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  • 16.04.2013           67      Teilen:   |

Politischer Kampf auf dem Weg zum "Bürgerkrieg"

Düsseldorf: Protest gegen Ehe-Öffnung in Frankreich

Artikelbild
Rund 15 Personen demonstrierten am Montag im Düsseldorfer Hauptbahnhof gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich (Bild: La Manif Pour Tous (Français de l'étranger))

Zum zweiten Mal demonstrierten Unterstützer von "La Manif Pour Tous" in Deutschland. In Frankreich eskaliert die Lage derweil weiter.

Von Norbert Blech

Im Düsseldorfer Hauptbahnhof ist es am Montag zu einem Protest gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich gekommen. Rund 15 Teilnehmer schwenkten Plakate und Fahnen des französischen Protestbündnisses gegen die Homo-Ehe, "La Manif Pour Tous", und riefen Sprechchöre.

Anlass war ein Stopp des französischen Ausstellungszugs "Industrie und Innovation" in dem Bahnhof. Zu dem Protest kam es kurz vor einem öffentlichen Rundgang durch den französischen Industrieminister Arnaud Montebourg und dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD).

Die Protestler-Gruppe bestand hauptsächlich aus Frauen, einige waren mit Kinderwagen erschienen. Die Herkunft der Teilnehmer ist unklar: Die Pressestellen von Bahnpolizei, Düsseldorfer Polizei und Bahnhof konnten alle nichts zu dem Protest sagen.

Fotos von der Aktion erschienen ohne weitere Hinweise zunächst auf einem konservativ-katholischen Blog aus Frankreich und auf der internationelen Unterstützerseite des Bündnisses auf Facebook. In dem Blog, "Le Salon Beige", wurden die Demonstrantinnen in den Leserkommentaren beglückwünscht. "Wir werden ihr Leben [gemeint sind die Politiker der Regierung] zum Albtraum machen", schreibt einer. "Glückwunsch an die Expats."

Bereits am 24. März hatten Unterstützer von "La manif pour tous" von Medien und Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt vor dem französischen Generalkonsulat in München demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 100 Teilnehmern. Auf einem Foto der Aktion sind allerdings nur acht abgebildet. Auch die Aktion in Düsseldorf war kein großer Erfolg: Erst neun Tage zuvor hatten mehrere hundert Menschen in der NRW-Landeshauptstadt für eine Gleichstellung von Homo-Paaren nicht nur in Deutschland demonstriert (queer.de berichtete).

Direktlink | In Paris kam es am Freitag zu Ausschreitungen
Fortsetzung nach Anzeige


Drohung mit Bürgerkrieg

Frigide Barjot bei einer Demo vor dem Senat am Freitag - Quelle: La Manif Pour Tous
Frigide Barjot bei einer Demo vor dem Senat am Freitag (Bild: La Manif Pour Tous)

In Frankreich mobilisiert das Protestbündnis gegen die Ehe-Öffnung hingegen regelmäßig Hunderttausende. Nachdem am Freitag auch der Senat für die Öffnung der Ehe gestimmt hatte (queer.de berichtete), sagte Frontfrau Frigide Barjot in Richtung des französischen Präsidenten: "Hollande will Blut und er wird es bekommen."

"Wir leben in einer Diktatur. Der Präsident der Republik hat uns guillotiniert", begründete die Komikerin ihre Aussagen. Der stellvertretende UMP-Vorsitzende Hervé Mariton nannte das Gesetgebungsverfahren eine "Anstiftung zum Bürgerkrieg", sein Partei- und Vorstandskollege Christian Jacob sagte, der Präsident "riskiere eine gewalttätige Konfrontation mit der französischen Bevölkerung."

Das sind gefährliche Worte, nachdem erst wenige Tage zuvor ein schwules Paar zusammengeschlagen wurde (queer.de berichtete). Noch am Freitag war es zu Ausschreitungen zwischen Teilnehmern einer Demonstration gegen die Ehe-Öffnung und der Polizei in Paris gekommen.

Youtube | Am Samstag kam es in mehreren Städten zu Protesten von Hommes, einer Art Gegenbewegung zu Femen

200 Festnahmen seit Freitag

Proteste von Hommen wie hier am Samstag in Nantes sorgen für Beunruhigung
Proteste von Hommen wie hier am Samstag in Nantes sorgen für Beunruhigung (Bild: Hommen / FB)

Am Samstag kam es in mehreren französischen Städten zu Protesten der Grupe "Hommen", dabei wurden einige Teilnehmer festgenommen und ein Polizist mit einem Pflasterstein beworfen.

In der Nacht zum Montag wurden in Paris dann rund 70 Gegner der Ehe-Öffnung von der Polizei festgenommen, als sie vor der Nationalversammlung Zelte aufbauen wollten. Die Demonstranten von "Camping pour tous" wurden inzwischen freigelassen.

Die Pariser Polizei beschwerte sich indessen am Montag in einer Pressemitteilung öffentlich: Allein in den letzten Tagen habe es fünf unangemeldete Proteste gegen die Ehe-Öffnung gegeben, die zumeist mit dem Büdnis in Verbindung stehen. Auch seien Teilnehmer nicht kooperativ gewesen. Insgesamt habe man dabei seit Freitag 200 Personen kurzzeitig festgenommen und 68 in Untersuchungshaft gesteckt. Die Polizei appellierte an die Verantwortung von "La Manif Pour Tous". Innenminister Manuel Valls kündigte am Dienstag an, man werde Versuche von Splittergruppen, die Republik zu destabilisieren, nicht hinnehmen.

Der Grund für Zunahme der Aktionen: Bereits ab Mittwoch wird der Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung in zweiter Lesung in der Nationalversammlung beraten, für den 23. April ist die vorgezogene Schlussabstimmung geplant.

"La Manif Pour Tous" hat zu einer täglichen Demo ab dem heutigen Dienstagabend aufgerufen, zudem zu einer Großdemonstration an diesem Sonntag. Sollte das Gesetz beschlossen werden, werde man auch am nächsten Dienstag nicht untätig bleiben, kündigte das Bündnis an. Ruhe kehrt auch danach nicht ein: Die Opposition will das Gesetz vor das Verfassungsgericht bringen.

Direktlink | In der Nacht zum Montag nahm die Polizei Camper vor der Nationalversammlung in Paris fest
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Tags: frankreich, ehe-öffnung, la manif pour tous, frigide barjot, düsseldorf
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Reaktionen zu "Düsseldorf: Protest gegen Ehe-Öffnung in Frankreich"


 67 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.04.2013
12:59:42


(+8, 10 Votes)

Von Enyyo


"Die Protestler-Gruppe bestand hauptsächlich aus Frauen, einige waren mit Kinderwagen erschienen."

OMG, jetzt konnten diese Xanthippen schon muttern und ihrem Leben damit einen vermeintlichen Sinn geben, dennoch gönnen sie dieses "Glück" nicht ansatzweise anderen.

Hoffentlich wird der eigene Nachwuchs auch mal gay, wobei das dann wohl leider die nächste Generation an Schrankschwestern wird - bei den Eltern/Müttern!


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#2
16.04.2013
13:01:52


(+12, 12 Votes)

Von fink


die können ja demonstrieren, so viel sie wollen. das muss man wohl leider aushalten. aber die art, wie da jetzt gewalt herbeigeredet und geradezu herbeigewünscht wird, die ist absolut inakzeptabel.

sehr beunruhigend, was da gerade passiert!


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#3
16.04.2013
13:16:36


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Wie süß, 15 Rechtsradikale mit Kinderwagen, wenn das nicht Kindesmißhandlung ist.Vielleicht interessante Leute für den Verfassungsschutz.Ansonsten haben diese lächerlichen Menschen längst verloren in jeder Hinsicht.Sollen sie doch vor das Verfassungsgericht gehen, sie werden sich eine schallende Ohrfeige abholen.


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#4
16.04.2013
13:28:48


(+6, 8 Votes)

Von MeineFresse


Ich bin extrem beunruhigt. Man sollte der Sache mal auf den Grund gehen. in anderen Ländern gab es doch keine Proteste in dieser Form.
Kann es sein, dass die Sache mit der Eheöffnung nur als Projektionsfläche benutzt wird und es in Wahrheit um Probleme wie Arbeitslosigkeit, Finanzmarktwirren, schleichende Enteignung, unsichere Renten, Eurokrise usw. geht (Probleme die die Leute viel mehr betreffen als das was schwule uns Lesben machen, weswegen aber kaum jemand auf die strasse geht)?

Oder sind wirklich soviele so vehement dagegen? Diese Frigide Barjot macht mir richtig Angst.
Dass sie bereit ist, einen Bürgerkrieg (weiss sie was das heisst??) anzuzetteln.

Dazu dieser Hass auf Hollande und die amtierende Regierung. Es wurde ja sogar schon versucht, das Parlamentsgebäude zu stürmen und Hollande zum Rücktritt zu zwingen, las ich.
Leute das ist echt nicht gut.
Wenn man Glück hat, verläuft es sich im Sande. Aber wenn nicht, kann es vielleicht sogar gefährlich werden.

Schwule und Lesben haben jetzt in Frankfreich ein besonderes Risiko weil aggressive Antis sie als manifestierung der verhassten Regierung sehen könnten.

Ausserdem besteht das Risiko, dass dank der Unzufriedenheit mit der Regierung diese Front National bei den nächsten Wahlen zulegt.


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#5
16.04.2013
13:33:07


(+7, 9 Votes)

Von Jürgen Wenke


Die Damen mit den Kinderwagen sind doch sicher der Geschmack von Mutti Merkel:
Frustriert, konservativ und zu allen undemokratischen Schandtaten bereit.
Mit Merkel als moralischer, verfassungsbrechender Bundeskanzlerin.
Oh, Göttin!


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#6
16.04.2013
13:53:42


(+6, 8 Votes)

Von Luclebelge


In München habe 20 erwachsene und 10 manipulierte Kinder demonstriert. Es gab 15 Polizisten und ungefâhr 20 Gegendemonstranten, davon 3 Franzosen und die andere leute waren vom SPD, den Grünen ubnd ein Paar Leute vom Community Zentrum SUB.
Diese Zahl von 100 Leute ist Manipulation pur!


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#7
16.04.2013
14:12:59


(+12, 12 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #4 von MeineFresse


>"Kann es sein, dass die Sache mit der Eheöffnung nur als Projektionsfläche benutzt wird..."

genau das glaube ich auch.

aber genau das macht es für mich so beunruhigend. wenn da ganz bewusst (!) eine minderheit als sündenbock zur ablenkung von anderen politischen problemen installiert wird, und wenn zehntausende leute dumm genug sind, mit gewalt auf diese sündenböcke loszugehen statt ihre wahren politischen probleme auf politischer ebene zu lösen, dann ist das so ziemlich das schlimmste, was uns (und einer demokratie) passieren kann.

ich bin sonst mit nazivergleichen wirklich vorsichtig, aber hier muss man leider gewisse parallelen zu sehr finsteren zeiten erkennen.


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#8
16.04.2013
14:25:37


(0, 8 Votes)

Von Proteste


Was hat z.B. Dorf Düsseldorf mit France und Paris zu tun? Außerdem Tränengas einsetzen dann gibt es keine Proteste. Manche auch Komiker, die protestieren, scheinen psychisch krank zu sein. Denn es z.B. in Spanien oder Dänemark solche Antis nicht gegegen hat. Alles Gute für gute französische Regierung. Gegner nach Hause gehen, Kinder zeugen und sich um eigene Kinder kümmern, nicht um fremde oder um andere oder Erwachsenen blöde Hinweise geben, mit wem man verkehren sollte. Viel Tränengas für Idioten auch für Düsseldorfer girls.


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#9
16.04.2013
14:47:04


(+12, 16 Votes)

Von Netzwerken
Antwort zu Kommentar #7 von fink


Link zu www.queer.de

David Berger: Man muss bei diesen Netzwerken unterscheiden zwischen mehr inoffiziell wirkenden Gruppen und denen, die offiziell auch nach außen hin tätig sind. Mehr inoffiziell war eine Gruppe, die ich in meinem Buch beschreibe und die in einem Düsseldorfer Rechtsanwalts- und Steuerprüfungsbüro ihr lokales Zentrum hatte. In regelmäßigen, streng geschlossenen Veranstaltungen wurden dort durch den Gastgeber wohlhabende Industrielle, Wissenschaftler, vor allem aus den Bereichen der Rechts- und Politikwissenschaft, sowie Geistliche und Theologen aus dem reaktionär katholischen Spektrum eingeladen.

Neben den Vorträgen, die von Leuten wie dem Ritter Erik von Kuehnelt-Leddihn, den Professoren Friedrich Romig, Walter Hoeres oder Robert Prantner gehalten wurden, tauschte man sich hier über alles aus, was im rechtskatholisch orientierten Lager im Gespräch war. Man dachte über die Vergabe von Posten und das Lockermachen von Geldern für Großprojekte nach. Antisemitische Äußerungen waren hier an der Tagesordnung.

Link zu www.heise.de


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#10
16.04.2013
14:48:12


(+13, 15 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von fink


"eine minderheit als sündenbock zur ablenkung von anderen politischen problemen installiert wird"

So ist es. Und es ist eben keine vulgärmarxistische Verschwörungstheorie, wenn man herausstellt, dass das ganze von langer Hand organisiert und finanziert wird.

Eine mit Perlen- und Rosenkranzketten bewaffnete klerikale Reaktion hat es in Frankreich immer gegeben.

Die mediengerecht gestylten blondierten Kunstfiguren Frigide Barjot und Xavier Bongibault mit ihren teuren Fanartikeln und aufwändig organisierten Aktionen sind von anderem Kaliber.

Sie werden von Hintermännern vorgeschoben, um den Massen einen neuen Sündenbock, ein Aggressionsventil für soziale Missstände zu präsentieren: Uns.

Dreyfus und Vichy lassen grüßen.


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