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  • 28. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Schottlands Hauptstadt mit ihrer georgianischen Architektur stimmt melancholisch. Mit Bier und Cider heitert man sich wieder auf.

Von Roberto La Pietra

Das Flugzeug befindet sich im Landeanflug auf Edinburgh. Glücklich, wer sich beim Einsteigen einen Fensterplatz auf der linken Seite gesichert hat, denn meistens wird man hier mit einem fantastischen Ausblick auf die Hauptstadt Schottlands begrüßt. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Das ist nämlich auch in dieser Ecke Großbritanniens berühmt-berüchtigt. Doch wer Edinburgh besucht, ist keineswegs auf das Wetter angewiesen – es sei denn er reist im August an, wenn das jährliche Kunstfestival stattfindet und sich die halbe Stadt in eine Open-Air-Bühne verwandelt.

Der Flughafen Turnhouse liegt nur rund zwölf Kilometer von der Metropole entfernt - somit ist man im Handumdrehen in der 400.000-Einwohner-Metropole. Das "Athen des Nordens", wie Edinburgh oft genannt wird, wartet mit einer Fülle an Kulturangeboten und monumentaler alter Architektur auf. Die georgianische, dunkle Bauart der Stadt stimmt ein wenig melancholisch – aber diese mystische Stimmung steht Edinburgh vorzüglich.

Zentrum der Stadt ist New Town: Auf der Princes Street kann geshoppt werden, was das Zeug hält, und auf der George Street und in ihren Nebenstraßen wird das leibliche Wohl hoch gehalten. Die Bankzentralen sind umgezogen und haben ihre Bauten im Georgian Style mit Säulen und Treppchen den Nachtschwärmern und Schlemmern überlassen. So findet man hier Cocktail-Bars vom feinsten und klassisch, wie es sich gehört, Tea-Rooms für den Nachmittags-Imbiss. Wer sich in den Seitenstraßen umsieht, stößt auf etliche schnuckelige, aber gleichzeitig edle Restaurants. Südlich von New Town befinden sich die Princes Street Gardens. Über der schluchtartigen Parkanlage thront Edinburgh Castle, das Wahrzeichen der Stadt, das fast kein Besucher auslässt. Von hier oben aus lässt sich Edinburgh mitsamt der Meeresenge Firth of Forth hervorragend überblicken. Unterhalb der Princes Street Gardens geht es steil bergauf zur Old Town. Die Straßen sind hier verwinkelt und das wahre schottische Flair entfaltet sich. Neben der Royal Mile, die zum Castle führt, befindet sich hier auch die Uni. Deswegen wimmelt es rund um den Grassmarket nur so von alternativen Kneipen.

Wer schon immer mal den Drehort des Kultfilms "Trainspotting" sehen wollte, ist übrigens ebenfalls in Edinburgh an der richtigen Adresse. Leith heißt der Stadtteil nordöstlich der Princes Street. Rund um das Einkaufszentrum "Ocean Terminal" beginnt eine große Sanierungswelle, die die Gegend in den nächsten Jahren zu einem begehrten Wohnviertel machen wird. Gemächlicher geht es in einigen Seitenstraßen des Leith Walks zu, wo dutzende gemütliche Guest Houses und Bed & Breakfast Pensionen in georgianischen Reihenhäusern darauf warten, ihre Gäste mit herzhaftem britischem Frühstück zu bewirten.

Doch irgendwann wird es Abend in der schottischen Hauptstadt. Das schwule Nachtleben Edinburghs ist eher kompakt: Es beschränkt sich im Großen und Ganzen auf die Umgebung des Picardy Place, der ebenfalls Teil der Hauptachse Leith Walk ist. Hier befindet sich zum Beispiel "Planet Out", auch "PO" genannt - eine gemischte Kneipe für jung und alt. Nur ein paar Häuser weiter gibt es das "Habana", in dem sich vor allem am Wochenende auf zwei Etagen die Leute drängen und zur britisch-spaßigen Pop-Mucke tanzen. Auch hier fällt auf, dass sich die Kundschaft nicht nur auf einen Typ beschränkt. Hier findet sich jeder Stil, jedes Alter und jedes Geschlecht.

In der Broughton Street ist das "Blue Moon Café" empfehlenswert, hier gibt’s auf mehreren Etagen sowohl ein Restaurant als auch eine Bar. Ein paar Schritte weiter ist das "Sola Café", das eher was für die weiblichen Besucher ist – ein kleines Café, das von außen eher wie ein gemütliches großes Wohnzimmer aussieht. Wer sich in den Kneipen mit Hilfe einiger süffiger Pints mit Bier oder Cider warm getrunken hat, zieht weiter ins beliebte "CC Blooms". Das ist praktisch die hiesige Hauptdisco der Szene, die zwischen dem erwähnten "Planet Out" und "Habana" liegt. Am Wochenende ist "CC Blooms" auch eher "packed", also voll, und die Musik ebenfalls Mainstream.

Diese Stimmung macht’s dem Auswärtigen dann auch leichter, mit den Schotten anzubandeln. Die können nämlich ein bisschen reserviert sein. Aber wenn sie erst mal ein wenig aufgetaut sind, dann sind sie definitiv ein lustiges und gesprächiges Völkchen. Neben "CC Blooms" gibt’s in Edinburgh einige Clubs, die wöchentlich oder monatlich Gay Regulars anbieten. Da sich diese häufig ändern, blättert man am besten durch die vielen Flyer und Veranstaltungsmagazine, die in ganzer Bandbreite gratis im "Planet Out" ausliegen.

Flüge in die schottische Hauptstadt gibt’s zum Beispiel bei EasyJet ab München, Köln, Dortmund und Berlin Schönefeld über die Londoner Flughäfen Stansted, Gatwick und Luton. Wer lange vorausplant, kann sich Tarife für rund 130 Euro für Hin- und Rückflug inklusive Steuern sichern.

29. Oktober 2004