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  • 14.05.2013           44      Teilen:   |

LiSL-Vorstand Ralf Fröhlich

Nazi-Vergleich: CSD Berlin fordert Rücktritt von FDP-Politiker

Artikelbild
Ralf Fröhlich (links) in der Podiumsdiskussion vom Freitag (Bild: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld / Sabine Hauf)

Neue Runde in der politischen Auseinandersetzung beim Berliner CSD: Wegen eines Nazi-Vergleichs fordert der CSD-Vorstand den Rücktritt von Ralf Fröhlich.

Der CSD-Vorstand hat am Dienstag in einer eMail Ralf Fröhlich aufgefordert, seinen Posten im Bundesvorstand der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) aufzugeben. Grund für die Forderung ist ein Nazi-Vergleich bei einer Podiumsdiskussion am Freitag, die sich mit dem Ausschluss der CDU aus der CSD-Parade beschäftigt hatte (queer.de berichtete).

Fröhlich hatte in der Veranstaltung die CSD-Organisatoren mit den Nationalsozialisten verglichen, weil sie bei der Parade wegen der homofeindlichen Politik im Bund keinen CDU-Wagen dulden wollen. Der FDP-Politiker kritisierte den Ausschluss der Christdemokraten mit den Worten: "Hier soll zwischen guten und schlechten Mitgliedern einer Partei unterschieden werden. Wir haben den Jahrestag der Bücherverbrennung. Da wurde auch zwischen schlechten und guten Büchern unterschieden."

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"Verharmlosung" der Nazis

"Sie haben damit die historischen Ereignisse vom 10. Mai 1933 auf unverantwortliche Art und Weise verharmlost", kritisierten die CSD-Organisatoren in der eMail an Fröhlich. Er habe sich nicht für die Aussagen entschuldigt, "sondern diese sogar bagatellisiert". "Sie haben auch in den folgenden Tagen nicht auf die in den Medien und in der Öffentlichkeit geäußerte Kritik reagiert", so der CSD-Vorstand. Daher müsse Fröhlich "von allen politischen Ämtern" zurücktreten.

"Sie sind als offizieller Vertreter eines der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit verpflichteten Vereins in der Bundesrepublik Deutschland nicht tragbar", heißt es weiter in der eMail, die am Montag von Vorstand und Team des Berliner CSDs beschlossen worden war. Fröhlich müsse sich zudem entschuldigen.

Der Berliner CSD steht im Wahljahr unter dem Motto "Schluss mit Sonntagsreden! Demonstrieren! Wählen! Verändern!". Damit wollen die Organisatoren die Teilnehmer auffordern, bei der Bundestagswahl im Herbst auch über die Homo-Politik abzustimmen: "Im Juni demonstrieren, im September wählen und dauerhaft die Gesellschaft verändern!", hieß es in einer Pressemitteilung der Organisatoren. (dk)

 Update  15.05., 10:50 Uhr: Ralf Fröhlich weist die Vorwürfe zurück und betreibt Medienschelte
In einer Presseaussendung erklärte Fröhlich, er habe den CDU-Ausschluss und die Bücherverbrennung nicht gleichstellen wollen, "sondern eine Mahnung ausgesprochen, sich weitere Gedanken über den Ausschluss der CDU zu machen." Er habe lediglich am Tag der Bücherverbrennung darauf hingewiesen, dass "der Wert von Freiheit und Toleranz" wichtig sei und "Verbote und Ausschlüsse" gefährlich seien.

Gleichzeitig wirft der FDP-Politiker den Medien Parteinahme bei der Berichterstattung vor, da die Darstellung "je nach politischer Präferenz unterschiedlich ausgefallen" sei. "Ich empfehle die neutrale Darstellung im Tagesspiegel", so Fröhlich.

Links zum Thema:
» LiSL
» CSD Berlin
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Tags: csd, berlin, ralf fröhlich, fdp
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Reaktionen zu "Nazi-Vergleich: CSD Berlin fordert Rücktritt von FDP-Politiker"


 44 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
14.05.2013
15:15:26


(+10, 14 Votes)

Von RWTH


Dass die FDP den Ausschluss einer homophoben Partei, die uns wie Untermenschen behandelt, mit den Verbrechen der Nazis vergleicht, zeigt nur, dass die FDP fest unter der Fuchtel der Union steht und auch nicht auf einen CSD gehört.


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#2
14.05.2013
15:43:41


(-10, 12 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von RWTH


Meine Güte!
Nazi-Vergleiche sind absolut okay, weil sie den Kern der Aussage griffig treffen. Überhaupt helfen Vergleiche dabei, sich ein Bild zu machen.
Ich finde, der CSD e.V. sollte die FDP vom CSD verbannen wie die CDU. In solchen politischen Taten ist der CSD e.V. schließlich geübt. Ansonsten hapert es gewaltig. Und da fällt mir gerade ein, wo ich deinen "Untermenschen"-Vergleich lesen muss, dass die Claqueure pro CDU-CSD-Ausschluss mit Neo-Nazi-Vergleichen bezüglich der CDU nur so um sich geworfen haben und noch werfen. Was für ein peinliches Affentheater. Wenn einer vom CSD ausgeschlossen gehört, dann dieser CSD e.V.


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#3
14.05.2013
15:49:28
Via Handy


(+8, 12 Votes)

Von Timon


Wieder mal kriecht die FDP der Union in den Arsch.


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#4
14.05.2013
15:52:13


(+8, 12 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Na, dann bin ich auch ein Nazi. Es ist auch meine Meinung, daß eine Partei wie die CDU, die Schwule und Lesben nach wie vor diskriminiert und Homo Heilung propagiert, auf dem CSD nichts verloren hat.


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#5
14.05.2013
15:54:39


(+8, 12 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


CSD Berlin, macht Naegel mit Koepfen !

Keine CDU-, noch FDP-Wagen oder -Staende auf CSDs.

Andernfalls waere es so, als wuerden zu einem Maeusegeburtstag Katzen eingeladen ! oder als waeren am 29.6.69 Polizisten ins Stonewall in der Christopher Street eingeladen worden !!!

Wir sind noch immer im Kampf. Freiwillig wird weder CDSU noch FDP fuer unsere Gleichstellung stimmen !!!


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#6
14.05.2013
15:56:06


(+5, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von reiserobby


Es ist ein signifikanter Unterschied ob jemand als Vertreter einer Partei in der Tradition der Unterdrückung mit den Nazi´s steht, diesen Vergleich über sich ergehen lassen muß, oder genau dieser Vertreter die Opfer dieser Unterdrückung mit einem solchem Vergleich diffamiert..

Hier wird nicht zwischen ""guten und schlechten Mitgliedern einer Partei unterschieden""..

Hier wird zwischen PARTEIEN unterschieden die auf der einen Seite gute, weil LGBT-freundliche Politik machen, oder schlechte, weil die diskriminierende Gesetze beibehalten wollen..

Der Beschluß zum Auschluß bezieht sich auf die CDU..
Nicht auf einzelne Mitglieder, nicht auf die LSU als schwule Gruppe innerhalb der CDU, und schon gar nicht gegen einzelne Politiker, die sich als Schwule für schwule Belange engagieren..

Wer das nicht unterscheiden kann, sollte einfach mal die Fresse halten..


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#7
14.05.2013
16:43:28


(+8, 10 Votes)

Von m123


Streng genommen müsste man ja auch die FDP vom CSD ausschließen, wenn man sich nüchtern am Abstimmungsverhalten im Bundestag orientiert. Es ist ja nicht so, dass die Union allein schuld daran ist, dass in Deutschland immer noch keine Gleichberechtigung herrscht. Auch die FDP sitzt im Bundestag und zwar mit einem Abgeordnetennateil von mehr als 14%.

Nur weil die FDP sich für die Öffnung der Ehe ausspricht, muss das ja noch lange nicht heißen, dass das stimmt, d. h. dass die FDP das wirklich will. Und ehrlich gesagt, wenn man dann sieht mit welchen "Ausreden" die FDP gegen jeden Gleichstellungsschritt stimmt, dann mag ich der FDP nicht glauben.

CDU, CSU und FDP müssten alle bei nüchterner Betrachtung als sich undemokratisch verhaltende Parteien, die eine Minderheit ohne rationale Begründung diskriminieren, vom CSD, einer Demonstration für gleiche Rechte für diese Minderheit, ausgeschlossen werden.


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#8
14.05.2013
16:47:25


(-10, 12 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Hier wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht und damit tun sich die CSD-Veranstalter absolut keinen Gefallen!


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#9
14.05.2013
16:58:59


(-10, 12 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen, und die Fähigkeit das zu akzeptieren unterscheidet ein Kind von einem Erwachsenen. Die CDU beteiligt sich an den diversen CSD's bereits seit ca. 15 Jahren, es gab also mehr als genug Zeit zum "Erwachsenwerden" und Kennenlernen, für beide Seiten. Anders gesagt: die Veranstalter des Berliner CSD hatten und haben immer noch die Wahl: entweder weiter so machen oder etwas radikales riskieren. Nun, es scheint, sie haben ihre Wahl schon getroffen. Sehr gut. Sollten aber auch damit leben können, daß das auch von ausserstehenden als "radikal" angenommen und entsprechend kritisiert werden kann und bereits wird. Entweder ein (ja, manchmal sehr trügerisches) Image der gesellschaftlichen wie politischen "Toleranz" oder eine harte Aussersetzung. Mann kann beides gleichzeitig nicht haben, so einfach ist das. Und daß eine lächerlich kleine Minderheit von 3% wohl zweimal überdenken muss, ob so eine Lust auf "Konflikt" überhaupt einen Sinn hat, versteht sich von selbst. Ganz besonders, weil die andere Seite (mit 40%, wohl bemerkt) weder sehr beleidigt noch traurig darüber ist - das ganze ist ihr im Prinzip absolut egal. Eine Fliege, ein Elephant und ein Sturm im Glas mit Wasser. Wer wird ertrinken ?


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#10
14.05.2013
17:04:11


(+6, 10 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von KMBonn


Es ist schon perfide, dass der Nazivergleich auf Schwule und Lesben angewendet wird. Intoleranz nicht zu dulden, ist noch nicht einmal intolerant und schon gar nicht eine Begründung für solch einen Vergleich!


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