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  • 30.03.2013           46      Teilen:   |

Keine Gleichstellung von Homosexuellen

Ole von Beust: CDU verschreckt die Wähler

Artikelbild
Ole von Beust ist darüber "enttäuscht", dass seine Partei an der Diskriminierung schwul-lesbischer Paare festhält (Bild: Wiki Commons / Freud / CC-BY-SA-3.0)

In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" rechnet Hamburgs schwuler Ex-Bürgermeister mit der Anti-Homo-Politik seiner Partei ab.

Nach seinem Rücktritt als Hamburgs Erster Bürgermeister im Jahr 2010 hat sich Ole von Beust (CDU) aus der Politik zurückgezogen, arbeitet als Anwalt und Unternehmensberater. In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" mischte sich der schwule Altbürgermeister nun doch noch in den Unions-internen Streit um die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften ein – und übte dabei heftige Kritik an der Parteiführung.

"Die CDU-Spitze vermutet eine starke konservative Gruppierung, die sie mit einer offensiven Gleichstellungspolitik vergraulen würde und übersieht dabei, dass das selbst für die bürgerliche Klientel gar kein Thema ist", sagte von Beust. "Ich nehme den Ehen ja auch nichts weg. Die werden deshalb nicht schlechter gestellt." Wähler in den Großstädten schrecke man mit so einer Politik sogar ab, erklärte der 58-Jährige in dem Zeitungsinterview: "Für sie ist die Haltung zu dem Thema ein Indiz für die Offenheit einer Partei. Das macht es für viele sehr schwer, die CDU zu wählen."

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"Ich habe mir mein Schwulsein nicht ausgesucht"

Ole von Beust war von 2001 bos 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. - Quelle: Wiki Commons / E. S. Myer / PD
Ole von Beust war von 2001 bos 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. (Bild: Wiki Commons / E. S. Myer / PD)

Die moralische Reife einer Gesellschaft zeige sich darin, wie sie mit einer Minderheit umgeht, sagte von Beust der "Berliner Zeitung". In diesem Zusammenhang kritisierte er die Wortwahl einiger Parteifreunde: "Die Diskussion gerade in der CDU läuft auch verbal sehr verquast. Da heißt es oft, dass die Menschen ihren eigenen Lebensentwurf machen dürfen. Ob ich schwul bin oder nicht ist kein Lebensentwurf. Ich habe mir mein Schwulsein nicht ausgesucht."

Der Union warf der Ex-Bürgermeister auch einen schweren taktischen Fehler vor, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Gleichstellung im Steuerrecht abzuwarten. Nach dem Urteil werde wieder die Diskussion losgehen, wie rückständig die Union sei, kritisierte von Beust. "Die Fragen über Großstadtkompetenz und was eine moderne Partei auszeichnen muss, haben wir dann mitten im Wahlkampf. Und das ist schädlicher, als wenn man sich jetzt einen Ruck gegeben hätte."

"Es gibt nichts Konservativeres als die Ehe"

Es gebe nichts Konservativeres als die Ehe, erinnerte von Beust zudem seine Parteifreunde. "Mir hat noch keiner rational begründen können, warum es gegen konservative Prinzipien sein soll, wenn gleichgeschlechtliche Menschen feste Bindungen eingehen und genauso privilegiert werden wie Verheiratete."

Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust, genannt Ole, war von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Seine Homosexualität wurde allerdings erst 2003 publik, nachdem der damalige Innensenator Ronald Schill seinem Chef ein Verhältnis mit dem damaligen Justizsenator Roger Kusch unterstellt hatte – und ihn offenbar damit erpressen wollte. Von Beust entließ Schill und setzte Neuwahlen an, aus denen er mit einer absoluten Mehrheit als Wahlsieger hervorging – auf seine Homosexualität ging er jedoch nicht ein. Kurz nach der Schill-Affäre outete ihn sein 2007 gestorbener Vater in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". 2008 schmiedete von Beust das erste schwarz-grüne Bündnis auf Landesebene. (cw)

Links zum Thema:
» Das Interview in der "Berliner Zeitung"
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Tags: ole von beust, gleichstellung, homo-ehe, cdu
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Reaktionen zu "Ole von Beust: CDU verschreckt die Wähler"


 46 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
30.03.2013
13:51:48
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Nick


Recht hat er.
Aber trotzdem, warum hat er sich immer noch nicht von der CDU distanziert? Bequemlichkeit?
Schwule und CDU das passt wie ein Fisch aufs Fahrrad.
Natürlich haben auch Schwule das recht konservativ zu sein ( auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann) aber solange die CDU Homosexuelle nicht gleichberechtigt behandelt sollte jeder Schwule diese Partei meiden.


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#2
30.03.2013
13:55:51


(-6, 8 Votes)

Von MirosLove


Sei ihm verziehen, denn keiner trägt die Anzüge so sexy wie er.


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#3
30.03.2013
13:58:19


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Hurra, ein Vorreiter der Emanzipationsbewegung meldet sich zu Wort. ist sein widerlicher bester Freund und Ex-HH-Justizminister eigentlich mittlerweile für Kondome im Knast, oder sieht er er Aids immer noch als gerechte Strafe für Sodomie im Knast an?


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#4
30.03.2013
14:22:15


(+7, 9 Votes)

Von m123


Vergesst es, die CDU/CSU wird NIE von sich aus gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare schaffen. CDU/CSU machen das nur, wenn das Bundesverfassungsgericht sie dazu zwingt.

Mittlerweile bin ich sicher, dass "die Wilden 13" aus der Union nur eine Nebelkerze waren. Wenn man sich beispielsweise deren Abstimmungsverhalten anguckt, dann sieht man, dass die, obwohl die öffentlich bekundet haben für die Gleichstellung im Steuerrecht zu sein, einige sich bei den entsprechenden Abstimmungen nur enthalten haben und die meisten der Wilden 13 sogar gegen die steuerrechtliche Gleichstellung gestimmt haben.

Vergesst es, die Union wird uns nicht von sich aus gleiche Rechte geben. Und das liegt auch und vor allem an Merkel. Die Frau will uns diskriminieren und es ist ihr egal welche Rechte wir haben, Hauptsache sie bleibt weiter an der Macht.

Und jetzt sagt FDP-Chef Rösler ja auch schon, dass die FDP jetzt auch auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil warten will und die FDP der Union immer treu bleiben wird. Da sieht man dass Macht der FDP viel wichtiger als Menschenrechte und Grundrechte sind.

Und vergesst nicht, die Union LÜGT sogar gegenüber der Bevölkerung, indem sie Artikel 6 Absatz 1 GG ständig falsch zitiert und behauptet, dass da drinstünde dass die Ehe gegenüber anderen Lebensformen zu privilegieren sei. Das stimmt aber nicht! Und wer schon so dreist lügt, der WILL uns solange wie möglich diskriminieren.

In meinen Augen ist hier das Bundesverfassungsgericht die Kraft, die einfach so schnell wie möglich gleiche Rechte herstellen MUSS. Gleiche Rechte können nicht warten. Meiner Ansicht nach MUSS das Bundesverfassungsgericht auch mal was zum Verhalten der Bundesregierung sagen. Es kann ja nicht sein, dass die Regierung eine bestimmte Bevölkerungsgruppe willkürlich herauspicken kann, und dieser Bevölkerungsgruppe ohne sachlichen Grund gleiche Rechte voernthält. Die Gerichte MÜSSEN handeln, aktiv werden und dieser Diskriminierungspraxis einen Riegel vorschieben und die Bundesregierung scharf rügen. Das wäre Gerechtigkeit.


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#5
30.03.2013
14:25:09


(-13, 17 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Wie schön und beruhigend, daß es auch nach der medialen Vernichtung von Guti in der deutschen Politik noch traditionsbewußte Menschen mit guten Manieren gibt, die politische Diskussionen auf hohem Niveau halten und so "den Tag retten". Sollten wir tatsächtlich im September eine absolute Mehrheit erhalten, dann nur dank solchen Persönlichkeiten wie Freiherr von Beust.


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#6
30.03.2013
14:31:18


(0, 6 Votes)

Von BesserAlsMerkel


Der perfekte Kandidat für das Bundeskanzleramt.


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#7
30.03.2013
14:51:58


(+6, 8 Votes)

Von fink


>"Nach dem Urteil werde wieder die Diskussion losgehen, wie rückständig die Union sei, kritisierte von Beust."

na, das hoffe ich doch von ganzem herzen!

es mag ja sein, das die union bei vielen konservativen wähler_innen punktet, indem sie sich der gleichstellung in den weg stellt.

zu ergänzen bleibt hier erstens, dass sie keineswegs nur diese konservativen stimmen sozusagen passiv bedient, sondern dass sie immer noch aktiv zu einer reaktionären, homophoben haltung beiträgt. verharmlosen wir die aktuelle haltung also bitte nicht als nur passives aufgreifen von bereits bestehender homophobie.

zweitens bin ich sicher, dass das herumgeiere (erst angebliche öffung, dann hilfloses hin-und-her und als krönung ein sehr unsympathisches "basta") auch bei unionswähler_innen negativ ankam.

hoffen wir also, dass die rechnung für die union möglichst negativ aufgeht.

zu badhomburg: guttenberg wurde nicht "medial vernichtet", wie du in unverständlichem mitleid behauptest, sondern er hat mit seiner doktorarbeit betrogen und - was ich noch schlimmer finde - die öffentlichkeit bewusst belogen, als es langsam rauskam.
die hübsche guttenberg-satire auf sat1 kann man hier noch mal ansehen:

Youtube-Video:


seitdem ich das gesehen habe, kann ich merkel nicht mehr angucken, ohne an katharina thalbachs unfassbar komische "kanzlerin murkel" zu denken...


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#8
30.03.2013
14:58:11
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von daVinci6667
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Antwort zu Kommentar #4 von m123


Recht hast du!
Nur hier irrst du gewaltig:

"Es kann ja nicht sein, dass die Regierung eine bestimmte Bevölkerungsgruppe willkürlich herauspicken kann, und dieser Bevölkerungsgruppe ohne sachlichen Grund gleiche Rechte voernthält"

Doch kann sie! Und zwar selbst bei denen die am meisten auf unseren Schutz angewiesen sind, nämlich den Kindern:

"Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen..."

Somit können sadistische Eltern ihrem Jungen ungestraft damit drohen ihn rituel beschneiden zu lassen, wenn er beispielsweise mit schlechten Noten nach Hause kommt!

Oder eben weil die Eltern ihn nach einem Coming-out bestrafen wollen!

Das Gesetz begrenzt seine Wirkung leider nicht mal auf jüdische oder muslimische Jungen!

Ich hoffe auch hier sehr auf eine Korrektur durch das Bundesverfassungsgericht.


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#9
30.03.2013
15:13:04
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Aus Bad Homburg


" Sollten wir tatsächtlich im September eine absolute Mehrheit erhalten, dann nur dank solchen Persönlichkeiten wie Freiherr von Beust."

Ein Freiherr der die Union zu absoluter Mehrheit führt!

Danke! Nun kennen wir alle deine feuchten Träume. Du schlägst hier alle! Was für eine Perversion!

Alle auch nur noch ein bisschen normal gearteten schütteln sich gerade vor Ekel und Abscheu!

Was wäre das für ein Albtraum. Da wären dann mit Sicherheit ungarische Verhältnisse vorprogrammiert!


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#10
30.03.2013
15:14:23


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wahre Worte!


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