Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 26.03.2013           21      Teilen:   |

"Verbrannte Hoffnung" für den Leser

Bitte keine Fortsetzung!

Artikelbild
Die Menschen Vylithiens kämpfen gegen Flammen, Drachen, Dämonen - und die deutsche Rechtschreibung

Mit dem Roman "Söhne und Töchter des Feuers – Verbrannte Hoffnung" hat Mike Bergemann den ersten Band einer Gay-Fantasy-Serie vorgelegt. Ein Verriss.

Von Frank Hebenstreit

Mike Bergemann hat in seinem Erstling den Ansatz zu einer Fantasyserie gelegt. Der Autor selbst schreibt auf der Homepage zum Buch, dass er froh ist, den "Arsch hochbekommen" zu haben. Gibt es da wirklich Grund zu?

Die klare Antwort lautet: Nein! Die deutliche Zahl dazu lautet: 309. Das ist leider nicht die Seitenzahl, die beträgt 392, sondern die Anzahl der Rechtschreibfehler, die ich beim Lesen markiert habe. Ja, ich habe sie markiert und gezählt, aber anders konnte ich mich dieser Vergewaltigung der deutschen Sprache nicht erwehren.

Der Reihe nach: Als das bei BoD verlegte Buch endlich bei mir eintrifft, fällt als erstes das nicht sehr hochwertige Umschlagmaterial auf. Nach dem nur einmaligen Lesen löst sich inzwischen die Beschichtung vom Papier. Auch die eher kindliche Malerei des Covers schreckt mehr ab, als dass sie zum Lesen reizt. Ich hatte gleich den Drang, das Buch zur Seite zu legen. Aber es heißt im Englischen so schön: Don't judge a book by its cover! Wie wahr, wie wahr. Also auf ans Lesen.

Fortsetzung nach Anzeige


Ein mächtiges Reich liegt in Trümmern

Der erste Band "Verbrannte Hoffnung" soll Einstieg in eine vierteilige Romanreihe sein
Der erste Band "Verbrannte Hoffnung" soll Einstieg in eine vierteilige Romanreihe sein

Der Umschlagtext verspricht eine fantastische Welt, in der das ewige Glas der Valesii zerbrochen ist und ein einst mächtiges Reich in Trümmern liegt: "Der Osten verbrennt im Krieg gegen die Mächte des Feuers. Im Westen formiert sich der zerbrechliche Widerstand. Vor dem Hintergrund eines erneut aufflammenden Krieges gegen die Feuerkönige kämpfen die Menschen Vylithiens nicht nur gegen Flammen, Drachen und Dämonen. Die Söhne und Töchter des Feuers kämpfen gegen Vorurteile, Gier und Verrat, während der Feind mit seinen dämonischen Verbündeten die brennende Schlinge um das mystische Reich immer enger zieht."

Soweit so vielversprechend das Zitat…

Beim Durchblättern fällt mir als erstes der Anhang mit den wichtigsten 36 Personen und elf Orten auf. Wow, ganz schön komplex. Leider gibt es bei komplexen Gedanken nur einen Weg, nämlich den Leser abzuholen, damit er mit der Geschichte mitfiebert und bereitwillig neue Charaktere kennenlernt. Mission verfehlt.

Im Kloster soll der schwule Novize seinen Lover vergessen

Autor Bergemann legt sofort los. Das an sich kann ein guter Weg sein, wenn einige Zeit später dann die Erläuterungen folgen, die dem Leser die weiteren Zusammenhänge näher bringen. Das lässt er dann aber leider erst mal aus, sondern wandert in die nächste Szene. Na gut, warten wir ab. Spätestens nach dem fünften Sprung an einen anderen Ort, in ein anderes Volk und in einen anderen Erzählstrang nervt das ungemein. Leider dauert es dann auch noch manchmal einige Absätze, bis man tatsächlich merkt, dass Bergemann gerade ganz woanders ist, und man muss die letzten Absätze einer ganz anderen Geschichte zuordnen. Das zermürbt. In Paarung mit der desolaten Rechtschreibung eine echte Katastrophe!

Verschiedene Personen begleitet man auf ihrem Weg durch diese Wirren. Ein Geschwisterpaar macht sich auf den Weg, seine Mutter im Land der Eishexen zu finden. Ein Kommandant reist mit seiner Armee zum Treffpunkt des Widerstandes und wir begleiten ihn und seine Truppen ins erste Gefecht. Ein junger Novize versucht im Kloster, seiner Mutter zu gehorchen und sich den schönen Liebhaber aus der Heimat aus dem Kopf zu schlagen. Eine junge Abgesandte lässt uns an ihrer schrecklichen Geschichte ebenso teilhaben wie die junge Königin, die dem Widerstandsrat vorsitzt und uns einen Einblick in ihr Schlafgemach bietet. Und das sind nur Teile des großen Ganzen.

Motorisierte Flugtransporter im Mittelalter

Autor Mike Bergemann wurde 1979 in Berlin geboren
Autor Mike Bergemann wurde 1979 in Berlin geboren

Das bringt das Problem dieses Buches auf den Punkt: Das große Ganze ist in seiner Struktur und den ausgedachten Geschichten sicherlich lesenswert. Leider lässt der Autor es an Stringenz und Erläuterungen mangeln. Man wähnt sich als Leser durchaus in einer mittelalterlichen Gesellschaft, es gibt Magie und einige andere spirituelle Besonderheiten. Gekämpft wird mit Schwert und Speer, zu Pferd und zu Fuß, man reist im Karren. Doch ach nee, pötzlich und unerwartet taucht ein Segeltransporter auf, der als Luftfahrzeug teilweise ganze Armeen transportiert. Das ist übrigens normal. Es gibt die Flugtransporter in kleiner und in größerer Form und sie haben Motoren. Ach was, ein motorgetriebenes Fortbewegungsmittel in einer ansonsten mittelalterlichen Welt? Erklären? Muss man das?

Mangelnde Erzählfähigkeit und das fehlende Beherrschen der deutschen Rechtschreibung erweisen der Geschichte einen zusätzlichen Bärendienst und nehmen auch das geringste Quäntchen an Interesse an dieser Geschichte. Man fragt sich wirklich, wie es im Zeitalter der Rechtschreibprüfung vorkommen kamm, dass manchmal ein "Dutzend" Soldaten und dann wieder nur ein "Duzend" Soldaten durch die Seiten marschiert. Dass "das" nun mit einem "s" oder auch als "dass" mit zwei "s" geschrieben werden kann, hängt – zumindest in diesem Buch – wohl von keiner klaren Regel ab, sondern scheint nach Gutdünken oder in der Hoffnung auf Glück eingesetzt worden zu sein. Leider sehr oft Pech gehabt. Unnötig anzumerken, dass sich dieses Rechtschreibdesaster auf der zu dem Buch gehörigen Homepage selbst in der Leseprobe oder der Vita des Autors fortsetzt.

Eine großartige Grundidee macht noch keinen Autoren

Mike Bergemann hat mit einem broschierten Buch für 23,90 Euro hohe Erwartungen geweckt, denn für einen solchen Preis erwartet man – zu Recht – ein qualitativ hochwertiges und fesselndes Buch. Diese Erwartung wird nicht nur nicht erfüllt, sondern extrem enttäuscht.

Ein Buch, das offensichtlich weder Lektorat noch eine Rechtschreibprüfung gesehen hat, passt leider in diese Zeit der großen oder kleinen "Ich kann alles sein, wenn ich es nur fest genug will!"-Seifenblasen. Eine möglicherweise großartige Grundidee macht nur leider auch heute noch keinen Autoren.

Bergemann hat sich mit diesem Erstling ins Licht gewagt, aber leider ähnelt er in seinem Schreibstil eher den Flugversuchen des Ikarus. Der hat das mit dem Fliegen ja bekanntlich auch nicht geschafft, weil er zu hoch hinaus wollte. Für den Herbst 2013 ist die Fortsetzung angekündigt. Bitte nicht!

Youtube | Trailer zum Buch
  Infos zum Buch
Mike Bergemann: Söhne und Töchter des Feuers. Band Eins: Verbrannte Hoffnung. Roman. 392 Seiten. Books on Demand. Norderstedt 2012. 23,90 €. ISBN: 978-3848203697.
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Online-Leseprobe
» Homepage zum Buch
» Fanpage auf Facebook
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 21 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 3                  
Service: | pdf | mailen
Tags: mike bergemann, gay fantasy, books on demand
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Bitte keine Fortsetzung!"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
26.03.2013
13:57:49


(0, 6 Votes)

Von MeineFresse


Ach ja sowas kenne ich auch. Ich sag nur

"Aidan hielt es kaum noch aus, den Unbeteiligten zu spielen, und stopfte Joe erregt sein noch immer schlaffes Glied wie eine große, weiche Monstermade mit einer fordernden Bewegung seines Beckens bis zum Anschlag in den Mund."



Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
26.03.2013
14:27:33


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die erste negative Buchbesprechung auf Queer.de!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
26.03.2013
14:46:54


(+4, 4 Votes)

Von Leser


BoD - Books on Demand ist halt auch kein Verlag, sondern ein Unternehmen, das alles druckt, was man ihm zusendet. Ein (mit Kosten verbundenes) Lektorat, das einen seriösen Verlag ausmacht, ist in diesem Geschäftskonzept halt nicht vorgesehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
26.03.2013
15:38:56


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mich interessiert dieses Genre nicht wirklich..

Aber mal ganz ehrlich ?

309 Rechtschreibfehler auf 392 Seiten..
Wow..
Das geht natürlcih gar nicht..

Abgesehen davon finde ich hier in manchen Artikeln und Posting´s weit mehr Rechtschreibfehler pro Seite, als sie dem Buch zugeschrieben werden, und grundsätzlich stören sie nicht einmal, denn unser ständig aktives Gehirn "übersetzt" die falsche Lettersetzung innerhalb des Wortes, ohne den Sinn zu verfälschen..

Aber vielleicht liegt hier auch der Hase im Pfeffer..
Wer sich auf das Aufsuchen von Rechtschreibfehlern konzentriert, anstatt sich mir der Geschichte an und für sich zu beschäftigen, dem entgeht vielleicht auch ein bisschen die Geschichte..

Fantasy impliziert meiner Meinung nach die Möglichkeit großer Frachtensegler wie sie die Amerikaner im 2.Weltkrieg für Truppentransporte nutzen ebenso, wie die Möglichkeit trotz mittelalterlich anmutenden Ambientes einen funktionierenden Verbrennungmotor zu entwickeln..

Die Chinesen haben schon lange vor dem Mittelalter über funktionierende Kanonen verfügt, und von der Entwicklung des Porzellanes bis zur Produktion von vollkeramischen Dieselmotoren ist es nur eine winzige Idee weit..

Fantasy bedeutet für den Leser, und hier auch für den "Verreißer" seine eigene Phantasie ein wenig zu nutzen..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
26.03.2013
16:02:12


(+2, 4 Votes)

Von Lehrer vonLehrte
Antwort zu Kommentar #4 von TheDad


"natürlich", nicht "natürlcih". Natürlich, oder "selbstverständlich", "gewiss".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
26.03.2013
17:17:54


(+3, 5 Votes)

Von MeineFresse
Antwort zu Kommentar #4 von TheDad


Manche Rechtschreibfehler sind aber zu krass als dass sie nicht auffallen. In der Geschichte aus der das obige zitat stammt, hat der Autor z.B immer Maffia statt Mafia geschrieben. Und Präsident Busch, statt Bush.
Das sind einfach Sache die kann ich nicht ignorieren. Zumindest nicht wenn sie in einem kostenpflichtigen Medium auftreten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
26.03.2013
17:32:59
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von MeineFresse


Lasst eine fünf mal gerade sein!

Es macht einen Unterschied ob einer auf seinem Natel, iPad, Laptop oder am PC schreibt.

Unterwegs auf einem kleinen iPhone mit einer nervigen Autokorrektur die meist nur verschlimmbessert, macht einer sicher mehr Schreibfehler als am PC.

Bei einem Buch oder einem Zeitungsartikel den man bezahlt, erwarte ich allerdings schon das Lektoren das durchlesen.

Man selbst findet seine Schreibfehler manchmal einfach nicht oder nur, wenn man den Text nach einer halben Stunde mit etwas Abstand nochmals durchliest.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
26.03.2013
19:47:12


(+2, 2 Votes)

Von keyjahn


Ich muss sagen, einer der besten Fantasy-Romane (sogar mit homoerotischem Inhalt), den ich je gelesen habe, was "The God Eaters" von Jesse Hajicek.
Jesse Hajicek schafft es wirklich eine eigene Welt zu kreieren, die man ruhig dem Steampunk zu ordnen kann. Hier findet man Erklärungen, man lernt die Charaktere kennen...

Jesse Hajicek ging dabei einen guten Weg für einen Jungautor. Er veröffentlichte zunächst auf Fictionpress. Bekam dadurch Feedback und Unterstützung. Gerade wenn man anfängt und nicht gleich einen Verlag findet der über Lektoren verfügt, ist dies ein guter Weg produktive Kritik zu bekommen. Lässt man Freunde lesen (so man welche hat), dann sind Kritiken ab und an doch zu positiv (Wer will dem Freund schon weh tun und ihm mitteilen, dass sein Schreibstil grottig ist?)

Ich suche immer wieder nach guten Fantasy-Romanen, aber dieser schreckt mich doch eher ab...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
26.03.2013
20:59:20


(+3, 3 Votes)

Von Feendrache
Aus Leipzig (Sachsen)
Mitglied seit 16.10.2011


Naja also allein wegen dem Cover hätte ich mir das Buch nicht gekauft. Okay ja ich weiß, der Schein kann trügen.... aber hier trifft diese tolle Weisheit definitiv nicht zu.
Das macht dann auch ein Todesschwinge im "Trailer" nicht wett.
Auf Amazon tummelt sich auch die ein oder andere Perle schwuler Literatur die ich gekauft habe.... und es bis heute bereue dafür Geld ausgegeben zu haben. So manches Werk eignet sich wirklich nur als Brenngut.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
26.03.2013
21:35:22


(+4, 4 Votes)

Von mikebergemann
Aus Berlin
Mitglied seit 26.03.2013


Guten Abend :) Da ich (als Autor dieses Drei-Groschen-Schunds ;) selbst "betroffen" bin sag ich mal ein paar Worte dazu. Obwohl ich zu dem Vorwurf der "vergewaltigten" deutsche Sprache gar nichts sagen kann. Ich war halt etwas voreilig und hab Band Eins auf den Markt geworfen, bevor er tatsächlich fertig war. Die zweite, korrigierte Auflage erscheint im Mai ;) Und auch wenn Herr Hebenstreit die Götter beschwört, erscheint Band Zwei planmäßig zum Jahrensende. Aus Fehlern lernt man und diesmal lasse ich das Buch nicht auf meine Opfer los, bevor ich mir nicht 100%ig sicher bin. Als Neu-Autor ist man nachher immer schlauer und aus Fehlern lernt man.
Den Vorwurf der sich mit den Kapiteln abwechslenden Stories find ich ehrlich gesagt unverständlich. Ein Wechsel der parallel laufenden Stories ist im Fantasy-Genre nichts ungewöhnliches.
Auch über die Äußerungen zu der Vermischung mittelalterlicher Elemente mit etwas weiter entwickelter Technologie kann ich nur den Kopf schütteln. Ich glaube, das Fantasy sich dafür anbietet, um Dinge zu vermischen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so ganz zusammenpassen.
Ich zitiere mal kurz die Rezension. "Das große Ganze ist in seiner Struktur und den ausgedachten Geschichten sicherlich lesenswert." Und geht es nicht darum?
Na gut. Es war sicherlich nicht professionel, so auf eine Rezension zu reagieren, aber ich bin eben kein Profi. Ich schreibe als Hobby und hatte, so naiv wie ich offensichtlich bin, erwartet, dass man sich ohne Rotschrift in der Hand einfach auf die Geschichte einlässt.
Nun weiß ich es besser. Wieder etwas dazu gelernt :)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 BUCH - UNTERHALTUNG

Top-Links (Werbung)

 BUCH



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Malta verbietet Homo-"Heilung" Video: Schwuler Heiratsantrag vor dem Dom Landkreis wehrt sich weiter gegen "Homoheiler"-Verein Russische Abgeordnete: FIFA-Game ist Homo-"Propaganda"
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt