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Sicherer Listenplatz verweigert

Sachsen: Linke desavouiert Barbara Höll


Nach 20 Jahren im Bundestag bekam die queere Stimme der Linken von ihrer Partei den Laufpass: Barbara Höll

Auf dem Landesparteitag in Schkeuditz wurde die queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag auf einen unsicheren Listenplatz gewählt.

Im nächsten Bundestag wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine engagierte Stimme für LGBT-Rechte fehlen. Auf ihrem Landesparteitag am Samstag in Schkeuditz verweigerte die Linke ihrer queerpolitischen Sprecherin im Bundestag, Barbara Höll, einen sicheren Listenplatz. Die 55-jährige Leipzigerin scheiterte in den beiden Sammelabstimmungen um die Plätze 3, 5 und 7 sowie um die Plätze 4, 6 und 8 (bei der sie selbst zur Wahl eines anderen Kandidaten aufrief). Erst im dritten Anlauf wurde sie auf Listenplatz 9 gewählt. Vor vier Jahren belegte Höll noch den dritten Platz der Landesliste.

Derzeit ist die sächsische Linke mit acht Abgeordneten im Bundestag vertreten. Zwar hat die Partei neun Sitze zu ihrem Wahlziel ausgerufen, danach sieht es jedoch nicht aus. Nach einer Emnid-Umfrage vom 4. April muss die Linke, die 2009 im Freistaat auf 24,5 Prozent der Stimmen kam, mit deutlichen Verlusten rechnen und liegt derzeit nur noch bei 19 Prozent.

Klaus Lederer: "Ich wüsste nicht, wer sie in der Fraktion ersetzen könnte."


Auf dem schwul-lesbischen Stadtfest 2012 in Berlin wurde Barbara Höll für ihr langjähriges Engagement für LGBT-Rechte mit dem "Rainbow Award" ausgezeichnet

Die Gründe für das überraschend schlechte Abschneiden der in der queeren Community über die Parteigrenzen anerkannten und geschätzten Politikerin sind unklar. Sie können sowohl im unübersichtlichen Wahlverfahren – in einem Wahlgang wurde immer gleich über drei Listenplätze abgestimmt – als auch in Hölls gescheiterter Kandidatur bei der Leipziger Oberbürgermeisterwahl liegen. Mit 15,3 bzw. 14,2 Prozent kam sie Anfang des Jahres im ersten wie im zweiten Wahlgang auf den dritten Platz (queer.de berichtete) und verpasste damit den Einzug ins Rathaus deutlich.

"Barbara Höll hat im Bundestag viel für das queerpolitische Profil der Linken getan. Ich finde es schade und verstehe nicht, dass bzw. warum dafür in Sachsen die Sensibilität offensichtlich nicht ausgereicht hat", kommentierte der schwule Chef der Berliner Linkspartei, Klaus Lederer, die Liste der sächsischen Genossen. "Wenn es jemanden im Bundestag gibt, auf den sich LGBTTI* verlassen können, dann ist das Barbara Höll. Ich wüsste nicht, wer sie in der Linksfraktion ersetzen könnte. Das ist bitter."

Barbara Höll war von 1990 bis 2002 und ist erneut seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Auf dem schwul-lesbischen Stadtfest 2012 in Berlin wurde sie für ihr langjähriges Engagement für LGBT-Rechte mit dem "Rainbow Award" ausgezeichnet. Darüber hinaus waren Höll und ihre Mitarbeiter auch im Themenbereich HIV/Aids sehr engagiert. (mize)

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Linke setzt sich für Intersexuelle ein

In einem neuen Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, frühkindliche Operationen zu verbieten.
#1 FreddiAnonym
  • 28.04.2013, 12:19h

  • Schade :( Ich bin zwar kein Linke-Fan, aber Barbara Hölls Reden im Bundestag haben mir immer sehr gut gefallen. Sie hat sich sehr für die Rechte der Community engagiert...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 -hw-Anonym
#4 KrokodilAnonym
#6 Timm JohannesAnonym
  • 28.04.2013, 13:12h
  • Das war doch klar bei der Linkspartei. Die Themen der homosexuellen Wählerschaft sind doch der Linkspartei nicht so wichtig; dort wird das nur so nebebei mitbehandelt.

    Wer gut vertreten sein will, der wählt halt als schwuler Wähler besser die Grünen oder die FDP.
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#7 timpa354Ehemaliges Profil
  • 28.04.2013, 13:15h
  • Schade, überrascht mich aber in Bezug auf Sachsen überhaupt nicht. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Sachsen doch noch gern zu Russland gehören würden.
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#8 frageAnonym
#10 sonntagsfrageAnonym