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Am Mittwochabend hatte die Polizei in Paris alle Hände voll zu tun. Nächste Woche planen Homo-Gegner eine Großdemonstration

Gegner der Gleichstellung demonstrieren jetzt täglich gegen die geplante Öffnung der Ehe – dabei wurden am Mittwoch in Paris Journalisten, Polizisten und Homosexuelle tätlich angegriffen. Auch Homo-Aktivisten wurden verhaftet.

Am Mittwochabend haben mehrere tausend Menschen in Paris und anderen großen Städten Frankreichs gegen die von der sozialistischen Regierung angepeilten Gleichstellung für Schwule und Lesben im Eherecht demonstriert. Dabei kam es insbesondere in Paris zu Ausschreitungen.

Teilnehmer der von der Gruppe "La Manif Pour Tous" organisierten Protestaktion warfen Flaschen und Steine auf Beamte der Bereitschaftspolizei und beschädigten Autos, berichtet die Tageszeitung "Le Monde". Außerdem versuchten einige hundert Demonstranten, eine Straßenblockade nahe der Nationalversammlung zu erreichen. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm elf Menschen fest. Der Nachrichtensender "France 24" berichtet, dass ein Kameramann von den Demonstranten angepöbelt und herumgestoßen worden sei. "La Manif Pour Tous" hatte sich zuvor über die einseitige Berichterstattung in Teilen der Medien beschwert. Bei einer nicht genehmigten Gegendemonstration sind außerdem 24 Menschen festgenommen worden.

Schwulenbar in Lille attackiert

In der nordfranzösischen Stadt Lille haben vier Männer eine Schwulenbar gestürmt und drei Angestellte leicht verletzt. Einer der Verletzten wurde von einem Stuhl getroffen, der von außen durch das Fenster der Bar geworfen worden war. Die Angreifer wurden inzwischen festgenommen. Es soll sich um rechtsradikale Skinheads im Alter von 25 bis 35 Jahren handeln.

Homo-Gruppen machten für den Übergriff die Debatte um die Homo-Ehe verantwortlich. Zeitgleich zu dem Überfall fanden in Lille mehrere Aktionen von "La Manif Pour Tous" gegen Homo-Rechte statt. Innenminister Manuel Valls verurteilte die Übergriffe als "homophobe Attacke" und versprach, dass die Täter bestraft werden würden.

Youtube | Auch in Lyon fand am Mittwoch eine Protestkundgebung von Homo-Gegnern statt

Regierung appelliert an Demonstranten


Gegner der Gleichstellung argumentieren, dass die Öffnung der Ehe Kinder gefährden würde

Die Regierung appellierte an die Aktivisten, keine Gewalt anzuwenden: "Natürlich darf protestiert werden, wir leben schließlich in einer Republik. Aber Aufrufe zur Gewalt oder zum Hass müssen verurteilt werden", sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault. Erst wenige Tage zuvor hatte der Chef der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois, angedroht, dass mit der Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht eine "gewalttätige Gesellschaft" geschaffen werde (queer.de berichtete). Auch die Opposition hat mit aggressiver Rhetorik den Konflikt angeheizt. So erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende Hervé Mariton das Gesetgebungsverfahren zur "Anstiftung zum Bürgerkrieg".

Die Schlussabstimmung für die Ehe-Öffnung ist für Dienstag angesetzt. Homo-Gegner haben protestiert, da für die Debatte im Parlament auf 25 Stunden begrenzt worden ist. Sie fordern, dass das Parlament noch länger diskutieren solle. Das Gesetz war von den Sozialisten im Oktober letzten Jahres ins Parlament eingebracht worden. Die Opposition hat seither mehrere tausend Änderungsanträge gestellt.

Homo-Gegner planen für den 26. Mai eine weitere Großdemonstration in Paris. Sie fordern, dass über die Ehe-Öffnung ein Volksentscheid durchgeführt wird. (dk)



#1 Timm JohannesAnonym
  • 18.04.2013, 12:00h
  • Typisch wiedereinmal für die Gegner homosexueller Rechte...sie werden gewalttätig, greifen Polizisten und Journalisten an.

    Seit den 1990er bin ich fast jedes Jahr bei verschiedenen CSDs dabei und noch nie (!) habe ich in all diesen Jahren tätliche Angriffe homosexueller Demonstranten gegen Polizisten, Journalisten oder Zuschauer erlebt.

    Das Schlimmste waren wenn überhaupt "kleine" Wasserschlachten mit Wasserpistolen bei heißem Wetter und das war Spass und diente der Abkühlung in der Hitze.

    Aber bei den Gegner der homosexuellen Rechte tummeln sich halt vor allem Rechtskonservative und Rechtsradikale und die neigen wie immer auch schnell zur Gewalt.

    Gut das die Schlußabstimmung nun nächsten Dienstag in Frankreich kommt und dann Hollande unterschreiben wird.
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#2 TheDad
  • 18.04.2013, 12:07h
  • All diese Gewalt wird von den Hassreden der Katholischen Kardinäle und dieser "Aktionsgruppe" um die Mme Tellenne gefördert und dafür muß Mann die zur Verantwortung ziehen !
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#3 HomoehengesetzAnonym
  • 18.04.2013, 12:08h
  • Die französische Regierung soll schon schnell das Homoehengesetz zum In Kraft treten bestimmen dann gibt es Ruhe. Alles ist verabschiedet worden. Die Kirche soll sich nicht einmischen. Es gibt Religionfreiheit. Und sexuelle Freiheit und eheliche Rechte. Die Proteste sind künstlich von Religion.
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#4 Madame de GaulleAnonym
  • 18.04.2013, 12:20h
  • Objektiv betrachtet muss man sich die Frage stellen, ob es von Hollande tatsächlich zu verantworten ist, dass er wegen der Homo-Ehe, die, wie das Beispiel in anderen Ländern zeigt, deutlich weniger als 1 % der Schwulen und Lesben eingehen wollen, die Spaltung der französischen Gesellschaft riskiert.
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#5 derHebie
  • 18.04.2013, 12:21h
  • Fällt jemandem was auf? Mit der Eheöffnung schafft man eine gewalttätige Gesellschaft.... Aha.

    Und das was da gerade noch abläuft ist heterosexuelle Friedlichkeit? Och was gut zu wissen, hätte ich jetzt fast anders interpretiert. Dann doch lieber homosexuelle Gewalt.

    Demonstrieren, weil man ne andere Meinung hat, völlig klar und OK. Meiner Meinung nach auch ein Muss, wenn eine Demokratie funktionieren soll. Dumm ist nur, dass da jetzt so viele Spacken sich berufen fühlen ihre eigene Meinung mit Faust und Stein durchzusetzen.

    Vielleicht könnten diese Menschen noch einen kleinen Nachhilfekurs in Sachen "MEHRHEIT" vertragen. Offensichtlich ist die herrschende Mehrheitsmeinung in Frankreich: Ehe öffnen.

    Perfekt. Jetzt haben wir doch mal echt was erreicht. Da findet sich die ehemalige bürgerliche Front plötzlich in der Minderheit (kann passieren) und zeigt sich als schlechter Verlierer mit Gewalt und Pöbeleien (darf nicht passieren).

    Schade schade schade.... wer von beiden Parteien geht da wohl gegen die rechtsstaatlichen Grundsätze...

    Homogegner setzen! Ungenügend!!!!

    Geht echt gar nicht.
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#6 RobinAnonym
  • 18.04.2013, 12:24h
  • Diese religiös-fundamentalistischen Fanatiker schrecken echt vor nichts zurück - auch nicht vor Gewalt...

    Die können sich einfach nicht mit demokratischen Beschlüssen abfinden, sondern wollen ihre eigene Meinung durchsetzen. Das ist genau die totalitäre Gesinnung, die allen Religionen innewohnt.

    Würde jemand denen sagen, dass sie mit der Ermordung eines Kindes die Gleichstellung verhindert könnten, würden sie selbst davor nicht zurückschrecken.
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#7 NicoAnonym
  • 18.04.2013, 12:28h
  • Das zeigt wieder mal, wie verlogen und scheinheilig dieses ganze Kirchen-Gesocks ist:
    faseln ständig was von Religion, aber prügeln alles nieder, was ihnen nicht passt - egal ob Schwule, Journalisten oder Polizisten...

    Die zeigen damit nur, wie wichtig es ist, nicht auf diese Leute zu hören. Denn die wollen eine Kirchen-Diktatur wie im Mittelalter und das Ende der Demokratie...
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#8 FelixAnonym
  • 18.04.2013, 12:33h
  • Man braucht sich diesen faschistischen Mob, der da zeternd, randalierend und gewalttätig durch die Straßen zieht, nur mal anzusehen um zu wissen, welch Geistes Kind die sind.

    Mit jeder zusätzlichen Demo von denen beweisen die nur, wie überfällig die volle Gleichstellung ist.

    Jede Demo von denen macht uns stärker und jedes mal sagen mehr normale Bürger "Jetzt erst recht!".

    Ich hoffe, dass die Gewalttäter und diejenigen, die Autos zerstören mit voller Härte bestraft werden!
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#9 Tobi CologneAnonym
  • 18.04.2013, 12:36h
  • "Erst wenige Tage zuvor hatte der Chef der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois, angedroht, dass mit der Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht eine "gewalttätige Gesellschaft" geschaffen werde"

    Und die katholische Kirche gießt schön Öl ins Feuer. Stachelt die Dummköpfe und Verlierer auf, damit sie sich selbst die Hände nicht schmutzig machen müssen.

    Diese katholische Hass-Sekte gehört verboten!!
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#10 MarcAnonym
  • 18.04.2013, 12:38h
  • "Die Opposition hat seither mehrere tausend Änderungsanträge gestellt."

    Haben die nichts anderes zu tun?

    Wer tausende Änderungsanträge stellt, hat offenbar keine anderen Themen und keine andere Arbeit. Solche Berufs-Querulanten sollten kein Land regieren...

    EGALITÉ
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