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Schwule Wissenschaftler sind "egoistisch"

Harvard-Professor entschuldigt sich für homophobe Äußerungen


Der 49-jährige Niall Ferguson gehört zu den meistzitierten Historikern (Bild: Chatham House / flickr / by 2.0)

Die Theorien des Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes seien wegen dessen Homosexualität "fehlerhaft", hatte Niall Ferguson vergangene Woche behauptet – inzwischen tun dem Schotten die Äußerungen leid.

Am Samstag hat sich der Harvard-Professor und populärwissenschaftliche Autor Niall Ferguson für homosexuellenfeindliche Äußerungen bei einer Konferenz in Carlsbad (US-Bundesstaat Kalifornien) entschuldigt. Ferguson hatte am Donnerstag behauptet, dass dem 1946 verstorbenen John Maynard Keynes die Zukunft egal gewesen sei, weil dieser schwul und kinderlos gelebt habe. Darum seien die keynesianischen Theorien, die staatlich gelenkte Volkswirtschaft und den Wohlfahrtstaat propagieren, falsch und schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung.

Bei der "Altegris Conference" sprach Ferguson vor 500 Finanzberatern und Investoren über die Theorien von Keynes im Vergleich zu denen von Edmund Burke, einem heterosexuellen Vertreter des klassischen Liberalismus. Er sagte bei einer Fragerunde, dass Keynes keine Kinder hatte, homosexuell war und mit einer Ballerina verheiratet gewesen sei, mit der er nur über "Poesie" gesprochen habe, anstatt sich fortzupflanzen. Aus diesem Grund hätte Keynes eine "egoistische" Weltsicht gehabt, die in seinen Theorien zum Ausdruck gekommen und nicht zukunftssicher sei.

"Uneingeschränkte" Entschuldigung

Nach heftiger Kritik von amerikanischen Bürgerrechtsaktivisten und Bloggern erklärte Ferguson 48 Stunden nach der Konferenz auf seiner Website, dass ihm die Äußerungen leid täten. Sie seien "dumm und gefühllos" gewesen. Er sei wegen Keynes' berühmten Satz "Auf lange Sicht, sind wir alle tot" angesprochen worden und habe sagen wollen, dass die Kinder, Enkel und Ur-Enkel für die wirtschaftlichen Entscheidungen der Gegenwart gerade stehen müssten.

Er hätte dies aber nicht mit der Kinderlosigkeit oder der Homosexualität von Keynes in Zusammenhang bringen dürfen: "Dass ich Keynes' wirtschaftlicher Philosophie nicht zustimme, hat nichts mit seiner sexuellen Orientierung zu tun", so Ferguson. "Meine Kollegen, Studenten und Freude – egal ob hetero- oder homosexuell – sind zurecht von mir enttäuscht. Ich bin es auch". Daher entschuldige er sich "uneingeschränkt".

Die keynesianische Theorie ist in der augenblicklichen Wirtschaftskrise in Europa von Bedeutung, da der britische Wissenschaftler für Krisenzeiten höhere Staatsausgaben fordert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dagegen übt unter anderem die deutsche Bundesregierung Druck auf ärmere EU-Staaten aus, ihre Ausgaben einzuschränken, um nicht mehr Geld auszugeben als eingenommen wird.

Ferguson unterstützt diese Bestrebungen und warnt vor Eingriffen des Staates. Der mit der somalisch-niederländischen Frauenrechtlerin und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali verheiratete Schotte ist bekannt geworden durch Bücher wie "Der Aufstieg des Geldes: eine Finanzgeschichte der Welt" und ist Kolumnist von "Newsweek", "Bloomberg" und anderen Publikationen. Er produzierte und präsentierte auch TV-Dokumentationen zur Wirtschaftspolitik. In den USA unterstützte er bei den beiden letzten Präsidentschaftswahlen die unterlegenen republikanischen Kandidaten John McCain und Mitt Romney. (dk)



#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 06.05.2013, 11:45h
  • Unterstützte die beiden letzten republikanischen Präsidentschaftskandidaten.
    Na, dann weiss man ja woher der Wind weht.Scheinbar können für die Interessenten seiner Theorien, die Menschen gar nicht arm genug sein. Ich frag mich dann nur immer an wen sie ihre Produkte verkaufen wollen, wenn alle arm sind.
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#2 Guy FawkesAnonym
#3 widerlichAnonym
#4 ****Anonym
#5 bengtAnonym
  • 06.05.2013, 12:33h
  • Antwort auf #1 von timpa354
  • Die theoretischen Produkte dieses Ehepaares werden i.d.R. an die Waffenindustrie verkauft.

    Lästig an diesen Warmongers ist -obwohl auch ohne Studium durchschaubar- der Mißbrauch progressiver Ziele und Ansätze für Spannungsstrategien, die dieser Industrie die Aktien stützen.
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#6 lifestyleAnonym
#7 icebear02Anonym
  • 06.05.2013, 14:25h
  • Der Gegensatz zwischen Vetretern von angebots- und nachfrageorientierter Theorie ist ja bekannt, aber diese "Begründung" das Gegentheorem in Frage zu stellen ist ja mal wirklich neu und "interessant".

    Wenn man sich vorstellt, das aus Harvard angeblich die Elite der morgigen Wirtschaftsführer stammen soll....
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#8 TiananmenAnonym
  • 06.05.2013, 15:37h
  • Antwort auf #7 von icebear02
  • Warum liebt der Hanns-Martin-Schleyer-Preisträger Helmut Schmidt Konfuzius?
    Wo gibt es dirigistischen Keynesianismus?

    The Chinese invented gunpowder, the compass, even toilet paper. With new data confirming that the country has emerged from the global economic crisis, Beijing may start claiming to have invented Keynesianism, or at least to have perfected it. China's 4 trillion yuan (Dh2.15bn) economic stimulus package would have made John Maynard Keynes, the British economist who advised governments to fight recession with spending, proud. Many governments are trying Keynesian stimulus. China appears to be the only major economy to make it work. Its recovery is good news for the economies that supply it.

    www.thenational.ae/business/economy/chinas-economic-recovery
    -a-tribute-to-keynes#ixzz2SWE9UIK8



    Das Konzept der Konfuzianer war einseitig und durchsetzungsfähig. Sie sahen die Lösung in einem absolut hierarchischen Herrschaftssystem, das selbst in den privatesten Bereichen wirksam war, da die Familie als kleinste Einheit der Gesellschaft Vorbildcharakter hatte: Ist die eigene Person in Ordnung, so ist die Familie in Ordnung. Ist die Familie in Ordnung, so ist der
    Staat in Ordnung. Ist der Staat in Ordnung, so ist die Welt in Ordnung.

    Der Einzelne zeichnete sich durch eine Reihe von Tugenden aus, die ungebärdigen, rebellischen und freiheitsliebenden Geistern ein Greuel gewesen sein müssen. Ein jüngerer Sohn muß im Hause kindliche Liebe zeigen und außerhalb des Hauses Respekt vor dem Alter, er muß ernst und wahrhaftig sein, überfließen in Liebe zu allen und sich stets zu den Tugendhaften halten.

    Wenn er nach Ausführung all dessen noch Kraft in sich fühlt, dann mag er sich noch mit Wissenschaft beschäftigen.

    Der Edle war durchdrungen von Pflichtbewusstsein und Ehrgefühl, er hielt korrekt auf formale Vorschriften bzw. Riten und zügelte sein Temperament. Er war innerlich ausgeglichen, weil er sich stets an das hielt, was recht war:

    Was Sitte und Anstand nicht entspricht, das sieht er nicht; was Sitte und Anstand nicht entspricht, das hört er nicht; was Sitte und Anstand nicht entspricht, das spricht er nicht; was Sitte und Anstand nicht entspricht, das
    tut er nicht.

    Als Sohn diente er seinen Eltern in absolutem Gehorsam. Als Vater war er streng,unnachgiebig, aber wohlwollend, als Beamter unbestechlich und integer.
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#9 Timm JohannesAnonym
#10 LucaAnonym
  • 06.05.2013, 16:50h
  • Sorry, aber ein angeblicher "Wissenschaftler", der die Gültigkeit von Theorien aus der Sexualität ihrer Begründer herleitet, hat in den Wissenschaften nichts zu suchen.

    Da bringt es auch nichts, dass er aufgrund des Drucks eine Entschildigung hinterherschiebt, um die Konsequenzen seiner Äußerungen zu verhindern.
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