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  • 03.05.2013           14      Teilen:   |

Berlin

Missbrauchter Teenager ermordet 55-jährigen Peiniger

Artikelbild
Der Jugendliche ist wegen Mordes angeklagt; das Urteil wird Ende Mai erwartet. (Bild: Ralf Peter Reimann / flickr / cc by-sa 2.0)

Ein 16-Jähriger muss sich vor einem Jugendgericht in Berlin verantworten: Er hat zugegeben, einen Mann umgebracht zu haben, der sich ihn sexuell missbraucht hatte.

John S. hatte nach eigenen Angaben am 1. November 2012 in einer Spandauer Hochhaussiedlung den verurteilten Sexualstraftäter Harry H. umgebracht und muss sich jetzt vor dem Jugendgericht für seine Tat verantworten. Der damals 15-Jährige stach vier Mal auf den Mann ein, erst in den Bauch, dann in den Rücken. S. gab die Tat damals sofort zu und erklärte, dass er wie viele andere Jugendliche vom 55-Jährigen in dessen verwahrloste Wohnung im Falkenhagener Feld gelockt und sexuell belästigt worden war.

H. hat den Aussagen zufolge Jungs Zigaretten und alkoholische Getränke angeboten und ihnen versprochen, in seiner Wohnung mit einer Playstation spielen sowie pornografische Filme ansehen zu dürfen. Das jüngste der Opfer soll 12 Jahre alt gewesen sein.

Fortsetzung nach Anzeige


Bereits wegen Misshandlung Jugendlicher verurteilt

H. war im Jahr 2002 bereits zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Ihm war nachgewiesen worden, dass er sieben Jugendliche sexuell missbraucht hatte. Ein weiteres Verfahren gegen ihm endete im November 2011 wegen Mangels an Beweisen mit einem Freispruch. Auch S. wurde damals von der Polizei befragt, aber sagte nicht gegen den 55-Jährigen aus. Eltern und Freunden erzählte er nichts von den sexuellen Übergriffen.

In der Plattenbausiedlung, die als sozialer Brennpunkt gilt, gibt es kein Jugendzentrum, daher seien bei dem Mann nach Angaben der Ermittler tagtäglich Jugendliche ein- und ausgegangen. In der Nachbarschaft war das ein offenes Geheimnis: Anwohner riefen wiederholt die Polizei, wenn sie Jungs in die Wohnung von H. gehen sahen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jugendlichen vor, Selbstjustiz begangen zu haben. Sie glaubt nicht, dass der Angeklagte im Affekt gehandelt, sondern die Tat zuvor geplant hatte. Daher müsse er wegen Mordes verurteilt werden. Dem 16-Jährigen droht damit eine Jugendstrafe von maximal zehn Jahren.

Das Urteil wird Ende Mai erwartet. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (cw)

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Tags: berlin, mord, missbrauch
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Reaktionen zu "Missbrauchter Teenager ermordet 55-jährigen Peiniger"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
03.05.2013
15:48:25


(+2, 4 Votes)

Von MrNbg88
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich bin auch jahrelang sexuell mißbraucht worden aber meine Peiniger deswegen umzubringen, ist mir nicht in den Sinn gekommen. Ich empfinde bei dem Gedanken daran,dass meine Peininger frei herumlaufen, Wut und Ärger in mir aber ich habe bis heute keinen Strafantrag oder ähnliches gestellt. Ich möchte mit der Sache abschließen können aber das schaffe ich nicht,indem ich die Fälle wieder aufdecke.


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#2
03.05.2013
15:53:25


(+2, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Freispruch!


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#3
03.05.2013
17:51:50


(+3, 5 Votes)

Von SchwTA
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Freispruch? Das ist nicht Euer Ernst!

Leute, wir reden hier von M.o.r.d., von dem Umstand, dass jemand jemandes Leben mutwillig genommen hat. Natürlich ist man hierzulande über das unsinnige "Auge-um-Auge"-Geplänkel erhaben, aber wo kommen wir denn hin, wenn ein Tötungsdelikt straffrei ausgeht, einmal vom Unfall abgesehen?
Wer sexuell missbraucht, gehört ebenfalls hart bestraft, aber halt mit Gefängnis und/oder Therapie, nicht mit dem Tode. Ich hab' mir sagen lassen, dass es unsagbar schwer sein soll, aber dann geht halt kein Weg daran vorbei, die Eier in die Hand zu nehmen und den missbrauchenden Mistkerl anzuzeigen. Plattmachen gilt nicht!


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#4
03.05.2013
19:26:59


(0, 2 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Also Freispruch halte ich auch für Falsch. Eine Strafe muss es schon geben. Aber 10 Jahre finde ich viel zu hart.

Der Mann hat ja dem Jungen auch das Leben genommen. Er hat ihn traumatisiert für das ganze restliche Leben. Ok, keine Tat rechtfertigt es einen Menschen umzubringen.
Der Kinderschänder hätte weggesperrt gehört oder zumindest ständig überwacht. Und wenn das schon alles bekannt gewesen ist warum hat dann niemand etwas getan?

Der Junge sollte schon bestraft werden. 1 Jahr Gefängnis würde ich schon sagen. Keine Bewährung. Ein Jahr ist für einen Jugendlichen eine sehr lange Zeit. Er ist gerade mal 16 jetzt. Wenn er wirklich 10 jahre bekommen würde dann wäre er auch noch seiner Teenager Jahre beraubt. Er muss schon sein ganzes Leben mit dem Misbrauch leben. Das ist eine sehr harte Strafe. Viele der Misbrauchten kommen nie darüber hinweg..

Schönen Tag noch


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#5
03.05.2013
22:59:09


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von MrNbg88


Danke für den Kommentar..

Vielleicht denkst Du in Zehn Jahren anderes darüber, und ärgerst Dich dann, doch keine Anzeige erstattet zu haben, wer weiß..

Aber darüber reden, mit Menschen zu denen Mann Vertrauen aufbauen kann, hilft immer..

Ich hoffe Du hast solche Menschen in Deiner Umgebung..

Zum Fall :
Schwierig..
Ob es wirklich eine Affekt-Tat war ?
Es war eine Anzeige erstattet, er hätte dazu aussagen können, und seinen Teil dazu beitragen den Täter erneut in Haft zu bringen..

Wenn sich die Opfer mit der Staatsanwaltschaft einig gewesen wären, und diese entsprechend unterstützt hätten, wäre vielleicht sogar eine Sicherungsverwahrung für den Täter im Gespräch gewesen..

Eine Tötung ist jedenfalls nicht die Lösung..

Ich hoffe für den Jungen das ihm klar wird was er getan hat, und dann ist es eigentlich egal ob die Strafe 1 oder 10 Jahre lautet..
In dem Moment wenn ihm seine Tat und die Folgen bewußt werden, hat er schon alles "verbüßt" was es da zu verbüßen gäbe..

Danach soll er sein Leben leben..


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#6
04.05.2013
00:42:08


(+3, 3 Votes)

Von Armut


"In der Plattenbausiedlung, die als sozialer Brennpunkt gilt, gibt es kein Jugendzentrum, daher seien bei dem Mann nach Angaben der Ermittler tagtäglich Jugendliche ein- und ausgegangen. In der Nachbarschaft war das ein offenes Geheimnis"

Wenn die Jugendlichen in diesen Vierteln keine Perspektiven haben und der vorbestrafte Mann keine professionelle Hilfe gekriegt hat obwohl alle bescheid wussten, darf man sich über solche "offenen Wohnungen" nicht wundern.

Das rechtfertigt natürlich nicht die Tat des Jungen, aber es hätte durch adäquate Strukturhilfen in den armen Stadtteilen verhindert werden können.


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#7
04.05.2013
14:10:09


(0, 2 Votes)

Von Alte Tunte


Herzlichen Gllückwunsch! Mit einer Überschrift wie "Missbrauchter Teenager ermordet 55-jährigen Peiniger", veröffentlicht noch vor Ende des - unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindenden - Prozesses, hat sich queer.de für den "Bild"-Nachwuchspreis qualifiziert.

Der Mißbrauch ist eine Behauptung des Angeklagten, die natürlich auch eine Schutzbehauptung sein kann. Ebenso hat bis jetzt als offen zu gelten, ob es sich bei dem Getöteten in diesem Falle überhaupt um einen "Peiniger" handelt. Würde dieser noch leben, hätte er im vorliegenden Falle bis zu einer (erneuten) Verurteilung als unschuldig zu gelten.

Wie? Ja, stimmt: Alles Kokolores. Weicheiiger Rechtsstaat und so. Armer Junge sticht alten bösen Onkel ab. Queer.de hat den Fall geklärt und das Urteil gesprochen. Kommentierende Leser applaudieren, sind vorschriftsmäßig empört und wissen ebenfalls ganz genau Bescheid. Den Prozeß kann man sich eigentlich sparen.

Nur eine Frage noch: Geschah die Tat womöglich im Milieu?


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#8
04.05.2013
14:38:18


(+2, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Alte Tunte


""Nur eine Frage noch: Geschah die Tat womöglich im Milieu?""..

WAS bezeichnest Du als "Milieu" ?

Hohenschönhausen ? Marzahn ?

Gibt es Plattenbausiedlungen in denen sich ein "Millieu" "befindet", und wenn, welches ?

Das der Stricher, oder das der unterprivilegierten Kinder und Jugendlichen ?

Oder gar das "Jagdgebiet" einschlägig vorbestrafter Männer, die mit dem Versprechen Zugang zu Alkohol und Play-Station zu gewähren Vertrauen erschleichen ?

Selbstverständlich ist der Prozess notwendig, denn nur in diesem Prozess können die offenen Fragen beantwortet werden..

Die Frage nach dem Missbrauch und der verweigerten Aussage dazu ebenso wie die Frage nach Vorsatz oder gar Notwehr in einer Affekthandlung..


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#9
05.05.2013
13:31:48


(+2, 2 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Tja, offen ist bislang, ob der Junge tatsächlich sexuell belästigt wurde oder ob es sich hier um eine Schutzbehauptung handelt. Mal ganz abgesehen davon: wurde ihm nicht beizeiten beigebracht, nicht zu Wildfremden zu gehen?

Und dann auch noch den Typen abzuschlachten, geht schon mal gleich gar nicht: das ist Selbstjustiz und allein schon die Anzahl der Stiche schließt Notwehr aus und liegt eher ein bewusstes Vorgehen, sprich: Mord, nahe.


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#10
05.05.2013
13:54:31


(-2, 2 Votes)
 
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