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Wetzlar Im hessischen Wetzlar kämpft ein örtlicher CDU-Landtagsabgeordneter mit allen Mitteln gegen einen schwulen Lehrer. In dem von dem Abgeordneten Hans-Jürgen Irmer herausgegebenen Anzeigenblatt "Wetzlarkurier" wird ein schwuler Lehrer kritisiert, der "sich im Internet präsentiert, seine Vorlieben deutlich macht", gar "prostituiert" – der betroffene, nicht namentlich genannte Mann hatte in einem schwulen Portal ein Profil veröffentlicht. Die CDU sei davon von besorgten Eltern in Kenntnis gesetzt worden und fordere nun ein Disziplinarverfahren samt Versetzung, so der Bericht. Irmer habe die Kultusministerin informiert. Der Zeitungsbericht verweist auf Dr. Christl Vonholdt und übernimmt deren Meinung, dass Homosexualität heilbar sei. Angesichts dieser "Kenntnisse" sei auch ein Umdenken im Sozialministerium notwenig, das entsprechende "Heilungs"-Angebote fördern solle, fordert Irmer, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass der "Wetzlarkurier" polarisiert. EU-Kommissar Günter Verheugen müsste man wegen der Verhandlungen zum EU-Beitritt der Türkei "im Grunde genommen wegen Hochverrat an Deutschland anklagen", schrieb die Zeitung kürzlich. Die grüne Landtagsfraktion in Hessen legte darauf Beschwerde beim Presserat in Bonn ein. "Seit Jahren schürt Hans-Jürgen Irmer im 'Wetzlarkurier' Ressentiments gegen Minderheiten und Ausländer. (…) Es wird Zeit, dass Schluss ist mit dem monatlichen Gebräu aus CDU-Propaganda, Vorurteilen und Stimmungsmache gegen Minderheiten", sagte dazu die aus dem Lahn-Dill-Kreis kommende Abgeordnete und medienpolitische Sprecherin der Grünen, Priska Hinz.

Kritik auch an Antidiskriminierungsgesetz, Homo-Ehe

Online sind weitere homofeindliche Artikel der Zeitung abrufbar. So wird dort unter der Überschrift "Rot-grünes Antidiskriminierungsgesetz führt zur Diktatur der Minderheit" folgendes Beispiel gebracht: "Wenn Sie als Vermieter Ihre Wohnung einem Schwulenpaar nicht vermieten möchten, was Sie heute ohne Angaben von Gründen natürlich können, dann kann das abgelehnte Schwulenpaar auf der Basis des Antidiskriminierungsgesetzes Klage erheben, und Sie als Vermieter müssen den Beweis dafür antreten, dass Sie nicht diskriminiert haben. (…) Sollte der Klage stattgegeben werden, droht eine Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis. Außerdem kann eine Klage auf Schadenersatz auf Sie zukommen. Kurzum, es wird teuer." Auch für die Ablehnung der Homo-Ehe liefert die Zeitung eine eigene Begründung: "Wenn der schwule Regierende Bürgermeister von Berlin, Wowereit, öffentlich erklärt, so Irmer, dass es gut sei, dass er schwul sei, dann zeige dies nur dessen Kurzsichtigkeit. Abgesehen davon, dass schwule Paare logischerweise keine Kinder bekommen, muss man doch einmal sehr deutlich sagen, hätte Vater Wowereit die gleiche Auffassung wie sein Junior gehabt, würde es den Junior heute nicht geben. So einfach ist die Welt." (nb)



29 Kommentare

#1 LedertypAnonym
  • 29.10.2004, 16:59h
  • Seit längerer Zeit habe ich bereits den Eindruck, dass die CDU in gewissen Teilen nicht mehr "Schwarz", sondern leicht "BRAUN" angehaucht ist. Wie soll das noch weitergehen? Na da lob ich mir doch eher die Rot-Grünen.
    Und vonwegen: Schwul sein ist heilbar -- da muss ich doch mal wieder kräftig ablachen.
    Und übrigens: Der Grund für die heutige Misere in Deutschland und in der Politik, der liegt nicht allein an den Rot-Grünen, denn was die sogenannten "Schwarzen" in Jahrzehnten kaputt gemacht haben, kann Rot-Grün auch nicht von heute auf morgen wieder aufbauen. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, dass es heutzutage immer noch schwule gibt, die immer und immer wieder CDU wählen. Ich zumindest NICHT
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#2 Knecht RuprechtAnonym
  • 29.10.2004, 17:05h
  • seit graumer zeit habe ich den eindruck, dass homosexuelle, alles was homosexuelle nicht gut findet, als braun bezeichnet. meinet wegen, können homosexuelle christen als braun einstufen und christen stufen im gegenzug homosexuelle als braun ein. doch meiner ansicht nach, hat diese begriffsvergawaltigung keinen sinn. ach ja, alle die das römisch-katholische volk nicht gut finden und dieses von politischen posten ausschließen wollen, tragen das parteibuch der n***p
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#3 wolfAnonym
  • 29.10.2004, 17:21h
  • wäre wohl besser gewesen vater immer hätte zu den vehüterli gegriffen, anstatt nach dem besuch der dorfwirtschaft die gattin mit bierfahne zu verwöhnen.
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#4 DanielAnonym
  • 29.10.2004, 18:11h
  • Ja Homosexualität ist genau so wenig heilbar wie Dummheit. Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.
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#5 BasAnonym
  • 29.10.2004, 19:39h
  • Es ist doch bei allem Dreck den solche homophoben absondern immer das gleiche...

    WER SOLLTE DENN NICHT MIT STEINEN WERFEN???
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#6 GerdAnonym
  • 29.10.2004, 22:42h
  • Ich finde es sehr gut, dass Ihr auf queer auf solche in meinen Augen homophoben Herausgeber von Zeitungen hinweist. Da weiss man dann, wo in der eigenen Region der Sumpf ist.

    AUs der Ecke Deutschlands kommt auch Hohmann, den die CDU gottseidank rausgeworfen hat...
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#7 gerdAnonym
  • 29.10.2004, 23:07h
  • Übrigens die Nummer des Instituts 06164/9308211 (aus dem Wetzlarkurier) gibt es tatsächlich mit Anrufbeantworter des Institus, wo man drauf sprechen kann. Da kann man dann in höflicher Form seine Meinung sagen, dass Homosexualität nicht heilbar ist...
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#8 Werner HilscherAnonym
  • 29.10.2004, 23:50h
  • Nur um es noch einmal zu agen:

    Es waren "Christliche Parteien", die einem Adolf Hitler zur Macht verhalfen. Wobei hier nicht zu sagen ist, das Christen schlechte Menschen sind. Ich bin selber einer. Aber so manche Vereinigung ist schlecht, und die "Römisch Katholischen" mit ihrer jahrhundertealten Menschenverachtung gehören dazu. Viele haben gegen diese "einzigen wahren Christen" gekämpft und konnten deren Falschheit auch beweisen, aber leider will das niemand hören.
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#9 Knecht RuprechtAnonym
  • 30.10.2004, 09:43h
  • ich bin mir sicher, dass hitler sogar gataufter christ war, weil er in austria geboren wurde. nur verstehe ich die parallele nicht, von hitler - christ zu christen dürfen keine poliitschen ämter besetzen. hitler hat sich nicht an die gebotte gottes gehalten und starb dazu noch in sünde. darum ist der fall erledigt und der mensch schwimmt im schwefelsee und damit sexuell fehlorientierte menschen, nicht das selbe schicksal wie hitler ereilt, müssen sie von ihrer sünde abkommen, stattdessen werden homosexuelle in deutschland in ihrer sünde bestärkt und zu hitler in den schwefelsee baden geschickt.
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#10 LedertypAnonym
  • 30.10.2004, 11:20h
  • Hallo "Knecht Ruprecht" , also wenn man deine Kommentare hier so liest, muss man doch fast denken, dass du auch so einer von denen bist - so nach dem Motto: Etwas Braun - Schwarz schadet nicht. Igitt -- scheinst wohl eine Schwulen-Hasser zu sein. Da sage ich nur: Weg mit solchen Leuten wie "Knecht Ruprecht " !!!!!!!
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