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  • 26.04.2013           126      Teilen:   |

Kommentar zum Berliner CSD-Streit

Ene mene muh, raus ist die CDU

Artikelbild
Wird in diesem Jahr fehlen: Gemeinsamer Wagen von CDU und LSU beim Berliner CSD 2009 (Bild: LSU Berlin)

Der Beschluss des Berliner CSD e.V., die Union von der diesjährigen Parade auszuschließen, ist ein albernes Sandkastenspiel – politisch und strategisch falsch.

Von Micha Schulze

In der hitzigen Verteidigung des Berliner CSD-Verbots für die Union wird gerne so getan, als ob eine feindliche Übernahme kurz bevorsteht. Als ob Katherina Reiche in diesem Jahr halbnackt auf dem CDU-Truck tanzen und Norbert Geis an der Siegessäule die flammende Abschlussrede halten würde. Bleiben wir doch bitte mal auf dem Teppich.

Natürlich: Die Union blockiert im Bund die überfällige Gleichstellung – zusammen mit ihrem Koalitionspartner FDP, der keine Eier in der Hose hat. Die Berliner CDU hat ihr Veto eingelegt bei der wichtigen Abstimmung im Bundesrat zur Öffnung der Ehe. Daran kann man nicht oft genug erinnern. Aus diesem Grund hat der Berliner CSD auch das richtige Motto "Schluss mit Sonntagsreden! Demonstrieren! Wählen! Verändern!" gewählt. Aber: Wenn sich die CDU die Teilnahme an der diesjährigen Parade antun möchte, dann soll sie das doch bitte tun. Warum lassen wir die Partei sich nicht selbst vorführen? Von anderen Teilnehmern der Demo wird sie schon die richtigen Reaktionen ernten!

Ene mene muh, raus ist die CDU – diese Entscheidung des Vorstands des Berliner CSD e.V. erinnert eher an Spiele aus dem Kindergarten. Natürlich ist der Frust groß. Immer mehr Länder der Welt öffnen die Ehe, und Deutschland kann sich nicht einmal zur Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnern durchringen. Doch muss man deshalb aus Rache die komplette Regierungspartei aus dem schwul-lesbischen Sandkasten schmeißen?

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Der Ausschluss ist ein politischer und strategischer Fehler

In diesem Jahr ist für die CDU unterm Regenbogen kein Platz - Quelle: LSU Berlin
In diesem Jahr ist für die CDU unterm Regenbogen kein Platz (Bild: LSU Berlin)

Der Beschluss des Berliner CSD e.V. ist sowohl ein politischer als auch ein strategischer Fehler. Ein politischer, weil er genau die falschen trifft. Zum CSD kommen weder homophobe Scharfmacher wie Frau Reiche oder Herr Geis noch die Bundeskanzlerin, sondern die CDU-Mitglieder und Bündnispartner, die sich am ehesten für eine Gleichstellung einsetzen – und die sich genauso, wahrscheinlich sogar noch mehr, über den Kurs der Mehrheit ihrer Partei ärgern wie alle anderen auch. Zudem kann sich die Berliner Union in der Queer-Politik durchaus Erfolge auf die Fahnen schreiben. CDU-Justizsenator Thomas Heilmann setzte in der Staatsanwaltschaft etwa eine Spezialabteilung für homophobe Straftaten ein, das gibt es in keinem anderen Bundesland.

Wenn man sich, wie der Berliner CSD e.V., auf die Blockade von gleichen Rechten beruft, warum schließt man dann nicht auch die Sozis aus? Der ehemalige SPD-Ministerpräsident Kurt Beck bremste schließlich enorm bei der Rehabilitierung der bundesdeutschen §175-Opfer. Oder die Grünen, die sich in Baden-Württemberg auf einen faulen Kompromiss bei der rückwirkenden Gleichstellung der verpartnerten Landesbeamten einließen? Und welchen Beitrag haben eigentlich Unternehmen wie die Erotikmesse "Venus" für die schwul-lesbische Emanzipation geleistet? Anders als der Unions-Laster dürfen derlei Party-Trucks anstandslos mitrollen.

Der Ausschluss der CDU ist ein strategischer Fehler, weil er zwar der Community vordergründig Genugtuung verschafft, in der Hetero-Öffentlichkeit jedoch vor allem die Toleranz und Demokratiefähigkeit der Lesben- und Schwulenbewegung in Frage stellt – "Das CSD-Komitee spielt Politbüro", kommentierte etwa bereits der angesehene "Tagesspiegel". Der Berliner CSD e.V. hat mit dem Ausschluss der CDU eine vollkommen unnötige Debatte entfacht, die vom eigentlichen Ziel der gleichen Rechte ablenkt.

Hinzu kommt: Nur wenige Wochen vor der Bundestagswahl sind die diesjährigen Christopher-Street-Day-Paraden wegen der Blockade von Schwarz-Gelb ohnehin Massendemos für den Regierungswechsel.

Links zum Thema:
» Podiumsdiskussion "Sind Parteienausschlüsse von CSD-Paraden der richtige Weg?" am 10. Mai in Berlin
Mehr zum Thema:
» Berliner CSD schließt CDU von Parade aus (23.04.2013)
» CDU-Ausschluss: CSD Berlin bleibt hart (25.04.2013)
Extra-Umfrage: Sollte die Union vom CSD ausgeschlossen werden? (Ergebnis)

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Tags: cdu, csd berlin
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Reaktionen zu "Ene mene muh, raus ist die CDU"


 126 User-Kommentare
« zurück  12345...1213  vor »

Die ersten:   
#1
26.04.2013
10:13:28


(+21, 31 Votes)

Von Crazy Gays


Der Jude ruft: Wir müssen lieb und tolerant gegenüber Antisemiten und Faschisten und deren Parteien sein, die uns als Untermenschen behandeln und wohlwissend Hass, Diskriminierung und Gewalt befördern.

Anfang der 1930er Jahre hielten dies auch einige für "strategisch" gedacht oder wollten es so verkaufen.


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#2
26.04.2013
10:21:59


(+17, 21 Votes)

Von stephan
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"Natürlich ist der Frust groß. Immer mehr Länder der Welt öffnen die Ehe, und Deutschland kann sich nicht einmal zur Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnern durchringen. Doch muss man deshalb aus Rache die komplette Regierungspartei aus dem schwul-lesbischen Sandkasten schmeißen?"

Rache? Können wir bitte einmal zum Thema zurück kommen! Was bitte schön soll die Teilnahme des CDU an einem CSD denn bedeuten? Was soll damit ausgesagt werden? ... Wer gemeinsam mit den Gegner demonstriert, macht die ganze Veranstaltung zu einem Witz!
Sandkastenspiele macht wohl eher die CDU: Ich find Euch zwar blöd, will aber trotzdem mitspielen!


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#3
26.04.2013
10:24:36


(-8, 20 Votes)

Von Gerhard


Schade, ich wollte Söder doch nochmal im Fummel sehen und pograpschen :D


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#4
26.04.2013
10:26:30


(-18, 26 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Wahre Worte, was mich besonders erregte an der "Debatte" der vergangenen Tage, ist die Logik vom CSD e.V., demnach Ausgrenzung ein politisches Statement sei. Mit der Parole "So du mir, so ich dir", kommen wir im emanzipatorischen Sinne nicht weiter. Und der Ruf nach geschlossenen Reihen, in denen Andersenkende nichts zu suchen hätten, erinnert fatal an Hetzskampagnen aus deutscher Vergangenheit und an die Sprache rechstextremer Parteien von Heute. "Vielfalt statt Einfalt", dieses Credo der LGBT-Bewegung wird in Berlin vergewaltigt. Eine Schande ist das.
Wer das erkennt, ist nicht automatisch ein Freund der CDU, sondern hat, im Gegensatz zu den Funktionären vom CSD e.V., politisch noch alle Tassen im Schrank. Danke.


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#5
26.04.2013
10:30:42


(+19, 23 Votes)

Von ell ess vau dee


kaum formiert sich eine ziemlich einhellige gegenposition und -öffentlichkeit zu den bürgerlichen anbiederungsspezialisten vom lsvd, schon rufen ihre medialen sprachrohre zur ordnung.

es ist allerhöchste zeit, dass sich die große mehrheit von schwulen und lesben nicht mehr von einer kleinen verbürgerlichten minderheit die politischen forderungen, programme und aktionsformen diktieren lässt!


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#6
26.04.2013
10:43:13


(+17, 21 Votes)

Von PhLB


Die CDU ist als Gesamtpartei ganz klar LGBT-feindlich eingestellt. Ich finde es absolut richtig, dass sie ausgeschlossen wird, denn am CSD demonstrieren wir nicht nur für gleiche Rechte, sondern Gedenken ja auch den Christopher Street Riots - der CSD hat somit eigentlich eine poltische Ausrichtung und muss deshalb auch politisch Position gegen die Politik der CDU beziehen.


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#7
26.04.2013
10:53:53


(+17, 21 Votes)

Von Betamoro


Aus welchem Grund kommen die CDUler (LSUler) denn in offizieller Funktion zum CSD?
- Um für eine gerechte Gesellschaft zu demonstrieren?
- Um die Meinung in ihrer Partei zu ändern?

Nein, sie kommen um für die CDU zu werben und diese unlautere Werbung sollten wir nicht unterstützen.

Wollen sie etwas in ihrer Partei ändern, dann können sie das nur dort. Wenn sie als Privatperson teilnehmen möchten, dürfen sie das gerne.

Jemand der privat für die Eheöffnung ist und deshalb gerne mit einem wagen seiner Partei (NPD) am CSD teilnehmen würde, ist doch genauso absurd.


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#8
26.04.2013
10:59:57


(+13, 19 Votes)

Von Sveni-Mausi
Antwort zu Kommentar #1 von Crazy Gays


Kann Dir nur 100 % zustimmen!
Genau das ist das Thema!

Micha Schulze schreibt völlig am Thema vorbei.
"Rache"? Was für eine Rache?
Haben wir allen CDU-Mitglieder das Eherecht entzogen und die Kinder weggenommen?
Ups nee, haben wir nicht.
Aber wir sollen auf dem CSD deren Wagen "angreifen" mit Gillter und sonstwas? -> Da sollte man lieber die Finger von lassen CDU ist schnell mit Anzeigen und dann ermittelt der Staatsschutz.
Nee, lieber nicht, gibt genug Nazi-Gegner, die nach Gegendemos in den Knast kamen (Aktuelles Beispiel der Jugendpfarrer Lothar König aus Dresden).

Kontraproduktiv - nee, wieso?
Da bekommen Merkel und die anderen oberen mit, Homos, Bis, Trans* usw. sind kein billiges und williges Stimmvieh.
Und unsere "Unterstützer" in den Unionsparteien müssen nun halt weiter innerparteiliche Überzeugungsarbeit leisten. Denen nützt doch der Ausschluss der CDU, zeigt es doch, das wir eine Gruppe sind, um die man werben muss.
Schaut Euch mal die Rhetorik des Vertriebenen Verbandes und anderer an. Erst wenn die Wogen hoch schlagen (z.B. Anerkennung der Oder als Ostgrenze) kümmert sich Merkel & Co um deren Anliegen, weil sie sonst ihre Stimmen verweigern.
Und wenn es nichts bringt, dann ist vielleicht auch unseren "Unterstützern" in der CDU mal klar, die CDU will uns nicht, sie will nicht, dass wir Menschen auch wie Menschen behandelt werden.

Und zum Schluss bei Demos, auch die Gewerkschaften verbieten rechten Organisationen das mit Marschieren, wenn sie gegen Hartz4 auf die Straße gehen.
Und gegen Hartz4 sind wirklich beide!

PS: Ich bin selbst verwundert, wie scharf ich argumentiere, aber es ist auch ziemlich peinlich, wie hier einige sagen, es wäre undemokratisch politische Gegner auszuschließen. Wir sind viel demokratischer: Die Gesprächsbereitschaft haben wir nie verwehrt. Da gehen die "demokratischen" Parteien doch ganz anders mit der PDS/Linken und der NPD in den Landtagen um.
Meinungen ändert man nicht durch Ignoranz, sondern durch Diskussion.
Zur Diskussion müssen jedoch beide Seiten fähig und bereit sein. Das unablässige wiederholen von (widerlegten) Behauptungen stellt kein Argument da, wie es für eine Diskussion unabdinglich ist.
Die CDU hat kein einziges Argument!


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#9
26.04.2013
11:00:16


(+12, 16 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Ja, ich bin dafür, die Gegner unserer Gleichstellung, die Menschen mit Apartheidsungeist ganz klar auszugrenzen und sie nicht auf der gleichen Demo, bei der es um das Gegenteil dessen geht, was CDU-Parteitagsbeschluss ist, zu dulden. Keine Toleranz für Intoleranz!

Überziehen mit deinen Nazivergleichen tust hier Du! Ich hetze nicht gegen die CDU! Ich nehme nur ihre Beschlüsse sehr ernst! - Wenn Du etwas aus der Geschichte lernen willst, dann bemerke doch einmal, wie fatal es ist, die Feinde einer offenen Gesellschaft von gleichberechtigten Bürgern zu unterschätzen!


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#10
26.04.2013
11:05:27


(+15, 19 Votes)

Von eipi


Ich stimme dem Kommentar nicht zu, der Ausschluss der CDU ist richtig, vor allem in Hinsicht auf den großartigen Slogan des Berliner CSD. Selbst wenn es eine kleine Splittergruppe innerhalb der Partei gibt, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzt, haben die offenbar keinerlei Einfluss die (Bundes)Politik der Partei. Ihnen steht ja frei als Privatpersonen am CSD teilzunehmen nur eben ohne dabei Werbung für ihre Partei zu machen.

Hier gab es den Tag einen interessanten Beitrag von David Berger, der meinte, dass man der reaktionären Homophobie der Hardliner der CDU/CSU kein Forum mehr bieten dürfte. Da kann ich ihm nur zustimmen, denn es gibt gewisse Themenbereiche, die eben nicht zur Diskussion stehen sollten, bei denen es keine zwei verschiedenen gleichwertigen Meinungen gibt. Und dazu zählt eben auch die Anerkennung homosexueller Beziehungen als vollwertige Partnerschaften und Respekt vor Lebensentwürfen, die nicht dem heteronormativen Weltbild entsprechen.

Wir können diese Rechte nicht einfordern ohne auf Konfrontationskurs mit ihren Gegnern zu gehen. Es ist nicht unsere Aufgabe, die CDU zu bekehren. Was man aber tun kann und sollte ist ein klares Statement setzen: Wenn ihr uns nicht als gleichwertig betrachtet, habt ihr beim CSD nichts zu suchen. Eure Meinung ist scheiße und Nein wir respektieren sie nicht, denn sie verstößt gegen elementare Menschenrechte. Darüber brauchen und werden wir nicht diskutieren also zischt ab!


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