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Nationalrat Gerald Grosz ist unter der Haube - will aber lieber nicht darüber sprechen (Bild: BZÖ Steiermark)

Gerald Grosz vom rechtspopulistischen Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) ist das erste Mitglied im nationalen Parlament, das eine eingetragene Partnerschaft eingeht.

Der BZÖ-Nationalrat Gerald Grosz hat sich am Freitagmittag in Graz mit den Beamten Thomas R. verpartnert. Der 36-jährige Politiker wollte die Verpartnerung eigentlich geheim halten, antwortete aber auf eine Anfrage der Tageszeitung "Österreich": "Ja, es stimmt. Ich habe nichts zu verbergen."

Mehr wollte der steirische Parteichef aber nicht sagen: "Alles andere soll privat bleiben. Ich habe daraus nie eine politische Sache gemacht und werde es auch nicht." Grosz ist der erste Nationalrat, der eine eingetragene Partnerschaft eingeht. In österreichischen Agenturen und Zeitungen wird fast einhellig von einer "Hochzeit" oder "Ehe" gesprochen, obwohl schwulen und lesbischen Lebenspartnern wie in Deutschland viele Rechte einer Ehe verwehrt werden.

Dem ORF sagte Grosz nach der Feier im Rathaus, dass die Verpartnerung "intim" gewesen sei. "Es ist ein privater Anlass, der mit dem Politiker Gerald Grosz nichts zu tun hat. Darum haben wir es so gehalten, dass wir es für uns selbst schön gehalten haben und nicht für die Medien – die wurden ausgesperrt." Mit seiner sexuellen Orientierung mache er "keine Politik", betonte Grosz.

Der Grund für die Zurückhaltung: Die Verpartnerung könnte innerhalb seiner eigenen Partei für Schwierigkeiten sorgen: In der BZÖ-Fraktion stimmten 2009 nur zwei der damals 21 Abgeordneten für die von der Großen Koalition ins Parlament eingebrachte "Ehe-Light" für Schwule und Lesben – Grosz war einer der Abweichler (queer.de berichtete).

Homofeindliche Parteifreunde

Zu den innerparteilichen Homo-Gegnern gehört auch der einzige BZÖ-Europaabgeordnete Ewald Stadler, der 2005 Homo-Paare als "pervers" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Der Journalist Armin Wolf, der das auf 3Sat und ORF2 ausgestrahlte Nachrichtenmagazin "ZiB 2" moderiert, twitterte deshalb hämisch: "Ob Gerald Grosz (BZÖ) seinen Parteifreund Ewald Stadler zu seiner Verpartnerung heute eingeladen hat?"

Glückwünsche kamen vom Entertainer Alfons Haider. Er hatte 2011 für Aufregung gesorgt, weil er in der österreichischen Version von "Let's Dance" als erster Mann mit einem Mann tanzte (queer.de berichtete). Der 55-Jährige sagte: "Es ist ein großartiger und wunderbarer Schritt. Ich zolle ihm großen Applaus. Dafür wurden die neuen Verpartnerungsgesetze gemacht und mit so einem öffentlichen Schritt macht Grosz auch anderen schwulen Paaren Mut und Hoffnung."

Das BZÖ ist eine Abspaltung von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die 2005 von Jörg Haider initiiert worden war. Seit dem Tod Haiders drei Jahre später hat die Partei Mühe, mit der FPÖ und der neugegründeten populistischen Partei "Team Stronach" zu konkurrieren. (dk)



#1 m123Anonym
  • 10.05.2013, 17:44h
  • Unabhängig von der sexuellen Identität kotzen mich Rechtspopulisten einfach nur an.

    Dass auch Homosexuelle in den Reihen der Rechtspopulisten sind, zeigt, dass es lächerlich ist wenn Rechtspopulisten gegen gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare agitieren. Das ist dann nämlich so wie als würde es Rothaarige in den Reihen der Rechtspopulisten geben und es würde gegen gleiche Rechte für Rothaarige agitiert werden.

    Ich finde es schade, dass die rechten religiöskonservativen Kräfte immer noch so groß sind, dass gleichgeschlechtlichen Paaren gleiche Rechte "erfolgreich" vorenthalten werden können. Das zeigt, dass wir noch lange nicht bei einer akzeptierenden Gesellschaft angekommen sind und es immer noch sehr viele Menschen gibt, die homosexuellenfeindlich gesinnt sind. Es wird ein langer Prozess sein, bis man vielleicht in einigen Jahrzehnten kaum noch Homosexuellenfeindlichkeit in der Gesellschaft vorfindet, weil die derzeit Älteren dann verstorben sind. Ich möchte es jedenfalls noch erleben in einem Land zu leben, in dem ich nicht mehr das Gefühl haben muss wegen meiner sexuellen Identität von irgendwelchen Menschen abgewertet zu werden. Es wird lange dauern...
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#2 daVinci6667
  • 10.05.2013, 18:33h

  • "In der BZÖ-Fraktion stimmten 2009 nur zwei der damals 21 Abgeordneten für die von der Großen Koalition ins Parlament eingebrachte "Ehe-Light" für Schwule und Lesben Grosz war einer der Abweichler"

    Damit sind sogar Rechtspopulisten weiter als Westerwelle!

    Der hatte nämlich damals NEIN gestimmt und massiv gegen die Lebenspartnerschaft gekämpft und ist nachher selbst auch eine eingegangen.

    Das sollten wir der Schwesterwelle nie verzeien!
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 10.05.2013, 18:38h
  • Antwort auf #1 von m123
  • Solche Gestalten zeigen im Brennglas die Deformationen, die der allgegenwärtige homophobe Auslöschungsdiskurs verursacht. Natürlich zeigt sich auch, wie schamlos Profiteuere des Fortschritts fortschrittsfeindlich agieren. Sie schaden sich und uns.

    Die Irritationen, die solche Leute, in den eigenen Reihen auslösen, können den Schaden, den sie verursachen, nicht aufheben.

    Und sie helfen auch anderen Reaktionären, um uns zu diffamieren. Z. B., wenn sie Visconti-Filme für Dokumentarfilme halten:

    www.youtube.com/watch?v=IJ56o2BKzMI
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#4 anomeAnonym
  • 10.05.2013, 18:59h
  • Es sollte in allen Parteien - von rechts bis links - Homosexuelle geben, die sich für die Gleichstellung engagieren.
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#5 Martin28a
#6 smallAnonym
#7 TheDadProfil
  • 10.05.2013, 22:38hHannover
  • Antwort auf #4 von anome
  • Wozu ?

    Selbst wenn die CDU/CSU mehrheitlich aus Schwulen und Lesben bestehen würden, wären die mit der derzeitgen Politik nicht wählbar..

    Solche Mitglieder zeigen bloß wie weit Mann sich von sich selbst entfernen muß, um in ein Raster aus Popolismus und Rechts zu passen..

    Echte Demokraten sind niemals Rechts..
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 chico_fantastico
#10 HensigAnonym