Diktatur zu leben..

Ähnliches ist in allen Staaten in denen repressive Regierungssysteme herschen, zu beobachten, und schon die Nazi´s legten "Bevölkerungswachstums-Programme" auf, die neben Bonussytemen wie "Ehegattensplitting" und "Müttergenesungswerken" mit Mutter-Kind-Kuren auch den "Mutterorden" für besonders gebähr-willige Frauen erfand, um ein Absinken der Geburtenrate entgegen wirken..

Zusätzlich gründeten sie den "Lebensborn e.V." der massenweise Kinder aus besetzten Gebieten durch Zwangsadoptionen "ariserte", die Teils in extra eröffneten Heimen von gewaltsam (außerehelich) geschwängerten Frauen als eine Art "Leihmutter" ausgetragen wurden, um sie vorzugsweise an SS-Angehörige zu vermitteln..

Link zu www.v-weiss.de


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#9
17.03.2013
17:30:23


(-6, 10 Votes)

Von Timm Johannes


Wenigstens einmal ein kleiner Lichtblick im Islam:

*
Link zu www.spiegel.de

Uno-Erklärung: Muslimische Staaten gestehen Frauen gleiche Rechte zu


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#10
17.03.2013
18:27:44


(+5, 7 Votes)

Von Erschreckt
Antwort zu Kommentar #9 von Timm Johannes


Wer sind Sie? Und was haben Sie mit dem echten Timm Johannes gemacht?!


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