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  • 02.05.2013           90      Teilen:   |

"Kavaliersdelikt" Homophobie

Homo-Gurke für den 1. FC Kaiserslautern

Artikelbild
Der 1. FC Kaiserslautern kämpft um den Aufstieg und schert sich nicht um Kollateralschäden (Bild: Wiki Commons / Thomas Hilmes / http://www.der-betze-brennt.de / CC-BY-SA-3.0-DE / Montage queer.de)

Für den Aufstieg ordnen die Roten Teufel alles andere unter: Der Verein verharmlost homofeindliche Äußerungen seines Star-Stürmers und durchkreuzt damit die Bemühungen gegen Homophobie im Fußball. Dafür erhält der FCK als erster Sportverein die Homo-Gurke.

Von Dennis Klein

Es ist ärgerlich genug, wenn sich ein frustrierter Fußballer nach einem verlorenen Spiel vor laufender Kamera ein Foulspiel gegen Homosexuelle erlaubt – wie es Mohamadou Idrissou am Montagabend in einem Interview tat. Er sei kein verweichlichter Schwuler, sondern ein echter Kerl, raunte der 33-Jährige einer "Sky"-Reporterin ins Mikrofon (queer.de berichtete). Rotwürdig ist es aber, wenn der Verein anschließend solche Äußerungen verharmlost, weil er im Aufstiegskampf einen "echten Kerl" nicht auf die Strafbank schicken will.

Genau das hat der Zweitligist 1. FC Kaiserslautern getan. Auf seiner Website jammert der Verein, dass die Worte des Spielers "auf potentielle homophobe Aussagen" reduziert würden. "Dies ist in keinerlei Weise von Mohamadou Idrissou beabsichtigt gewesen. Vielmehr liegt der Fokus seiner Aussage auf seiner persönlichen Männlichkeit und seiner Körpersprache als Ausdruck derselben", so die Vereinsführung. Die klischeehafte Gleichsetzung von "schwul gleich unmännlich" wird von der FCK-Führung unreflektiert verteidigt.

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FCK: "Echte Kerle" sind halt so

Mohamadou Idrissou will keine Schwuchtel sein, sondern ein Mann
Mohamadou Idrissou will keine Schwuchtel sein, sondern ein Mann

Die Reaktion zeigt, wie blind die Vereine nach wie vor bei alltäglicher Schwulenfeindlichkeit im deutschen Fußball sind. Dabei geht es auch anders: Im Gegensatz zur Homophobie gibt es beim Rassismus eine strikte Null-Toleranz-Regel. Wenn zum Beispiel Spieler mit afrikanischen Wurzeln als "Affen" diffamiert werden, behauptet kein Fußball-Manager, dies sei nur eine "potentielle rassistische Aussage".

Im vergangenen Jahr hatte der damalige FCK-Trainer rassistische und antisemitische Sprüche von Fans nach einem verlorenen Spiel auf der Stelle als "beängstigend und in höchstem Maße zu verurteilen" kritisiert. Genau so ist es richtig. Kaiserslautern scheint die Verunglimpfung von sexuellen Minderheiten hingegen als Kavaliersdelikt anzusehen. So etwas kann einem emotionsgeladenen Spieler eben passieren, laviert der FCK in seiner Erklärung: Die Medien wollten schließlich "echte Kerle", die klar ihre Meinung sagten. Voll heterolike halt; wer die Klappe hält, ist ein schwules Mädchen…

Wirtschaftliche Interessen wichtiger als Schutz von Minderheiten

Die Reaktion der Kaiserslauterer mag aus sportlicher wie wirtschaftlicher Sicht verständlich sein. Immerhin kämpfen die Pfälzer gegen Köln und den FSV Frankfurt um den Relegationsplatz und damit um den Aufstieg in die 1. Bundesliga; da wollen sie nicht auf einen Stürmer verzichten, der in dieser Saison schon 16-mal getroffen hat. Das rechtfertigt aber nicht, mal eben alle Verantwortung über Bord zu werfen. Wer erklärt, offen für alle Minderheiten sein zu wollen, der darf dies nicht aus taktischen Erwägungen beiseite schieben.

Der DFB veranstaltet schöne Seminare zur Gleichbehandlung von Homosexuellen, Kanzlerin Angela Merkel ermutigt Profis zum Coming-out. "Vereine, Verbände, Fans und Medien müssen sich als homofreundlich outen, dann werden sich auch die Fußballer outen", sekundierte DFB-Diversityberater Marcus Urban noch im Februar (queer.de berichtete). Die Homophobie, die Idrissou im Interview offen zur Schau stellt, macht alle Bemühungen zunichte, ein offenes Klima für die schwulen Profis zu schaffen.

Der DFB hat Ermittlungen gegen Idrissou aufgenommen. Es wird sich zeigen, wie wichtig dem Verband die Frage der Homophobie im deutschen Fußball ist. Sollte der FCK mit einer symbolischen Strafe durchkommen, ist ein Coming-out eines Profispielers in der Bundesliga – wie das von Jason Collins in der amerikanischen Basketball-Profiliga – noch in weiter Ferne. Dank Idrissou und FCK gehen die Versteckspiele samt Alibi-Ehefrau und Doppelleben in die nächste Runde.

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Tags: mohamadou idrissou, kaiserslautern, fußball, sport, homo-gurke
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Reaktionen zu "Homo-Gurke für den 1. FC Kaiserslautern"


 90 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.05.2013
14:02:48


(+4, 8 Votes)
 
#2
02.05.2013
15:16:58


(+2, 8 Votes)

Von Easie


Der Verein hat dem Spieler jetzt eine schöne "Entschuldigung" geschrieben:

Link zu www.der-betze-brennt.de

Viel ärgerlicher als das Geschwafel da sind aber die Kommentare untendrunter...


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#3
02.05.2013
15:21:41
Via Handy


(-11, 13 Votes)

Von gabi


man kann ja auch aus ner mücke en elefanten machen...fußball lebt von emotionen.aber hauptsache jetzt dem mo was angedichtet.macht euch doch alle lächerlich....


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#4
02.05.2013
15:29:38


(-7, 17 Votes)

Von Tumba Wolnt
Antwort zu Kommentar #2 von Easie


Hallo, ich find diesen Bericht total übertrieben. Ich bin selbst "Farbig" und lebe in Deutschland. Auch ich hatte starke Probleme mit der deutschen Sprache. "Homo Gurke" .. finde das hier alles sehr lächerlich.

Fühlt man sich hier auf der Seite immer so extrem schnell auf den Schlips getreten? Ich beschimpfe auch nicht jeden als Nazi der mich Neger nennt.

Bleibt mal Locker.

Gruss Tumba


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#5
02.05.2013
15:42:41


(-12, 16 Votes)

Von Namenlos


Hallo Hr. Klein bzw. Queer, ich möchte hierzu auch gerne etwas sagen. Der Spieler Mohammadou Idrissou hat vielleicht mit dem Interview einen Fehler gemacht, den hat er aber auch eingeräumt. Ich finde, dass er niemanden beleidigt hat. Er ist kein Deutscher und tat sich nun einmal schwer mit der Wortwahl, er war sehr frustriert und sagte, dass er nicht schwul ist und es nicht sein wird. Ja und ? Ich werde auch nicht schwul sein und bin es nicht. Daran ist doch nichts verwerfliches, er wollte damit nicht sagen, dass Schwule nicht männlich sind. Ihr müsst doch auch mal seinen kulturellen Hintergrund betrachten. Bitte, macht aus einer Mücke keinen Elefanten. Ich kenne genug Homosexuelle, die sich dadurch in keinster Weise angegriffen fühlen, man brauchts echt nicht zu übertreiben. Der FCK hat seinen Spieler unterstützt und sich entschuldigt, damit söllte es auch getan sein.
Hier wird viel zu viel rein interpretiert. Homo-Gurke - euer Ernst?
Fand das ganze sicherlich nicht gut, aber hier wird maßlos übertrieben.


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#6
02.05.2013
15:44:13


(-13, 17 Votes)

Von Annabel


Gehts noch lächerlicher? Dieses Zitat

" Er sei kein verweichlichter Schwuler, sondern ein echter Kerl, raunte der 33-Jährige einer "Sky"-Reporterin ins Mikrofon (queer.de berichtete)."

ist so tendenziös wie reißerisch wie absichtlich verfälscht.

Bisschen weniger Hysterie und künstliche Aufregung täte der schwulen Sache besser! Vielleicht mal drüber nachdenken, ob man seine pawlowschen Reflexe nicht besser im Griff haben sollte. Wenn man möchte, dass Schwulsein als ebenso normal wie Heterosein angesehen wird, muss man aufhören, jegliche Äußerung zum Anlass zu nehmen, aufzujaulen.


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#7
02.05.2013
15:50:15


(+6, 10 Votes)

Von Olive
Antwort zu Kommentar #2 von Easie


"...In dieser Woche wird sich der rheinland-pfälzischen Landtag mit der Rehabilitierung der Opfer des Paragrafen 175 beschäftigen, obwohl sich Noch-Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) dagegen ausgesprochen hat..."

Link zu www.queer.de

"Viel ärgerlicher als das Geschwafel"

Merke: Ein Essighändler, der lacht, macht bessere Geschäfte, als ein Honighändler mit säuerlicher Miene.


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#8
02.05.2013
15:58:54


(+10, 12 Votes)
 
#9
02.05.2013
16:04:53


(-13, 17 Votes)

Von Metaman


Meine Güte.

Was ist denn passiert? Ich habe folgendes gesehen: Ein Spieler, der kurz nach dem Schlusspfiff emotionsgeladen in sehr gebrochenem Deutsch zugegebner Maßen etwas übers Ziel hinaus schießt, weil er über den Schiri angepisst war. Na und?

Die Gays fordern doch immer Toleranz - verhalten sich aber dermaßen kleinkariert in dieser Sache...

einfach mal locker bleiben...


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#10
02.05.2013
16:12:47
Via Handy


(+14, 14 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Namenlos


"Ihr müsst doch auch mal seinen kulturellen Hintergrund betrachten."

Ach so.

Bitte liess das nochmal: "Im Gegensatz zur Homophobie gibt es beim Rassismus eine strikte Null-Toleranz-Regel. Wenn zum Beispiel Spieler mit afrika­nischen Wurzeln als "Affen" diffamiert werden, behauptet kein Fußball-Manager, dies sei nur eine "potentielle rassis­tische Aussage".

Und jetzt stell dir umgekehrt vor, ein Deutscher Fussballer würde einen Schwarzen als Affen bezeichnen und du würdest den Deutschen mit der Bemerkung "Ihr müsst doch auch mal seinen kulturellen Hintergrund betrachten" entschuldigen."

Checkst du es jetzt?


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