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  • 14.04.2013           1      Teilen:   |

Sex, Drugs und Trans*-Mutanten

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Frisch erschienen: Batgirl #19 von DC Comics, inklusive bisexuellem Trans*Girl-Gimmick... (Bild: Screenshot Wired)

Im Männer-Universum der Macho-Mutanten geraten die alten Rollen immer mehr ins Wanken. Jetzt hat Batgirls Freundin zugegeben: sie war mal ein Kerl.

Von Christian Scheuß

Was ist da nur los im Mutantenstadel? Früher waren die Helden in den Mainstream-Comics noch die wahren Hüter traditioneller Werte wie Eindeutigkeit, Prinzipentreue, Geradlinigkeit. Gut und Böse standen sich stets gegenüber, jeder auf seiner klar definierten Seite. Die Frauen wussten noch, dass sie Frauen sind, die sich darauf verlassen können, dass sie bis zum Ende des Heftes von den Muskelmännern mit den Superkräften gerettet werden. Männer durften kämpfen und sterben, Frauen durften sich schminken und schmachten. Hulk, Superman und Konsorten war stets klar: Sie sind so anders als die anderen. Damit die Mehrheit sie lieb hat, taten sie alles, um zu gefallen, beispielsweise indem sie die konventionellen Geschlechterrollen konservierten.

Seit einiger Zeit ist alles so queer und durcheinander wie nie! Alles im Fluss, die Guten wechseln rüber ins böse Lager und umgekehrt. Die Frauen geben sich kerliger, Spiderman und Co. schrumpeln zu unsicheren Supersofties zusammen, die mit Drogen experimentieren. Die Gerüchte, dass da mehr zwischen Batman und Robin läuft? Vielleicht wahr, aber noch unbestätigt. Ist halt so im Profi-Kampfsport. Bei X-Men wird schwul rumgeknutscht, bei Green Lantern schwul verliebt, verlobt – aber auch gleich wieder verstorben. Batwoman schmiedet schon lang Hochzeitspläne mit ihrer Freundin. Und jetzt auch noch der erste Trans*-Charakter in einem Heldencomic. Alysia, Mitbewohnerin von Batgirl schüttet im aktuellen Heft #19 unter Tränen ihr Herz aus: "Barbara: Ich bin transgender."

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Der erste Trans*Charakter wird offen empfangen

Früher durften die kantigen Kerle noch grunzen, von Frauen vergöttert
Früher durften die kantigen Kerle noch grunzen, von Frauen vergöttert

Wie reagiert das zunächst baffe Batgirl? "Babs…" sagt sie nur und schaut dabei ganz mitfühlend auf das verwirrte Mädel mit ganz hervorragend gelungener Geschlechtsanpassung. Batgirl bietet Alysia ihren Kosenamen an, den nur enge Freunde verwenden dürfen! Die Frauen drücken sich, ein paar Tränen fließen, die Katze schnurrt dazu, wie süß. "Babs" soll bloß die Klappe halten gegenüber den anderen, bittet die erleichterte Mitbewohnerin, die offensichtlich einen mutantenmäßigen Rauswurf erwartet hatte. Damit ist die Angelegenheit vorerst vom Tisch. Ist auch grad zeitlich etwas schlecht, das Telefon klingelt, Babs muss los, die Welt retten…

Wir schauen auch erst einmal Babs-verblüfft. Aber eigentlich nur, weil wir uns fragen, wer denn 1967 auf die bescheuerte Idee kam, einer Frau mit übernatürlichen Kräften einen so popeligen Vornamen zu geben? Egal, wir waren ja bei der Frage, was da gerade bei den US-Comicverlagen geschieht. Das Magazin "Wired" interviewte dazu kürzlich Gail Simone, Autorin und Zeichnerin der Batgirl-Reihe. Die verriet zunächst, dass Alysia nicht nur eine Transfrau ist, sie sei zudem bisexuell. Und verweist dann auf die Tatsache, dass unter den Fans dieses Genres sehr viele Schwule und Lesben seien. Das sei ihr ein paar Jahre zuvor, während einer "Wondercon Convention" – einem großen Fantreffen – bewusst geworden.

LGBT Comic-Fans lieben Helden, weil sie deren Anderssein verstehen

Hier wird fachkundig parliert über die schwule Sexparty-Droge "Ketamin"
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Sie saß gemeinsam mit Comiczeichner-Kollegen Greg Rucka, der zuvor aus der straighten Batwoman eine lesbische Ikone gemacht hatte auf einem Podium. Ein Leser hatte gefragt, warum es bis dato mehr lesbische Figuren gäbe, aber kaum schwule Helden. Rucka antwortete, dass es schon ein großer Schritt gewesen sei, Batwoman eine andere sexuelle Orientierung zu geben, es sei ein wichtiges Signal. Und es wäre ein noch größerer Schritt, wenn es ein Transgender-Charakter ins Heft schaffen würde.

"ich schaute ins Publikum", berichtet Gail Simone im Wired-Interview. "Ich sah Dutzende von Leuten, die ich kenne, sehr viele aus der Community, die meisten davon. Sie alle sind begeisterte Comicleser, Superhelden-Fans und Unterstützer von DC Comics. Und da traf es mich: Warum sollte es wirklich so unmöglich sein? Warum in aller Welt sollten wir nicht nur für mehr Menschlichkeit unseren Job besser erledigen, sondern auch für unser loyales Publikum?" Alysia war damit schon fast auf dem Papier.

Links zum Thema:
» Interview mit Gail Simon über Batgirl in Wired
» Wired-Bericht zu Batwomans lesbischer Identität
» Buchtipp: "Cosmic Heroes", alles über explizite schwule Comics
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Tags: transfrau, comics, superhelden, batgirl
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Reaktionen zu "Sex, Drugs und Trans*-Mutanten"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
17.04.2013
21:11:18


(+1, 1 Vote)

Von Ikaiko
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Meines Wissens hat Barbara Gordon (Batgirl Nr. 2), die Tochter des Polizeipräsidenten Jim Gordon, keine "übernatürlichen Kräfte".

Auch im aktuellen DC-Relaunch "The New 52" nicht.


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