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Homo-Gegner ersetzt Familienministerin

Kristina Schröder zu homofreundlich für CDU-Listenplatz 1


Familienministerin Kristina Schröder rutscht auf Listenplatz 2 ab (Bild: Michael Panse / flickr / by-nd 2.0)

Wegen des parteiinternen Streits um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben verzichtet Kristina Schröder auf die Spitzenkandidatur im hessischen Landesverband – ein überzeugter Gegner der Gleichstellung ersetzt sie.

Familienministerin Kristina Schröder wird wegen ihrer homofreundlichen Haltung für die nächste Bundestagswahl nicht auf Listenplatz 1 der hessischen Christdemokraten kandidieren. Diesen Platz wird laut "Bild"-Zeitung Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung übernehmen, Schröder wird der zweite Listenplatz zugesprochen. Das hat der zuständige Ausschuss des konservativen Landesverbandes entschieden.

Im Gegensatz zu Schröder will Jung die Rechte für Homosexuelle begrenzen: So hat er sich gegen die Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern ausgesprochen und etwa die Behauptung aufgestellt, ein Adoptionsrecht für diese Paare sei verfassungswidrig. 2009 hatte er zudem als Verteidigungsminister die Diskriminierung von homosexuellen Soldaten gerechtfertigt (queer.de berichtete).

Die Familienministerin erklärte, sie habe ihren Platz aus freier Entscheidung abgegeben, weil sie bei der Frage der Homo-Rechte eine Minderheitenmeinung in ihrem hessischen Landesverband vertritt. Sie bitte "um Respekt, dass ich deshalb auch nicht als Spitzenkandidatin der hessischen CDU für die Bundestagswahl antreten wollte".

Homo-Paare "leben konservative Werte"


Franz Josef Jung war von 2005 bis 2009 Bundesverteidigungsminister

Im August 2012 hatte sich Schröder als einzige Bundesministerin dem Aufruf von 13 CDU-Bundestagsabgeordneten angeschlossen, schwule und lesbische Lebenspartner im Steuerrecht mit heterosexuellen Eheleuten gleichzustellen (queer.de berichtete). Sie sagte damals: "Dieser Vorstoß aus der Fraktion kommt zur rechten Zeit, denn in lesbischen und schwulen Lebenspartnerschaften übernehmen Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander, sie leben damit konservative Werte."

Ein CDU-Parteitag lehnte die Gleichbehandlung von Homo-Paaren im Dezember jedoch ab (queer.de berichtete). Die Union ist derzeit die einzige im Bundestag vertretene Fraktion, die nach wie vor an der Diskriminierung von eingetragenen Lebenspartnern festhält. Diese Haltung wurde sogar von Richtern des Bundesverfassungsgerichts kritisiert, die im Sommer über die Verfassungsmäßigkeit der Ungleichbehandlung entscheiden sollen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Thorsten1Profil
  • 12.04.2013, 10:47hBerlin
  • "in lesbischen und schwulen Lebenspartnerschaften übernehmen Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander, sie leben damit konservative Werte"

    Dieser Aussage von Kristina Schröder kann man nur zustimmen!
    Auch ihre CDU wird dies eines Tages erkennen, so wie es auch schon die christlichen Parteien anderer Länder erkannt haben. Um für die volle Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben zu sein, muss man nicht Linksparteien wählen. Im Grunde genommen sind schwule Paare auch eher bürgerliche Menschen. Zur Zeit kann man sogar eine Entwicklung beobachten, dass einerseits viele Heteros ausflippen, Schwule aber eher "spießiger" (im positiven Sinne) werden. In Zukunft -wenn dieser ganze Hickhack bei der CDU ausgestanden sein wird- werden viele Schwule diese Partei wieder wählen.
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#2 Martin28a
  • 12.04.2013, 10:54h

  • Die Union begreift offensichtlich immer noch nicht, dass die Frage der Ehe, Adoptionen und Gleichstellung keine politische Frage mehr ist, sondern eine rechtliche.
    Seitdem es das Lebenspartnerschaftsgesetz gibt, ist was in Gang gesetzt worden, was man nicht rückgängig machen kann, Entscheidungsbefugt ist das BVerfG und nicht die Politik.
    Die dümmliche Androhung die Homo Ehe wieder abzuschaffen ist lächerlich, es gefährdet den Rechtsfrieden
    So was gibt es nirgends, ein Vertrag ist ja auch gültig
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#3 Martin28a
#4 Thorsten1Profil
  • 12.04.2013, 11:47hBerlin
  • Antwort auf #3 von Martin28a
  • Quatsch! Schwule und konservative Parteien passen prima zusammen! Man blicke nur in die Nachbarländer Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Belgien usw usw.
    Der Kampf und die Gleichstellung ist in konservativen Parteien am Anfang natürlich viel schwieriger, aber wenn die Gleichberechtigung einmal da ist, fühlen sich viele Schwule in konservativen Parteien einfach wohler.
    In Deutschland ist das alles nur noch eine Frage von 2 oder 3 Jahren.
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#5 FelixAnonym
  • 12.04.2013, 12:07h
  • "ein überzeugter Gleichstellungs-Gegner ersetzt sie."

    War doch klar.

    Frau Schröder will zwar auch keine volle Gleichstellung, aber zumindest die Mini-Verbesserungen, für die sie ist, sind wohl für die CDU schon zu viel.

    Wer sich da zu homofreundlich zeigt, bekommt halt eine Lektion erteilt, welche Folgen das hat. Und wenn sie daraus nicht lernt, werden die Sanktionen gegen sie immer härter, bis sie sich entweder irgendwann beugt oder ganz gechasst wird.
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#7 SebiAnonym
  • 12.04.2013, 12:25h
  • Da sieht man wieder mal, dass ein paar geringfügig fortschrittlichere Mitglieder der CDU, die CDU nicht ändern werden.

    Die werden dann ganz einfach abgestraft. Aber ändern werden diese paar Leute die CDU nicht.

    Und dass das auch in Zukunft so bleibt, sieht man an der homophoben Haltung der Jungen Union.
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#8 C wie ZukunftAnonym
#9 HinnerkAnonym
  • 12.04.2013, 12:28h
  • "Die Union ist derzeit die einzige im Bundestag vertretene Fraktion, die nach wie vor an der Diskriminierung von eingetragenen Lebenspartnern festhält."

    Wieso vergisst queer.de immer die FDP?

    Klar auf dem Papier ist die FDP für die Gleichstellung eingetragener Partnerschaften, aber Papier ist geduldig... Was zählt ist die Praxis und da stimmt die FDP immer geschlossen und gemeinsam mit der Union gegen JEDE noch so kleine Verbesserung.

    Ich kann auch auf Papier schreiben, dass ich jedem Bürger pro Monat 1000 Euro schenke. Aber das bringt nichts, wenn ich dann das Gegenteil mache.
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#10 MärkelAnonym
  • 12.04.2013, 12:28h
  • Sollen wirtschaftlich erfolgreiche Schwule mit guten Karriereaussichten eine Loserpartei wie die Linke wählen, nur weil sie schwul sind?
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