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  • 09.04.2013           40      Teilen:   |

Homophobe Stimmung in Frankreich

Homo-Paar in Paris brutal zusammengeschlagen

Artikelbild
Dieses Foto zeigt Wilfried de Bruijn nach der Attacke der Homo-Hasser

In Paris wird ein schwules Paar brutal attackiert – Homo-Aktivisten machen die aggressive Rhetorik der Gegner der Ehe-Öffnung für den Überfall verantwortlich.

In Paris ist am Samstag ein schwules Paar von einer Gruppe junger Männer homophob beschimpft und mit Schlägen angegriffen worden. Grund für den Überfall im 19. Arrondissement war, dass die schwulen Männer Arm in Arm durch die Straßen gelaufen sind. Eines der Opfer, der Bibliothekar Wilfried de Bruijn, hat auf seiner Facebook-Seite ein Bild mit seinen Verletzungen veröffentlicht.

Der Niederländer, der seit 2003 in Paris lebt, schreibt auf seiner Profilseite in dem Netzwerk: "Es tut mir leid, Euch das zu zeigen. Das ist das Gesicht der Homophobie." Ihm seien Zähne ausgeschlagen worden und er habe Knochenbrüche erlitten. Die nächsten zehn Tage sei er krankgeschrieben.

Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë zeigte sich in einer Stellungnahme "traurig und wütend" über die Attacke. Der offen schwule Sozialist hat bereits seit 2001 in der französischen Hauptstadt das Sagen.

Für Mittwoch haben Homo-Aktivisten eine Demonstration gegen die Gewalt in Paris angekündigt.

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30 Prozent mehr Übergriffe auf Homosexuelle

Homo-Aktivisten geben konservativen Gegnern der Ehe-Öffnung eine Mitschuld an dem Überfall. So hätte sich die Zahl der homophoben Übergriffe seit dem Beginn der Debatte im vergangenen Jahr um 30 Prozent erhöht, erklärte Elisabeth Ronzier, die Chefin der Homo-Gruppe SOS Homophobie: "Das ist die Rechnung für die Ablehnung des Gesetzes. Diese Leute behaupten, sie seien nicht homophob, sind es aber doch. Homophobie ist trivialisiert worden." Die aggressive Sprache der Gleichstellungsgegner sorge für eine Atmosphäre, in der Schwule und Lesben inzwischen sehr häufig auf der Straße beschimpft werden. In manchen Fällen werde dann auch körperliche Gewalt angewendet.

Das größte Bündnis der Homo-Gegner, die Gruppe "La Manif Pour Tous" der katholischen Kabarettistin Frigide Barjot, wies die Vorwürfe empört zurück. "Gruppen wie SOS Homophobie sollten sich schämen, uns mit diesen Dingen in Zusammenhang zu bringen", so Gruppensprecher Xavier Bongibault. Man habe nichts gegen Homosexuelle, aber man verurteile den Gesetzentwurf der Regierung.

Zuletzt kam es bei einer Demonstration der Gruppe im März zu Ausschreitungen. Der französische Innenminister beschuldigte daraufhin "La Manif Pour Tous", dass bei der Protestaktion auch "extremistische Gruppen" teilgenommen hätten, die gezielt Ausschreitungen provozierten (queer.de berichtete).

Die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben spaltet Frankreich gegenwärtig wie kein anderes Thema. Seit Monaten gibt es immer wieder Demonstrationen von Gegnern und Befürwortern. Anfang Februar stimmte die von den Sozialisten dominierte Nationalversammlung für die Gleichstellung im Eherecht inklusive eines gemeinsamen Adoptionsrechts (queer.de berichtete). Derzeit berät der Senat über die Gleichstellung. (dk)

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Tags: frankreich, paris, homo-ehe, gewalt, homophobie
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Reaktionen zu "Homo-Paar in Paris brutal zusammengeschlagen"


 40 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
09.04.2013
13:53:14


(+13, 15 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ich möchte einmal lesen Heteropaar brutal zusammen geschlagen, weil es Arm in Arm ging.Abgesehen davon waschen die Verbal- Täter wie immer ihre Hände in Unschuld, äh Blut.Allein dass die katholische Kirche sich in der heutigen Zeit nicht zu schade ist, sich mit Rechtsradikalen gegen Homosexuelle zu verbünden zeigt wie menschenverachtend diese Organsitation wirklich ist.


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#2
09.04.2013
14:02:29


(+10, 12 Votes)

Von sprachlos


"So hätte sich die Zahl der homophoben Übergriffe seit dem Beginn der Debatte im vergangenen Jahr um 30 Prozent erhöht"


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#3
09.04.2013
14:15:44


(+8, 14 Votes)

Von MeineFresse


"So hätte sich die Zahl der homophoben Übergriffe seit dem Beginn der Debatte im vergangenen Jahr um 30 Prozent erhöht"

Kennt man doch alles.
Schwule verderben und verführen Kinder. Schwule zerstören Gesellschaften, Ehen, Familien, Zivilisationen, machen Gott wütend, verursachen Erdbeben, Vulkanausbrüche und Polkappenschmelzen und sind sowieso an allem Schuld.

Und wenn Kreti und Pleti dann deshalb den Baseballschläger aus der Garage holen um gegen diese drohende gefahr vorzugehen und weil man einen dankbaren Sündenbock bzw. Ventil zum Druck Ablassen gefunden hat, dann haben die Hetzer plötzlich nichts damit zu tun.

Zum Kotzen.
Dass sich diese Leute, trotz der absolut einseitigen Gewaltausübung ("Schwule schlagen Gruppe junger Männer krankenhausreif weil sie homophob aussahen" liest man jedenfalls eher selten (leider, muss ich mittlerweile sagen)) sich weiterhin als Opfer darstellen ist noch ekelhafter.


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#4
09.04.2013
14:22:31


(+13, 13 Votes)

Von Nichts Neues


Wenn Jungs und Männer im öffentlichen Raum Hand in Hand, Arm in Arm oder einfach liebevoll miteinander umgehen, Zärtlichkeiten austauschen usw., müssen sie IMMER und umgehend mit gewalttätigen Angriffen bis hin zur schweren Körperverletzung rechnen.

Diese von Kindesbeinen an erlernte und permanent antizipierte Sanktionierung ist wesentlicher Bestandteil der Aufrechterhaltung der gesellschaftlich hergestellten, heterosexistischen Norm. Einschließlich der nahezu völligen Unsichtbarkeit schwuler Affekte im Alltag, ganz ohne offizielle "Anti-Homo"-Gesetze.

Dass rechte Kräfte jede Gelegenheit nutzen, um diese Verhältnisse zu zementieren oder weiter zu verschärfen, liegt auf der Hand.


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#5
09.04.2013
14:38:19


(+7, 9 Votes)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010


Schrecklich.
Eine ähnliche Gewaltattacke in Frankreich.

Das friedliche, demokratische EU-Europa existiert wohl nur in den Köpfen einiger verwirrter Politiker, um ihre unverantwortliche Politik zu rechtfertigen.


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#6
09.04.2013
14:45:13


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Skurril ist die Verlogenheit von Madame Barjot und ihren Tuppen.

Es gibt keine gemäßigte Homophobie wie es keinen gemäßigten Rassismus gibt. Beides hängt und hing auch immer mit dem Eherecht zusammen ('Mischehenverbot' in Teilen der USA oder in Nazideutschland ab '35).

Da gab es auch viele Leute, die dafür waren und gegen Gewalt. Aber das eine führt zum anderen. Weil Ungleichheit vor dem Gesetz strukturelle Gewalt ist. Bis zur Auslöschung.

Nebenbei:

"le mariage homosexuel et le droit à ladoption pour les couples de même sexe ne seraient quun moyen de mieux faire exploser les fondements de la société, de rendre possible toutes les formes dunion, enfin libérées dune morale ancestrale, et de faire ainsi disparaître définitivement la notion même de différence sexuelle. " (G. Bernheim, franz. Großrabbiner)

Geklaute Gewaltrhetorik:

Link:
michaelbloch.wordpress.com/


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#7
09.04.2013
14:53:37


(+9, 11 Votes)
 
#8
09.04.2013
15:13:50


(+2, 6 Votes)

Von Ghostmonkey26
Antwort zu Kommentar #3 von MeineFresse


-("Schwule schlagen Gruppe junger Männer krankenhausreif weil sie homophob aussahen" liest man jedenfalls eher selten (leider, muss ich mittlerweile sagen))-

Ich finde es gut das Schwule andere Menschen nicht wegen ihres Aussehens schlagen.
Abgesehen von direkter Notwehr schlage ich auch niemanden.
Wann hast DU das letzte Mal homophob aussehende Personen krankenhausreif geschlagen?
Oder bist du so einer der sich nur in Foren beklagt was andere (nicht) tun und tust selber nur schreiben?


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#9
09.04.2013
15:15:11


(+4, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Eine entsetzliche und verabscheuungswürdige Tat!
Hoffentlich werden die Täter gefaßt und sehr hart bestraft!


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#10
09.04.2013
15:21:36


(+5, 7 Votes)
 
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