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Gewaltdrohungen nach Beschluss zur Ehe-Öffnung

Frankreich: Morddrohungen gegen schwulen Bürgermeister


Thierry Speitel ist der einzige offen schwule Bürgermeister in der Region Elsass

Nach der Öffnung der Ehe gibt es weiter Anfeindungen von Homo-Gegnern gegen Schwule und Lesben: Unbekannte drohen nun einem schwulen Bürgermeister im Elsass mit dem Tod.

Der Bürgermeister des elsässischen Sigolsheim hat am 2. Mai zwei Patronenhülsen und einen Drohbrief erhalten, in dem ihm und anderen Homosexuellen "extreme Gewalt" angedroht wird. Thierry Speitel, der die 1.200 Einwohner zählende Gemeinde seit 2008 regiert und offen mit seiner Homosexualität umgegangen ist, hat Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei erstattet.

Dem Brief beigelegt war ein Zeitungsausschnitt eines Regionalblattes, in dem der Bürgermeister als schwul porträtiert wird und erklärt, dass er seinen Partner heiraten und eventuell ein Kind adoptieren möchte. Am Rand des Artikels schrieben der oder die Täter, dass "die zwei Kugeln die 'extreme Gewalt' widerspiegeln, die aus der Frage von Homosexualität und Ehe noch zu erwarten ist".

Speitel erklärte, er werde sich durch die Drohungen nicht einschüchtern lassen: "Ich weigere mich, deswegen den Mund zu halten", sagte er dem Magazin "DNA". Auf Facebook hat sich bereits eine Unterstützergruppe gebildet, in der Speitel Mut zugesprochen wird.

Auch andere Politiker werden bedroht

Die französische Nationalversammlung hat erst Mitte März die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Linksgerichtete Parteien haben das Gesetz unterstützt, während die konservative UMP es mehrheitlich ablehnte. Während des Entscheidungsprozesses sind bereits mehrere Politiker bedroht worden: So erhielt etwa die sozialistische Parteizentrale im südostfranzösischen Grenoble einen Brief mit einer Neun-Milimeter-Patrone. Auch der Parlamentspräsident erhielt einen Drohbrief, dem Schießpulver beigelegt war.

Der Entscheidung für die Ehe-Öffnung war ein monatelanger Streit vorausgegangen, bei dem auch hunderttausende Homo-Gegner in Paris und anderen französischen Städten gegen die Gleichbehandlung auf die Straße gegangen waren. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Der Streit war besonders von der katholischen Kirche angeheizt worden. So warnte der Chef der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois, dass die Gleichstellung von Schwulen und Lesben zu einer "gewalttätigen Gesellschaft" führen würde (queer.de berichtete). Homo-Aktivisten warfen der Kirche darauf vor, verklausuliert zur Gewalt gegen Homosexuelle aufzurufen. Sie beklagen, dass die Zahl der aus Homo-Hass motivierten Übergriffe seit Beginn der Debatte um 30 Prozent gestiegen sei. (dk)



#1 Kurt-FLAnonym
  • 03.05.2013, 14:07h
  • Verfluchte Faschisten. Garantiert Katholibans aus den Reihen von UMP und Frigide Barjot Die gehören alle eingesperrt, diese Spinner. Die haben bereits im Vorfeld der Eheöffnung genug Schaden angerichtet mit ihren Gewaltausbrüchen. Dieses ganze Pack gehört als gefährlich eingestuft und hinter Gitter gesteckt.
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#2 ****Anonym
  • 03.05.2013, 14:24h
  • Antwort auf #1 von Kurt-FL
  • Wobei, bedingt durch die Geschichte des Elsaß, dort die Bandbreite von rechtsextremen Politganoven, noch etwas breiter ist. Das geht u.a. bis hin zu rechtsextremen Autonomisten oder Freunden der Idee vom deutschen Elsaß.

    Schön. Ein gebürtiger schwuler Elsäßer aus der Provinz mit Rückgrat.
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#3 plusgayEhemaliges Profil
  • 03.05.2013, 14:32h
  • Eine unangenehme erinnerung an alle, was Frankreich von heute ist und was nicht. Das gesetz zur homo-ehe konstruiert eher eine etwas kuenstliche wirklichkeit, die wenig gemeinsames mit der echten toleranz und der lebensqualitaet der schwule im alltag hat, sowie nicht weniger versteckt und veraendert als offenbart und gewehrt. Eine kehrseite.

    Alles hat seinen preis, den meistens die unschuldigen zahlen muessen, leider.
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#4 -hw-Anonym
  • 03.05.2013, 14:47h
  • Antwort auf #2 von ****
  • Lextrême droite parlementaire (Alsace dAbord, Front National) comme les groupuscules les plus violent (Jeunesse Identitaire, Elsass Korps, néo-nazis ou catho intégristes) .
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#5 timpa354Ehemaliges Profil
#7 YannickAnonym
  • 03.05.2013, 15:20h
  • Da sieht man wieder mal, wie diese ach so religiösen Menschen ticken:
    wenn sie ihren Willen nicht bekommen, wird offen mit Ermordung gedroht.

    Und die Kinderficker-Sekte befeuert das ganze noch. Die müssten endlich verboten werden...
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#8 nichts vergessenAnonym
  • 03.05.2013, 15:32h
  • Antwort auf #6 von -hw-
  • Nur 70 km entfernt von Sigolsheim:

    de.wikipedia.org/wiki/KZ_Natzweiler-Struthof

    Bald darauf wurde Seel ins Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck überstellt. Aufgabe war es, das KZ Natzweiler-Struthof zu bauen. Im Lager hatte er Hunger, Schläge, Folter, Erniedrigung, Krankheit und Schmutz zu ertragen. Lagerkommandant Karl Buck ließ den ganzen Tag klassische Musik über Lautsprecher spielen, was bei Seel bewirkte, dass er noch jahrzehntelang keine Musik von Wagner, Beethoven und Bach ertragen konnte. Das für ihn schlimmste Erlebnis ereignete sich in den ersten Wochen, als alle Gefangenen am Appellplatz antreten mussten, zwei SS-Männer einen jungen Burschen herbeischleppten, ihn nackt auszogen und einen Blecheimer über den Kopf stülpten. Seel erkannte seinen 18-jährigen Freund Jo, den er davor noch nie im Lager gesehen hatte. Die SS-Leute hetzten schließlich ihre Schäferhunde auf Jo und alle mussten mit ansehen, wie diese ihn bei lebendigem Leib zerfleischten und auffraßen.

    de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Seel

    Le 25 septembre 2010, Rudolf est symboliquement présent à l'ancien camp de concentration de Natzwiller, communément appelé le Struthof, lors de la cérémonie de dévoilement d'une plaque portant l'inscription : « À la mémoire des victimes de la barbarie nazie, déportés pour motif d'homosexualité ».

    fr.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Brazda
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.05.2013, 15:38h
  • Sup0er, daß sich Monsieur Speitel nicht den Mund von diesem faschistischen Pöbel verbieten läßt!
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#10 goddam liberalAnonym
  • 03.05.2013, 15:41h
  • Antwort auf #3 von plusgay
  • "Das gesetz zur homo-ehe konstruiert eher eine etwas kuenstliche wirklichkeit,"

    Wir verbitten uns das!

    Ich lebe seit Jahrzehnten mit meiner Familie nicht in einer künstlichen, sondern in der wahren Wirklichkeit, die einen rechtlichen Rahmen und Schutz benötigt.

    Das hat mit den künstlichen Welten des kath. Katechismus oder anderen reaktionären Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Heitmeyer) nichts zu tun.

    PS Ein gut und ernst gemeinter Rat: Suche bitte die Hilfe eines humanistisch gesonnen Psychologen, bevor es zu spät ist!

    Generell gilt: Schwule im klerikalen Milieu Frankreichs sollten wissen: Wer als Maus die Liebe der Katzen sucht, überlebt nicht lange.
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