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  • 29. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Der Name sagt einem auf Anhieb nichts, dafür aber die warme Stimme. Der Ex-Lighthouse-Family-Sänger legt sein erstes Solo-Album vor.

Von Jan Gebauer

Energie und großes Spektakel waren weder das Markenzeichen der Lighthouse Family noch wird man sie auf Tundes erstem Solo-Album, welches schlicht nach dem Künstler benannt ist, hören. Gleich die erste Single "Great Romantic" bietet feinen Pop-Wohlklang, ohne groß aufzufallen – wie geschaffen für das sonntagliche Radio-Programm am Nachmittag. Derartige Harmonie zieht sich als roter Faden durch das ganze Album. Dominierend ist die warme, samtene Stimme von Tunde, die als Markenzeichen schon so manchen Lighthouse-Family-Hit veredelte, auch wenn einige davon so schleppend arrangiert waren, dass Sade oder Norah Jones wie ein Wirbelsturm daherkommen. Das wird schon beim Opener "Passing The Hours" deutlich.

"Miles ahead of me" zieht das Tempo ein wenig an und stimmlich spielt Tunde mehr. Das gibt ihm die Möglichkeit ein paar höhere Töne zum Besten zu geben. "I Have Never Walked Alone" hat eine hübsche, feinsinnige Melodie und bei "Shouldn't Be Like This (According to Fairness)" kommt sogar ein gewisser Groove auf. Dennoch muss man schon einen guten Zeitpunkt auswählen, um sich Tundes Debüt anzuhören, ansonsten beschert einem das Tempo der meisten anderen Songs auf "Tunde" einen gesunden Schlaf. Beim gemütlichen Candelight-Dinner ist der Engländer aber sicher nicht fehl am Platze und sorgt für romantische Hintergrundmusik. Lob verdient das Cover-Foto, welches Tunde vor einem pinken Hintergrund in sanftes Licht hüllt, dass ihn fast violett erscheinen lässt.

Portrait:

Tunde Emanuel Baiyewu (geboren in London) bildete mit Paul Tucker das überaus erfolgreiche Pop-Duo Lighthouse Family. Die beiden trafen sich 1993 in Newcastle, England. Mit Tundes cremiger Stimme und einem Mix aus Soft-Soul und radiotauglichen Melodien machte sich das Duo schnell einen Namen. Kritiker lobten das feinsinnige Gespür für Melodie und Instrumentierung, kritisierten aber mangelnde Energie und allzu spröde Arrangements, die oft Feuer vermissen ließen. Das erste Album "Ocean Drive" erschien noch 1995 und beinhaltete mit dem Titelsong den ersten Hit (als Wiederveröffentlichung 1996 Platz 11 in UK). "Lifted" (1996), "Raincloud" (1997), "High", "Lost In Space" (1998) und "(I Wish I Knew How It Would Feel To Be) Free/One" (2001) folgten und landeten in den Top-Ten der UK-Charts. Mit "Postcards From Heaven" (1997) und "Whatever Gets You Through The Day" (2001) waren es aber besonders die Alben, die in millionenfach abgesetzt wurden. In Deutschland erlebten sie 1999 ihren Höhepunkt, als sie mit dem deutschen Schallplattenpreis Echo als "erfolgreichste internationale Gruppe" ausgezeichnet wurden. Ab 2002 ging das Duo getrennte Wege. Tunde begann an seinem Debüt zu arbeiten, welches 18 Monate Arbeit in Anspruch nahm.

29. Oktober 2004