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Mit Sportschuhen und Co. setzt Nike jährlich 25 Milliarden Dollar um (Bild: Mikel Ortega / flickr / by-sa 2.0)

Wenn sich ein Profi in einem amerikanischen Teamsport outet, kann er offenbar mit einen Millionen-Vertrag mit Nike rechnen.

Der Sportartikelhersteller Nike will einen Werbevertrag mit dem ersten schwulen Sportler abschließen, der in einer der großen US-Sportarten wie American Football oder Basketball seine sexuelle Orientierung nicht mehr versteckt. Wie "Bloomberg News" meldet, hat sich deshalb vor wenigen Jahren der Basketballfunktionär Rick Welts bei Nike gemeldet und erklärt, er könne dieses Angebot den Spielern unterbreiten. Welts bestätigte die Aussagen: "Dem Spieler, der sich dazu durchringt, werden viele Türen geöffnet – viel mehr als zugeschlagen werden", so Welts, der 2011 sein Coming-out hatte (queer.de berichtete). Er ist derzeit Präsident des NBA-Teams Golden State Warriors aus dem kalifornischen Oakland.

In den letzten Wochen haben die Profiligen im Basketball (NBA), American Football (NFL) und Eishockey (NHL) erklärt, sie bereiteten sich auf ein Coming-out vor. Auch die Baseball- und Fußballligen haben beschlossen, gegen Homophobie innerhalb des Sports vorzugehen. Derzeit gibt es jedoch keinen offen schwulen Spieler in diesen Ligen. Vielmehr berichteten Football-Spieler im vergangenen Monat, dass sie von ihrem Verein direkt gefragt wurden, ob sie Freundinnen hätten oder verheiratet seien. Daraufhin hat das Justizministerium des Staates New York die NFL-Mannschaften daran erinnert, dass derartige Befragungen ein Verstoß gegen den Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung darstellten und unterbleiben müssten.

Im traditionell homofeindlichen Sport Football haben sich im letzten Jahr mit den Profis Brendon Ayanbadejo und Chris Kluwe zwei heterosexuelle Sportler für die Ehe-Öffnung engagiert und damit das Thema auf die Tagesordnung gebracht (queer.de berichtete). Das führte auch zu Kritik von Konservativen.

Nike wird zu den homofreundlichen Konzernen in den USA gezählt, die etwa seit Jahren freiwillige Krankenmitversicherungen für gleichgeschlechtliche Partner von Angestellten anbieten. Außerdem hat der im Bundesstaat Oregon ansässige Konzern wiederholt Volksentscheide zur Öffnung der Ehe unterstützt. So gehörte der Sportartikelhersteller zu den mehr als 60 Konzernen, die sich beim Supreme Court über das Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare beklagt haben. Die Firmen argumentierten, dass ein Ehe-Verbot den Konzernen schaden würde, weil heiratswillige Schwule und Lesben "andere Bundesstaaten (wie Iowa, New York und Massachusetts) oder andere Nationen (wie Spanien, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Portugal oder Belgien)" bevorzugen könnten. Den Brief haben auch Facebook, Apple, eBay, Intel, Levi Strauss und Panasonic unterzeichnet. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 15.04.2013, 17:20h
  • Für mich ein extrem wichtiger Schritt, wenn sich endlich Profi Sportler in den sogenannten Macho Sportarten outen.Ich hoffe, dass dann endlich Schülermobbing aufhört, da es gerade in Amerika häufig von Sportklassen ausgeht.
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#3 antos
#4 finkAnonym
  • 15.04.2013, 20:48h
  • Antwort auf #3 von antos
  • na, dann muss ich meine kristallkugel wohl doch nicht wegschmeißen. die hatte es nämlich vorhergesagt: irgendwann werde sich ein großer sponsor ausrechnen, dass es sich lohnen würde, ein coming-out für eine pr-kampagne zu instrumentalisieren.

    ganz uneigennützig ist dieses angebot nämlich natürlich nicht. das finde ich aber auch nicht schlimm...
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#5 alexander
  • 15.04.2013, 21:02h
  • das ist für mich das erste mal, dass MARKETINGSTRATEGEN etwas positives für die gesellschaft bewirken "könnten"!!!
    das würde sogar den daraus enstehenden profit rechtfertigen! vom betrug der verbraucher, hin zum nutzen der gesellschaft???
    fast zu schön um wahr zu sein???
    aber die idee ist simpel und toll, why not ?
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#6 Anti-IllusionenAnonym
  • 15.04.2013, 21:52h
  • Antwort auf #4 von fink
  • Gaaanz toll. Und wenn es sich dann "marketingtechnisch" doch nicht (mehr) lohnt, muss er schnell wieder zurück in den Schrank?!

    Dass der Markt- und Markenwert eines schwulen Profisportlers gemäß der herrschenden Marktlogik NIEMALS wieder derselbe sein wird, ist eine - systemimmanent - unauflösbare Tatsache!

    Deshalb keinerlei Illusionen in diejenigen, die ein grundlegendes materielles Interesse daran haben, dass das gesellschaftliche Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem und die darauf - und auf nichts anderem - fußende heterosexistische Geschlechterordnung und sexuelle Unterdrückung weiterhin mit aller Gewalt aufrechterhalten werden!!

    Ein bisschen Pseudo-Flexibilisierung, auch um bestimmte Nischenmärkte besser zu erreichen: ja - aber mehr auch nicht. Verbürgerlichte Schwule finden das dann auch ganz toll - und schon sind die herrschenden Verhältnisse noch ein bisschen besser schein"legitimiert" und zementiert.

    Zur gleichen Zeit werden von exakt denselben und anderen Fraktionen des Kapitals schon Kindern die herrschenden Hetero-Sexismen so aggressiv eingetrichtert wie nie zuvor. Daran ändert ein bisschen zielgruppengerechte Werbung für Schwule im Profisport rein GAR NICHTS!

    Und ganz konkret: Wie sieht es denn bei dem zweiten oder dritten Schwulen aus, der sich eventuell outet? Da dürfte der Bedarf der Konzerne an einem Werbeträger für die schwule Zielgruppe dann sehr schnell gesättigt sein.

    Wer die Illusion verbreitet, Kapitalisten könnten jemals Verbündete der breiten Masse lohnabhängiger Schwuler sein, wird spätestens dann, wenn es in der sich vertiefenden Systemkrise weiter "ans Eingemachte" geht, sein blaues Wunder erleben. Wenn die deutsche Geschichte nicht als Lektion reicht, siehe u. a. die aktuelle Entwicklung auch für Schwule der nicht-ausbeutenden Schichten in Südeuropa.
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#7 alexander
#8 DirkAnonym
  • 15.04.2013, 22:29h

  • Uneigennützig machen das Konzerne nie. Aber eine gute Aktion ist es trotzdem. Vielleicht bewirkt es ein bischen was.
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#9 GerhardAnonym
  • 15.04.2013, 22:38h
  • Boar, Kommerzialisierung in ihrer perfidisten Form. Das klingt ja nach Kopfgeld.

    Und ganz konkret: Endlich kann Beckham zu Nike wechseln :D
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#10 TheDad
  • 16.04.2013, 00:17h
  • Antwort auf #6 von Anti-Illusionen
  • ""Und ganz konkret: Wie sieht es denn bei dem zweiten oder dritten Schwulen aus, der sich eventuell outet? Da dürfte der Bedarf der Konzerne an einem Werbeträger für die schwule Zielgruppe dann sehr schnell gesättigt sein""..

    Was für ein Blödsinn..

    Es gab "Werbe-Ikonen" lange vor Beckham, und es wird sie auch noch lange nach ihm geben, denn in jedem Jahr wächst eine neue werberelevante Zielgruppe nach..

    Der Weihnachtsmann erscheint bislang auch noch in jedem Jahr, ebenso wie der Osterhase..

    Wie kann Mann da auf die Idee kommen, die "Werbe-Idee" schwuler Football-Star, Basketball oder gar Bundesligaprofi sei nach einem gesponsertem Coming-Out ausgelutscht ?

    NIKE ist nur EINE Firma im hart umkämpften Markt..
    Die anderen will ich jezt gar nicht aufzählen, aber ALLE werden nachziehen..

    Vor annähernd 20 Jahren hatte TOYOTA den 1.Werbespot mit einem schwulem Pärchen lanciert, und ALLE haben es nachgemacht, selbst VW..bloß nicht auf dem heimischem Markt, dafür "sah man die Zeit noch nicht reif"..

    In England lief der Spot mit großem Erfolg..

    Und der Werbe-Markt ist groß genug für wenigstens 100.000 gesponserte Couming-Out´s in diversen Spot´s, Kampagnen, Anzeigen in Print-Medien, dem I-Net, usw..

    Und wenn die Junxx und Mädels anders nicht aus dem Schrank zu locken sind..
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