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Dieses Bild vom schwangeren Thomas Beatie ging 2009 um die Welt

Als "schwangerer Mann" machte der amerikanische Transmann Thomas Beatie vor wenigen Jahren weltweit Schlagzeilen – nun verweigert ihm ein konservativer Richter die Scheidung von seiner Ehefrau.

Der 39-Jährige darf sich nicht im US-Bundesstaat Arizona von seiner Ehefrau scheiden lassen, weil Bezirksrichter Douglas Gerlach letzte Woche anzweifelte, ob Beatie wirklich ein Mann ist. Gerlach erklärte, dass Arizona keine gleichgeschlechtlichen Ehen anerkennt und Beatie keine ausreichenden Beweise vorgelegt habe, die ihn als Mann ausweisen, berichtet der Lokalsender KNXV. Damit habe er nicht das Recht, das Paar zu scheiden.

Beatie ist als biologische Frau geboren worden und hat sich vor 13 Jahren einer Brustoperation und einer Hormonbehandlung unterzogen, seine weiblichen Geschlechtsorgane blieben allerdings auf eigenen Wunsch erhalten. Vor neun Jahren hat er dann seine Frau Nancy in Hawaii geheiratet. In diesem Bundesstaat ist er als Mann anerkannt. Weil Nancy keine Kinder zur Welt bringen konnte, bot er sich an: Seine erste Tochter gebar er 2009, begleitet von einem großen Medienhype (queer.de berichtete). Seine Frau Nancy und er waren über Jahre gern gesehene Talkshowgäste. In einer Fernsehsendung erklärt er im Vorfeld der ersten Geburt, es sei kein weibliches oder männliches Verlangen, ein Kind zu bekommen, sondern einfach nur menschlich. Nach seiner ersten Tochter brachte Beatie bis 2010 noch zwei gesunde Söhne zur Welt.

Gegen die Entscheidung des Gerichts will Beatie vorgehen: "Hier kämpft der Bundesstaat Arizona gegen Transgender, gegen reproduktive Rechte und gegen die Fairness", sagte er nach dem Urteil. Er schloss aus, nach Hawaii umzuziehen und sich dort scheiden zu lassen. Sein Anwalt erklärte, Beatie befinde sich in einer absurden Situation: So könne er zwar in Arizona erneut heiraten, weil seine Ehe dort offenbar als ungültig angesehen wird. Dies könnte aber zu Problemen mit Hawaii führen: Dort könnte Beatie wegen Polygamie verfolgt werden. (dk)



#1 EnyyoAnonym
  • 04.04.2013, 12:19h
  • Mit weiblichen Geschlechtsorganen und nach mehrfachen Geburten mit diesen sollte Beatie klar geworden sein, dass es kein "richtiger" biologischer Mann ist.

    So absurd das Ganze war und ist, bedaure ich vor allem die Kinder, die nun auch noch den Horror einer Scheidung verkraften müssen.

    Nicht, dass Familie Beatie nicht grundsätzlich in der Lage sein könnte, eine liebevolle Familie zu sein - aber ein "Mann" kann nun mal nicht gebären.

    Als Ehepaar hätten die beiden sicherlich auch adoptieren oder Pflegekinder aufnehmen können - aber nein, es müssen ja unbedingt die eigenen Gene weiter gegeben werden.

    Mal abgesehen von der sicher nicht unlukrativen Publicity für das Ganze...
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#2 TpHotAnonym
  • 04.04.2013, 15:11h
  • Dein Vergleich hinkt gewaltig! Ist eine Frau die nicht gebären kann dann keine Frau sondern ein Mann?

    Immer das reduzieren auf die Geschlechtsorgane...
    Wenn man von dieser schwarz/weiß Sicht abrückt macht es das natürlich nicht einfacher, aber das Leben ist schlicht nicht einfach...

    Ich hoffe das diese PERSON ganz toll und liebevoll mit ihren Kindern umgeht und sie zu guten Menschen erzieht. Da spielen weder Penis noch Eierstöcke eine Rolle!
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#3 finkAnonym
  • 04.04.2013, 16:14h
  • Antwort auf #1 von Enyyo
  • "Mit weiblichen Geschlechtsorganen und nach mehrfachen Geburten mit diesen sollte Beatie klar geworden sein, dass es kein "richtiger" biologischer Mann ist."

    meinst du etwa, das hat er selber noch nicht bemerkt?

    "ein "Mann" kann nun mal nicht gebären."

    wer entscheidet, was ein mann ist? du?
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#4 TheDadProfil
  • 04.04.2013, 16:15hHannover
  • Und damit haben wir die nächtste Stufe des Kampfes erreicht :

    Die internationale Anerkennung geschloßener Ehen und Lebenspartnerschaften..

    Wenn nicht einmal die einzelnen Staaten der USA geschloßene Ehen anderer Bundesstaaten anerkennen, wie kann Mann dann sicher sein als französisches Paar in Algerien, oder als deutsches Paar in Argentinien anerkannt, und nötigenfalls auch geschieden werden zu können ?

    Wenn ein Mensch in Deutschland heiratet, in der Türkei als unverheirat gilt, erneut heiratet, dann in England der Polygamie angeklagt wird, OBWOHL die Drei Partner damit einverstanden sind..

    Wie soll Mann solche juristischen Fallstricke auflösen, so lange sich nicht alle Staaten gegenseitig verpflichten geschloßene Ehen auch als solche anzuerkennen ?

    Der Kampf um Gleichstellung ist noch lange nicht vorbei..
    Er fängt erst an..
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#5 julian21
  • 04.04.2013, 16:22h
  • Antwort auf #1 von Enyyo
  • "aber ein "Mann" kann nun mal nicht gebären."

    Schlag lieber nochmal bei Wikipedia "Gender" nach. Irgendwo am Anfang steht, dass Geschlecht an erster Stelle soziales Konstrukt ist.

    Du bist Teil des Problems, mit dem sich Trans*menschen jeden Tag rumschlagen müssen. Du reißt diesen Menschen, wie hier der Richter, kackdreist die Deutungshoheit über ihr Geschlecht und darüber was sie tun dürfen und was nicht, an dich: Er ist als Frau geboren, und wird immer eine Frau sein.

    Wer oder was entscheidet denn, dass er kein Mann ist? Hormone? Äußeres Erscheinungsbild?

    Das widerliche ist ja, dass es viele Schwule und Lesben gibt, die so denken. Nach dem Motto "Schwulsein? Okay. Sehr okay sogar. Aber Trans*? Die spinnen doch". Dabei sind Geschlecht und Sexualität so eng verbunden.
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#6 EnyyoAnonym
  • 04.04.2013, 16:25h
  • Ok, drehen wir das Ganze rum: was ist mit "Ladyboys", die sich als Frauen kleiden und schminken (und fühlen?), Brüste machen lassen - und über einen Penis verfügen und zeugungsfähig sind?

    Sind das Frauen oder Männer oder ein Zwischengeschlecht?
    Oder Trans, die sich den letzten Schritt nicht trauen bzw. auch einmal unbedingt genetisch eigene Kinder haben wollen?

    Ich habe nie behauptet, mich als Richter über Mann oder Frau aufspielen zu wollen, wie mir #3 scheinbar unterstellen möchte - ich wies nur auf die Grenzen der Natur hin, die leider viele Menschen scheinbar nicht respektieren wollen.

    Bin ich 'ne Frau, weil ich auf Frauenparkplätzen parke? Das tue ich nämlich von Zeit zu Zeit, nenne es aber emanzipiert.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 TheDadProfil
  • 04.04.2013, 16:58hHannover
  • Antwort auf #6 von Enyyo
  • Die Natur hat diese Grenzen aber nicht gemacht auf die sich hier der Richter bezieht..

    Nebenbei : Die juristische Begründung der Richters eine Ehe nicht scheiden zu können weil sie der Bundesstaat nicht anerkennt ist ziemlich einzigartig..
    Andere Staaten und Gerichte (auch die BRD) nahmen z.B. die Scheidung aufgrund der Gender-Konstellation automatisch vor, wenn ein Partner das Geschlecht angleichen ließ..

    Wo war denn da der zwingende Grund, wenn doch "nach der geburt" immer noch Mann und Frau die Ehe bildeten ?

    "Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß"..

    Einige gelangen an ein Ufer..
    Manche gar an ein (vermutetes) falsches Ufer..
    Viele schwimmen aber offenbar in den Stromschnellen inmitten des Flußes und entziehen sich damit den Ufern, mal freiwillig, mal unfreiwillig weil die Strömung zu stark scheint..

    Aber nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, das muß auch klar sein..
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#9 finkAnonym
#10 finkAnonym
  • 04.04.2013, 17:25h
  • Antwort auf #6 von Enyyo
  • es gibt eine sehr einfache lösung, für deine verwirrung, wer denn nun was sei: frag die leute einfach selber, was sie sind.

    so naheliegend, aber offenbar für viele menschen so schwierig...
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