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Das Parlament von Delaware in Dover

In immer mehr Regionen der USA wird die Öffnung der Ehe zum Thema: Im Nordosten dürften zwei weitere Staaten in Kürze die Gleichstellung beschließen.

In Delaware und Rhode Island beraten die Parlamente derzeit über die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Das von Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus der Steueroase Delaware hat am Dienstag mit 23 gegen 18 Stimmen die Öffnung beschlossen. Nun wird der Gesetzentwurf im Senat beraten. Auch dort haben die Demokraten eine deutliche Mehrheit, so dass die Verabschiedung als sehr wahrscheinlich gilt.

Gouverneur Jack Markell hat bereits angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen. Der Demokrat hatte im Vorfeld der Debatte erklärt: "Alle Bürger von Delaware verdienen die gleiche Würde und den gleichen Respekt wenn es um ihre wichtigste Beziehung geht".

Alle Republikaner in Rhode Island stehen hinter Ehe-Öffnung

Rhode Island schickt sich unterdessen an, als letzter Neuengland-Staat die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Bereits im letzten Monat hatte das Repräsentantenhaus mit 51 zu 19 Stimmen die Gleichstellung beschlossen. Im Senat hat sich der Justizausschuss am Dienstag mit sieben zu vier Stimmen für die Ehe-Öffnung ausgesprochen, alle vier Gegenstimmen kamen aus der demokratischen Partei. Im Senat soll noch diese Woche eine letzte Abstimmung zur Ehe-Öffnung stattfinden. Bereits ab 1. August soll die Eheschließung Schwulen und Lesben in Rhode Island erlaubt werden. Der parteilose Gouverneur Lincoln Chafee, der bis 2007 Republikaner war, hat der Gleichstellung bereits seine Unterstützung zugesagt.

Überraschenderweise haben sich alle Republikaner im Senat des Bundesstaates für die Ehe-Öffnung ausgesprochen. Allerdings besteht die Fraktion nur aus fünf Senatoren, während die Demokraten 32 Parlamentarier stellen. Es wäre das erste Mal, dass sich eine Fraktion einstimmig für die Gleichstellung ausspricht. "Das verändert die Lage völlig", erklärte Chad Griffin von der LGBT-Gruppe Human Rights Campaign. "Bislang hat noch nicht einmal eine demokratische Fraktion angekündigt, einstimmig für die Gleichstellung zu stimmen."

Nevada will Ehe-Verbot abschaffen


Kelvin Atkinson hat im Parlament sein Coming-out

Fortschritte gibt es auch im Wüstenstaat Nevada: Dort wird beraten, ob das Verbot der Homo-Ehe in der Regionalverfassung abgeschafft werden soll. Es war 2002 in einem Volksentscheid mit fast 70 Prozent Zustimmung beschlossen worden. Seither haben sich die Umfragen bei diesem Thema jedoch gedreht. Am Montag hat der Senat mit zwölf gegen neun Stimmen für eine Abschaffung des Verfassungszusatzes gestimmt. Neben elf Demokraten votierten nur ein Republikaner für das Ende des Verbots.

Bei der emotionalen Debatte hatte einer der Senatoren sogar sein Coming-out: "Ich bin schwarz. Ich bin schwul", sagte der Demokrat Kelvin Atkinson laut "Las Vegas Sun". "ich weiß, das ist das erste Mal, dass Sie mich das sagen hören." Dann kritisierte er einen Vorredner, der behauptet hatte, die Ehe-Öffnung würde die heterosexuelle Ehe gefährden: "Wenn das Ihre Ehe gefährdet, dann läuft schon von vornherein etwas falsch in Ihrer Ehe".

In den USA haben derzeit neun der 50 Bundesstaaten Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt, ebenso wie die Hauptstadt Washington sowie drei Indianerreservate. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 24.04.2013, 15:20h
  • Es freut einen immer besonders, wenn man positiv überrascht wird.

    Es verbittert besonders, wenn positive Vorurteile durch Gewalt und Hass zerstört werden.

    Eine Konsequenz unter anderen: Dort Urlaub machen, wo man als Mensch seine Rechte genießt. Homophobe Gegenden meiden, selbst wenn sie mit Postkartenidyllen locken.
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#2 seb1983
  • 24.04.2013, 15:56h
  • Mich erstaunt dieser Eiertanz doch etwas. Je nach Lust und Laune werden die regionalen Verfassungen alle paar Jahre geändert?

    2002 verbietet Nevada Homoehen, 2013 erlaubt es sie, 2023 werden sie dann vielleicht wieder verboten wenn sich die öffentliche Meinung dreht wie in Kalifornien? Als Kompromiss werden dann Partnerschaften eingeführt etc. etc. ?

    Grundsätzlich bin ich Volksabstimmungen positiv gesinnt, aber dann nicht über Grundrechte und darauf ausgerichtet wer das meiste Geld in die Hand nimmt und die beste TV Werbung schaltet.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.04.2013, 16:17h
  • Das sind supergute Neuigkeiten, allerdings nehme ich es den Demokraten in Rhode Island und Nevada übel, daß sie GEGEN die Homoehe stimmten!

    SHAME ON YOU!
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 24.04.2013, 19:11h
  • Antwort auf #4 von FoXXXyness
  • Sehr positiv, dass nunmehr auch Rhode Island, Delawar und Nevada die Ehe öffnen werden.

    Auch die demokratisch kontrollierten Bundesstaaten Minnesota und Illinois (Chicago) sind derzeit parlamentarisch dabei, einen Gesetzentwurf zur Eheöffnung zu beraten.

    Sollten diese Bundesstaaten sowie in weiteren Schritten auch Oregon und Hawaii an der Pazifikseite der USA die Ehe öffnen, dann ist es vor allem die Südstaaten der USA sowie der Mittlere Westen, wo bisher keine Fortschritte zu sehen sind.

    Fronstaaten, in denen um die Eheöffnung gekämpft wird, dürften daher am Ende der Amtszeit Obamas Virginia, Pennsylvania und Florida sein.
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 25.04.2013, 08:03hBremen
  • "Alle Bürger von Delaware verdienen die gleiche Würde und den gleichen Respekt wenn es um ihre wichtigste Beziehung geht".

    Genau so ist es, und das nicht nur in Delaware und bei der wichtigsten Beziehung, sondern überall.

    "Ich bin schwarz. Ich bin schwul.... Wenn das Ihre Ehe gefährdet, dann läuft schon von vornherein etwas falsch in Ihrer Ehe".

    Hat Kelvin Atkinson wunderbar gesagt
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#7 HugoAnonym
  • 25.04.2013, 23:57h
  • "Dann kritisierte er einen Vorredner, der behauptet hatte, die Ehe-Öffnung würde die heterosexuelle Ehe gefährden: "Wenn das Ihre Ehe gefährdet, dann läuft schon von vornherein etwas falsch in Ihrer Ehe".

    Das ist mal eine Antwort nach meinem Geschmack.

    Statt sich zu freuen, das Liebende heiraten wollen, hetzt die katholische Kirche gegen Sie, nur weil sie keine Ahnung hat von Liebe. Lieber vertuscht Sie, was Ihrer Meinung nach nicht an die Öffentlichkeit gehört.
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