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Michelle Shocked rudert zurück, weil viele Konzertveranstalter keine Homo-Hasserin auf ihrer Bühne dulden wollen

Die Homo-Ehe soll die Welt "vernichten", hatte die Folk-Sängerin behauptet – nach heftiger Kritik und gut einem Dutzend Konzertabsagen hat sich die 51-Jährige nun entschuldigt. Sie will ab Juli auch in Deutschland auftreten.

Michelle Shocked hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie ihr Bedauern über homophobe Aussagen bei einem Konzert in San Francisco erklärt. Sie hatte unter anderem behauptet, dass die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien dazu führen werde, dass "Priester mit vorgehaltener Pistole gezwungen werden, Schwule zu ehelichen". Die wiedergeborene Christin sagte voraus, dass dann "Jesus zurückkehren" werde (queer.de berichtete). Binnen 24 Stunden haben elf Veranstalter in fünf Bundesstaaten Konzerte wegen der Tirade abgesagt.

In dem offenen Brief schreibt Shocked unter anderem, dass sie immer die LGBT-Community unterstützt habe. Auf dem Konzert habe sie sich "nicht deutlich genug geäußert". Sie habe lediglich die Meinung von Christen zitiert, die Homosexuelle hassten: "Meine Aussage, in der ich Proposition 8 mit dem Weltuntergang gleichgesetzt habe, war weder wörtlich noch ironisch gemeint: Es war eine Beschreibung, wie manche Leute – nicht ich – über die Homo-Ehe denken." Sie habe "Mitgefühl" für alle Menschen, auch wenn sie deren Überzeugungen nicht teilen könne. Ihr tue die Angelegenheit "verdammt leid".

Audio-Aufnahme des Konzerts widerspricht Aussagen in Entschuldigungsschreiben

Allerdings stimmt ihre Aussage nicht mit einer Aufnahme aus dem Konzert überein, die der "San Francisco Bay Guardian" fast gleichzeitig zur Entschuldigung veröffentlichte. In der schwer verständlichen Audio-Aufnahme sagte Shocked deutlich, dass sie selbst die Homo-Ehe aus christlicher Überzeugung ablehne. Sie verlautbarte unter anderem: "Ich sollte nicht sagen, dass das die Meinung anderer ist, weil ich genauso denke".

US-Blogger rätseln nun darüber, ob sie nur aus Opportunismus ihre Aussagen widerruft, oder ihr die Tirade wirklich leid tut. So schreibt das linksliberale AmericaBlog: "Das ist wirklich eine richtig gute Entschuldigung. Ist es möglich, dass sie wirklich keine Ahnung hatte, was sie an diesem Abend gelabert hat? Vielleicht hat sie zu tief ins Glas geschaut oder etwas anderes eingeschmissen? Es ist auf jeden Fall hart, die Entschuldigung mit dem in Einklang zu bringen, was sie gesagt hat".

Auf ihrer Website hat Michelle Shocked noch sämtliche Konzerte aufgelistet, dazu mehrere Auftritte in Europa. Sie will im Juli unter anderem in Hamburg, Hannover, Potsdam und Plauen auftreten, im August sind Konzerte in Köln und Frankfurt geplant. Die Veranstalter des Burg-Herzberg-Festivals im osthessischen Breitenbach haben Shocked dagegen nach ihrer homophoben Tirade aus der Liste der auftretenden Künstler gestrichen. (dk)



#1 userer
  • 21.03.2013, 13:02h
  • Ah, sie ist also homophob, radikal christlich, feige UND geldgierig.

    Was für eine Mischung!

    Wenn es ihr so leid tut, dann kann sie ja sämtliche Einnahmen dieses Jahres zu 100 % an die "It gets better"-Kampagne spenden.
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#2 splattergayAnonym
  • 21.03.2013, 13:19h
  • Die Amis tun sich ja immer leicht mit "verzeihen". Dann fließen ein paar mediale Tränchen und alles ist wieder gut. In Europa dürfte sie damit aber weniger Erfolg haben.
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#3 mixedAnonym
#4 PaterickAnonym
  • 21.03.2013, 13:24h
  • das ist ja wirklich unglaublich...
    die meint das ganz sicher nicht ernst mit der Entschuldigung !
    Die soll doch bei Ihren Christioten bleiben... und nur noch in Kirchen auftreten.
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#5 Thorsten1Profil
  • 21.03.2013, 13:30hBerlin
  • Es geht ihr offensichtlich nur um das Geld: Nachdem mehrere Konzerte abgesagt wurden, entdeckt sie plötzlich ihre Homo-Freundlichkeit. Widerlich!
    Die Schwulen- und Lesbenbewegung sollte zum Boykott ihrer Konzerte in Deutschland aufrufen!
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#6 sanscapote
  • 21.03.2013, 13:36h
  • Wenn es um die Kohle geht, werden alle Homophoben auf einem homophil.

    Wollen wir das auch bei FDP, CDSU und NPD auf die Probe stellen?
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#7 more is moreAnonym
#8 finkAnonym
  • 21.03.2013, 13:46h
  • nanu, und ich hätte geschworen, sie würde jetzt das register "moderne christenverfolgung" ziehen. anscheinend war ihr finanzberater anderer meinung.

    muss ich mit meiner glaskugel zum metaphysischen mechaniker?
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#9 LorenProfil
  • 21.03.2013, 14:33hGreifswald
  • Im Billboard kann man ihre Aussagen sowohl als Audio-Aufnahme (ab 4:44) als auch niedergeschrieben auf sich wirken lassen und es besteht für mich kein Zweifel, dass sie völlig unironisch ihre Meinung dargelegt hat. Nachdem sie nun gemerkt hat, was das für ihre Karriere bedeutet (Konzertabsagen etc.), rudert sie zurück.
    But too late, Michelle, the damage is done. Demnächst wird sich ihr Publikum wohl vornehmlich auf reaktionäre Kreise, fundamentalistische Christen usw. beschränken.
    Mein Mitleid hält sich in Grenzen, vor allem wenn ich an die Jugendlichen denke, die sich in den USA wegen solcher homophoben Hetzer das Leben genommen haben oder mit dem Gedanken spiel(t)en.

    www.billboard.com/articles/news/1553842/michelle-shocked-spe
    aks-out-as-full-audio-of-meltdown-emerges
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#10 LorenProfil