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Markenzeichen runde Brille: Kardinal Rainer Maria Woelki ist seit 2011 Erzbischof von Berlin (Bild: Erzbistum Berlin)

Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sprach sich der Berliner Erzbischof erneut gegen die Homo-Ehe aus, will für die Bundestagswahl aber keine Empfehlung abgeben.

Im Streit um die Homo-Ehe will sich die Katholische Kirche nach den Worten von Kardinal Rainer Maria Woelki aus der Parteipolitik zurückhalten. Eine Wahlempfehlung für oder gegen eine Partei werde es trotz der eindeutigen Ablehnung einer Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben nicht geben, sagte der Berliner Erzbischof in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".

Anlass der Äußerung: Am 22. September 2013 wird ein neuer Bundestag gewählt. In ihren Parteiprogrammen unterstützen SPD, FDP, Grüne, Linke und Piraten die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht – nur CDU/CSU sind dagegen.

"Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt auf die sakramentale Beziehung zwischen Mann und Frau. Ich wende mich insofern sehr eindeutig gegen eine Ausweitung des Ehe- oder Familienbegriffes", sagte der Kardinal einerseits. Andererseits stellte er klar: "Ich gebe keine Wahlempfehlungen und bewerte keine Parteiprogramme. Für uns als Kirche sind der Schutz des Lebens und der besondere Schutz von Ehe und Familie genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit." In allen demokratischen Parteien seien Christen engagiert, so Woelki. "Genauso muss jeder Christ selbst entscheiden, welche Partei er wählt."

Vom homophoben Hardliner zum Respektpreis-Kandidaten


Bereits kurz nach Amtseinführung traf sich Woelki mit dem LSVD zum Kaffeeklatsch (Bild: Erzbistum Berlin)

Rainer Maria Woelki gilt seit seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof im Jahr 2011 als vergleichsweise liberaler Vertreter der Katholischen Kirche. Noch in seiner Zeit als Weihbischof in Köln hatte er allerdings Homosexualität als "Verstoß gegen die Schöpfungsordnung" verdammt und einem Mann die Diakonatsweihe nur deshalb verweigert, weil der acht Jahre zuvor in einem Aufklärungsbuch den ketzerischen Satz "Es gibt auch Männer, die Männer lieben" veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).

In der Hauptstadt traf sich Kardinal Woelki bereits kurz nach Amtsantritt mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands zum Kaffeeklatsch (queer.de berichtete). In einem Fernsehinterview räumte er ein, ein Homosexueller sei wie jeder andere "ein Mensch, der liebenswert ist, ein Ebenbild Gottes" (queer.de berichtete). Allerdings sei es nicht Ordnung, die Sexualität auch auszuleben, weil gleichgeschlechtliche Handlungen "gegen das natürliche Gesetz verstoßen und deshalb von unserer Glaubensüberzeugung her nicht gebilligt werden können." (queer.de berichtete).

Im vergangenen Jahr war Woelki in einer umstrittenen Entscheidung des Berliner Bündnisses gegen Homophobie für den Respektpreis nominiert worden – der Erzbischof lehnte jedoch bereits im Vorfeld ab (queer.de berichtete). (cw)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 StretchingmasterProfil
  • 31.03.2013, 14:43hEssen / Holsterhausen
  • Das wäre ja noch schöner wenn er vorschreiben würde wen wir zu wählen haben oder welches Parteiprogramm gut oder schlecht ist.

    Das meine ich mit Trennung von Staat und Kirche.

    Die Kirche hat es absolut nichts anzugehen wer im Bundestag sitzt und was für eine Politik die machen.

    Schönen Tag noch
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#2 TheDadProfil
  • 31.03.2013, 15:29hHannover
  • Wie chic..

    Aber kein Mensch braucht wirklich eine Wahlempfehlung durch "Gottes Bodenpersonal"..

    Wahlen sind frei und geheim..

    Diese überflüssige Indoktrination der Schäfchen durch die "Rhetorik-Terroristen" der RKK ist so notwendig wie eine Pickel am Arsch..

    Die Herde weiß doch eh wen sie wählen muß um ihr Reich der Hirngespinste vor weiteren Angriffen der Freiheit auf ihre Enklave der Apardheit wenigstens oberflächlich zu beschützen..

    Wer sich hinstellt und offen ein "Recht auf Diskriminierung" fordert gehört eingesperrt und seiner Ämter und Privilegien entledigt..

    Längst geht es diesen Herren der Demagogie doch nicht mehr um die Verteidigung ihres Glaubens..
    Allerorten verspüren sie den Machtverlust, das wegbröckeln ihrer Schafherde an allen Ecken und Enden, die nie Schafherde war, sondern das Wolfsrudel, das sich parasitär in die Gesellschaft hineinfraß, um sie hernach von innen heraus als "naturgegebene Führer" in einem von Arrganz bestimmtem Gefühl der "allumfassenden Weisheit und Wahrheit" auszupressen, und sich des einzigen Kapitales zu bemächtigen, über das jeder Erdenmensch von Anfang an verfügt :
    Dem freiem Willen..

    """Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt"" bezeugt die Engstirnigkeit und Eindimensionailtät der Vorstellungskraft von Menschen, die die Botschaft ihrer eigenen Religion so oft verbogen haben das sie bequem in ihre kleinen Geister paßt..

    Wer sich für den Schutz ungeborenen Lebens stark macht, von sozialer Gerechtigkeit faselt, aber die eigenen Angestellten unterdrückt und das geborene Leben anderer nicht respektiert, ist mehr als nur unglaubwürdig..

    Engagement von Christen reduziert sich nach dem Willen der RKK auf rein "christliche Werte", die es nicht Wert sind die Gesellschaft entscheidend zu prägen, so lange nicht alle Menschen in dieser Gesellschaft über die gleichen Rechte verfügen, und so lange nicht alle Christen dies fordern und durchsetzen..

    Alle heißt hier, vor allem die Herren in den Kirchen die den Laien vorschreiben wollen was zu wählen ist und wie Mann leben soll..
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#3 Aus Bad HomburgAnonym
  • 31.03.2013, 15:36h
  • Sehr klare und schöne Osternbotschaft Seiner Eminenz an alle, die noch nicht wußten: die Kirche ist weder rechts noch links, sie vermittelt in dieser Welt das Evangelium und das Wort Gottes. Im Vergleich dazu ist die Homo-Ehe eher ein Neben-Thema, das im Moment für ca. 20 Länder der (westlichen) Welt wichtig ist - also bei weitem kein "Ausmaß der Dinge".
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#4 VolumeProProfil
  • 31.03.2013, 15:49hMönchengladbach
  • Wenn Herr Woelki sagt, dass im sakramentalen Zusammenhang eine Ehe nur zwischen Frau und Mann bestehen kann, dann ist das ja in Ordnung, denn diese Regelung ist katholisches Vereinsrecht.

    Aber der Spaß hört da auf, wo er mit seiner Definition von Ehe versucht den deutschen Gesetzgeber zu beeinflussen, dann das ist eine Einmischung ins Zivilrecht. Ins Zivilrecht hat sich kein katholischer Bischof einzumischen. Eine Zivilehe ist immerhin noch Sache des Staates und hat mit dem Sakrament nichts zu tun.
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#5 Fred i BKKAnonym
  • 31.03.2013, 16:04h
  • Antwort auf #3 von Aus Bad Homburg
  • ....trau du einem Pfaffen.....
    ich kenne noch die Sonntagspredigten mit der unverhohlenen Werbung fuer die CDU-CSU ..von der Kanzel
    Meine Mutter sass auf der Frauenseite mit Kopftuch ,ich mit Vater auf der Maennerseite fast wie im Islam...
    damals war ich in der Kath.Jugend, dann bei der Jungen Union ....als ich den Wehrdienst aus religiosen Gruenden verweigert habe ...habe ich die schwarz-braune Bande kennengelernt...
    geh doch nach drueben...Kommunist ...Vaterlandverraeter..waren die harmloseren Aeusserungen meiner Christusbrueder....
    als ich mich mit 20 geoutet habe....war ich die
    Perverse Sau ...der Arschficker ...
    seit dem weiss ich ...wo meine Feinde stehen..
    in ihren vom christlich Aberglauben verblendeten Hirnen hat sich nicht echt was veraendert....und die Amtskirche, ein seit 2000 Jahren verlogener ,bigoter Verein der die Weltmacht anstrebt
    (gute Beitraege z.Z. in TV)....kann der Teufel holen ..mit dem Unheil was sie angerichtet haben und immernoch tuen...
    Ich bin nun ein alter Mann ....und ich wundere mich ueber die Einfaeltigkeit.derer welche der Bande die Stange halten.....
    sie sind wie Schafe die ihrem Metzger die Fuesse lecken.....
    bin froh heute in einem Land zu leben ,wo die wenigen Christen und Muslime nur als Sekte gelten ..hoffe dass dieser Status sich nie aendert
    den Menschen zu liebe...
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#6 est egaleAnonym
#7 m123Anonym
  • 31.03.2013, 16:33h
  • Ich hab heute nacht von einer absoluten Trennung von Staat und Kirche geträumt. Und als ich dann aufgewacht und auf queer.de gegangen bin, wusste ich, dass es nur ein schöner Traum war. :(

    Die "zweite" deutsche Bischofskonferenz findet jedes Jahr in der Parteizentrale der CDU statt:

    www.cdu.de/archiv/2370_35557.htm

    Das ist leider die traurige Realität...
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#8 Aus Bad HomburgAnonym
  • 31.03.2013, 16:35h
  • Antwort auf #5 von Fred i BKK
  • Alles ändert sich: die Städte, die Jahreszeiten, die Bräuche, so auch die Menschen. Warum sollte das auch für die Kirche nicht gelten ? Ich bin eigentlich jetzt aus Fulda zurückgekehrt, wo im Dom St. Salvator eine wunderschöne Osternpredigt gehört habe - darin war die Rede über den Sinn bzw. den Platz der Nächstenliebe im Alltag, aber nichts über die Homo-Ehe oder ähnliches. Dasselbe kann ich auch über alle anderen Kanzelreden sagen, die ich je im Leben gehört hatte. Das Thema wird, so mein Eindruck, hier in Deutschland generell überschätzt und etwas künstlich in bzw. von den Medien (die vergöttern bekanntlich Kontroversen aller Art, je heftiger, desto besser) als "Gegenentwurf" zu der kirchlichen Mission dargestellt. Frohe Ostern !
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#9 finkAnonym
  • 31.03.2013, 17:00h
  • Antwort auf #8 von Aus Bad Homburg
  • >"Das Thema wird, so mein Eindruck, hier in Deutschland generell überschätzt"

    das finde ich allerdings auch. einfach das kirchengeschwafel ignorieren, wie es sein soll, die ehe öffnen, wie es sein soll, und gut is.

    die "argumente" sind seit jahren alle ausgetauscht.

    aber wer spielt das thema denn bitte hoch? würden nicht einige reaktionäre - darunter die funktionäre der kirche/n und die union - das thema so furchtbar hochjodeln und sich der gerechtigkeit in den weg werfen, dann könnten wir diese frage längst abhaken.
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#10 Katrin
  • 31.03.2013, 17:30h
  • Aber sicher hat der Pfaffe einen Wahlaufruf für die Union abgegeben. Er sagt doch ganz klar, dass die RKK gegen die Gleichstellung von Homosexuellen ist und baut so indirekt, aber sehr deutlich eine Sympathiebekundung für die Union auf. Es wissen doch schliesslich alle, dass die Union gerade sehr öffentlichkeitswirksam über die Gleichstellung debattiert hat. Eigentlich ist dies sogar ein Verstoss gegen das Kartellrecht.

    Interessant auch die Betonung, dass in allen demokratischen Parteien Christen engagiert sind. Das trifft offensichtlich nur auf die C- Pateien zu, alle anderen Parteien haben sich keinen direkten christlichen Auftrag gegeben. Na ja, die Grünen mit ihrem Dreiergestirn könnten jetzt bedingt im Sinne von Mehrheitsbeschaffern der RKK gerade noch als demokratische Partei durchgehen.

    Das ist natürlich und ganz klar eine Wahlaussage zugunsten christlicher Parteien. Und dieser Mann verlebt auch noch meine Einkommensteuer und das ganz prächtig für solche Propaganda.

    Hätten die Urchristen gewusst, was sie mit dem Grabraub vor 2000 Jahren der Welt von heute angetan haben, sie hätten die Leiche in Frieden ruhen lassen.
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