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  • 02.04.2013           99      Teilen:   |

Altmaier gegen "schrille Einzelgruppen"

Artikelbild
Bundesumweltminister Peter Altamaier hat nicht nur Schwierigkeiten mit dem Atommüll, sondern kann sich auch nicht zu einer Haltung bei Homo-Rechten durchringen (Bild: Oliver Weckbrodt / flickr / cc by 2.0)

So verklausuliert wie über seine sexuelle Orientierung redet Peter Altmaier auch über Homo-Rechte: Der Umweltminister warnt die CDU davor, "schrillen Einzelgruppen" hinterherzulaufen.

Zu Update springen: Altmaier erklärt seine Äußerung und verunglimpft LGBT-Aktivisten. (19:20h)

In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Montag an seine Partei appelliert, keinen "Lager- oder Stammwählerwahlkampf" zu betreiben. Weiter erklärte er: "Man sollte aber auch nicht schrillen Einzelgruppen hinterherlaufen". Mit dieser Formulierung bezieht er sich offensichtlich auf CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der davor gewarnt hatte, der "schrillen Minderheit" von Schwulen und Lesben gleiche Rechte zuzubilligen (queer.de berichtete).

Altmaier erklärt nicht, ob er – wie im Unions-Jargon üblich – mit "schrill" Homosexuelle meinte. Einer der Interviewer kommentierte die Aussage jedoch mit den Worten: "CSU-Generalsekretär Dobrindt wird erleichtert sein". Daraufhin sagte Altmaier, dass die Union einen programmatischen Anspruch formulieren sollte, "der für eine Mehrheit der Menschen akzeptabel ist". Weitere Fragen uns Aussagen zum Thema enthielt das Interview nicht.

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Altmaier "unverheiratet und allein"

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt will die Union als Partei der nicht-"schrillen" Heterosexuellen erhalten
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt will die Union als Partei der nicht-"schrillen" Heterosexuellen erhalten

Altmaier hatte nach seinem letztjährigen Amtsantritt als Bundesumweltminister in Homestorys sein Privatleben in den Medien präsentiert und erklärt, dass er "unverheiratet und allein" durchs Leben gehen müsse. Daraufhin kritisierten vereinzelt Aktivisten und Journalisten den Minister, weil er als schwuler Abgeordneter keine Ehe eingehen dürfe, sondern sich nur verpartnern könne, und daher die Öffentlichkeit in die Irre führe. Zudem habe er es in der Hand, dazu beizutragen, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben zu beenden. Bislang hat er sich jedoch nicht öffentlich für eine Gleichstellung engagiert und klare Aussagen zum Thema verweigert.

In der Union schwelt derzeit eine Debatte um die Zukunftsfähigkeit der Partei. Viele Abgeordnete aus den Großstädten fordern hier eine Öffnung zu moderneren Ansichten, dabei wird insbesondere das Thema Gleichbehandlung von Homosexuellen als Beispiel genannt. In Städten hat die CDU in den letzten Jahren immer mehr an Einfluss verloren: So konnte vor knapp einem Monat ein schwuler SPD-Kandidat den Bürgermeistersitz in Wiesbaden für seine Partei zurückerobern (queer.de berichtete). Zuvor hatten die Christdemokraten bereits Stuttgart an die Grünen verloren.

Am Wochenende hatte der ehemalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) kritisiert, dass die Union Schwule und Lesben weiter diskriminieren wolle. Das sei für das bürgerliche Klientel eigentlich kein Thema, mache es aber vielen schwer, die CDU zu wählen (queer.de berichtete). Hamburg wird seit 2011 ebenfalls wieder von der SPD regiert. (dk)

 Update  19.20h: Altmaier erklärt seine Äußerung und verunglimpft LGBT-Aktivisten.
Am späten Dienstagnachmittag wehrte sich der Umweltminister gegen den Vorwurf der Homophobie. "Wer mir unterstellt, ich hätte mit 'schrillen Einzelinteressen' zum Beispiel gleichgeschlechtliche Partnerschaften gemeint, liegt voll daneben", erklärte Peter Altmaier auf Twitter. "Mit 'schrillen Einzelinteressen' meinte ich die, die Politik nur unter dem Gesichtspunkt persönlicher Betroffenheit und Interessen sehen", so der Umweltminister. "Das sind Pressuregroups, die ihre Zustimmung zu einer Partei meist nur von einer einzigen Frage abhängig machen, egal, ob Steuersenkung, Verhinderung einzelner Projekte (S21) oder Erfüllung dezidierter Forderungen." Volksparteien seien "keine Automaten, bei denen man oben eine Stimme einwirft und unten eine bestimmte Maßnahme rauskommt", so Altmaier. "Ich meinte übrigens auch die Intoleranz derer, die bei jeder abweichenden Position sofort einen Shitstorm entfachen."

Links zum Thema:
» Das Interview bei welt.de
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Tags: peter altmaier, alexander dobrindt, cdu
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Reaktionen zu "Altmaier gegen "schrille Einzelgruppen""


 99 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.04.2013
13:22:26


(+12, 14 Votes)

Von goddamn liberal


Hmmm...

Timm Johannes hat uns den doch als trotzigen Kämpfer für unsere Rechte verkaufen wollen.

Jetzt stellt sich heraus, dass er genauso verbogen, verlogen und leztlich auch verfassungswidrig ist wie der Rest seiner klerikal-reaktionären Partei.

Wundert das jemand?


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#2
02.04.2013
13:47:58


(+9, 11 Votes)

Von TheDad
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Mann kann nur davor warnene solchen "schrillen Einzelpersonen" nachzulaufen, die nichts, aber auch rein gar nichts für die Menschen machen, von denen sie gewählt wurden..

Alleine seine Unweltpoltik führt zum Anwachsen der Unternehmergewinne der Strom-Monopolisten und arbeitet still und heimlich gegen die Energiewende, da sie Großunternehmen bevorzugt, und kleine ökologische Nischen- Produkte und Initiativen benachteiligt..


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#3
02.04.2013
13:58:39


(-4, 6 Votes)

Von Seitenverhältnis


Wirklich schrill geht es momentan eigentlich nur in den Extremisten-Einzelgruppen zu, die mit Schreckensgeheul den Untergang der Zivilisation ankündigen. Denen sollten die Parteien allerdings definitiv nicht hinterherlaufen.

Die haben wohl nur Glück, dass ihre Kapazitäten für eine gründliche Selbstreflektion vermutlich nicht reichen, sonst könnten sie endgültig in einen Schockzustand der Orientierungslosigkeit verfallen:

Link zu www.heise.de



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#4
02.04.2013
14:05:18


(+8, 8 Votes)

Von gatopardo
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Nun ist er ja schon rein optisch nicht unbedingt ein Adonis, weshalb sich kaum jemand für seine sexuellen Neigungen interessiert. V.Beust,Wowereit und Westerwelle sind deutlich attraktiver und daher mehr Vermutungen und Gerüchten ausgesetzt gewesen. Deutsche Hetero-Freunde von mir sind dann auch aus allen Wolken gefallen, dass man bei ihm Homosexualität vermutet.


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#5
02.04.2013
14:10:27
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von daVinci6667
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SCHRILL! Und EINZELGRUPPE!

Übersetzt heisst schrill nicht einfach nur schwul. Davon bin ich überzeugt.

So lange einer brav den Hetero macht, lassen die das gerade noch durchgehen. Das halten die für modern. Und dann ist einer noch nicht schrill.

Das ist einer erst, wenn er sich outet und auch Rechte verlangt. Das ist gar nicht gerne gesehen!

Und diese "bösen", "aufmüpfigen" "Queerulanten" sind für diese Partei dann SCHRILL und müssen marginalisiert werden. Deshalb wird die EINZELGRUPPE so gerne betont.

Alles fein von Kommunikationsexperten durchdacht. Perfekt ist das natürlich wenn ein schwuler Unions-Klemmi das sagt.

Damit wollen sie mitteilen, gute, brave Schwule gehören in den Schrank, böse, selbstbewusste werden von uns kaputt geschrillt!


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#6
02.04.2013
14:14:07


(-11, 13 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Rein wahltaktisch betrachtet sind die Äußerungen Altmaiers nachvollziehbar.
Die Zielgruppe der CDU ist der konservative Teil der Bevölkerung. Für diese Leute ist gerade das Thema Ehe und Familie stark emotionsgeladen.
Würde die CDU der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zustimmen, würden Tausende von CDU-Wählern zu Parteien rechts von der CDU abwandern. Dagegen braucht nur jeder CDU-Politiker ab und zu einen Blick in queer.de werfen, um zu sehen, dass bei den Schwulen so gut wie keine Wählerstimmen für die CDU zu holen sind, denn selbst wenn die CDU der Öffnung der Ehe zustimmen würde, kämen aus der LGBTI-Ecke sofort wieder weiterführende Forderungen wie Ehe zu dritt usw.
Schwule und Lesben sollten dankbar sein, dass die CDU nicht noch härteres Kaliber auffährt!
(Achtung: Ich bin kein CDU-Wähler!!! Ich versuche nur die Gedanken der Wahlstrategen in dieser Partei nachzuvollziehen.)


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#7
02.04.2013
14:27:56


(+5, 7 Votes)

Von advocatusdiaboli
Antwort zu Kommentar #6 von Thorsten1


ich scheide alles


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#8
02.04.2013
14:30:38
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von daVinci6667
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Antwort zu Kommentar #6 von Thorsten1


"Schwule und Lesben sollten dankbar sein, dass die CDU nicht noch härteres Kaliber auffährt!"

????

175 er wieder einführen????
Du Angsthase! Geht's noch? Dann wäre die Union auf NPD-Kurs. Das wäre fatal für sie!

Rein wahlstrategisch ist der jetzige Kurs für Landgebiete leider richtig. In den Städten und bei aufgeklärten Konservativen (die gibt's auch!) besteht allerdings die Gefahr des Zuhausebleibens. Darauf hoffe ich sehr.


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#9
02.04.2013
14:31:59


(+6, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von daVinci6667


Dabei wird die Dummheit der selbsternannten "Kommunikationsexperten" erneut sichtbar..

Das paradoxe in den erfundenen Begrifflichkeiten :

Einzelgruppen..

Entweder ist etwas einzeln, oder es tritt in einer Gruppe auf..

Das ist ebenso irrwitzig wie "Club Robinson" oder "Individualreisen" mit der Bahn und Bus..

Selbst der "Individualverkehr" in den Städten verklärt sich spätestens im morgentlichem Verkehrsstau zur Farce..

Der Versuch gesellschaftlich relevante Gruppen sprachlich zu Singularisieren, und damit einer Bedeutungslosigkeit zuzuführen ist so alt wie die Geschichte der Politik, und stellt den Bodensatz dar auf dem Resentiments und Vorurteile vortrefflich wachsen und Gedeihen..

Universelle Begriffe wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Rechte, Menschenrechte lassen keine Singularisierung und keine Gruppenbildung zu..
Sie sind allumfassend..


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#10
02.04.2013
14:58:00


(+10, 12 Votes)

Von Sebi


Ist doch logisch:
solche verklemmten Schrankschwestern werden entweder Priester um Kinder zu missbrauchen oder sie treten der Union bei um sich selbst zu verleugnen und gegen andere Schwule, die kein Problem mit sich selbst haben, zu hetzen...

Die CDU/CSU muss endlich weg!!!!


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