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Erstes Coming-out im US-Profisport

NBA-Spieler Jason Collins outet sich als schwul


Basketball-Millionär Jason Collins traut sich aus dem Schrank

Erstmals hört ein schwuler amerikanischer Basketball-Profi während seiner Karriere mit dem traditionsreichen Versteckspiel auf.

Jason Collins hat sich als erster Basketballer in der nordamerikanischen Profilliga NBA als schwul geoutet. "Ich bin ein 34-jähriger NBA-Centerspieler. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul", beginnt das von ihm verfasste Essay für die US-Zeitschrift "Sports Illustrated", das am Montag online veröffentlicht wurde. Der 2,13-Meter-Mann spielt derzeit für die Hauptstadtmannschaft "Washington Wizards". Er ist damit der erste aktive Spieler einer US-Profiliga überhaupt, der den Schritt wagt.

Collins schreibt in dem Artikel, dass sein Entscheidungsprozess bei einem Arbeitskampf zwischen Spielern und Vereinen im Jahr 2011 begonnen habe, bei dem ein Teil der Saison ausgefallen ist: "Ich habe trainiert, aber mir hat die Ablenkung gefehlt, die mir Basketball immer geboten hat". Er habe sich dann bei Familienmitgliedern geoutet, habe aber nicht vor vorneherein geplant, der erste offen schwule NBA-Spieler zu sein. "Aber da ich schwul bin, bin ich froh, den Dialog beginnen zu können."

Collins wahrte lange den heterosexuellen Schein

Früher sei er auch mit Frauen ausgegangen, um den Schein zu wahren, so der Spieler: "Ich habe mich sogar verlobt. Ich dachte damals, dass ich auf diese Art leben muss". Collins hatte als College-Sportler um die Jahrtausendwende an der Universität von Stanford gespielt, bevor er 2001 von einem Profiteam verpflichtet wurde.

Seinen Entschluss, seine sexuelle Orientierung nicht mehr zu verheimlichen, traf er nach einem Gespräch mit einem guten Freund: "Ich wusste, dass ich an die Öffentlichkeit gehen musste, als Joe Kennedy, mein alter Mitbewohner an der Uni und jetzt ein Kongressabgeordneter, mir 2012 vom Bostoner CSD erzählt hat. Ich bin selten auf jemanden eifersüchtig, aber das hat mich doch gepackt: Ich war so stolz auf ihn, dass er dort mitgemacht hat, aber sauer, dass ich als versteckt lebender schwuler Mann nicht mal meinem heterosexuellen Kumpel als Zuschauer zujubeln konnte." Er sei froh, dass er sich in seiner 13. NBA-Saison nicht mehr über das Versteckspiel Gedanken machen müsse.

Erst vor zwei Wochen hatte ein "Sports Illustrated"-Interview mit der erfolgreichen College-Basketballerin Brittney Griner für Aufregung gesorgt, weil sie sich als lesbisch outete. Daraufhin erhielt sie einen Werbevertrag mit Nike. Der Konzern hatte kurz zuvor angekündigt, Teamsportler nach ihrem Coming-out verpflichten zu wollen (queer.de berichtete).

Die NBA ist sonst eher für die homophoben Ausbrüche von Spielern bekannt: So erhielt Basketball-Star Amar'e Stoudemire von den New York Nicks vergangenes Jahr eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Dollar, weil er via Twitter einen Fan als "Schwuchtel" beschimpft hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 GerhardAnonym
#2 eMANcipation*Anonym
#3 lentilAnonym
#4 m123Anonym
  • 29.04.2013, 19:57h
  • Antwort auf #1 von Gerhard
  • Dein Kommentar ist der dümmstmögliche Kommentar zu dieser historischen Nachricht.

    Zum Coming Out: Sehr gut! Am besten wäre es, wenn jetzt "die Dämme brechen" und sich eine ganze Reihe Profisportler outen würden. Das würde den Menschen endlich mal zeigen, dass Homosexuelle überall vertreten sind, und das würde die Akzeptanz von Homosexualität vorantreiben. Es wäre vielleicht sogar ein Katalysator für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in vielen weiteren Ländern der westlichen Welt. Aber dazu muss es ein Massen-Coming-Out geben, wo dann die Medien sich schon praktisch gar nicht mehr auf bestimmte Einzelpersonen stürzen können, sondern wo den Medien so richtig schwindelig wird! Das wäre gut für all diese schwulen Profisportler und gut für alle sexuellen Minderheiten in der Welt!
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#5 jochenProfil
#6 Roman BolligerAnonym
#7 GerhardAnonym
#8 MeineFresseAnonym
  • 29.04.2013, 20:36h
  • Naja sein Vertrag läuft aus, er ist fats 35, viel mit "aktiver Sportler" hat das auch nicht zu tun.
    Aber jede Person des öffentlichen Lebens ist wichtig.

    Interessant wäre, einen wirklich aktiven Spieler zu sehen, ob und wie er, die Fans, die Mannschaft, die Presse damit umgeht. Aber ich kann irgendwo verstehen, dass die meisten das Risiko nicht eingehen wollen, eben auch aus pragmatischen Karrieregründen.
    Hat er ja auch gemacht, bis zum Ende seine Karriere war er ja auch "hetero".

    Aber es ist ein Anfang und vielleicht tritt bei genügend Sportlern am Karriereende ein Gewöhnungseffekt ein, dass auch ein Outing eines aktiven Spielers möglich wird.
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#9 SpandaucdAnonym
  • 29.04.2013, 20:49h
  • Antwort auf #8 von MeineFresse

  • Jetzt gibt es mal einen der sich während seiner aktiven Zeit outet und schon wieder gibt es Kritik.
    Es ist ein Anfang das sich erst Spieler nach ihrer Karriere outeten und jetzt einer während er noch spielt.
    Das er altersbedingt nicht mehr lange spielt tut nichts zur Sache, es ist ein Fortschritt und vielleicht traut sich der nächste in jüngerem Alter.
    Immerhin ein Anfang und das sollte man positiv sehen und es nicht abwerten.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.04.2013, 21:46h
  • Ein sehr mutiger Schritt und dafür verdient er ein ganz dickes großes Lob! Schade nur, daß leider die deutschen schwulen Fußballprofis nicht die Eier in der Hose haben, es ihm gleichzutun und sich doch lieber im Schrank verschanzen!
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