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Gleiche Rechte für Schwule und Lesben

Neuseeland öffnet die Ehe


Die Oppositionspolitikerin Louisa Wall hat den Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung eingebracht - und anders als in Deutschland zeigte sich die konservative Regierung einsichtig

Neuseeland hat die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

Das neuseeländische Parlament hat am Mittwoch in dritter Lesung das Gesetz zur Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht mit 77 zu 44 Stimmen verabschiedet. Die Abgeordneten hatten zuvor zwei Stunden lang debattiert. Für die Abstimmung wurde der Fraktionszwang aufgehoben, nachdem die regierenden Konservativen das Thema zur Gewissensfrage erklärt hatten. Die linke Opposition befürwortete fast einhellig die Ehe-Öffnung und wurde von mehreren konservativen Abgeordneten unterstützt.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses brach Jubel bei vielen Abgeordneten und auf der Besuchertribüne aus. Vor dem Parlament feierten hunderte Homo-Aktivisten die Entscheidung. Der Labour-Abgeordneten Louisa Wall, die den Gesetzentwurf eingebracht hatte, wurden Blumen überreicht.

Es gibt nur eine Parlamentskammer in Neuseeland, daher muss jetzt nur noch der symbolische Akt der "königlichen Zustimmung" erfolgen. Das Gesetz wird dann drei Monate später in Kraft treten. Neuseeland ist das erste Land in Ozeanien, das Homosexuelle im Eherecht gleichstellt. Damit sind jetzt gleichgeschlechtliche Eheschließungen auf allen Kontinenten außer in Asien möglich.

"Hochzeit, Kinder und Haus mit Gartenzaun"

In der Debatte erhielt insbesondere die grüne Abgeordnete Mojo Mathers Applaus, als sie die Geschichte ihrer lesbischen Tochter erzählte, die das erste Mal mit deren Partnerin an einem formalen Empfang teilgenommen hatte: "Wie so viele andere junge Frauen wollte sie Liebe, eine Hochzeit, Kinder und ein Haus mit einem Gartenzaun." Das alles sei natürlich gewesen für ihre heterosexuelle Schwester. "Es ist mir sehr wichtig, dass beide vor dem Gesetz gleich behandelt werden", sagte Mathers.

Gegner der Gleichstellung erklärten, sie hätten nichts gegen homosexuelle Beziehungen einzuwenden, die Ehe sei jedoch seit Jahrtausenden eine Verbindung zwischen Mann und Frau. "Ich glaube, unsere Gesellschaft ist in dieser Frage gespaltener als das Parlament", sagte der konservative Abgeordnete Jonathan Young während der Debatte. Insbesondere die katholische Kirche und die christliche Lobbygruppe "Protect Marriage" hatten sich bis zuletzt gegen die Gesetzesreform ausgesprochen.

2005 hatte Neuseeland bereits eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben eingeführt. Sie beinhalten derzeit praktisch die gleichen Rechte wie für Ehepaare mit Ausnahme des vollen Adoptionsrechts. Nach dem neuen Gesetzentwurf sollen Homo- und Hetero-Paare ausnahmslos gleichgestellt werden. Laut Umfragen befürworten mehr als zwei Drittel der Neuseeländer die Gleichbehandlung im Ehe-Recht.

Erst vor gut einer Woche hatte Uruguay die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben beschlossen (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Nach der Abstimmung brachen die Parlamentarier in Gesang aus


#1 Yuuki83Profil
  • 17.04.2013, 12:41hAltdorf
  • Ich habe die Parlamentsdebatte live übers Internet verfolgt. Einige bewegende Reden. Das ist das Ergebnis, wenn man eine Abstimmung frei gibt. Ich warte in Deutschland immer noch darauf. Aber solange Merkels Haßtrupp alle Initiativen zur Eheöffnung niederbeißt, wird es wohl nichts. Merkel muss weg!
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#2 lucdfProfil
#3 TheDad
#4 humanistAnonym
  • 17.04.2013, 13:51h
  • "Ich glaube, unsere Gesellschaft ist in dieser Frage gespaltener als das Parlament", sagte der konservative Abgeordnete Jonathan Young während der Debatte.
    Herr Young hat unrecht! Im Parlament stimmten knapp 64% (77 von 121) für die Eheöffnung, die Gesellschaft ist mit "mehr als zwei Dritteln" aber sogar noch weiter.
    Ich vermute mal, die in Neuseeland stark vertretenen Grünen hatten einen großen Anteil am Erfolg, auch wenn der Antrag von Labour kam.
    Im benachbarten Australien ist Labour dagegen leider noch lange nicht so weit, allen voran die Premierministerin.
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#5 seb1983
  • 17.04.2013, 14:31h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Unter den OECD Ländern sollte Deutschland sich langsam mal umsehen. Viele sind den Weg über eingetragene Partnerschaften gegangen, inzwischen sind wir aber weiter!

    Grundsätzlich finde ich es aber schwer den Stand gleichen Rechts einzig auf die Homoehe zu beschränken.
    Selbst wenn sagt das noch wenig über die Lebenswirklichkeit von Schwulen und Lesben aus wie es etwa im Alltag oder in Schulen aussieht.

    Falls man nun sämtliche Staaten und Bundesstaaten mit Ehe und Eingetragenen Partnerschaften vor Deutschland setzt (warum eigentlich) mag es für Platz 51 reichen. Bei rund 200 Staaten wäre das immer noch ein Platz im oberen Viertel!
    Traurige Realität: Rund 80 Staaten verbieten Homosexualität und nur 50 bieten staatliche Anerkennung! Etwa 70 sind in der Mitte.
    Über den deutschen Tellerrand geblickt ist das lächerlicherweise noch immer ein Platz in der Führungsgruppe.

    Da rutscht in Deutschland wenig sondern stagniert einfach wie fast alles andere auch unter dieser Regierung!
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.04.2013, 16:34h
  • Cheers New Zealand! You did a marvellous job! Die Homoehe ist beschlossen und den Gegnern sag ich: möge Euer blanker Haß Euch selbst zerfressen!
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#7 KerouaclyAnonym
  • 17.04.2013, 16:54h
  • Herzlichen Glückwunsch!

    Bei uns wird es leider noch so lange dauern, bis CDU/CSU und die FDP in der Opposition sitzen.
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#8 Aus Bad HomburgAnonym
  • 17.04.2013, 16:56h
  • Paradoxerweise ist die Abstimmung von heute in Wellington unter anderem auch ein der grössten schwulenpolitischen Erfolgen von Obama, denn der neuseeländische Gesetzesentwurf wurde von der Bekanntmachung seiner Unterstützung für die Homo-Ehe am 6. Mai 2012 direkt inspiriert, von der opositionellen Labor-Partei vorgeschlagen und vom konservativen Ministerpräsidenten (mit österreichischen Familienwurzeln) John Key unterstützt. Somit wurden hier sowie geographische als auch parteiliche Grenzen überschritten. Eine Mahnung und Erfolgsrezept zugleich für andere Länder, wie Frankreich oder Australien (wo die aktuelle Ministerpräsidentin Gilard aus der Labor-Partei bis heute eine festentschlossene Gegnerin der Homo-Ehe bleibt): nur wenn die Homo-Ehe als Treffpunkt und nicht als Kriegslinie von vielen angesehen wird, ist sein Erfolg und schöne Zukunft garantiert. Wenn nicht, dann bleibt sie nur Eintagsfliege, mehr nicht.
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#9 Timm JohannesAnonym
#10 TillAnonym
  • 17.04.2013, 23:40h
  • Toll!

    Und eine weitere Schande für Deutschland, das dank Schwarz-Gelb weiterhin im Mittelalter festhängt.
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