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  • 19.03.2013           34      Teilen:   |

Interview

Gauck begrüßt Fortschritte für Homo-Rechte

Artikelbild
Bundespräsident Joachim Gauck findet die Entwicklung zu mehr Gleichberechtigung gut (Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

Nach Bundesrat und Bundesverfassungsgericht mahnt nun auch der Bundespräsident die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben an.

Im Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte der parteilose Bundespräsident Joachim Gauck, dass er die Entwicklung zu einer besseren Gleichbehandlung von Homo-Paaren begrüße. Auf die Suggestivfrage des Boulevardblattes, ob die klassische Ehe wegen der Diskussion um Homo-Rechte "ausgedient" habe, antwortete Gauck: "Nein, natürlich nicht. Sie ist die Institution, die durch alle Zeiten Bestand gehabt und unsere Gesellschaft getragen hat. Ich mag allerdings keine Ungleichbehandlung, mehr noch, ich begrüße eine Entwicklung hin zu mehr Gleichberechtigung".

Mit Blick auf die Union erklärte Gauck, dass in der Debatte alle Seiten gehört werden sollten: "Die Gesellschaft muss sich über die nächsten Schritte der Gleichstellung wirklich austauschen. Und das bedeutet, es zählt das Wort derer, die mehr Gleichstellung wollen, und derer, die das nicht möchten".

Mit Blick auf seine eigenen Familienverhältnisse erklärte Gauck, dass auch sein Privatleben "für manchen ein Ärgernis" darstelle, aber inzwischen akzeptiert werde: "Allerdings geht es uns nicht darum, ein Rollen-Modell zu sein", so der verheiratete Bundespräsident, der mit seiner Lebenspartnerin zusammenlebt.

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Gauck hatte sich bereits im vergangenen Monat international für Homo-Rechte eingesetzt, als er sich bei einer Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben einsetzte (queer.de berichtete). Menschenrechte müssten unabhängig von Landesgrenzen anerkannt werden, so Gauck damals, und zu diesen zählten auch die Rechte sexueller Minderheiten.

Zuletzt hat es Druck von Opposition und vom Bundesverfassungsgericht auf die Bundesregierung gegeben, Homo-Paare mit verheirateten Heterosexuellen gleichzustellen. So wollen die rot-grün dominierten Bundesländer über den Bundesrat am Freitag eine Initiative zur Öffnung der Ehe beschließen (queer.de berichtete). Auch Richter des Bundesverfassungsgerichts haben wiederholt betont, dass Schwule und Lesben gleichbehandelt werden müssen, und erboste Kritik von Unionspolitikern wiederholt zurückgewiesen (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Interview in der "Bild"-Zeitung
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Tags: joachim gauck, homo-ehe
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
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Reaktionen zu "Gauck begrüßt Fortschritte für Homo-Rechte"


 34 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
19.03.2013
11:22:02
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Buzzi
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Super, endlich mal eine (positive) Reaktion vom Präsidenten, war längst überfällig!


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#2
19.03.2013
11:22:09


(+8, 10 Votes)

Von Sebi


Alle fordern Fortschritte. Nur unsere schwarz-gelbe Regierung lebt immer noch im Mittelalter.


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#3
19.03.2013
11:36:49


(+2, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Mit seiner Haltung zu den Homorechten hat unser Bundespräsident bei mir viele Sympathiepunkte gesammelt und die Bundesregierung wäre ganz gut beraten, diesem Beispiel zu folgen und sich nicht mehr (besonders die Union) dagegen zu sperren!


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#4
19.03.2013
12:28:43


(-1, 7 Votes)

Von Timm Johannes


Ich finde es gut, dass auch der Bundespräsident die Gleichstellung fordert und eine Ungleichbehandlung bei homosexuellen Paaren, die zum Standesamt gehen, ablehnt.

Auch interessant, das er beschreibt, wie sich derzeit die CDU/CSU intern streitet. Auch in seinem Interview wird klar, dass er und die Bevölkerung mittlerweile mitbekommen haben, dass innerhalb der CDU/CSU Grabenkämpfe und unterschiedliche Sichtweisen bestehen.

Während alle anderen Parteien mit SPD, Grüne, Linkspartei, FDP und Piratenpartei die Gleichstellung und Eheöffnung parteipolitisch fordern, ist die CDU/CSU kein geschlossener Block mehr; leider aber hat aber in der CDU/CSU-Führungssspitze um Merkel/Kauder immer noch die Gruppe das Machtwort, die gegen die Gleichstellung sich positioniert hat.

Mekel und Kauder sollten sich schämen, dass sie die Gleichstellung in der Einkommenssteuer, im Adoptionsrecht und generell die Eheöffnung blockieren.


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#5
19.03.2013
12:33:37


(+6, 8 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Naja, wenn er "Kritiken von Christdemokraten erbost zurückweist", dann ist er mir ja schon fast sympathisch. Ansonsten ist er mir als ehemaliger Pastor immer noch nicht so ganz geheuer.


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#6
19.03.2013
12:34:36


(+10, 12 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


"Ich begrüße eine Entwicklung hin zu mehr Gleichberechtigung" dixit Gauck.
Ja, ja.... schön.... aber ich will keine Entwicklung hin zu mehr Gleichberechtigung. Ich will einfach Gleichberechtigung und damit basta!


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#7
19.03.2013
12:43:41


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User todesmaske
Antwort zu Kommentar #5 von gatopardo


Eben, eben... Ihm als ehemaliger Pastor rechne ich hoch an, dass er die Gleichstellung befürwortet. :-)


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#8
19.03.2013
12:48:13


(+9, 9 Votes)

Von stephan
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Für Vernunft und Logik ist die Union nicht zugänglich, aber gewöhnlich sind 'Konservative' sehr autoritätshörig: Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, wer außer dem höchsten Gericht und den beiden Kammerpräsidenten, dem Bundespräsident etc. müsste sich wohl noch äußern, damit dieser Verein endlich in Grübeln käme? Selbst die eigene Mitgliederschaft ist ja mehrheitlich anderer Meinung als die Spitze aus Diskriminierungsbefürwortern? Wohin dieser Weg führen soll, können die Apartheidspolitiker wohl selbst nicht mehr sagen!

Schön, dass der Bundespräsident auch den Zusammenhang zu seinem eigenen, 'alternativen' Beziehungsmodell herstellt. Wie viele schräge Blicke mag er wohl auf sich gezogen haben, ob seiner Lebensgemeinschaft außerhalb der ach so heiligen Ehe - und das als ordiniertes Mitglied der ev. Kirche!

Eigene Betroffenheit ist leider immer noch der beste Beförderer für den Erkenntnisfortschritt, eigentlich ein Armutszeugnis für ein Lebewesen, das sich selbst als 'denkender Mensch' bezeichnet und sich auch in andere Menschen hinein versetzten können sollte!


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#9
19.03.2013
13:20:22


(+7, 7 Votes)

Von gatopardo
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Antwort zu Kommentar #4 von Timm Johannes


Merkel ist wohl selber nicht grundsätzlich gegen die totale Gleichstellung, aber sie nimmt zu viele Rücksichten auf die Religionen und den Rest sitzt sie aus. Wahrscheinlich ist das ein Relikt ihrer Kindheit mit gläubigen Eltern ? Ich weiss ja nicht, wie Ihr hier darüber denkt, aber ich finde ganz besonders diesen unintelligenten Kauder und diese faschistische Steinbach so unerträglich, dass ich den Fernsehenr abschalten möchte, wenn sie mit ihren radikal-klerikalen Fratzen erscheinen.


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#10
19.03.2013
13:21:16


(+5, 7 Votes)

Von Foxie
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Ich bin mal gespannt, wie die Union weiter herumeiert.
Oder ob sie auf Herrn Gauck hören, so autoritätsgläubig, wie sie sind?
(Immerhin noch eine Etage höher als
Mutter Merkel)

Ob Seehofer jetzt auch den Bundespräsidenten kritisiert, so wie neulich das Bundesverfassungsgericht?

Link zu www.queer.de

Irgendwann sind diese Ewiggestrigen soweit in die Vergangenheit geschlittert, dass sie ohne
Allerhöchsten Kaisererlass (Wilhelm II oder früher) nicht mal zu atmen wagen!
Immerhin, bei Kaiser´s gab es ja keine Wahlen,
da würden die sich doch richtig wohl fühlen!

Also, schwarz / gelb abwählen !


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