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Nobelpreisträger Günther Grass gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs (Bild: Wiki Commons / Blaues Sofa / CC-BY-3.0)

Was vereint Literaturnobelpreisträger Günther Grass, Ärzte-Sänger Bela B. und der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland? Sie appellieren in einem Offenen Brief gemeinsam an den Bundestag, Homo-Paare endlich gleichzustellen.

Am Montagmorgen hat der 26-jährige Student Martin Speer einen Offenen Brief an die Mitglieder des Bundestages übergeben, in dem die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gefordert wird. Wie "Spiegel Online" berichtet, hat Speer in den letzten sechs Wochen prominente Unterstützer für seine Initiative gesucht – und auch gefunden: Rund 40 Prominente aus allen Bereichen des Lebens haben den Aufruf unterschrieben.

Zu ihnen gehören etwa die Schriftsteller Moritz Rinke, Günther Grass und Martin Walser, der Intendant der Berliner Oper, Dieter Schwarz, die Schauspielerin Jasmin Tabatabai sowie Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Auch sechs Professoren gehören zu den Unterstützern, darunter Martin Rennert, der Präsident der Universität der Künste in Berlin. Hinzu kommen die Sänger Patrick Lindner und Bela B. sowie der Fernsehmoderator und Publizist Roger Willemsen.

In dem Schreiben wird gefordert: "Stellt gleich, was gleich ist". Damit widersprechen die Unterzeichner vielen Konservativen, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft als nicht so schützenswert wie eine heterosexuelle Beziehung ansehen.


Auch Kenan Kolat, der Chef der Türkischen Gemeinde in Berlin, fordert die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (Bild: Heinrich-Boell-Stiftung / flickr / by-sa 2.0)

In dem Text heißt es: "Die große gesellschaftliche Frage lautet: Wollen wir, die Bürger dieser Republik, wirklich die Liebe zwischen zwei Menschen mit zweierlei Maß messen? Wir und drei Viertel der Bevölkerung sagen nein! Denn Liebe kennt kein Geschlecht. Gleichgeschlechtliche Liebe ist Liebe wie jede andere auch". Wenn zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen wollten, sei dies zutiefest schützenswert, "denn es ist jenes Band der Verantwortung, das unsere Gesellschaft im Kern zusammenhält".

Die Opposition begrüßte die Initiative. Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte die Union auf, ihren Widerstand gegen die Gleichstellung aufzugeben. Der Offene Brief zeige, "dass die Strategie von Kanzlerin Merkel, die Diskussion totzuschweigen, nicht funktioniert. Die Menschen im Land verlieren die Geduld mit der Blockadehaltung der Ewiggestrigen."

In den letzten Jahren hatte Schwarz-Gelb stets eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben verhindert. Zwar hat sich die FDP pro forma für die Ehe-Öffnung ausgesprochen, hat aber mit Hinweis auf den Widerstand der Koalitionspartner CDU und CSU immer wieder gegen die Gleichstellung beim Einkommenssteuerrecht und gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gestimmt.

Zuletzt hatten Union und FDP Mitte März eine Abstimmung über die Gleichstellung verhindert (queer.de berichtete). Die beiden Redner der Union, Ute Granold (CDU) und Norbert Geis (CSU), sprachen sich einhellig gegen die Gleichbehandlung aus und warfen Homo-Paaren vor, eine potenzielle Gefahr für Kinder zu sein. (dk)



#1 LorenProfil
  • 13.05.2013, 15:08hGreifswald
  • Allen Unterstützern sei hiermit von meiner Seite gedankt. Mögen es noch viel mehr werden, die sich gegen Diskriminierung, Ungleichbehandlung oder noch gewalttätigere Verhaltensweisen öffentlich aussprechen.
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#2 FenchelgrünAnonym
  • 13.05.2013, 15:45h
  • Na ja, der große Wurf ist diese klamme Unterstützerliste ja nicht. Da hatte die Aktion Eins-zu-Eins vom LSVD vor 10 Jahren ähnliche Namen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 13.05.2013, 15:47h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Das ist wirklich ein breites Bündnis. Walser ist dabei eine echte Überraschung. Herr Kolat steht in bester linkskemalistischer Tradition, von der sich mancher im übrigen Europa mal ne Scheibe abschneiden könnte...

    Ich bin wir diese unpopuläre Solidarität schon deshalb dankbar, weil in Frankreich andere Unterschriftenlisten herumschwirren, in denen auch 'Intellektuelle' ihre Homophobie bekunden und tief besorgt darüber sind, dass die Regierung sich an alte französische Traditionen hält.

    PS Tut mir leid, dass ich immer wieder auf Frankreich zurückkomme. Enttäuschte Liebe verletzt doppelt.
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#4 ThorinAnonym
  • 13.05.2013, 16:35h
  • Naja, ich finde nicht dass Unterstüzung von antisemitischen Schriftstellern wie Günter Grass wirklich von vorteil für uns ist.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.05.2013, 16:53h
  • Ein Anfang ist gemacht. Allerdings hätte ich mir in diesem Fall noch sehr viel mehr Unterstützung von Prominenten erhofft. Vielleicht kommen ja noch welche dazu!
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#6 genervtAnonym
  • 13.05.2013, 17:05h
  • dann macht Euch doch das nächste Mal selbst mal dran, so was auf die Beine zu stellen. Nicht meckern, machen!
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#7 TjarkAnonym
  • 13.05.2013, 17:50h
  • Eine sehr löbliche Aktion, die aber bei CDU, CSU und FDP weiterhin auf taube Ohren stoßen wird.

    Die schwarz-gelbe Gurkentruppe hat noch vor wenigen Wochen geschlossen dagegen gestimmt (ebenso wie gegen viel kleinere Vorhaben), dann werden die jetzt nicht plötzlich wegen ein paar Promis die Meinung ändern.

    Dennoch schön, dass die sich auf unsere Seite stellen...
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#8 Aus Bad HomburgAnonym
  • 13.05.2013, 18:16h
  • Finde etwas schade, daß kein einziger Geistliche den Brief unterschrieben hat, sogar aus den evangelischen Glaubensgemeinschaften nicht. Aber sie wurden vermutlich gar nicht gefragt ?
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#9 stromboliProfil
#10 Martin28a
  • 13.05.2013, 18:56h

  • Der Druck aus der Bevölkerung wächst
    Auch die Eliten dieses Landes sind für die Ehe Öffnung

    Die Union steht mit ihrem unsinnigen Gerede über das GG alleine da

    Die Union scheint hier immer die klassische Ehe mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft zu verwechseln
    Schon 2001 entschied das BVerfG das ein Institut geschaffen werden kann, dass inhaltlich gleich dem Namen aber anders sein kann
    In diesem Institut versteht sich von selbst, dass eine Benachteiling gegen Art 3 verstößt
    Es geht hier nicht um die gleichgeschlechtliche Ehe, darum ist das auch nicht verfassungswidrig
    Es geht hier einzig und allein um Gleichstellung
    Das BVerfG hatte damals und in letzter korrekt entschieden
    Wenn es irgendwann msl darum geht auch die Ehe für Homosexuelle einzuführen muss Art 6 neu geprüft werden, allerdings wird bis dahin ein anderes Eheverstandnis eingeführt sein
    Denn im Art 6 steht was von Familie und Eltern
    Es wird nirgends zwingend erwähnt das die Ehe zwischen Mann und Frau sein muss und das war auch zu Beginn des GG nicht so geplant oder so gemeint
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