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Die Bibliothek des Institus für Sexualwissenschaft nach der Plünderung am 6. Mai 1933 (Bild: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld)

Mit einer Gedenkveranstaltung am 5. Mai 2013 im Berliner Centrum Judaicum erinnert die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld an die Zerschlagung des Instituts für Sexualwissenschaft durch die Nationalsozialisten.

Der 6. Mai gilt als das Datum in der Sexualwissenschaft. Am 6. Mai 1933, vor achtzig Jahren, wurde das von Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaft von den Nationalsozialisten zerschlagen. "Mit der Plünderung geht ein Meilenstein der Sexualwissenschaft verloren. Das Lebenswerk Hirschfelds zerstört. An einem einzigen Tag", heißt es in einem bewegenden Online-Dossier, das am Freitag auf der extra eingerichteten Webseite 80jahre.mh-stiftung.de der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld veröffentlicht wurde.

An jenem 6. Mai vor achtzig Jahren war das Institut in der Straße In den Zelten 10 in Berlin-Tiergarten erst von rund 100 nationalsozialistischen Studenten durchwühlt und geplündert und am Nachmittag erneut von der SA heimgesucht worden. Von der umfangreichen Bibliothek blieb kaum etwas übrig: "Sie nehmen alles mit. Sind noch gründlicher. Offenbar noch getriebener. Noch genauer. Noch versessener. Werke von Oskar Wilde. Von André Gide. Von Marcel Proust. Von Sigmund Freud", heißt es in dem Dossier. "Immer wieder fragen die SA-Leute nach einer Person. Nach Magnus Hirschfeld."

Während sich der jüdische und schwule Institutsgründer längst ins Exil abgesetzt hatte, wurden sämtliche Bücher, die im Institut für Sexualwissenschaft geplündert wurden, vier Tage später von den Nazis auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. Im Fackelzug trugen Studenten auch eine Büste Magnus Hirschfelds und schmissen sie auf den Scheiterhaufen.

Gedenkveranstaltung am 5. Mai 2013 im Centrum Judaicum

An diese folgenreiche Zerstörung des wissenschaftlichen Gedächtnisses der ersten deutschen Schwulenbewegung vor achtzig Jahren erinnert die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld am Sonntag, den 5. Mai um 16 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung im Centrum Judaicum Berlin. Einleitende Worte werden Dr. Hermann Simon (Direktor der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum Berlin), Dr. Ulrich Baumann (stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas) und einer Vertreterin von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger halten, die zugleich Vorsitzende des Kuratoriums der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist.

Als zweiter Programmpunkt wird der Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler aus Christopher Isherwoods Autobiographie "Christopher and His Kind" lesen. Der taz-Journalist Jan Feddersen, zugleich Vertreter der Initiative Queer Nations e.V. im Kuratorium der Bundesstiftung, wird anschließend eine Podiumsdiskussion über die Auswirkungen der Zerschlagung des Instituts für Sexualwissenschaft moderieren. Ihre Teilnahme zugesagt haben Dr. Susanne zur Nieden (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung), Sabine Balke (Geschäftsführerin Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V.), Andreas Pretzel (Humboldt-Universität zu Berlin, Archiv für Sexualwissenschaft) und Dr. Rainer Herrn (Institut für Geschichte der Medizin an der Charité Berlin). Musikalisch wird die Veranstaltung von der Sängerin Vivian Kanner gestaltet, am Akkordeon begleitet von Maxim Shagaev.

Veranstaltungsort ist der Repräsentantensaal des Centrum Judaicum in der Oranienburger Str. 28-39 in Berlin-Mitte. Einlass am Sonntag, den 5. Mai 2013 ist ab 15.30 Uhr. Für die Sicherheitskontrollen sollte Zeit eingeplant werden. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld bittet zudem um kurze Voranmeldung per Email an sophie.richter@mh-stiftung.de. (mize)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.04.2013, 15:08h
  • Da sieht man, wie die Zeit vergeht! Das Wichtigste ist aber, daß solche Nazigreueltaten niemals auch nur in Vergessenheit geraten!
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#2 antos
#3 JadugharProfil
  • 23.04.2013, 10:53hHamburg
  • Mir kommt die Zeit des Nationalismus immer so vor, als wäre man mit Volldampf zurück in das Mittelalter gegangen. Alles was die katholische Kirche eh verfolgt hatte, wie Juden, Zigeuner, Prostituierte und Homosexuelle, haben die Nazis übernommen. Von der Bevölkerung kam kein Widerstand, weil es dem christlichen Konsens entsprach, Juden, Homosexuelle, Prostituierte und Zigeuner als Abschaum zu betrachten, weswegen auch die Kirchen dafür gesorgt haben, daß der Naziparagraph 175 in seiner Form nach dem zweiten Weltkrieg bis 1969 aufrecht erhalten blieb. Daß die katholische Kirche zum Nationalsozialismus bezüglich der Ermordung von einigen Millionen Menschen schwieg, liegt auch an diesem zu den Nazis gemeinsamen Konsens.
    Wenn die katholische und sonstige Kirchen wieder gegen diese Minderheiten hetzt, dann sollte man diesen Anfängen energisch wehren. Ich schreibe hierzu diese Institution direkt an und schlage sie mit den Argumenten von Jesus!
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#4 FreeyourgenderProfil