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"Ich kann ein Feuer entfachen!" Madonna in Pfadfinder-Uniform (Bild: glaad)

Die Pop-Diva hielt die Laudatio für den Journalisten Anderson Cooper, der von der Homo-Organisation GLAAD mit dem Vito Russo Award geehrt wurde.

Von Carsten Weidemann

Der Sonntagabend gehörte Madonna. Und Anderson Cooper. Der Popstar überreichte dem schwulen Reporter und Moderator in New York den Medienpreis der LGBT-Organisation GLAAD. Der CNN-Journalist wurde für sein Engagement als Medienprofi in Sachen Emanzipation mit dem extra dafür eingerichteten "Vito Russo Award" ausgezeichnet. Vito Russo war ein bekannter Aids- und Schwulenaktivist, der unter anderem die "Gay and Lesbian Alliance Against Defamation" mit begründete.

Laudatorin Madonna verpackte ihre politische Botschaft zugleich in ein modisches Statement. Sie trat in Pfadfinder-Uniform auf die Bühne. "Ich kann ein Feuer entfachen! Ich weiß, wie man ein Zelt baut! Ich will Gutes tun für die Community, und vor allem weiß ich, wie man sich richtig um Jungs kümmert! Also weg mit diesem dummen Verbot, damit auch ich Pfadfinder werden kann." Doppeldeutiger geht's kaum, aber "ihre Jungs", das homosexuelle Publikum, begrüßte johlend Madonnas schlüpfrige Frotzeleien gegen die US-Pfadfinderorganisation, die Homosexuellen nach wie vor die Mitgliedschaft verwehrt.

CNN-Mann Cooper lernte die Liebe über das Schwulsein


Der TV-Journalist und die Pfadfinderin Madonna (Bild: glaad)

Aber dann wurde sie auch wieder ernst, verwies auf ihren Clip, den sie während ihrer letzten Tour zeigte. Darin waren zahlreiche Szenen von Diskriminierung zu sehen, unter anderem blitzten auch Bilder mit Volker Beck auf, der während einer offiziell verbotenen CSD-Demo in Moskau von Gegendemonstranten geschlagen worden war. Sie habe zeigen wollen, wie schnell sich Menschen unwohl fühlen, wenn sie Unbekannten begegnen, deren Lebensstil oder Haltungen ihnen fremd sind. Und das alle gefühlten Bedrohungen durch Fremde nur dadurch beseitigt werden können, wenn man sich miteinander beschäftigt und kennenlernt.

Sich für diesen Dialog einzusetzen, bedeutet eine gewisse Tapferkeit zu besitzen. Die stelle sie bei Anderson Cooper fest, lobte die Sängerin. Cooper, der erst 2012 ganz offiziell sein Coming-out hatte (queer.de berichtete), bedankte sich für die Ehrung, den er als eine Art Liebesbeweis ansieht: "Es gab so viele Segnungen in meinem Leben, schwul zu sein ist sicherlich eine der größten. Es hat mir dazu verholfen, zu lieben und geliebt zu werden, es hat geholfen, meinen Kopf und mein Herz zu öffnen, auf Arten, die ich mir nicht habe vorstellen können. Die Möglichkeit, eine andere Person lieben zu können ist meiner Meinung nach Gottes größtes Geschenk und ich danke ihm täglich dafür, dass er es mir möglich macht die Menschen in meinem Leben zu lieben. Meine Familie und Freunde, und meinen Partner Benjamin."

Youtube | Die ganze Laudatio von Madonna