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Der 23-jährige Wladislaw Tornowoi wurde offenbar nach seinem Coming-out ermordet

Homo-Aktivisten geben der russischen Regierung eine Mitschuld am brutalen Mord eines 23-Jährigen, der von Schwulenhassern umgebracht wurde.

Der am Freitag in Wolgograd ermordete Mann ist von russischen Medien als Wladislaw Tornowoi identifiziert worden. Schwul-lesbische Aktivisten haben unterdessen die von der Regierung geförderten homophoben Atmosphäre in Russland für den Mord mitverantwortlich gemacht.

Tornowoi war nach Polizeiermittlungen von einem 22-Jährigen und einem 27-Jährigen gefoltert und umgebracht worden, weil sie sich Aussagen zufolge durch die sexuelle Orientierung des Opfers in ihren patriotischen Gefühlen gestört gefühlt hätten. Die Täter schlugen auf den Mann ein, vergewaltigten ihn mit einer Flasche, zerschlugen seinen Kopf mit einem Stein und verstümmelten seine Genitalien (queer.de berichtete).

Der prominente russische LGBT-Aktivist Nikolai Alesejew erklärte nach der Tat, dass der Mord eine Folge der Regierungspolitik sei: "Politiker haben eine homofeindliche Stimmung erzeugt, indem sie die schwul-lesbische Szene als eine Truppe von Freaks dargestellt haben", sagte Aleksejew gegenüber der Zeitung "Moscow Times". "Diese Leute sind Komplizen beim Mord." Noch deutlicher wird Aktivist Nikolai Baew, der Präsident Wladimir Putin persönlich vorwirft, ein Komplize zu sein.

Hintergrund sind die Gesetze gegen Homo-"Propaganda", die bereits in mehreren Regionen beschlossen worden sind. Damit wird jegliche positive öffentliche Darstellung von Homosexualität verboten, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes. Die russische Staatsduma bereitet auch ein landesweites Gesetz vor, das im Januar in erster Lesung mit 388 gegen eine Stimme durch das Parlament geboxt wurde (queer.de berichtete). Putin hat auch persönlich in die Debatte um Homo-Rechte eingegriffen. So hat er im vergangenen Monat die Homo-Ehe mit Pädophilie verglichen (queer.de berichtete).

CSD Moskau wird Mordopfer gewidmet


Präsident Wladimir Putin

Als Reaktion auf den Mord haben einige Organisatoren der zahlreichen Rainbow Flashmobs in Russland angekündigt, die Ballons in den Regenbogenflaggen an diesem Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, mit schwarzen Schleifen in die Luft steigen zu lassen.

Die Organisatoren des CSDs in Moskau wollen ihren diesjährige Demonstration am 25. Mai Tornowoi zu widmen. In den letzten Jahren wurde der CSD in der russischen Hauptstadt stets verboten (queer.de berichtete), auch in diesem Jahr steht eine Erlaubnis bislang aus.

In den russischen Medien gibt es unterdessen Berichte von Eltern und Freunden des Ermordeten, die erklärten, dass Tornowoi nicht homosexuell gewesen sei. So erklärte ein Freund gegenüber der BBC, dass der 23-Jährige Interesse an Mädchen gehabt habe. Die Eltern sollen den Ermittlern mitgeteilt haben, dass ihr Sohn heterosexuell sei. Die Behörden behandeln die Tat allerdings als homophob motiviert. Die mutmaßlichen Täter, die Tornowoi seit der Schulzeit kannte, hätten ihr Opfer erst angegriffen, nachdem dieses von seiner Homosexualität gesprochen habe. (dk)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 14.05.2013, 14:43hBremen
  • "Diese Leute sind Komplizen beim Mord." Noch deutlicher wird Aktivist Nikolai Bajew, der Präsident Wladimir Putin persönlich vorwirft, ein Komplize zu sein."
    Genau das ist er auch. Er und seine Regierung, die das Anti-Homo-Propaganda Gesetz verabschiedet und damit der gelebten aggressiven Homophobie Tür und Tor geöffnet hat.

    "Die Behörden behandeln die Tat allerdings als Hassverbrechen."
    Wird das in Russland härter bestraft als vorsätzlicher, bestialischer Mord? Oder kommen die Täter am Ende mit ein paar Jahren auf Bewährung davon?
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#2 RWTHAnonym
  • 14.05.2013, 15:17h
  • Vollkommen richtig!

    Der faschistische Diktator Putin schürt den Hass auf Schwule und Lesben...

    Und Gerhard Schröder (SPD) hält ihn immer noch für einen "lupenreinen Demokraten", weil er sich mit dem hochdotierten Job bei Gazprom hat kaufen lassen.
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#3 AndiBerlinProfil
  • 14.05.2013, 15:51hBerlin
  • Ihr müsst die Kommentare im russischen Internet lesen... Der Ermordete soll von zwei "perversen Schwuchteln" (ja wer wohl wird mit Flaschen vergewaltigen, nur Schwule, sie tun es sich selbst sowieso rein) getötet werden, weil er sie abgelehnt hätte bzw. weil er sie "entlarvt" hätte und sie sich dafür geschämt hätten. Diesen Scheiß kann man nicht mehr lesen.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 papagenomeiProfil
  • 14.05.2013, 17:23hMeißen
  • na da gibt es schon geschichtliche Vergleiche. Schwule und Lesben sing die neuen Juden Russlands und zum Abschuss freigegeben.
    Die russische Regierung ist somit als Strippenzieher eines jeden derartigen Mordes zu sehen.
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#6 daVinci6667
  • 14.05.2013, 18:45h

  • Was bin ich dich froh, dass es im undemokratischen und äusserst homophoben Russland trotz allen Einschüchterungsversuchen immer immer noch Menschen gibt die frei ihre Meinung äussern! Sie sind ein grossartiger Hoffnungsschimmer für dieses Land!

    Und was sie sagen ist sehr, sehr richtig! Hut ab vor ihnen!
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#7 KritikerAnonym
  • 14.05.2013, 22:50h
  • Was wollt ihr denn? Die Täter sind im Knast und gehen möglicherweise lebenslang ins Straflager. Und bei Putin sind die 2.500 Atombomben die Russland nebenbei noch hat gut auufgehoben, was mir was wert ist Hetzt mal besser gegen unsere, lieben Freunde in Saudiarabien, Katar usw.
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#8 stromboliProfil
  • 15.05.2013, 08:05hberlin
  • "In den russischen Medien gibt es unterdessen Berichte von Eltern und Freunden des Ermordeten, die erklärten, dass Tornowoi nicht homosexuell gewesen sei. So erklärte ein Freund gegenüber der BBC, dass der 23-Jährige Interesse an Mädchen gehabt habe. Die Eltern sollen den Ermittlern mitgeteilt haben, dass ihr Sohn heterosexuell sei. "

    da treten und prügeln nun auch die eltern und "freunde " noch mal auf den geschundenen körper des ermordeten ein..

    hier in deutschland schreiben sich leserzuschriften ins legalisierende erklärungsmuster.. schuld sind die aufdringlichkeiten , das im outing enthaltene sichtbar werden , die irgendeine volksseele dann kochen lässt.

    www.taz.de/Toedlicher-Angriff-auf-Homosexuellen/!116143/


    Was folgt als nächstes?
    Eltern ihre kinder warnen, nur nicht so zu werden wie die da...
    Schwule die schwule auffordern, nicht durch schrilles auftreten die aufmerksam auf in der mitte angekommenen zu lenken..
    Jene, die nun als väter und mütter die "neue" homosexuelle welt zu gestalten suchen, mit einer prise regenbogen-farbenfrohen patchwork-family values als schutzschild gegenüber dem strassenraubähnlichen übergriff heteronormativer gewaltphantasien auf isolierte schwule mit herteosexuellen "freundeskreisen..."

    Oder haben wir es mit einem paradox zu tun: der überangepasste homo, der sich nicht zu seiner lebensform entscheiden kann und so in den strukturen einer heteroumwelt hängen bleibt, letztendlich scheitert, wenn alkohol und unreflektiertes vertrauen ihn dazu bringen, "freunden " gegenüber sich öffenen zu wollen, in der hoffnung auf aufnahme und akzeptanz.
    Hat er doch vermeintlich alle kriterien heteronormativer akzeptanz erfüllt in auftreten und selbstverleugnung. Ein tragisches missverständnis.
    Besonders dort, wo selbst in der "schwulen" szene die hevorhebung von "normalität" und heterolike-konformität mode geworden ist...!

    Leider werden wir wohl nie solche entwicklungen aufarbeiten können, stehen doch alle mittel hierzu gegen uns : eltern, umgebung, und wir selbst!
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#9 Ralfilein
  • 15.05.2013, 08:09h
  • Was ist das für ein unerträgliches Klima in Russland wo selbst Eltern nicht zu ihrem toten Sohn und seiner Veranlagung stehen können oder wollen.....
    daran sieht mann den negativen Einfluss dieser schändlichen Propaganda..... und die Eltern machen es nur noch schlimmer, indem sie die Homosexualität ihres Sohnes verleugnen... eine Schande
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#10 ChristineAnonym
  • 15.05.2013, 11:10h
  • Wenn man sich durch das Outing eines Freundes in seinen patriotischen Gefühlen verletzt sieht und angeblich deswegen einen Menschen foltert und ermordet, hat man gewaltig einen an der Klatsche. Einen Regierungschef und ein Parlament, die Homosexuelle diskriminieren und entrechtlichen und dadurch Homophobie erst richtig salonfähig machen, halte ich für sehr menschen- und demokratiefeindlich und damit auch für gefährlich. Menschen, die so starke Gefühle für ihr Vaterland entwickeln, dass sie deswegen Andersartige und Angehörige von Minderheiten verdammen oder gar töten müssen, wissen nicht, was Liebe ist und kennen keine Werte.
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