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  • 28.03.2013           43      Teilen:   |

Geplantes Verbot der Konversionstherapie

Evangelikale laufen Sturm gegen Grüne

Artikelbild
Viele Evangelikale glauben, dass Homosexualität mit Gebet und Therapie abgeschaltet werden kann - Psychologen halten das für Humbug

Der Vorschlag der Grünen, Umpolungstherapien von homosexuellen Jugendlichen zu verbieten, hat bei evangelikalen Organisationen zu einem Aufschrei geführt – sie erhalten Unterstützung von einem CDU-Politiker.

Die Deutsche Evangelische Allianz, das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft, die Offensive Junger Christen und Wüstenstrom haben mit Empörung auf einen Vorschlag der Grünen reagiert, die "Heilung" von homosexuellen Jugendlichen zu verbieten. Die Ökopartei hatte vorgeschlagen, Verstöße mit einer Geldstrafe von mindestens 500 Euro zu ahnden (queer.de berichtete). Hintergrund: Psychologenverbände warnen davor, dass die versuchte Umpolung junge Schwule und Lesben in die Depression und sogar in den Selbstmord treiben könnte. Experten sind sich weitgehend einig, dass die sexuelle Orientierung nicht veränderbar ist. Deshalb ist in Kalifornien bereits die Konversionstherapie verboten worden (queer.de berichtete), allerdings laufen dagegen noch Gerichtsverfahren von Homo-Gegnern.

Evangelikale Organisationen aus Deutschland werfen nun den Grünen vor, wegen ihrer Homo-Politik "totalitär" zu sein, wie Markus Hoffmann, der Chef der Homo-Heiler-Organisation Wüstenstrom, gegenüber dem christlichen Magazin "pro" erklärte. Initiator Volker Beck "sollte all den jungen Menschen, die bei uns vorurteilsfrei über ihre Sexualität sprechen konnten und dann echte Hilfe und Veränderung und Stabilisierung in ihrem Leben erfahren haben, ins Gesicht sagen müssen, dass er ihnen zukünftig solche Möglichkeiten verbieten will" . Christl Vonholdt vom Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft warf den Grünen vor, Jugendlichen die Behandlungsfreiheit absprechen zu wollen. Michael Diener, der Chef der Evangelischen Allianz, bezeichnete den Vorschlag der Grünen als Diskriminierung von Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung litten.

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EKD: Aufklärung statt Verbot

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hält Konversionstherapien zwar für "problematisch", befürwortet aber nicht deren Verbot, wie EKD-Vizepräsident Thies Gundlach gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur "idea" erklärte. Er spricht sich für eine "Entängstigung gegenüber homosexuellen Empfindungen bei Minderjährigen" aus. Eine Initiative, "die in jugendtauglicher Form Aufklärung über die vielfältigen Formen von Sexualität bietet, ist sinnvoller als das Instrument des Verbotes", sagte Gundlach.

In dieser Woche geriet Katrin Göring-Eckardt bei der Frage ins Schleudern. Die grüne Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl hatte am Montag bei der Vorstellung eines Buches des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider umständlich versucht, keine klare Position zu beziehen, berichtete die "Welt": "Also ich würde jetzt sagen, natürlich kann man das so oder anders sehen, und würde auch immer akzeptieren, dass Andere eine andere Position haben", sagte sie – und dementierte, dass es bereits einen grünen Gesetzentwurf zum Thema gebe. Später erklärte sie, sie habe sich in dieser Frage geirrt und unterstütze natürlich das Vorhaben. Göring-Eckardt ist Präses der EKD-Synode, legte dieses Amt aber für die Zeit ihrer Spitzenkandidatur nieder.

Der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner nutzte die Debatte, um den Grünen "antikirchliche Positionen" vorzuwerfen: "Sie wollen den bekenntnisorientierten christlichen Religionsunterricht in Schulen abschaffen, sie wollen es zulassen, dass religiöse Bekenntnisse straffrei verunglimpft werden dürfen, und sie wollen Kruzifixe aus öffentlichen Gebäuden entfernen lassen", empörte sich Wagner. Daher sei Göring-Eckardt "besonders unglaubwürdig und an der Spitze der evangelischen Kirche nicht tragbar". Kirche und Grüne seien Gegensätze. Wagner hat in der unionsinternen Debatte um Homo-Rechte stets die Gleichbehandlung von verpartnerten Schwulen und Lesben mit verheirateten Heterosexuellen abgelehnt. (dk)

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Tags: ex-gays, grüne, homoheiler, konversionstherapie
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Reaktionen zu "Evangelikale laufen Sturm gegen Grüne"


 43 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
28.03.2013
15:38:45


(+11, 13 Votes)

Von Antikirche


"Sie wollen den bekenntnisorientierten christlichen Religionsunterricht in Schulen abschaffen, sie wollen es zulassen, dass religiöse Bekenntnisse straffrei verunglimpft werden dürfen, und sie wollen Kruzifixe aus öffentlichen Gebäuden entfernen lassen" - es wird endlich Zeit, daß genau dies eintritt! Weg mit allem Religiösen aus dem Alltag, Religion sollte nur noch Privatsache sein.


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#2
28.03.2013
15:40:49


(+11, 11 Votes)

Von Marek


Es ist doch ganz einfach:
diese Gehirnwäsche-Therapien sind nicht nur nicht erfolgreich, sondern sie verursachen schwerste psychische Schäden bis hin zum Selbstmord.

Deshalb müssen sie verboten werden. Punkt.

Dass die Evangelikalen dagegen Sturm laufen, ist mir klar. Das ist aber für die Entscheidung völlig irrelevant.


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#3
28.03.2013
15:41:51
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Nick


Nicht nur Jugendliche, alle Menschen auch Erwachsene müssen davor geschützt werden das Therapien in Deutschland die einer "Umpolung" zum Hetero ( was bei Schwulen eh nicht möglich ist, das geht nur bei Bisexuellen ansatzweise, in dem deren heterosexuellen Anteile gestärkt werden)
dienen sollen, finanziert werden!


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#4
28.03.2013
15:41:59


(+7, 9 Votes)

Von Sebi


Hoffentlich können sich die Grünen mit ihrer Idee durchsetzen und hoffentlich schließen sich andere Parteien auch an.

Diese fanatischen Homohasser, die uns lieber in den Selbstmord treiben, statt sich mit Vielfalt abzufinden, müssen endlich für immer gestoppt werden...


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#5
28.03.2013
15:50:43


(+10, 10 Votes)

Von Joonas


"Der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner nutzte die Debatte, um den Grünen "antikirchliche Positionen" vorzuwerfen"

Aha, wenn man die psychische Gesundheit von Menschen oder gar deren Leben retten will, ist man also für die CDU "antikirchlich"...

Wäre die Kirche weniger hasserfüllt, nicht anti-menschlich und Anti-Liebe, bräuchte man auch nicht "anti-kirchlich" zu sein...


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#6
28.03.2013
15:51:29


(+5, 13 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Hat da jemand Angst um seinen Markt? Die Evangelikalen sind also gegen den Vorschlag von Volker Beck. Wer hätte das gedacht?

Und Christean Wagner unterstellt den Grünen, kirchenfeindlich zu sein. So ein Witz. Mir sind die Grünen - und ich gehöre selbst dazu - viel zu kirchennah.
Im Sinne einer Trennung von Kirchen und Staat finde ich es äußerst problematisch, daß die Spitzenkandidatein Göring-Eckhardt derartig verquickt ist mit den Spitzengremien der Evangelischen Kirche. Auch wenn sie ihr Amt ruhen läßt.
Meine Wahl war und ist sie nicht, erst recht, wenn sie so herumschwurbelt, was eine eindeutige Position zum Thema Konversionstherapie betrifft. Diese Art Vergewaltigung von Geist und Körper gehört als Körperverletzung eingestuft und dementsprechend verboten. Und wenn schwule/lesbische Jugendliche mit ihrer Veranlagung zunächst nicht zurechtkommen, dann gehören sie mit Sicherheit nicht in die Hände von "Heilern", die ihre Heilungsversuche auf Basis von verquasten, aus der Bronzezeit stammenden Aussagen machen.
Nein, diese Spinner muß man zurückdrängen.

Link:
bundesbienen.info/bibelstunde-mit-dem-plauener-cdu
-stadtrat-dieter-blechschmidt/


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#7
28.03.2013
15:51:44


(-5, 13 Votes)

Von strudelbrain


Bezüglich der Äußerung von Katrin Göring-Eckardt zum Thema wäre es schön gewesen, ihr hättet euch einfach mal selbst mit ihr in Verbindung gesetzt, statt mal blindlings dem Artikel der Springer-Presse zu trauen.
Tatsächlich ist es so, dass sie in der Frage weder strauchelt noch ins Schleudern gerät oder anderweitig unklar ist. Im Gegenteil, sie hat da eine sehr klare Position pro Fraktionsantrag und viel mehr noch pro Homo-Rechte. Der betreffende Journalist der Welt hatte m.W. nur eine missverständliche und recht unsinnige Frage gestellt.


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#8
28.03.2013
15:51:45


(+8, 12 Votes)

Von Robin


"Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hält Konversionstherapien zwar für "problematisch", befürwortet aber nicht deren Verbot, wie EKD-Vizepräsident Thies Gundlach gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur "idea" erklärte."

--->

Die evangelische Kirche ist also auch nicht besser als die katholische Kirche. Alles dasselbe Pack.


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#9
28.03.2013
15:57:42


(+9, 11 Votes)

Von Aufklärung


Solche herabwürdigenden Menschenexperimente, einzig auf bürgerlich-christlicher Ideologie beruhend, sind nicht nur als psychische Vergewaltigung, sondern auch als mindestens versuchte Körperverletzung zu behandeln.

Wenn Menschen in dieser Gesellschaft tatsächlich das Gefühl haben, ihre Homosexualität unterdrücken ("verändern") zu müssen, ist dies einzig und allein Ergebnis gesellschaftlicher Unterdrückungsverhältnisse, die grundlegend überwunden werden müssen.

Das Verbot der Menschenexperimente mag dabei nur ein kleiner Bestandteil sein, aber ein absolut notwendiger.


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#10
28.03.2013
15:59:56


(+10, 10 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Homosexualität kann man genau so wenig ändern wie die Farbe der Augen. Was möglich ist, ist eine Verdrängung der (Homo)Sexualität.
Diejenigen aber, die ihre Homosexualität verdrängen, sind oft die größten Schwulenhasser und totunglückliche Menschen. Sie sammeln sich oft in evangelikalen Gemeinden und Kirchen (Baptisten, Adventisten, Freie Evangelische Gemeinde, Heilsarmee usw), aber auch in den Landeskirchen. Jeder einzelne von ihnen ist ein kleiner "unfehlbarer Papst", der mit dem Finger auf Bibelstellen zeigt und schreit: "Da steht es aber!!!" Diese Menschen kann man nicht überzeugen, man kann sie nur bekämpfen.


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