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Verstoß gegen Gleichbehandlungsrichtlinie

EU-Richter: Fußballclub darf Homophobie nicht dulden


Der Fußballclub muss sich von Clubbesitzer George Becali distanzieren, wenn er den Eindruck erweckt, dass Homosexuelle diskriminiert werden sollen

Ein Fußballteam muss sich von homophoben Äußerungen des Führungspersonals distanzieren, hat der Gerichtshof der Europäischen Union entschieden – und damit den 23-fachen rumänischen Meister verurteilt.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat entschieden, dass die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie aus dem Jahr 2003 auch Profi-Fußballvereine verpflichtet, für ein diskriminierungsfreies Umfeld zu sorgen. Anlass war eine Aussage des Besitzers von Steaua Bukarest aus dem Jahr 2010: George Becali hatte in einem Interview erklärt, dass er keine Schwulen in seinem Verein dulden werde.

Der 54-Jährige nahm damals Bezug auf einen geplanten Transfer eines bulgarischen, offenbar schwulen Fußballers: "In meiner Familie hat ein Schwuler nichts verloren, und die Steaua ist meine Familie", sagte er – und weiter: "Besser als mit einem Schwulen spielen wir mit einem Nachwuchsspieler; das ist keine Diskriminierung. Niemand kann mich zwingen, mit jemandem zusammenzuarbeiten. Auch ich habe das Recht, zu arbeiten mit wem ich möchte, wie die anderen auch." Am Ende wurde der Spieler nicht verpflichtet.

Die EU-Richter erklärten nun, dass die Vereinsführung ihrem "Patron" hätten widersprechen müssen. Der Verein hätte klarstellen müssen, dass er nicht auf Basis der sexuellen Ausrichtung diskriminiert. Ferner hätte er beweisen müssen, dass er nicht diskriminiert hat, als er den Spieler ablehnte.

Klare Distanzierung gefordert

Die Homo-Gruppe "Accept" hatte den Fall ins Rollen gebracht: Sie hatte sich 2010 zunächst beim "Nationalen Rat für die Bekämpfung der Diskriminierung" beschwert. Dieser hatte aber entschieden, dass den Besitzer verwarnt, nicht aber den Verein selbst. Daraufhin klagte "Accept" in Luxemburg. Die Europarichter stellten klar, dass der Verein sich nicht darauf berufen könne, unabhängig von seinem Besitzer Transfer-Entscheidungen zu treffen, sondern müsse aktiv den Anschein der Diskriminierung mit einem "Bündel übereinstimmender Indizien" widerlegen. Das könnten eine "klare Distanzierung von diskriminierenden öffentlichen Äußerungen" oder "ausdrückliche Bestimmungen" in den Einstellungsrichtlinien sein.

Es hat bereits eine Reihe von Urteilen der Luxemburger Richter unter Berufung auf das Merkmal "sexuelle Ausrichtung" in der Antidiskriminierungsrichtlinie gegeben. So hat der Europäische Gerichtshof etwa Deutschland wegen Diskriminierung von verpartnerten Beamten verurteilt (queer.de berichtete).

Becali ist ein Unternehmer und Politiker, der bereits mehrfach durch homophobe Ausbrüche aufgefallen ist. Er ist 2009 für die rechtsextreme Großrumänien-Partei ins Europaparlament eingezogen. Allerdings durfte er in den letzten Jahren zeitweise sein Heimatland nicht verlassen, weil die Justiz gegen ihn wegen Freiheitsberaubung ermittelte. Er ist erst im Februar zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er Autodiebe mehrere Stunden in einem Kofferraum eingesperrt hatte. (dk)



#1 Tobi CologneAnonym
  • 25.04.2013, 21:04h
  • Bravo!

    Homophobie muss ebenso geächtet und bestraft werden, wie jede andere Form von Faschismus auch...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 timpa354Ehemaliges Profil
  • 26.04.2013, 00:22h
  • Das freut mich! Wahrscheinlich kann man solche Menschenverächter nur an ihrer empfindlichsten Stelle treffen; ihrer Geldbörse.
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#4 MariusAnonym
  • 26.04.2013, 10:02h
  • Antwort auf #3 von timpa354
  • Ja, die Sprache des Geldes ist die einzige, die diese Faschos verstehen. Fakten und Argumente kapieren die nicht und wollen die auch nicht kapieren. Deshalb kann man die leider nur über die finanzielle Schiene erreichen...
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#5 paren57Ehemaliges Profil
  • 26.04.2013, 22:48h
  • Dann muss ja wohl die Bundesliga ab sofort eingestellt werden und die Sportschau stattdessen Eiskunstlauf bringen. Hätte übrigens persönlich auch nichts dagegen.
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