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  • 24.04.2013           52      Teilen:   |

Nach Ehe-Öffnung

Homo-Gegner randalieren in Paris

Artikelbild
Homo-Gegner zerstörten Straßensperren und lieferten sich Schlachten mit der Polizei

In Paris gingen nach der Öffnung der Ehe durch das Parlament wieder tausende Homo-Gegner auf die Straße – am späten Abend kam es zu Ausschreitungen.

Am Dienstagabend haben nach Polizeiangaben 3.500 Menschen in Paris gegen die von der Nationalversammlung beschlossene Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht protestiert. In Fernsehinterviews versprachen die Demonstranten, "bis zum bitteren Ende" gegen die gleichgeschlechtliche Ehe zu kämpfen.

Die Kundgebung sollte um 22 Uhr enden, allerdings hatten sich mehrere hundert Demonstranten der Anweisung widersetzt und sich eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Die teils vermummten Personen attackierten die Sicherheitskräfte mit Glasflaschen, Dosen, Eisenstangen und anderen Wurfgeschossen. Die Bereitschaftspolizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas.

Nach offiziellen Angaben wurde ein Polizist verletzt. Bilder von Nachrichtensendern zeigen aber Aufnahmen, in denen offenbar verletzte Polizisten weggetragen und behandelt werden. Die Behörden haben die Lage gegen 1 Uhr morgens wieder unter Kontrolle gebracht.

Auch in anderen Städten Frankreichs kam es zu Ausschreitungen. In Lyon verhaftete die Polizei 44 Homo-Gegner.

Youtube | Euronews berichtet über die Ausschreitungen
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Anführerin der Homo-Gegner: Regierung ist an Ausschreitungen schuld

Für Frigide Barjot hat die Regierung mit dem Gesetz die Öffentlichkeit provoziert und trägt deshalb die Verantwortung für die Gewalt - Quelle: Wiki Commons / Ericwaltr / CC-BY-SA-3.0
Für Frigide Barjot hat die Regierung mit dem Gesetz die Öffentlichkeit provoziert und trägt deshalb die Verantwortung für die Gewalt (Bild: Wiki Commons / Ericwaltr / CC-BY-SA-3.0)

Frigide Barjot, die Anführerin der Protestbewegung, wies jede Verantwortung für die Ausschreitungen von sich. Im Radiosender "France Info" gab die 50-Jährige den regierenden Sozialisten die Schuld: "Die Gewalt ist eine Folge der Art, wie uns das Gesetz aufgezwungen wurde". Meinungsumfragen zufolge spricht sich aber nach wie vor eine stabile Mehrheit für die Gleichstellung aus.

In einem anderen Pariser Stadtteil feierten unterdessen mehrere tausend Menschen ausgelassen die Öffnung der Ehe, unter ihnen auch Bürgermeister Bertrand Delanoë. Der schwule Politiker erklärte gegenüber RTL: "Es ist toll, wenn man als Bürgermeister einfach die Liebe feiern kann".

Die Nationalversammlung hatte am Dienstagnachmittag mit der sozialistischen Mehrheit die Gleichstellung im Eherecht beschlossen (queer.de berichtete). Die Oppositionspartei UMP, die nach der Abwahl von Präsident Nicolas Sarkozy im vergangenen Jahr mit internen Grabenkämpfe für Schlagzeilen gesorgt hatte, nutzte die Debatte, um Einigkeit in der Ablehnung von Homo-Rechten zu demonstrieren. Die UMP will sich deshalb an den obersten Gerichtshof wenden, um das Thema am Leben zu erhalten. Der Verfassungsbeschwerde werden allerdings nur geringe Chancen eingeräumt.

Erste gleichgeschlechtliche Ehe in Montpellier

Auch in Orléans feierten Homo-Aktivisten die Entscheidung des französischen Parlaments
Auch in Orléans feierten Homo-Aktivisten die Entscheidung des französischen Parlaments

Justizminiterin Christiane Taubira hofft nun, dass das Gesetz bis Juni in Kraft treten kann. Nach der Entscheidung erklärte sie: "Wir glauben, dass die ersten Ehen wunderbar sein werden und viel Freude bringen werden. Diejenigen, die heute noch gegen das Gesetz sind, werden sich ihre Position noch einmal überlegen, wenn sie die neuen Jungvermählten und deren Familien sehen."

Die erste Ehe-Schließung soll in Montpellier stattfinden, einer der homofreundlichsten Städte Frankreichs. Hier bereitet der 40-jährige Vincent Autin, der Chef einer PR-Agentur und Vorsitzende einer Homo-Gruppe, bereits die Hochzeit mit seinem 29-jährigen Freund vor. "Wir werden diese Hochzeit zu einem Ereignis für alle machen. Es wird öffentlich sein, offen für alle Aktivisten, für die Vorsitzenden von französischen und internationalen Homo-Gruppen, für die Presse", kündigte Autin an.

Frankreich ist weltweit das 14. Land, das die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben beschlossen hat. Der April war ein guter Monat für Homo-Rechte, da bereits die Parlamente von Neuseeland und Uruguay für die Gleichstellung im Eherecht votiert hatten. (dk)

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Tags: frankreich, paris, homo-ehe, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Homo-Gegner randalieren in Paris"


 52 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.04.2013
12:30:50


(-2, 18 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Angriff auf den Erzbischof von Mecheln-Brüssel wegen Homophobie:

Link:
kath.net/news/41034


Link zu www.standaard.be


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#2
24.04.2013
12:43:48


(+13, 17 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es ist erschreckend, wie in einem doch eigentlich zivilisierten und säkularem Land wie in Frankreich der homophobe Mob kocht..... erschreckend wie dünn das Eis der Zivilisation ist.


Eigentlich dachte man, dass die Kirche dort seit der Revolution nicht mehr viel zu melden hat.

Und dass Frigide Barjot die Regierung für die Gewalt verantwortlich macht, mit der ihre Anhänger gegen einen demokratische Entscheidung vorgehen, ist wiederlich.


Aber letztendlich: Frankreich hat die Gleichstellung, das ist erfreulich.

Schad, dass die deustche Regierung da nicht so fortschrittlich ist wie die französische.


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#3
24.04.2013
12:48:03
Via Handy


(+11, 17 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das neue Eherecht nimmt niemandem etwas weg und stellt nur gleich.

Es macht mich unglaublich wütend und traurug zu gleich, dass man GEGEN die Rechte von anderen Menschen auf die Strasse gehen, randalieren und Polizisten verprügeln kann. Was bilden sich diese religiösen Faschos eigentlich ein.

Sperrt sie eine Zeit lang weg, sie haben schon mehr als genug abgerichtet!


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#4
24.04.2013
12:56:14


(+6, 14 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Mieux vaut une paire de mères qu'un père de merde.

Slogan für die Eheöffnung


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#5
24.04.2013
13:05:37


(-1, 23 Votes)

Von MeineFresse
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


Oh Gott der arme Mann.

Und dann motzen diese hochaggressiven, gemeingefährlichen (siehe Bilder) Homo-Befürworter auch noch rum wenn Polizisten mit Glasflaschen und Eisenstangen angegriffen, Fensterscheiben eingeworfen und homosexuelle (bzw. schwule) Paare krankenhausreif geschlagen werden.


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#6
24.04.2013
13:06:12


(+10, 14 Votes)

Von Frankreich


Herr Hollande soll eine Trennung Staat Kirche machen. Wie Schweden, Dänemark. Anders gesagt, was wer schwul, lesbisch, bi ist, soll das nicht die Kirche interessieren. Dort gibt es doch viele Schwule. Wozu die Proteste? Wie Frau Taubira sagt, erste zivile Homohochzeiten sind im Juni. Demokratie und Bruderschaft.


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#7
24.04.2013
13:16:27


(+1, 17 Votes)

Von MeineFresse


Mittlerweile glaube ich aber echt dass das für manche einfach nur vorgeschoben ist. So wie 1. Mai Randale. Da wird auch immer behauptet, es sei voll politisch und gegen das System usw.
Dabei sind es miestens nur unausgelastete Leute die sich mal abreagieren wollen.

Oder die brennenden Autos damals in Frankreich. Oder die Plünderungen in London.

Das wir dann hinterher irgendein edles Motiv als Erklärung geliefert um zu Verschleiern was es wirklich ist. Unerzogene Leute die zuviel Zeit haben.
"Hollande will Blut, also kriegt er welches"
Und Polizisten Angreifen, die für einen mageren Lohn ständig den Kopf hinhalten müssen um Hollande zu ärgern?
Was für ekelhafter Scheiss.

ich hab ein Problem mit dir, also steche ich deine Großmutter ab. So in etwa.
Nur dass Hollande mit x-beliebigen Schwulen und Lesben oder Polizisten überhaupt nichts zu tun hat.


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#8
24.04.2013
13:17:58


(+13, 13 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Tja, wie steht es so gut bei Hosea 8, 7: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Ich halte bestimmt nicht die andere Backe hin, wenn die Pfaffen weiter so hetzen.


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#9
24.04.2013
13:34:03


(+9, 17 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #6 von Frankreich


"Herr Hollande soll eine Trennung Staat Kirche machen. Wie Schweden, Dänemark."

In Dänemark gibt es eine evangelische Staatskirche, deren oberste Bischöfin die Königin ist. In Schweden ist die Situation ähnlich. Man kann darüber diskutieren, ob das gegenüber den agnostischen StaatsbürgerInnen eine Diskriminierung darstellt (was ich bejahen würde), den sozialen Fortschritt hat das bislang jedenfalls in Skandinavien nicht verhindert.

Wir alle - und nicht nur Herr Hollande - sollten uns vielmehr fragen, wieso es n Frankreich und anderswo Menschen gibt, deren Gender-Identität so instabil ist, dass sie gegen Minderheiten eine so vernichtende Aggression entwickeln. Zitst Barjot: 'Lasst mein Geschlecht in Ruhe' . Und weshalb man gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (auch Rassisten!) in den Medien allgemein akezptiert.

Gerade Homophobie massivsten Ausmaßes (die Blut- und Gewaltrhetorik der Barjot und der UMP) scheint in Frankreich nicht nur am rechten Rand als völlig unproblematisch angesehen zu werden. Da bedarf es intensiver Umkehr.

PS Sicher gibt es in Frankreich soziale Probleme. Aber die sind in Lateinamerika schlimmer. Dort setzt man auf die Solidarität der Marginalisierten - auf beiden Seiten übrigens. Fazit: Für Homphobie gibt es keine Entschuldigung!


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#10
24.04.2013
13:41:52


(-6, 20 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


Der Bischof von Mechelen-Brüssel wurde mit Wasser bespritzt:

"Im Oktober 2010 löste Léonard in einem neuen Buch mit Interviews mit ihm (Msgr. Léonard conversations) mit der Aussage einen Skandal aus, dass AIDS eine Art von innewohnender Gerechtigkeit sein könnte. Aufgrund der heftigen Kritik präzisierte Léonard seine Aussagen und erklärte, Homosexualität sei eben ein Laster wie das Rauchen: Wenn ein starker Raucher an Lungenkrebs erkrankt, ist das auch eine Art von Gerechtigkeit. (wiki)

Ich bin totzdem gegen solche Aktionen. Der Bischof ist ein Bürger wie der Besitzer einer Schwulenbar (wenn der verprügelt wird, ist das natürlich schlimmer als geweihtes Wasser). Bürger werden durch das Recht geschützt. Es ist ein Fortschritt, dass das Recht uns mittlerweile auch gegen die (oft vernichtende) Willkür der klerikalen Reaktion schützt. Deshalb: Klage wegen Volksverhetzung statt körperliche Attacke.

Wer im Recht ist, soll sich nicht ins Unrecht setzen.


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