Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 27.03.2013           14      Teilen:   |

Supreme Court in den USA

USA: Homo-Rechte in der Hand von neun Richtern

Artikelbild
Diese neun Richter sind auf Lebenszeit berufen, um die US-Verfassung zu interpretieren. Hinten von links: Sonia Sotomayor, Stephen G. Breyer, Samuel A. Alito und Elena Kagan. Vorne von links: Clarence Thomas, Antonin Scalia, John Roberts, Anthony Kennedy und Ruth Bader Ginsburg (Bild: US Supreme Court)

Die Anhörungen des amerikanischen Supreme Court zum Thema Homo-Ehe haben begonnen – sie wird begleitet von Demonstrationen und Aktionen auf sozialen Netzwerken.

Der Oberste US-Verfassungsgerichtshof in Washington D.C. verhandelt über die Verfassungsmäßigkeit des kalifornischen Eheverbots für Homosexuelle ("Proposition 8") und ein vor knapp zwei Jahrzehnten erlassenes Bundesgesetz, das die Anerkennung von Homo-Ehen untersagt ("Defense of Marriage Act"). Am Montag hat die Anhörung zu Proposition 8 begonnen. Die Fragen der neun Richter deuten auf eine knappe Entscheidung hin.

Konservative und linksliberale Richter zeigten dabei Medienberichten zufolge ihre eigene politische Neigung. So fragte etwa der konservativste Richter Antonin Scalia, warum Homosexuelle jetzt plötzlich Rechte verlangten – und seit wann die Verweigerung der Rechte gegen die Verfassung verstoße: "Seit 1791? Oder 1868, als der 14. Verfassungszusatz eingeführt wurde?" Auf diesen Verfassungszusatz, der die Gleichstellung von Schwarzen sichern sollte, berufen sich die Homo-Aktivisten in ihrer Klage. Konservative kritisieren jedoch, dass die Verfassungsrichter bei einem Votum pro Homo-Ehe die Verfassung uminterpretieren würden und dass diese nicht mehr dem Willen der "Founding Fathers", der US-Staatsgründer aus dem 18. Jahrhundert, entsprechen würde.

Auf der anderen Seite kritisierte die von Barack Obama ernannte Richterin Elena Kagan, dass Homo-Gegner hauptsächlich damit argumentieren, dass Homosexuelle nicht ohne fremde Hilfe Nachwuchs zeugen könnten. So sagte sie in der Debatte: "Wenn die Frau und der Mann über 55 Jahre alt sind, werden nicht viele Kinder aus dieser Ehe entstehen."

Bei der Gerichtsentscheidung spielt die Politik eine entscheidende Rolle: Vier der Richter gelten als linksliberal, vier als konservativ und der von Ronald Reagan ernannte Jurist Anthony Kennedy stimmt unterschiedlich ab, auch bei Homo-Fragen. So sprach er 2000 den Pfadfindern das Recht zu, Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren zu dürfen; 2003 hielt er das in 14 Bundesstaaten gültige Sexverbot für Homosexuelle jedoch für verfassungswidrig. Er könnte damit bei diesen Entscheidungen das Zünglein an der Waage sein. Bei der Verhandlung zeigte sich Kennedy für die Argumentation der Homo-Gegner offen, die behaupteten, die gleichgeschlechtliche Ehe schade der Gesellschaft: "Wir haben nur Informationen aus den letzten fünf Jahren, die wir gegen über 2.000 Jahre Geschichte abwägen müssen." Am Mittwoch werden die Richter Zeugen zum "Defense of Marriage Act" befragen.

Youtube | ABC News berichtet über den "historischen Tag"
Fortsetzung nach Anzeige


"Todesstrafe für Schwuchteln"

Das rote Zeichen für Gleichstellung verbreitet sich exponentiell auf Facebook - Quelle: Facebook
Das rote Zeichen für Gleichstellung verbreitet sich exponentiell auf Facebook (Bild: Facebook)

Um den Supreme Court haben sich Gegner und Befürworter der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben mit Transparenten versammelt. Die Ehe-Aktivisten hielten Schilder mit Aufschriften wie "Ich bin kein Bürger zweiter Klasse" in die Höhe, während die Gegner vor allem Homosexuelle als Gefahr für Kinder darstellten ("Ein Kind braucht Vater und Mutter"). Auch die Aktivisten der radikalen Westboro Baptist Church versammelten sich vor dem Gericht mit Schildern wie "Todesstrafe für Schwuchteln".

Auch im Internet kämpfen Homo-Aktivisten für Gleichstellung: Auf Twitter und Facebook haben viele ihr Profilbild in das rot eingefärbte Logo der schwul-lesbischen Gruppe Human Rights Campaign geändert, also in ein (mathematisches) Gleichheits-Zeichen. Auch viele Prominente wie George Takei ("Raumschiff Enterprise") werben intensiv auf sozialen Netzwerken für die Gleichstellung.

Links zum Thema:
» Liveblog von "Freedom to Marry"
Mehr zum Thema:
» Homo-Ehe im Zentrum der Debatte in Amerika (26.03.13)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 14 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 63             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: usa, homo-ehe, proposition 8, supreme court
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "USA: Homo-Rechte in der Hand von neun Richtern"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
27.03.2013
17:43:31


(-1, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ich bin optimistisch, daß der Supreme Court FÜR die LGBT-Community urteilen wird! Dann möchte ich gerne mal die dummen Visagen der Hetzer der Westboro Baptist Church sehen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
27.03.2013
18:06:23


(+2, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Dann Sei Du mal optimistisch.

Und um einer bitteren Enttäuschung vorzubeugen, schau Dir mal genau an, wer da drin sitzt und welcher Präsident wen ernannt hat. Da gibt es eine ganze Richter-Fraktion, die uns gerne wieder in den Knast schicken würde.

Im Gegensatz zu uns wissen die LGTB-US-Amerikaner das sehr genau. Und sehen der ganzen Sache mit sehr gemischten Gefühlen entgegegen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
27.03.2013
18:30:55


(+5, 7 Votes)

Von m123


ich finde man sollte die Ehe nur noch auf die Leute beschränken, die Kinder produzieren können. Also aufjedenfall nur leute unter 55 usw... Wer unter 55 ist muss sich jede Woche einem staatlichen Fruchtbarkeitstest unterziehen. Denn so wollen es ja offensichtlich die Gegner der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, für die die Ehe allein für die Zeugung von Kindern da ist.

Und wer außerhalb einer Ehe Kinder zeugt wird vom Staat mit Gefängnis bestraft. Aber im Gefängnis darf er dann noch einen verschiedengeschlechtlichen Partner heiraten, was gleichgeschlechtliche Paare nicht dürfen, selbst wenn sie nicht im Gefängnis sitzen. Und Mörder und Ehebetrüger dürfen auch weiterhin so oft heiraten wie sie wollen, aber nur Personen des anderen Geschlechts. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen das nicht. Weil es ist ja logisch, dass gleichgeschlechtliche Paare ansich schon ein unglaubliches Verbrechen darstellen.

Vielleicht sollte man in den USA auch eine große Mauer in der Mitte von Norden nach Süden bauen. Auf der einen Seite all diejenigen, die nicht heterosexuell sind sowie diejenigen, die nix gegen nichtheterosexuelle Menschen haben, und auf der anderen Seite all diejenigen, die nur eine Ehe zwischen Mann und Frau erlauben wollen. Hmm, auf welcher Seite werden die Menschen dann wohl glücklicher sein?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
27.03.2013
18:48:36


(+5, 7 Votes)

Von carolo


Sind wir mit Merkel, Seehofer und Co etwa besser dran?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
27.03.2013
19:56:52


(+6, 6 Votes)

Von Kokolemle
Aus Herschweiler
Mitglied seit 02.12.2009


Es ist traurig, das das im 21 Jahrhundert nicht längst positiv für uns geregelt ist, das heisst die Ehe für uns geöffnet ist. Die Menscheit sollte sich schämen


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
27.03.2013
20:07:19


(+1, 3 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Kokolemle


welche MENSCHHEIT ???


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
27.03.2013
20:15:46


(+1, 3 Votes)

Von Thorsten1975


Also nach der Anhörung scheint es, wenn ich die US-Presse richtig interpretiere, der Knackpunkt zu sein, dass der Supreme Court sich nicht für zuständig hält und den Fall (wie ich vermutete) lieber den einzelnen Bundesstaaten überlassen will. Was mich aber an der nach meiner Meinung etwas feigen Argumentation der eher konservativen Richter des SC stört, ist der dass sie dabei eigentlich vergessen, dass der Fall ähnlich gelagert ist wie 1967, wo ein Gesetz aufgehoben werden sollte, das interrassische Ehen verbietet. DOMA ist im Kern nichts anderes. Warum sah sich der SC damals für zuständig, das Gesetz als nicht vereinbar mit der Verfassung zu sehen, weil es gegen den "equality"-Grundsatz verstößt, aber heute nicht? Das ist für mich kaum auf einer Linie.
Es fällt jedoch auf, dass die konservativen Richter kaum ein Argument aufbringen können, dass die Verfassungsmäßigkeit stützt. Die liberalen Richter des SC hätten wohl schon gerne eine landesweite Regelung, aber es läuft wohl auf einen Kompromiss hinaus.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
27.03.2013
21:23:10


(+7, 7 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #3 von m123


gute ideen, die du da hast!

aber eine ganz wichtige hast du vergessen: scheidungen müssen natürlich streng verboten sein. immerhin hat die lebenslange ehe der wüstengott persönlich erfunden, und scheidungen sind gegen das kosmische urheberrecht! pfui!

und schließlich sind die werte der gottheit ewig und die regeln der schöpfung unveränderlich seit anbeginn der zeiten, nicht wahr?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
27.03.2013
22:00:35
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von m123


"Vielleicht sollte man in den USA auch eine große Mauer in der Mitte von Norden nach Süden bauen"

Zwar verläuft diese Mauer nicht in der Mitte durch. Aber grob gesagt, den beiden Küsten entlang, um die grossen Seen und Hawaii das sind die Blue States die toleranter sind aber immer noch nicht tolerant genug. Da sind gleiche Rechte realistisch.

Das grosse Zwischendrinn kannste vergessen. Das sind Red States rückständig und sehr bibelfest.

Sehen die dort nur schon ein schwules Paar in der Ferne gehen die erst drei Stunden duschen und anschliessend sieben Stunden beten und bitten darum das sie dem Teufel nicht mehr begegnen.,,,


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
27.03.2013
23:35:09


(+1, 1 Vote)
 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Wieder homophobe Fangesänge gegen Cristiano Ronaldo Stuttgart: Laura rüffelt schwule Cruiser MV: Fast alle LGBT-Schüler beklagen Diskriminierung Regenbogenfahnen gestohlen und verbrannt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt