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  • 11.04.2013           2      Teilen:   |

Küsse, Kuba, Krise

Ginger und Rosa lieben es rebellisch

Artikelbild
Dickste Freundinnen in den Sixties, die auch durch persönliche Krisen gehen müssen (Bild: Concorde)

Zwei unzertrennliche Freundinnen geraten in die politischen und emotionalen Turbulenzen der frühen 1960er Jahre – bis ihre Rebellion gegen Krieg und Konventionen eskaliert.

Weniger ist manchmal mehr. Regisseurin Sally Potter gelingt mit ihrem aktuellen Spielfilm "Ginger und Rosa" ein großer Wurf durch eine kleine Geschichte. "Ich wollte zum einen eine einfache, schlichte Geschichte erzählen, zum anderen zeigen, dass private Augenblicke unseres Lebens mit der Weltgeschichte verflochten sind", beschreibt sie die beiden roten Fäden, die sich durch die Handlung ziehen. Hier die private innige Beziehung zweier junger Mädchen und eine Familie, die in eine tiefe Krise stürzt. Dort ein Kalter Krieg, der gerade in einen Atomkrieg zu schlittern scheint.

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Schule schwänzen, Küssen üben, nur die Atomangst stört

Die Friedensbewegung formiert sich in London gegen den drohenden Atomkrieg - Quelle: Concorde
Die Friedensbewegung formiert sich in London gegen den drohenden Atomkrieg (Bild: Concorde)

Es geht um Freundschaft und Verrat, um Freiheit und Verantwortung, um die Politik in der Liebe und die Liebe in der Politik. Wie wir alle miteinander verbunden sind – ob wir es nun wollen oder nicht – mit den großen Ereignissen der Zeitgeschichte, egal ob hier oder auf der anderen Seite der Erde. Aber es geht auch um Moral und die ethischen Entscheidungen, die Menschen aufgrund ihres ganz speziellen Wertesystems treffen. Und um den Kampf zweier junger Mädchen um Beachtung als aufstrebende Künstlerinnen und politische Aktivistinnen. Eine Menge Stoff also für 90 Minuten.

Die Handlung: London, 1962. Die Teenager Ginger und Rosa vertreiben sich die Zeit mit dem Üblichen: Sie schwänzen gemeinsam die Schule, reden stundenlang über Klamotten und Jungs, die Liebe, über Religion und Politik. Sie träumen davon, einmal ein wildes, aufregendes Leben zu führen. Beide rebellieren energisch gegen ihre eigenen Mütter – Rosa gegen ihre allein erziehende, überforderte Mum Anoushka, Ginger gegen ihre Mutter Natalie, die eigentlich von einem Leben als Malerin träumt, stattdessen aber nur frustriert und übellaunig den Haushalt erledigt.

Gingers Vater Roland, ein unkonventioneller Schriftsteller und überzeugter Pazifist, wird im Gegensatz zu den verachteten Müttern für die Mädchen immer mehr zu einem wichtigen Vorbild. In der unruhigen Zeit während der Kuba-Krise avanciert er zum an allem interessierten und über alles informierten Welterklärer für Ginger und Rosa. Er ermutigt Ginger, bei den Anti-Atombomben-Demonstrationen mitzumachen und sich energisch in der Friedensbewegung zu engagieren. Auch ein schwules Freundespaar ist dabei. Die eher unpolitische Rosa dagegen beginnt, sich weniger für Rolands Ratschläge als für Roland als Mann zu begeistern.

Der Vater nutzt die sexuelle Revolution egoistisch aus

Kerzen helfen nicht mehr: Mutti hat keinen Bock, Vati benimmt sich wie einer
Kerzen helfen nicht mehr: Mutti hat keinen Bock, Vati benimmt sich wie einer (Bild: Concorde)

Ginger fühlt sich angesichts des immer bedrohlicher werdenden Kalten Krieges dazu verpflichtet, über diese Ereignisse zu schreiben und öffentlich dagegen zu protestieren. Die wachsende atomare Bedrohung bestimmt allmählich das gesamte Leben des Mädchens, das in ständiger Panik vor einem Ausbruch des Dritten Weltkriegs lebt. Rosa lässt diese politische Krise deutlich kälter, und ihre Beteiligung an den Anti-Atom-Demos stellt Rosa bald wieder ein. Doch nicht nur dies entfremdet die ehemals besten Freundinnen. Als Ginger es bei ihrer unglücklichen, zänkischen Mutter Natalie schließlich nicht mehr aushält, zieht sie kurzerhand zu ihrem Vater Roland. Eine gemeinsame Segeltour mit ihm scheint sogar kurzzeitig die alte Vertrautheit der Mädchen untereinander wieder zu befördern. Allerdings kommen sich gerade bei diesem Ausflug auch Rosa und Roland näher.

Freiheit von allen Verpflichtungen und Bindungen beansprucht Roland für sich – ohne Rücksichten auf andere – und treibt Ginger damit zur Verzweiflung. Als die Erwachsenen Roland deswegen zur Rede stellen, zeigt der sich uneinsichtig: Er habe sein Leben lang nicht nur gegen die Tyrannei der Regierungen gekämpft, sondern auch gegen jene des klassischen Familienlebens. Für Gingers Sehnsucht nach einem Heim und einer Familie zeigt er zunächst kaum Verständnis. Bis eine neue Katastrophe alle Beteiligten erschüttert und eine zaghafte Versöhnung möglich scheint.

"Ginger & Rosa" ist der siebte Film der vielfach preisgekrönten britischen Regisseurin Sally Potter, die durch ihr Kinodebüt "Orlando" 1992 international bekannt wurde. (cs/pm)

Youtube | Der offizielle Trailer
Links zum Thema:
» Website zum Film
» "Ginger & Rosa", auf Blu-Ray bereits bei Amazon UK zu haben
Galerie
Ginger & Rosa (Spielfilm, GB 2012), Kinostart: 11.4.

13 Bilder
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Tags: kubakrise, sexuelle revolution, sally potter
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Reaktionen zu "Ginger und Rosa lieben es rebellisch"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
11.04.2013
22:17:54
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von Queer Forum


Seit wann sind enge Freundschaften zwischen heterosexuellen Frauen queer?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
12.04.2013
20:38:33


(+1, 1 Vote)

Von Sebastiano
Antwort zu Kommentar #1 von Queer Forum


Vielleicht schneiden sie sich ja am Ende die Haare.


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